Grundkurs Ökonomie

DK Grundkurse, Schulungsschriften, Viertes Reich Kommentiere

I.Wie je­des Volk sich zu­erst als Ge­mein­schaft be­grün­det, um her­nach sich in Ge­sell­schaft zu zer­set­zen und als bür­ger­li­che Ge­sell­schaft sich der staat­li­chen Ge­mein­schaft wie­der un­ter­wirft und da­durch zum Ge­mein­we­sen er­hebt, so tritt auch je­de Volks­wirt­schaft zu­erst als Wirt­schafts­ge­mein­schaft, dann als Wirt­schafts­ge­sell­schaft und end­lich als Ge­mein­we­sen­wirt­schaft auf. Die Wirt­schafts­ge­mein­schaft ist ins­ge­samt ei­ne Ei­gen­wirt­schaft und ei­ne Ord­nung von Ei­gen­wirt­schaf­ten.

Die ge­schicht­li­che Ur­form der Ei­gen­wirt­schaft ist je­ne Volks­ge­mein­schafts­wirt­schaft, die durch Zen­tral­ver­wal­tung und Au­ßen­han­dels­mo­no­pol ge­kenn­zeich­net und als ori­en­ta­li­sche Des­po­tie mit asia­ti­scher Pro­duk­ti­ons­wei­se (Al­pha) be­kannt ist. De­ren ein­heit­li­ches Staats­ei­gen­tum spal­tet sich in der an­ti­ken Pro­duk­ti­ons­wei­se (Be­ta) in öf­fent­li­ches und pri­va­tes Ei­gen­tum (ager pu­bli­cus et ager pri­vatus). Das Pa­tri­zi­at ist der Staat, weil Nut­zer des Staats­lan­des, die Plebs aber blo­ßer Pri­vat­ei­gen­tü­mer, von der sich spä­ter noch das Pro­le­ta­ri­at als blo­ßer Selb­st­ei­gen­tü­mer ab­spal­tet. Die Pa­tri­zi­er ha­ben ge­gen die Ple­be­jer, die­se ge­gen die Pro­le­ta­ri­er und letz­te­re ge­gen die Skla­ven ver­lo­ren, die im Ko­lo­nen un­ter­gin­gen und in der ger­ma­ni­schen Pro­duk­ti­ons­wei­se (Gam­ma) als Bau­er wie­der frei wur­den. Die­se Frei­heit ver­lo­ren sie dann im Feu­da­lis­mus mit der Be­frei­ung von der Hee­res­fol­ge­pflicht. Im Feu­da­lis­mus keh­ren öf­fent­li­ches und pri­va­tes Ei­gen­tum im Un­ter­schied von Le­hen und Al­lod wie­der. Das Lehen ist ein (bald besitz-erblicher) Staatsbetrieb zum Unterhalt des Staatsfunktionärs und zur Bereitstellung seiner Sachmittel. War in der Antike das öffentliche Eigentum das Bestimmende, dem das Privateigentum durch konfiskatorische Leiturgien oder auch der Privateigentümer selber durch liquidierende Proskriptionen wieder anheimfallen konnte, so ist im germanischen Mittelalter das freie Grundeigentum der Privaten das Vorrangige, dem das Lehen, das öffentlich-zweckgebundene Eigentum, leicht anheimfällt.

Gegenwärtig, in der Mitte der Neuzeit, stellt sich die innere Ordnung der Eigenwirtschaft europäischer (d.h. germanischer und germanisierter) Völker als eine Rangordnung von Haushalten dar, die in der absteigenden Hälfte der Kurve sich als reine Betriebe (Unternehmen) einerseits und als reine Wohn- und Versorgungshaushalte andererseits vereinseitigen. Die Wirtschaftsgemeinschaften solch eines Volkes sind also:

Dörfer als Sippen- oder Familienverbundhaushalte, die ihre Brauch- und Erzeugungsgüter ganz oder teilweise selbst herstellen.

Familienhaushalte , die ihre Brauchgüter selbst herstellen. (Bis in die Neuzeit herrschend.)

Familienbetriebe als einfache Warenproduzenten und Dienstleister.

Eigenbetriebe , a) der Privaten, die den Markt versorgen und Eigenkapital und Lohnarbeiter verwenden, b) des Staates, der sich selbst versorgt und Steuern und Lohnarbeiter verwendet und c) des Volkes, das sich selbst versorgt und Steuern oder Zwangsanleihen und Dienstberechtigte oder Dienstverpflichtete verwendet.

Kapitalbetriebe , die den Markt versorgen und einen Kapitalmarkt voraussetzen, weil sie Fremdkapital einsetzen und ansonsten Lohnarbeiter oder Lohnbetriebe benutzen. (Eigen- und Kapitalbetriebe werden auch Unternehmen genannt.)

Lohnarbeiterhaushalte , die den Arbeitsmarkt mit der Ware Arbeitskraft versorgen und insofern auch Familienbetriebe sind, aber der pädagogischen Art, in der Arbeitskräfte erzeugt, erzogen und gewartet werden.

Wohnhaushalte , die keinen Markt beliefern und nur der Versorgung ihrer Angehörigen dienen und von Versorgungshaushalten mit Haushaltsmittel versorgt werden müssen.

Versorgungshaushalte , die keine Wohnhaushalte sind und nur der Versorgung ihrer Angehörigen mit Haushaltsmitteln dienen.

In diesen Haushaltsarten lebt das Volk, und die reinen Betriebe (Unternehmen) dienen nur als primäre Versorgungshaushalte, die den Haushalten die Haushaltsmittel bereitstellen. Sekundäre Versorgungshaushalte sind z.B. die Staatshaushalte.

Schon in den frühen Zeiten der Sippenhaushalte gibt es den Markt als Randerscheinung, die an den Grenzen der Gemeinschaften auftaucht und entweder bloße Unter- und Überschüsse ausgleicht oder dem Erwerb strategischer Güter (damals Metalle, heute NE-Metalle) als originären Weltmarktprodukten dient. Die Gesellschaft entwickelt sich also ganz organisch aus den Begegnungen der Gemeinschaften und ihrem Verkehr, und die Marktwirtschaft schiebt sich vor die Eigenwirtschaft. Der erste Markt der Geschichte entstand als Weltmarkt, mit dessen Untergang im globalen Einheitsmarkt beginnt der letzte Markt.

Wohn- und Versorgungshaushalte sind endemisch in proletarisierten, verelendeten und verausländerten Völkern, die massengesellschaftlich verformt wurden. Jede Volkserneuerungspolitik muß die Wohnhaushalte wieder mit Fähigkeiten der sich selbst versorgenden Familienhaushalte begaben und die Verbäuerlichung und Verbürgerlichung der Lohnarbeiterhaushalte fördern. Diese Politik setzt voraus, daß die meisten reinen Wohngebiete, die dazu angelegt sind, bloße Lohnarbeiter- und Wohnhaushalte in ihrem extrem versorgungsabhängigen Stand zu halten, in Wohn-Gewerbe-Gebiete oder in Wohn-Gartenbau-Gebiete umzuwidmen, deren Ideal die Teilselbstversorgung und damit auch die Teilselbstgesetzlichkeit ist (Partialautarkie und -autonomie).

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