Grundkurs Ökonomie

Je­dem, der auch nur ei­nen Au­gen­blick dar­über nach­denkt, ist ei­gent­lich klar, wel­che Maß­nah­men ge­trof­fen wer­den müs­sen, um die deut­sche Volks­wirt­schaft wie­der­her­zu­stel­len. Der ers­te Schritt zur Wie­der­her­stel­lung der Wirt­schafts­sou­ve­rä­ni­tät ist die Er­rich­tung der na­tio­nal­staat­li­chen Sou­ve­rä­ni­tät. De­ren Haupt­in­stru­men­te sind Ar­mee und Po­li­zei, wo­bei die Ar­mee die au­ßen­po­li­ti­sche Sou­ve­rä­ni­tät ge­währ­leis­tet und die Po­li­zei die in­nen­po­li­ti­sche. Po­li­zei ist ein al­ter kla­rer Aus­druck für In­nen­po­li­tik. Po­li­tik aber hei­ßt ur­sprüng­lich im­mer Au­ßen­po­li­tik, ih­re In­stru­men­te sind Ar­mee und Di­plo­ma­tie – in die­ser Rei­hen­fol­ge.

Nach der na­tio­nal­po­li­ti­schen Sou­ve­rä­ni­tät kann die na­tio­nal­öko­no­mi­sche Sou­ve­rä­ni­tät er­rich­tet wer­den. Ihr Haupt­in­stru­ment ist der Zoll, d.h. die Wirt­schafts­po­li­zei. Wie die Po­li­zei so hat auch der Zoll grenz­po­li­zei­li­che, ord­nungs­po­li­zei­li­che und kri­mi­nal­po­li­zei­li­che Auf­ga­ben be­züg­lich Zoll­gren­zen, Zoll­ord­nun­gen und Zoll­fahn­dun­gen zu er­fül­len. Der Zoll al­so ist die Be­hör­de, wel­che die wirt­schaft­li­che Sou­ve­rä­ni­tät des Staa­tes wahrt und die Zöl­le er­hebt, Im- und Ex­port­ver­bo­te und sons­ti­ge Gü­ter- und Geld­ver­kehrs­kon­trol­len durch­führt.

Gesetzt den Fall, dies funktioniere alles nach Wunsch und die politische wie wirtschaftliche Souveränität der deutschen Staaten bzw. eines wiedervereinigten Deutschen Reiches sei wiederhergestellt. Dann sind wir ungefähr dort wieder angelangt, wo wir am Anfang der gegenwärtigen Geschichtsepoche bereits standen: der Bismarckschen Reichsgründung von 1871. Und damit dann hören die großen und einfachen Maßnahmen zur Wiederherstellung der deutschen Volkswirtschaft auf und es beginnen die kleinen und schwierigen zu ihrer Vertiefung, Höherentwicklung und Verstärkung dergestalt, daß sie nicht wieder das Opfer der internationalen Hochfinanz wird.

Zwar ist es richtig, daß das Deutsche Reich zwischen 1871 und 1914 einen gewaltigen industriellen Aufschwung erlebte und das Volkseinkommen in dieser Zeit real um 200% anwuchs. Richtig ist aber auch, daß schon 1873 eine tiefe Wirtschaftskrise ausbrach und bis 1895 Depressionen das wirtschaftliche Klima im Reich bestimmten. Die Bismarcksche Schutzzollpolitik sicherte den Aufbau der schwerindustriellen Basis des Reiches, aber die Wirkungen, die Kritiker der Globalisierung ihr heute zuschreiben, nämlich daß im Wettlauf der Standorte um industrielle Kapitalanlagen nur wenige Ballungsgebiete Sieger bleiben und die meisten Gegenden Verlierer sein werden, – dieselben Wirkungen zeigten sich schon damals in viel kleinerem Rahmen innerhalb der Grenzen des Reiches. Der Preis des Einheitsmarktes war damals schon eine ungesunde Ballung der Bevölkerung in den Industriezentren und die damit einhergehende Proletarisierung der Arbeiterschaft, folglich erstarkte die Sozialdemokratie und wurde 1912 stärkste Fraktion im Reichstag. Der reichsweite Einheitsmarkt von 1871 war also erst die einfachste Grundform der deutschen Volkswirtschaft, ihr äußerlicher Rahmen. Den in seinem Innern sich anhäufenden sozialen Sprengstoff suchte Bismarck zwar durch die Sozialgesetzgebung der 80er Jahre zu entschärfen, er war aber noch nicht in der Lage, die Entstehung solcher Gefahren vom inneren Aufbau, von der Ordnung der Volkswirtschaft her auszuschließen.

Der innere Aufbau der künftigen, der souveränen Deutschen Volkswirtschaft ist grundlegend charakterisiert in der Wirtschaftsverfassung des Deutschen Reiches, wo es heißt:

„Die wirtschaftliche Verfassung Deutschlands ist die Deutsche Volkswirtschaft. Sie ist Einheit von Wirtschaftsgemeinschaft (Eigenwirtschaft) und Wirtschaftsgesellschaft (Marktwirtschaft) des Deutschen Volkes. Marktwirtschaft dient der Gediegenheit, Stärke und Unabhängigkeit der Eigenwirtschaft Deutschlands in allen seinen Gebieten und Haushalten. Der Markt darf nicht Zweck, sondern nur Mittel des Wirtschaftens sein.” (Art. 15,1 RVerfE)

Der innere Wirtschaftsaufbau folgt der einfachen Regel, daß das, was in der Gemeinde hergestellt werden kann, nicht in der Region gekauft, und was in der Region zu produzieren ist, nicht im nationalen Markt erworben wird. Der innere Wirtschaftsaufbau ist somit von einer Rangordnung geprägt:

Der Primat der Eigenwirtschaft vor der Marktwirtschaft und damit der Gemeinschaft vor der Gesellschaft! Der Primat der nationalen Selbstversorgung vor dem Erwerb auf dem Weltmarkt! Der Primat der regionalen Selbstversorgung vor dem Erwerb auf dem Nationalmarkt!

Der Reichsverfassungsentwurf sieht ferner das Grundrecht (d.h. unveräußerlichen Mindestbesitz an Grund und Boden nach Art. 3,1) und das Recht auf Arbeit (nach Art. 15,3) vor. Aus dem Grundrecht folgt einRecht auf Wohnung für Obdachlose oder Wohnungsnotleidende, aus dem Recht auf Arbeit folgt zwingend einBerufsausbildungsrecht für Jugendliche. Sowohl die beiden konstitutionellen Rechte als auch die aus ihnen folgenden Rechte verbieten eine rein kapitalistische Wirtschaftsform und auch nur eine bloße Marktwirtschaft, sei es des freien oder des sozialen Subtyps. Diese Rechte – unterstrichen durch den Verfassungssatz “Das Proletariat ist abgeschafft” (Art. 15,2) – erzwingen, weil sie anders nicht einlösbar sind, eine gemischte Wirtschaftsweise . Sie erzwingen eine Ordnung der Wirtschaft, die sich verschiedene Systeme des Wirtschaftens einverleibt und untergeordnet hat, um sie zwecks Maximierung ihrer Leistungsfähigkeit im Gefüge der Volkswirtschaft zum Nutzen des Ganzen miteinander konkurrieren zu lassen.

In der Zeit der weltpolitischen Konkurrenz der Systeme 1949-89 war der Kapitalismus ziemlich leistungsfähig, weil er sich gezwungen sah, seine Planungskraft zu bündeln, und auch der Kommunismus war vor seiner liberalen Aufweichung wirkungsvoll, weil er sein Außenhandelsmonopol zur größten geschlossenen Nachfragemacht am Weltmarkt überhaupt zusammenfassen konnte. Aber eine bloße Kombination von plan- und marktwirtschaftlichen Elementen, von Nationalkapitalismus mit Nationalkommunismus, wäre völlig unzureichend und nicht viel erfolgreicher als die Wirtschaft des ehemaligen Jugoslawiens.

Die wirtschaftspolitische Epoche, die wir eröffnen müssen, um den angehäuften sozialen Sprengstoff entweder noch rechtzeitig vor seiner Explosion zu entschärfen oder um nach dieser sozialen und nationalen Katastrophe den Wiederaufbau in nachhaltiger und zukunftsfester Art und Weise anpacken zu können, muß also eine Zeit der volkswirtschaftlich-internalisierten Systemkonkurrenzen, also eine wirtschaftspolitische Systemkonkurrenzordnung sein.

Der Primat der Eigenwirtschaft und damit der Wirtschaftsgemeinschaft stellt einen vollständigen Paradigmenwechsel des ökonomischen Denkens der letzten 200 Jahre dar. Das alte Paradigma – in der Aufklärung als ‘Vertrag’ und heute als ‘Markt’ tituliert – führte zu der abstrusen Vorstellung, der deutsche Wohlstand hinge davon ab, ob möglichst vielen Leuten in aller Welt Präzisionsmaschinen, Chemikalien oder Luxusautomobile aus Deutschland verkauft werden können. Nur der Vorrang des Marktdenkens läßt solch gemeinschaftsschädliche Vorstellungen entstehen. Das Vertragsparadigma bzw. der Marktprimat führt nicht nur unvermeidlich zu Kapitalismus, Arbeitslosigkeit, Verelendung und Verausländerung, sondern auch zu der menschenunwürdigen Sozialpolitik, die den Rekruten der industriellen Reservearmee Arbeitslosengeld statt Arbeitsgeld zahlt, sie also dafür belohnt, daß sie “dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen”, statt dafür, daß sie arbeiten und öffentliche Dienste leisten. Der gesamte Marktprimat ist unmenschlich und widernatürlich. Sogar die UNO-Liste der Menschenrechte anerkennt das Recht auf Arbeit und das Recht auf Wohnung. Deshalb begeht auch das BRD-Unrechtsregime fortwährend und millionenfach Verbrechen gegen die Menschlichkeit, – spätestens seit der Ölkrise vom Winter 1973/74, als die Arbeitslosenzahlen über die Millionengrenze sprangen, um seitdem nachhaltig zu steigen.

Um die neue Ordnung eines in die Volkswirtschaft internalisierten Systemewettkampfes zu erfassen, ist es nötig, zunächst die Bestandteile einer völkischen Eigenwirtschaft (I), dann die Hauptkategorien der nationalen Marktwirtschaft (II) und schließlich die Grundbegriffe des neuen Paradigmas einer fundierten und differenzierten, einer gesockelten und gedeckelten, einer zünftig-deutschen Volkswirtschaftsordnung (III) darzulegen, bevor sie operativ verwendet und mit ihnen eine deutsche Wirtschaftspolitik (IV) formuliert werden kann. – Dieser ganze Paradigmenwechsel wirtschaftlichen Denkens vom Markt zum Eigen(tum) ist auch deshalb nötig, weil auf Dauer der Markt ebenso enteignet wie der Kommunismus. Die Verrücktheiten, die aus der Überhöhung des Marktes zur letzten Instanz aller wirtschaftlichen Tätigkeit folgen, zeigten sich nicht erst in der Plattmachung der DDR-Staatsökonomie, die einst zu den zehn ersten der Welt zählte und nicht erst im Verzicht auf ganze Industriezweige in Westdeutschland, in denen Deutschland einst weltführend war (z.B. Fotoindustrie, Textilindustrie, Rechnerbau, Häuserbau, Flugzeugbau, Raketenbau, Filmindustrie usw.). Die Verkehrtheit des Marktprimats zeigt sich auch im Glauben an den Export, für dessen Erlöse dann Roh- und Energiestoffe importiert werden können, die Deutschland ohne solche Exportexzesse garnicht bräuchte. Der Exportweltmeister kann ganz schnell wieder der Weltfeind seiner weltweiten Exportziele werden.


I.Wie je­des Volk sich zu­erst als Ge­mein­schaft be­grün­det, um her­nach sich in Ge­sell­schaft zu zer­set­zen und als bür­ger­li­che Ge­sell­schaft sich der staat­li­chen Ge­mein­schaft wie­der un­ter­wirft und da­durch zum Ge­mein­we­sen er­hebt, so tritt auch je­de Volks­wirt­schaft zu­erst als Wirt­schafts­ge­mein­schaft, dann als Wirt­schafts­ge­sell­schaft und end­lich als Ge­mein­we­sen­wirt­schaft auf. Die Wirt­schafts­ge­mein­schaft ist ins­ge­samt ei­ne Ei­gen­wirt­schaft und ei­ne Ord­nung von Ei­gen­wirt­schaf­ten.

Die ge­schicht­li­che Ur­form der Ei­gen­wirt­schaft ist je­ne Volks­ge­mein­schafts­wirt­schaft, die durch Zen­tral­ver­wal­tung und Au­ßen­han­dels­mo­no­pol ge­kenn­zeich­net und als ori­en­ta­li­sche Des­po­tie mit asia­ti­scher Pro­duk­ti­ons­wei­se (Al­pha) be­kannt ist. De­ren ein­heit­li­ches Staats­ei­gen­tum spal­tet sich in der an­ti­ken Pro­duk­ti­ons­wei­se (Be­ta) in öf­fent­li­ches und pri­va­tes Ei­gen­tum (ager pu­bli­cus et ager pri­vatus). Das Pa­tri­zi­at ist der Staat, weil Nut­zer des Staats­lan­des, die Plebs aber blo­ßer Pri­vat­ei­gen­tü­mer, von der sich spä­ter noch das Pro­le­ta­ri­at als blo­ßer Selb­st­ei­gen­tü­mer ab­spal­tet. Die Pa­tri­zi­er ha­ben ge­gen die Ple­be­jer, die­se ge­gen die Pro­le­ta­ri­er und letz­te­re ge­gen die Skla­ven ver­lo­ren, die im Ko­lo­nen un­ter­gin­gen und in der ger­ma­ni­schen Pro­duk­ti­ons­wei­se (Gam­ma) als Bau­er wie­der frei wur­den. Die­se Frei­heit ver­lo­ren sie dann im Feu­da­lis­mus mit der Be­frei­ung von der Hee­res­fol­ge­pflicht. Im Feu­da­lis­mus keh­ren öf­fent­li­ches und pri­va­tes Ei­gen­tum im Un­ter­schied von Le­hen und Al­lod wie­der. Das Lehen ist ein (bald besitz-erblicher) Staatsbetrieb zum Unterhalt des Staatsfunktionärs und zur Bereitstellung seiner Sachmittel. War in der Antike das öffentliche Eigentum das Bestimmende, dem das Privateigentum durch konfiskatorische Leiturgien oder auch der Privateigentümer selber durch liquidierende Proskriptionen wieder anheimfallen konnte, so ist im germanischen Mittelalter das freie Grundeigentum der Privaten das Vorrangige, dem das Lehen, das öffentlich-zweckgebundene Eigentum, leicht anheimfällt.

Gegenwärtig, in der Mitte der Neuzeit, stellt sich die innere Ordnung der Eigenwirtschaft europäischer (d.h. germanischer und germanisierter) Völker als eine Rangordnung von Haushalten dar, die in der absteigenden Hälfte der Kurve sich als reine Betriebe (Unternehmen) einerseits und als reine Wohn- und Versorgungshaushalte andererseits vereinseitigen. Die Wirtschaftsgemeinschaften solch eines Volkes sind also:

Dörfer als Sippen- oder Familienverbundhaushalte, die ihre Brauch- und Erzeugungsgüter ganz oder teilweise selbst herstellen.

Familienhaushalte , die ihre Brauchgüter selbst herstellen. (Bis in die Neuzeit herrschend.)

Familienbetriebe als einfache Warenproduzenten und Dienstleister.

Eigenbetriebe , a) der Privaten, die den Markt versorgen und Eigenkapital und Lohnarbeiter verwenden, b) des Staates, der sich selbst versorgt und Steuern und Lohnarbeiter verwendet und c) des Volkes, das sich selbst versorgt und Steuern oder Zwangsanleihen und Dienstberechtigte oder Dienstverpflichtete verwendet.

Kapitalbetriebe , die den Markt versorgen und einen Kapitalmarkt voraussetzen, weil sie Fremdkapital einsetzen und ansonsten Lohnarbeiter oder Lohnbetriebe benutzen. (Eigen- und Kapitalbetriebe werden auch Unternehmen genannt.)

Lohnarbeiterhaushalte , die den Arbeitsmarkt mit der Ware Arbeitskraft versorgen und insofern auch Familienbetriebe sind, aber der pädagogischen Art, in der Arbeitskräfte erzeugt, erzogen und gewartet werden.

Wohnhaushalte , die keinen Markt beliefern und nur der Versorgung ihrer Angehörigen dienen und von Versorgungshaushalten mit Haushaltsmittel versorgt werden müssen.

Versorgungshaushalte , die keine Wohnhaushalte sind und nur der Versorgung ihrer Angehörigen mit Haushaltsmitteln dienen.

In diesen Haushaltsarten lebt das Volk, und die reinen Betriebe (Unternehmen) dienen nur als primäre Versorgungshaushalte, die den Haushalten die Haushaltsmittel bereitstellen. Sekundäre Versorgungshaushalte sind z.B. die Staatshaushalte.

Schon in den frühen Zeiten der Sippenhaushalte gibt es den Markt als Randerscheinung, die an den Grenzen der Gemeinschaften auftaucht und entweder bloße Unter- und Überschüsse ausgleicht oder dem Erwerb strategischer Güter (damals Metalle, heute NE-Metalle) als originären Weltmarktprodukten dient. Die Gesellschaft entwickelt sich also ganz organisch aus den Begegnungen der Gemeinschaften und ihrem Verkehr, und die Marktwirtschaft schiebt sich vor die Eigenwirtschaft. Der erste Markt der Geschichte entstand als Weltmarkt, mit dessen Untergang im globalen Einheitsmarkt beginnt der letzte Markt.

Wohn- und Versorgungshaushalte sind endemisch in proletarisierten, verelendeten und verausländerten Völkern, die massengesellschaftlich verformt wurden. Jede Volkserneuerungspolitik muß die Wohnhaushalte wieder mit Fähigkeiten der sich selbst versorgenden Familienhaushalte begaben und die Verbäuerlichung und Verbürgerlichung der Lohnarbeiterhaushalte fördern. Diese Politik setzt voraus, daß die meisten reinen Wohngebiete, die dazu angelegt sind, bloße Lohnarbeiter- und Wohnhaushalte in ihrem extrem versorgungsabhängigen Stand zu halten, in Wohn-Gewerbe-Gebiete oder in Wohn-Gartenbau-Gebiete umzuwidmen, deren Ideal die Teilselbstversorgung und damit auch die Teilselbstgesetzlichkeit ist (Partialautarkie und -autonomie).


II.Die Haupt­ka­te­go­ri­en ei­ner na­tio­na­len Markt­öko­no­mie, al­so ei­ner Volks­markt­wirt­schaft, sind die na­tio­na­len Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren Volks­bo­den, Volks­ka­pi­tal und Volks­ar­beits­kraft. Die­se müs­sen im Ver­tei­lungs­sche­ma ei­nes Na­tio­nal­mark­tes so auf­ge­teilt wer­den, daß die Pro­du­zen­ten den Pro­dukt­fak­tor pro­du­zie­ren und an­tei­lig an die Be­sit­zer der Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren ver­äu­ßern kön­nen der­ge­stalt, daß die ver­aus­gab­ten Ar­beits­kräf­te sich re­pro­du­zie­ren und die Be­sit­zer von Bo­den und Ka­pi­tal sich er­hal­ten, al­so kon­su­mie­ren kön­nen. Die Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren wie an­schlie­ßend der Pro­dukt­fak­tor wer­den in je drei Tei­le zer­legt, von de­nen ei­ner als Ei­gen­fak­tor in den Ver­mö­gens­fond geht und die je bei­den an­de­ren Fak­tor­tei­le – die Ver­tei­lungs­fak­to­ren – in das Ver­tei­lungs­sche­ma flie­ßen. Das Ver­tei­lungs­sche­ma hat zwei Ab­schnit­te: im ers­ten wer­den die Pro­duk­ti­ons­ver­tei­lungs­fak­to­ren ver­teilt, im zwei­ten Ab­schnitt die Pro­dukt­ver­tei­lungs­fak­to­ren. Die­sen bei­den Ab­schnit­ten des Ver­tei­lungs­sche­mas ei­ner Volks­markt­wirt­schaft ent­spre­chen zwei Ver­brauchs­sche­ma­ta: das Sche­ma der pro­duk­ti­ven Kon­sum­ti­on und das Sche­ma der kon­sum­ti­ven Pro­duk­ti­on. In ers­te­rem wer­den Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren ver­braucht und der ge­sam­te Pro­dukt­fak­tor her­ge­stellt, in letz­te­rem wer­den Pro­dukt­fak­to­ren un­ter Hin­zu­zie­hung der Ei­gen­pro­duk­ti­ons­fak­to­ren ver­braucht und die Wirt­schafts­sub­jek­te der Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren re­pro­du­ziert, wo­bei die Wie­der­her­stel­lung der Klas­sen der Grund- und der Geld­be­sit­zer Pri­vat­kon­sum (kon­sum­ti­ve Pri­va­ti­on) ist, die Wie­der­her­stel­lung der Klas­se der Ar­beits­kraft­be­sit­zer hin­ge­gen kon­sum­ti­ve Pro­duk­ti­on, weil sie den Pro­duk­ti­ons­fak­tor Ar­beits­kraft pro­du­ziert.

Der Staat steuert seine Volkswirtschaft durch sein Transfersystem, das aus den Instrumenten Steuer und Negativsteuer (Beisteuer, Subvention), Sparen und Anlegen (Negativsparen) einerseits sowie aus Export und Import, aus Zoll und Negativzoll (Außenhandelshilfe) andererseits besteht. Den privaten Außenhandel steuert der Staat zudem durch tarifäre und nichttarifäre Eingriffe, ferner kann bei den Außenhandelswaren an den Mengen, den Gütern selber und ihren Wertgrößen be-, bei- und gesteuert werden. Mengen- und Gütersteuerungen sind nichttarifär, Wertgrößensteuerungen sind tarifär. Die Gütersteuerung überwacht auch die Übertragung von Techniken ins Ausland und geht bis zu Exportverboten und zu Zwangsimporten bei Industriespionage durch staatliche Geheimdienste. Die öffentlichen Behörden der staatlichen Volkswirtschaftspolizei sind die Zollämter. Der neuzeitliche Staat ist an und für sich mittellos und lebt von seinem Transferrecht; durch dessen Wahrnehmung steuert der Staat die Volkswirtschaft auch dann, wenn er, wie bei Anwendung der reinen Freihandelslehre, weder eine Steuerungsabsicht noch ein Steuerungsziel damit verfolgt. Eine triumphierende Freihandelsdoktrin muß daher letztendlich wegen dieser ungewollten Steuerungswirkungen den Staat zum Minimalstaat reduzieren oder ihn ganz zum Verschwinden bringen. Dies ist die kapitalistische Tendenz zum Absterben des Staates.

In einer Volkswirtschaft, in der sich die kapitalistische Produktionsweise durchgesetzt hat, besteht eine Tendenz zum Fall der Allgemeinen Profitrate des Kapitals und damit zur Krise. Der kapitalistischeKrisenzyklus ist in Kürze folgender: Der ständig erhöhte Sachgehalt des Kapitals bei gleichbleibendem oder schrumpfenden Humananteil steigert die Produktivität (Arbeitswirkung) und führt zu unverkäuflichen Gütern und damit zum Wertverfall des Jahresprodukts. Folglich stagniert die Mehrwertmasse und bei weiter wachsendem Sachkapital kommt es zum tatsächlichen Fall der Allgemeinen Profitrate und zum Rückzug von Geld aus der Kapitalfunktion. Dann schrumpfen Produktion, Beschäftigungsrate, Produktionsmittelpreise und Löhne, also wird Kapital vernichtet. Bei gesellschaftlich gegebener Mehrwertmasse führt das zum Wiederanstieg der Allgemeinen Profitrate: Der Absturz der Masse des gesellschaftlichen Kapitals ist der Aufschwung seiner Profitabilität. Jetzt wird Geld wieder als Kapital angelegt, Unternehmen fusionieren und die Mindestkapitaleinsätze sind gestiegen. Nach den Krisenwirkungen wirken wieder die Krisenursachen.

Der Weltmarkt ist ein Ausweg aus einer allgemeinkapitalistischen Krise im Inland, was zu einem Weltmarktwirtschaftssystem aus mehreren Nationalökonomien führt. Eine Krise des Weltmarktes aufgrund fallender Renditen läßt den Weltmarkt schrumpfen und die Binnen- und Eigenwirtschaften wachsen (Importsubstitution und Exporterübrigung), weil eine Weltkrise der Marktwirtschaft keine Wirtschaftskrise sein muß. Die Weltmarktkrise von 1929-33 wurde in Deutschland durch eine sozialökonomische Revolution und die (noch unvollkommene) Errichtung einer nachkapitalistischen Ordnung überwunden, – gemäß der Vorhersage, daß dies zuerst im höchstentwickelten Land geschehen würde. Dadurch wurde Deutschland – das beinahe die nationalsozialistische Weltrevolution ausgelöst hätte – das Opfer einer Weltkonterrevolution.

Der gegenwärtige Triumph des global nomadisierenden Finanz- und Monopolkapitals endet in der Tyrannisierung aller anderen, mehr oder weniger national und industriell gebundener Kapitalfraktionen und in der Beseitigung ihrer Reservate, der Nationalökonomien mit ihren geschützten Binnenmärkten. Nachdem also der Weltmarkt im Globalmarkt untergegangen ist, wird die erste allgemeinkapitalistische Krise gleich zur Globalkrise führen, mit einer Globalverelendung im Gefolge.


III.Eine zünftige deutsche Volkswirtschaft mit dem Primat der Eigen- vor der Marktwirtschaft ist keine kapitalistische Bedarfsweckungs-, sondern eine Bedarfsdeckungswirtschaft, eine Dienerin des Gemeinwesens der Deutschen. Alle Eigenwirtschaft ist Gemeinschaftswirtschaft und alle Marktwirtschaft ist Gesellschaftswirtschaft , die reelle Nationalökonomie aber ist Gemeinwesenwirtschaft , in der die gesellschaftlichen oder Marktbelange den gemeinschaftlichen oder Eigenbelangen des ganzen Volkes wieder untertan gemacht sind, ohne natürlich das Daseinsrecht dieser Untertanen und die Pflicht der Gemeinschaft, sie zu schützen, in Frage zu stellen. Zunächst ist aber zu betrachten, wie sich die reelle Nationalökonomie von reinen Zunft-, Monetär- und Merkantilsystemen unterscheidet.

Die Zunft sichert die Handwerker, der Monetarismus die inländische Liquiditätspräferenz und das Merkantilsystem die Staatseinnahmen und die Staatsversorgung. Hingegen der Eigenwirtschaftsprimat des deutschen Volkes sichert seine Eigenherrschaft (Deutsche Volksherrschaft) und damit die Grundlage seiner wirtschaftlichen Souveränität, die erst die Aufstellung von nationalen Wohlfahrtszielen gestattet.

Von der Zunft wird wiederbelebt die Angebotssicherung eines örtlichen Bedarfs durch örtliche Hersteller, die Volksdeutsche sein müssen. Um das zu ermöglichen, bedarf es der Vollmachten der Gemeinden und übrigen Gebietskörperschaften unterhalb des Gesamtstaatsgebietes zurBinnenzollmacht . Die ineinandergeschachtelten Binnenzollgebiete dürfen nicht souverän sein, d.h. von der vollen Zollhoheit trennt sie die Tatsache, daß sie kein Außenzollraum sind und folglich weder Transitzölle noch Durchfuhrverbote verordnen können.

Die Produktion muß nicht nur im Lande gehalten werden, sondern auch im Ländle. Sie muß mehr oder weniger gleichmäßig über das Staatsgebiet verteilt sein. Die Ortszunft sichert den Markt einer Lokalbranche, das Merkantilsystem die Umsatzsteuer. Die Deutsche Volkswirtschaft aber sichert sowohl Bedarf wie Beschäftigung des deutschen Volkes insgesamt, als auch jedes einzelnen Volksgenossen, der das verfassungsgarantierte Recht auf Arbeit und auf Grund und Boden (damit auf Berufsausbildung und auf Wohnung) hat. Diese Ziele lassen sich aber nicht mit einer bloßen Marktsicherung (und der Merkantilismus ist eine territorialstaatliche und steuertheoretische Fortbildung der Zunftpolitik) erreichen.

Werden die Kollektivziele der Deutschen Volkswirtschaft verwirklicht, dann vermehrt sich die Volkszahl, verbessern sich Qualifikation und Gesundheitszustand des Volkes, was insgesamt zur Steigerung von Arbeitseifer und Arbeitswirkung führt. Die benötigte Arbeitsmenge, die zum Erhalt des deutschen Volkes auf gegebener Anspruchshöhe erforderlich ist, wird eher sinken oder doch stagnieren, als so stark zu steigen, daß die wachsende Zahl der Arbeitskräfte vom Markt auch aufgesogen wird. Die vergrößerte Gesamtarbeitskraft des Volkes ist die eigenwirtschaftliche Stärkung und kann nicht vom Markt, einer bloß dienenden Einrichtung, wieder nachgefragt werden. Denn was sollte auch die steigende Qualifikation und Produktivität, wenn sie nicht Arbeitskraft aus dem Arbeitsprozeß dauerhaft freisetzt und stattdessen und letzten Endes zu mehr Arbeit führen würde als zuvor. Kurzum: Der ganze Erfolg der wiederhergestellten Volkswirtschaft drückt sich in qualitativ und quantitativ erhöhter Volksarbeitskraft aus, gerade nicht aber in mehr Arbeit für das Volk.

Dieser Kraftzuwachs des Volkes als ganzem wird nur von einer gemischten Wirtschaftsweise hervorgebracht und kann nur von ihr sinnvoll plaziert werden – entweder in eine erhöhte Schlagkraft des deutschen Militärstaates, oder in gesamtnationale Arbeitsvorhaben, die nicht dem Reiche der Notwendigkeit entspringen, also nicht der Sicherung des deutschen Volksbedarfs auf gegebener Anspruchshöhe, sondern dem Reich der Freiheit. Für frei gesetzte Ziele der Gemeinschaft wie der Einzelnen, die nicht der Notdurft des bisherigen Lebens entspringen, ist also der Zuwachs an Volksarbeitskraft verwendbar. Organisation des Reiches der Freiheit ist also der vornehme Teil der Aufgaben der Gemeinwesenwirtschaft, der über die Koordinierung von Gemeinschafts- und Gesellschaftswirtschaft hinausgeht.

Die Marktsicherungspolitik der Zünfte ist ein gebundenes Gruppenmonopol, das nicht frei ist, seine Macht auszunutzen. Die Zunft hat in einem Gruppenvertrag mit den Konsumenten einer Gemeinde sich selbst gebunden. Dieser Gruppenvertrag beinhaltet eine Abnahme- und Qualitätsgarantie für ein Warenkontingent zum gerechten Preis. Die Zunft ist ein remanzipiertes Oligopol, das Oligopol eine emanzipierte Zunft ohne institutionellen Rahmen. Will die politische Führung einen Orts-, Landschafts-, Gebiets- oder Nationalmarkt für eine Güterart schaffen und also das Land industrialisieren, muß sie zuerst diesen institutionellen Rahmen schaffen und zeitlich begrenzte Monopole, also Märkte, vergeben. Friedrich II. von Preußen gewährte diese auf acht oder zehn Jahre. Märkte, die von lokalen oder regionalen Herstellern versorgbar sind, müssen von Lokal- oder Regionalbehörden zusammen mit dem lokalen oder regionalen Herstellungsstandort vergeben werden. Hingegen Erstell- und Erlösräume, d.h. Standorte und Märkte, die nur von einer nationalen Industrie rationell zu beliefern sind, müssen von Nationalbehörden an eine Gruppe von deutschen Unternehmen vergeben werden, die den gesamten deutschen Nationalmarkt als Binnenmarkt benötigen. Wird ein Industriezweig neu- oder wiederbegründet, dann gilt der Zunftschutz nur für acht oder zehn Jahre. Nach Ablauf dieser Etablierungs- und Konsolidierungsphase wird das Gruppenmonopol beendet und es beginnt der Schutz und die Steuerung der nationalen, regionalen und lokalen Marktwirtschaft durch die Zollräume der erhebungsberechtigten Gebietskörperschaften. Aufhebbarkeit des Freihandels auch im nationalen Binnenraum und Erhebbarkeit von Binnenzöllen sind also die neuen Instrumente, die die deutsche Wirtschaftsverfassung über das Geschichtsniveau von 1871 erheben.

Das Gemeinwesen, als Politik wie als Wirtschaft, lebt zunächst nur als eine Gesellschaft, die sich der Gemeinschaft untertan und dienstbar macht, somit als bürgerliche Gesellschaft, die ihrem Staat gehorcht. Die reelle deutsche Nationalökonomie hat als eigenwirtschaftliches Hauptinstrument die Möglichkeit, Eigenbetriebe des Staates wie des Volkes zu errichten. Die zivilen Staatsbetriebe wie der militärstaatliche Komplex von Betrieben und Einrichtungen des Reichsarbeitsdienstes, der längerfristig stellungslosen Reichsdeutschen das Recht auf Arbeit (gemäß Art.15,3 RVerfE) sicherstellt, gehören zu den primären Eigenwirtschaften einer jeden Gemeinschaftswirtschaft, für die es zahllose geschichtliche Beispiele gibt. Erst die Kombination dieses gemeinschaftswirtschaftlichen Sektors mit der gesellschaftswirtschaftlichen Ordnungs- und Steuerungspolitik, erst die Ausrichtung beider auf Wohlfahrtsziele des deutschen Volkes insgesamt, kann Gemeinwesenwirtschaft – reelle deutsche Nationalökonomie – genannt werden. Darüberhinaus sind für nationale Gesamtwerke von mythengründender oder mythenerneuernder Größe Eigenbetriebe des Volkes denkbar, die mit nationalen Zwangsanleihen und Dienstverpflichtungen betrieben würden.

Die nicht nur wiederhergestellte, sondern auch vertiefte und verbreiterte Deutsche Volkswirtschaft im Vollsinne des Gemeinwesens, einer prozessierenden Einheit von Gemeinschaft und Gesellschaft, ist nur mit Hilfe einiger neuer Begriffe beschreibbar. Zu unterscheiden ist der Binnenmarkt von den Auslandsmärkten und vom Weltmarkt.Auslandsmärkte sind je einer oder je einige auswärtige Nationalmärkte, mit denen Handelsverträge auf der Basis von Beschäftigungs- und Bilanzneutralität bestehen und die daher binnenwirtschaftlich integriert sind. Der Weltmarkt hingegen sind alle auswärtigen Nationalmärkte, mit denen diese Integration unmöglich ist. (DerGlobalmarkt ist der totale Einheitsmarkt, der übrigbleibt, wenn alle National- und Gebietsmärkte zerstört, also alle Grenzen geöffnet und daher auch alle Weltmärkte verschwunden sind.) Der Binnenmarkt besteht aus Gebietsmärkten und demNationalmarkt , die Gebietsmärkte sind Gemeindemärkte , Kreismärkte und Bezirksmärkte . Markt überhaupt ist die Entsprechung von Angebot und Nachfrage in einem Gebiet und in einer Zeit, und Märkte sind diese Entsprechungen in einem Herstellungszweig. Garantiemärkte sind 80% des Durchschnittsverbrauchs eines Zollraumes, für die eine Abnahmegarantie der marktvergebenden Gebietskörperschaft besteht, wobei die nötigen Aufkauffonds umlage- oder steuerfinanziert sein können. Solche Garantiemärkte sindSockel der Produktion, die durch einen entsprechenden Deckel bei 120% des Durchschnittsbedarfs ergänzt werden können. Alle Märkte, ob nun gesockelt und gedeckelt oder nicht, sind Zollräume von zollerhebungsberechtigten Gebietskörperschaften. Der Außenzollraum ist der souveräne Zollraum, der Transitzölle erheben und Durchfuhrverbote erlassen darf, die Binnenzollräume dürfen das nicht und sind unsouverän.


IV.Nach­dem Deutsch­land ent­aus­län­dert und von mi­li­tä­ri­schen und zi­vi­len Be­sat­zun­gen be­freit und al­so die Sou­ve­rä­ni­tät des Deut­schen Vol­kes und die Hand­lungs­fä­hig­keit des Deut­schen Rei­ches wie­der­her­ge­stellt ist, be­schlie­ßt die Reichs­füh­rung (Reichs­ober­haupt, Reich­kanz­ler und Reichs­mar­schall), die Wirtschaftspolitik auf folgende Ziele zu richten:

Beseitigung der globalökonomischen Wüstungen in Deutschland!

Reparatur des völkischen Soziotops der Deutschen und ökologische Reformation der deutschen Industrie!

Wiederherstellung der nationalen Sozialstruktur!

Rekultivierung der Zivilisation in Deutschland! (Vergemeinschaftung und Verinnerlichung wertvoller Veräußerlichungen der deutschen Kultur- und Wirtschaftsgeschichte.)

Errichtung einer harmonischen, auf das ganze Land wohlverteilten Kreislaufwirtschaft, die dem Souverän willig dient und jedem Deutschen eine angemessen-anspruchsvolle Arbeit bietet!

Zum Zwecke der Verwirklichung dieser Ziele ordnet die Führung des Reiches folgende wirtschaftspolitischen Maßnahmen an, die umgehend von den zuständigen Stellen in Regierung und Regiment des Reiches auszuführen sind:

Freihandelsgebot für deutsche Spitzenindustrien.

Freihandelsverbot für Nationalmarktzweige, in denen Deutschland nicht weltführend ist.

Freihandelspeitsche gegen deutsche Industrien, deren technische oder ökonomische Leistungsfähigkeit unter den Weltdurchschnitt sinkt.

Einfuhrhalbierung binnen eines halben Jahres in Binnenmärkte, die von keiner oder unbedeutender inländischer Industrie versorgt werden.

Einfuhrverbote binnen eines Jahres in Binnenmärkte, die von keiner oder unbedeutender inländischer Industrie versorgt werden.

Zeitmonopole an neu- oder wiederzugründende deutsche Industrien.

Ausfuhrzölle für inländische Industrien, die zur nationalen Selbstversorgung über ausreichende Kapazitäten verfügen, aber wegen Importen in den Export ausweichen.

Einfuhrzölle auf Gütergruppen mit deutscher Selbstversorgungskapazität.

Standortwettbewerbsverbot im deutschen Binnenmarkt.

Standortzuweisungsrecht von Reichsregierung und -regiment für industrielle Unternehmen des Nationalmarktes.

Standortvorwahlrecht gegenüber den Gebietsindustrien für binnenzollerhebende Gebietskörperschaften.

Binnenzollmacht für Gemeinden, Kreise und Bezirke des Reiches in Gebietszweigmärkten.

Märktevergabe für Zweige des Binnenmarktes insgesamt oder der Gebietsbranchenmärkte durch die zuständigen Gebietskörperschaften.

Immobilspekulationsverbot zur Sicherung einer ausreichenden Versorgung mit Grundrechten, Gewerbegrundstücken sowie Wohn-, Wohn-Gartenbau- und Wohn-Gewerbe-Gebieten.

Kapitalspekulationsverbot zur Sicherung ausreichender Mittel der Unternehmen (Eigen- und Kapitalbetriebe), Familienhaushalte und Familienbetriebe.

Landwirtschaftsautarkie und vollständige Umstellung auf ökologischen Landbau in sieben Jahren.

Hochzölle auf Südfrüchte, Gewürze, exotische Genußmittel und ausländische Luxusgüter.

Die Wirtschaftssysteme Privatmarkt-, Privateigen-, Staatseigen- und Staatsmarktwirtschaft unter nationalökonomischer oder nationalökologischer Betriebsweise werden in der Gemeinwesenwirtschaft miteinander konkurrieren. So wie die Einzelnen und die Familien entscheiden können, ob sie ihre Arbeitskraft auf dem Markt vermieten oder im Familien- oder Subsistenzbetrieb anwenden, so wird auch der Staat und die gesamte Nation die Wahl zwischen Markterwerb und Selbstversorgung haben. In verschiedenen Lagen werden die konkurrierenden Wirtschaftsweisen unterschiedlich leistungsfähig sein. Es ist mit einem Pulsieren der Systempräferenz zu rechnen.

Die Wirtschaftspolitik einer Nation ist nicht ohne eine bestimmte Militärdoktrin zu denken. Das Konzept des Primats der Eigenwirtschaft und der tendentiellen Autarkisierung rechnet mit dem Fortbestand der existentiellen Freund-Feind-Unterscheidung, also mit dem Wechsel von Krieg und Frieden, von strittigen Rechtserzwingungen und unstrittigen Rechszuständen. Dies ist einerseits schon eine Allgegenwart wie eine unmittelbare Perspektive, andrerseits kann kein Gemeinwesen sinnvoll wirtschaften ohne Perspektiven, – nahe und fernere. Folglich sind immer nationale Großvorhaben im Eigenbetrieb nötig: Gesamtanstrengungen eines Volkes, bei denen wirtschafts-, militär- und kulturpolitische Gesichtspunkte nicht mehr trennbar sind.

Unsere gedachte Reichsführung könnte die folgenden deutschen Nationalunternehmungen beschließen und den Reichsarbeitsdienst (RAD) mit der Ausführung beauftragen:

Unternehmen Kyffhäuser. Befestung der Gaue und Gebiete des Reiches durch Einsatz des RAD und des Gebietsheeres, um letzteres gemäß der Doktrin der nachhaltigen Landesverteidigung (“Standkraft geht vor Schlagkraft!”) in den Stand zu setzen, eine übermächtige Defensivkraft aufzubauen, die es Deutschland ermöglicht, die lebendigen Kräfte des konzentrischen Angriffs einer antideutschen Weltkoalition zu vernichten. Zu diesem Zweck sollen alle Gaue militärisch verkammert, befestet, unterbunkert und mit ausreichenden Depots und wohltrainierten (Miliz-)Truppen gefüllt werden, damit sie zur Aufreibung eingedrungener Feindtruppen, zur Freihaltung des Luftraumes und zur Abwehr von Angriffen aus dem nahen Weltraum fähig sind. Den Offensivtruppen der Reichswehr bleibt dann die Vernichtung feindlicher Truppenreste und die Einnahme von Faustpfändern. Die Militärdoktrin der nachhaltigen Landesverteidigung durch übermächtige Defensivkräfte würde bei einer Gebietsstreitmacht von ungefähr 10 Millionen Männern und Frauen eine offensive Präsenzstreitmacht der Reichswehr von einer halben Million Mann (!) in Friedens- und einer Million Mann in Kriegszeiten voraussetzen.

Unternehmen Alpenfestung. Die Alpenquerungen werden untertunnelt, um das alpenländische Biotop und das bergdeutsche Soziotop vor Verkehrsbelästigung und Zivilisationsschäden zu schützen. Die Alpentunnel werden so angelegt, daß sie zugleich dem Zivilschutz als Bunker und der Landesverteidigung als Festungen dienen.

Unternehmen Rübezahl. Die deutschen Wälder werden zur Wiedervertiefung der deutschen Seele, zur Verbesserung des vaterländischen Biotops und zur Ausdehnung der Bodendeckung für die nachhaltige Landesverteidigung netzartig verbunden, so daß Deutschland in allen Richtungen auf Waldwegen durchwandert werden kann.

Unternehmen Heimkehr. Nach der Rückgabe der deutschen Ostgebiete wird unter Aufbietung der nationalen Gesamtkraft des deutschen Volkes, unter Anwendung von Zwangsanleihen und Dienstverpflichtungen, der historisch gewordene Zustand der deutschen Ostgebiete von 1914 und 1939 wiederhergestellt und dann gemäß den Grundsätzen der völkisch-ökologischen Reformation erneuert, peupliert und in Gang gesetzt.

Unternehmen Humboldt. Die originellsten und fähigsten deutschen Forscher zusammen mit dem begabtesten und ehrgeizigsten Teil des wissenschaftlichen Nachwuchses werden vom Reichsarbeitsdienst einberufen, zu Forschungskompanien rekrutiert und zu einer Offensive in der Stellung und Neubeantwortung von Grundsatzfragen kommandiert, um dem deutschen Geist die wissenschaftliche Offensive zurückzugewinnen. (Während des RAD-Einsatzes der Forschungskompanien sind Gehaltsanweisungen unterbunden, lediglich der Grundsold für Frontsoldaten wird ausbezahlt.)

Unternehmen Atlantis. Zwischen Helgoland und der Eidermündung wird eine Kette großer Inseln vom Meeresboden her errichtet, um einerseits Land von der Nordsee zurück zu gewinnen und um andererseits einen Mythos der Frühgeschichte Deutschlands wieder zu beleben.




Dienst & Leistung

Dienstleistungen werden gewöhnlich in solche 1. an Produkten, 2. an Menschen und 3. in Geistesleistungen unterteilt. – Bevor man Dienste klassifiziert, sollte man aber sagen, was einen Dienst von einem Gut (oder Produkt) unterscheidet. Damit verhält es sich wie folgt: Ein Dienst ist jede Arbeit, die ihrer Natur nach kein selbstän­diges (dingliches oder geistiges) Dasein als Produkt gewinnen kann, und eine Dienstleistung ist ein veräußerbarer Dienst – der Dienst als Ware. Daraus folgt, daß eine Mutter ihren Kindern zwar unbezahlbare Dienste leisten, ihnen aber keine be­zahlbaren Dienstleistungen erbringen kann.

Zu bezahlende Dienste oder Dienstleistungen sind nicht nur an Produkten und Men­schen, sondern auch an allen Produktionsmitteln und –faktoren ausführbar, inso­fern das bediente Ding Eigentum des Dienstleistungskäufers und der Dienstleister „Besitzdiener“ (BGB) bleibt. Ein Lohnunternehmer ist ein Dienstleister, ein Zuliefe­rer nicht. Der Haarschneider ist ein Dienstleister, der Perückenmacher ein Waren­produzent. In der Gastronomie ist die Speise eine bestellte Ware des Gastes, seine Bedienung aber eine Dienstleistung.

Häufig wird auch jede Art von Handel pauschal unter Dienst­leistungen gefaßt, was falsch ist. Ein Händler, der einem Hersteller eine Ware abkauft, ist kein Dienstleister, sondern steht in gesellschaftlicher Arbeits­teilung zum Produzenten, dem er die Verkaufs­arbeit abnimmt. Der Händler erwirbt das Produkt in seiner ding­lichen Selbständigkeit, und insoweit er ihm noch notwendige Transport­- und Lager­arbeit hinzufügt, ist er sogar Mitproduzent des Produkts für den Endverbraucher. Transport­- und Lagerarbeit, also Raum­- und Zeitverschiebung der Güter, ist nur dann eine Dienstleistung, wenn der Händler diese Arbeiten an Sub­unternehmer vergibt. Der Makler hingegen, der zwischen Käufer und Verkäufer einer Ware die Transaktion nur vermittelt und für beide Parteien Teile der Zirkulations­arbeit über­nimmt, ist immer ein Dienst­leister.

Geistes­leistungen pauschal unter Dienst­leistungen zu fassen, ist völlig irre­führend. Beratung ist zwar in der Regel ein Dienst, kein Dienst aber ist das Wissen, das Pro­dukt der theoretischen Arbeit. Wissen ist ein unverbrauchlich gebrauchbares, also potentiell ewiges Gut; der klassische Forscher ist ein geistiger Produzent, aber kein Auftrag­nehmer eines Dienst­herrn. Der schöpferische Mensch spinnt seine Geistesfä­den aus seiner menschlichen Natur heraus wie die Spinne ihr Netz aus ihrer tieri­schen Natur; ob das Geistes­gespinst hinterher zur Ware wird oder als freies Gut der allgemeinen Nutzung offensteht, bleibt marginal. Geist ist kein Dienst, sondern immer ein Stück Vollendung.

Ein französischer Utopist (er hieß nicht Fourier, sondern Fourastier oder so ähnlich) hat vor Jahrzehnten ein Buch mit dem Titel „Die Hoffnung des 20. Jahrhunderts“[1. Anmerkung des Editors: Jean Fourastié – Die große Hoffnung des 20. Jahrhunderts. Köln-Deutz 1954.] geschrieben, mit dem in den 60er Jahren jeder Soziologie­student belästigt wurde, weil es so etwas wie das Alte Testament des Glaubens an die Dienstleistungen war. Dienstleistungen wurden darin zu einem III. Sektor der Volkswirtschaft nach Land­wirtschaft und Industrie geadelt, und dieser Sektor sollte die überflüssigen Arbeits­kräfte der Industrie aufnehmen wie zuvor die Industrie die überflüssigen Landarbei­ter beschäftigt hatte. Heute wird derselbe Effekt vom „ökologischen Umbau der In­dustriegesellschaft“ (Originalton Rot-Grün) erwartet.

Wo dem Ökonom Begriffe fehlen, stellt rasch das Wörtchen „Dienst“ sich ein. Es leistet ihm unbezahlbare Dienste: es kostet nichts, schon gar keine Anstrengung des Begriffs. Natürlich sind Landwirtschaft und Industrie keine Volkswirtschaftssek­toren. Die sog. Industrialisierung ist nichts weiter als Verdrängung der menschli­chen Arbeit durch Arbeitsersatzmittel (Maschinen), folglich wird von ihr nicht nur die Landwirtschaft entmenscht, sondern auch Dienstleistung, Güterherstellung und industria, der Hausfleiß. Maschinisierung ist eine der Methoden des Kapitals, relati­ven Extra-Mehrwert zu erzeugen.

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