Grundkurs Geschichte

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Um 30.000 v.Chr. verschwindet der Neandertaler und der Homo sapiens setzt sich durch. In den Schwankungen der letzten Nacheiszeit entsteht auf den fruchtbaren Lößanwehungen im Vorfeld der beiden wechselnden Vereisungsfronten von den Alpen und von Skandinavien her die nordische Rasse. Die nordische Rasse ist an den lebhaften Wechsel zwischen rauhem und gemäßigtem Klima sehr gut angepaßt und nutzt ihn als Antrieb zur Entfaltung eines dynamischen Wesens, verbunden mit gemäßigtem Temperament und vorausschauender (spekulativer) Geistesart, die der Selbstbeherrschung förderlich ist und zum Herrschen befähigt. Diese Eigenschaften bestimmten die nordische Rasse zum Impulsgeber der Völkerentstehung und zum Auslöser von Hochkulturen.

Gegen 10.000 v.Chr. war die Nach-Würmeiszeit beendet und Nordeuropa und das Voralpengebiet werden von der nordischen Rasse wieder in Besitz genommen. In dieser Zeit bildet sich wahrscheinlich auch das indogermanische Urvolk mit seiner Sprache des Urindogermanischen heraus, dessen Stammhalter die germanischen Sprachen sind. Wann die Indogermanen in Mitteleuropa die Landwirtschaft (zuerst als Gartenbau, dann als Ackerbau) erfunden haben, ist noch unerforscht.

Sammeln und Jagen sind die beiden unteren Formen der vorgeschichtlichen Produktionsweise des Menschen, Fischfang und Bergbau ihre beiden oberen und alle zusammen sind extraktive Industrie, bei der die Erde dem Abbau (als Arbeitsgegenstand) dient. In allen Formen des Landbaues dagegen dient die Erde dem Anbau (als Arbeitsmittel). Diese neusteinzeitliche Umkehrung des Mensch-Erde-Verhältnisses (neolithische Revolution) eröffnet die Geschichte. Der Bau von Booten und die Knüpfung von Netzen durch seßhafte Fischer ist nach dieser Logik ebenso noch ein vorgeschichtliches Tun wie die Gewinnung von Eisen, Kupfer und Zinn durch Bergleute, die vom Feuersteinabbau zum Erzabbau übergegangen sind.

Vom in­do­ger­ma­ni­schen Ur­volk, das bis ins 3. Jahr­tau­send v. Chr. noch in sei­ner Ur­hei­mat in Mit­tel- und Nord­eu­ro­pa zu­sam­men­leb­te, ging wahr­schein­lich der An­stoß zur su­me­ri­schen Hoch­kul­tur (Er­fin­dung der Keil­schrift) im Mün­dungs­ge­biet des Eu­phrat und Ti­gris seit 4000 v. Chr. aus, denn Su­mer war ein han­se­ar­ti­ger Städ­te­bund, hat­te ei­ne tria­di­sche Leit­vor­stel­lung von der Göt­ter­welt und kann­te den Jen­seits­glau­ben. Die In­do­ger­ma­nen in Ge­stalt nord­deut­scher Me­ga­li­thi­ker wur­den bei der Ent­fal­tung der alt­ägyp­ti­schen Hoch­kul­tur seit ca. 3000 v. Chr. wirk­sam. Seit 2500 v. Chr. re­vo­lu­tio­nier­ten In­do­ger­ma­nen, die sich Ari­er nann­ten, den vor­de­ren und mitt­le­ren Ori­ent, in­dem sie in Klein­asi­en (heu­ti­ge Tür­kei) die he­thi­ti­schen Stadt­staa­ten, in Per­si­en die frühi­ra­ni­sche Kultur und im In­du­s­tal die früh­in­di­sche Hoch­kul­tur (Sans­krit) be­grün­de­ten.

Eine andere indogermanische Gruppe, die Tocharer, gelangte bis zum Oberlauf des Gelben Flusses und beeinflußte dort seit ca. 1500 v. Chr. die frühchinesische Flußkultur am Unterlauf des Gelben Flusses (Huangho).

Im Griechenland des 3. Jahrtausends begründeten die Indogermanen die Helladische Kultur, zu Beginn des 2. Jahrtausends dann die Mykenische Kultur (Achäer) bis an die Küsten Kleinasiens hin. Im 2. Jt. v. begann die Indogermanisierung Italiens und in Zentralanatolien errichteten die Indogermanen das Hethitische Reich.

Um 1200 v. Chr. wurden alle damaligen Hochkulturen Opfer von (kosmisch bedingten?) Naturkatastrophen. Diese Naturkatastrophen veranlaßten auch die großen Wanderungszüge der bronzezeitlichen Frühgermanen aus Mittel- und Nordeuropa (Urnenfelderkultur) in den Mittelmeerraum. Dort legten sie den Grund des klassischen Altertums. Aus ägyptischen Quellen sind diese Züge als Angriffe der “Seevölker”, aus griechischer Überlieferung als “dorische Wanderung” bekannt.

Für Deutschland kann die Steinzeit wie die Bronzezeit sinnvoll in je drei Perioden eingeteilt werden. Die Neusteinzeit (Neolithikum) von ca. 4000-2000 v. Chr. gilt in Mittel- und Nordeuropa archäologisch als die “Zeit der geschliffenen Steine”, wirtschaftsgeschichtlich aber als Zeit der Erfindung von Ackerbau und Viehzucht (= neolithische Revolution). Die darauf aufbauende Bronzezeit (2000-800 v.) war eine Hochkultur, die, bevor sie um 1200 v. Chr. in Katastrophen und Kriege überging, schon die Eisenverarbeitung entwickelt und also die bis heute anhaltende Eisenzeit vorbereitet hatte, die man gemeinhin ab 800 v. datiert und die sich um 1800 n. Chr. mit der industriellen Revolution in die Stahlzeit verwandelte und im 20. Jh. mit dem “geschliffenen Eisen” der Edelstahlzeit endete, nachdem die Revolution der chemischen Industrie in Deutschland eine Fülle maßgeschneiderter Rohstoffe entwickelt und die Kunststoffzeit eröffnet hatte. Es ist also sinnvoll, die Zeitspanne von 2000 v. bis 2000 n. als Metallzeit von der Steinzeit einerseits und der Kunststoffzeit andererseits abzugrenzen. In Deutschland wurde nicht nur das geschliffene Steinbeil, sondern auch programmierbarer Buchdruck, Fahrrad, Automobil und programmierbare Rechenmaschine erfunden, die sich bald auf der ganzen Welt fanden.

Die Zeitspanne von der neolithischen bis zur industriellen Revolution ist die von der Vorgeschichte abgehobene Geschichte, die wir betrachten. Diese Geschichte ist noch nicht zu Ende, weil das Ziel der industriellen Revolution noch nicht erreicht ist. Revolutionen sind Umkehrungen wesentlicher Verhältnisse des Menschen, so daß neue und höhere Verhältnisse für ihn wesensbestimmend werden. In der vorgeschichtlichen Kultur der Jäger und Sammler ist die Erde Arbeitsgegenstand des Menschen; in der neolithischen Revolution wird dies Verhältnis umgekehrt und die Erde insgesamt ein Arbeitsmittel der hochkomplexen Art, d.h. ein natürlicher Wirkzusammenhang oder die vorhandene Maschine, die der Mensch kultiviert, also pflegt, wartet und bedient nach Versuch, Irrtum und Erfahrung, ohne den Zusammenhang schon genau verstanden zu haben.Die industrielle Revolution schließlich vollführt eine weitere Umkehrung: Die vorhandenen Maschinen (Naturprozesse) des Ackerbauern und Viehzüchters werden in zuhandene Maschinen (angeeignete Naturprozesse) des Maschinenbauers und Maschinenbedieners verwandelt. Die neolithische Revolution ist wie die industrielle heute noch nicht beendet, weil die Umwandlung von Gegenständen der menschlichen Arbeit in ihre Mittel ebensowenig aufgehört hat wie die Verwandlung der Mittel aus vorgefundenen (vorhandenen) in angeeignete (nachhandene). Auch wenn es dem Menschen dereinst gelungen sein wird, sein Erbgut zu synthetisieren und sein Gehirn nachzubauen, ist die industrielle Revolution nicht beendet, denn dann gibt es immer noch eine Weltschöpfungsmaschine zu bauen, die den Geist selber imitiert.

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