Europa und Amerika

  1. Europa ist die alte Welt, und es ist die Mitte der Welt. Amerika ist die neue Welt, und es ist der Rand der Welt. Amerika ist der Außenrand des atlantischen wie des stillen Ozeans, somit ist Amerika die doppelte Randständigkeit.
  2. Die neue Welt ist der Aus­wurf Eu­ro­pas, sie ist von der al­ten Welt ab­ge­fal­len. Ame­ri­ka ist der Ab­­fall Eu­ro­pas. Nach­dem Eu­ro­pa sau­ber­­ge­fegt wor­den war, sam­mel­ten die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka Völ­ker­­­ab­fäl­le rund um den Erd­ball ein. Auf die­se Wei­se wur­de Ame­ri­ka zu dem, das es heu­te ist: ein die gan­ze Welt be­dro­hen­der, glo­ba­ler Ab­fall­hau­fen der Völ­ker, un­ter des­sen zer­stö­re­ri­schen An­­ma­ßun­gen und gif­ti­gen Aus­­­­düns­tun­gen der gan­ze Er­d­ball und der Rest sei­ner noch nicht ame­ri­ka­ni­sier­ten Men­sch­heit zu er­sti­cken droht.
  3. Das Deutsche Reich ist die Mitte Europas und somit die Mitte in der Mitte der Welt. Die Deutschen aller derzeitigen Reichs­zerteilungs­gebiete sind das Kraft­zentrum aller europäischen Talente und Tugenden. Schick­sal aller Deutschen ist es, das Kern­volk Europas zu sein, das aber in seinem heutigen Zustand erst selber wieder kernig werden muß.
  4. Das Russische Reich ist seit der Zerschlagung des napoleonischen Rußlandfeldzuges die Großmacht Europas. Iwan III. hatte im Ausgang des 15. Jahrhunderts (1480) die zweihundertjährige Mongolenherrschaft abgeschüttelt, Peter der Große vollendete die Aneignung Sibiriens bis zum Stillen Ozean und Katharina die Große hat dann im 18. Jahrhundert die ger­manischen Ursprungsgebiete Rußlands – die Ukraine und die Krim – zurück­erobert, die Tataren aus ihnen vertrieben und so das Werk der Europäisierung Rußlands vollendet.
  5. Durch die Kolonisierung Sibiriens hat das russische Volk den Raum der europäischen Kultur bis an die Westküste des Stillen Ozeans ausgedehnt. Die russische Kolonisierung Sibiriens war eine über Land, hin­gegen gingen die Kolo­nisierungs­bewegungen der westlichen Rand­mächte des Abend­landes über See. Erstere blieb bis heute geschicht­lich fest, letztere erwies sich als flüssig und ist in der Ent­kolonialisierungs­bewegung des 20. Jahr­hunderts versickert.
  6. Die Unter­werfung der alten Welt durch die neue Welt war der geschichtliche Ge­halt des 20. Jahrhunderts und die größte Tragödie des Abend­landes überhaupt. In zwei Welt­kriegen hat nur das Deutsche Reich mit seinen Ver­bündeten die Freiheit Europas verteidigt. Konnte im Ersten Weltkrieg die Mittel­macht noch an der Ost­front siegen und den Staaten Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Kongreß­polen und Ukraine die Un­ab­hängig­keit im Frieden von Brest-Litowsk ausbedingen, unter Ver­zicht auf Annektionen und Reparationen, so hat doch an der West­front das Deutsche Reich den Ersten Welt­krieg, der zu Recht die Ur­katastrophe Europas genannt wird, nicht gegen England und Frank­reich, sondern erst ab 1917 gegen die nord­amerikanische Union verloren. In dem euro­pä­ischen Unglücks­jahr 1917 begann nicht nur die amerikanische Invasion Europas, sondern eben­falls die Gegen­geschichte des Juden­staates mit der Balfour-Deklaration und zu allem Überdruß auch das Unglück Rußlands mit der judäo-bolschewistischen Macht­ergreifung, die keine Revolution war, sondern eine anti-kapitalistische Konter-Revolution, die eine asiatische Pro­­duk­tions­weise mit der ihr entsprechenden despotischen Herr­schaft über die Russen und die ihrem Reich an­gehörenden Völker errichtete.
  7. Die völlige Unter­werfung Europas durch Amerika geschah im Zweiten Welt­krieg mit der Zer­schlagung der europäischen Mitte. Die Vor­aus­­setzung dieser schlimmsten Nieder­lage Europas war das Ver­sailler Diktat mit seinen unendlichen Annektionen und Reparationen und dem völker­­rechts­­widrigen Kriegs­schuld-Vorwurf, der das Prinzip der Souveränität selber, das ius ad bellum, verraten hat, indem das Versailler Diktat dieses oberste Recht dem Deutschen Volke absprach.
  8. Der Krieg ist nicht nur, wie schon Clau­sewitz wußte, die Fort­setzung der Politik mit anderen Mitteln, sondern auch die Fort­setzung der Ökonomie und der Ideologie mit außer­öko­nomischen und außer­ideologischen Mitteln. Diese anderen Mittel sind Gewalt­mittel. Dabei ist, wenn es zur Gewalt kommt, diese immer ein Mittel und nie der Zweck. Deswegen beschwören Kriegs­parteien stets den Frieden, denn der bloße Zweck ist stets ein fried­licher Genuß, und der ist um so unge­trübter zu erlangen, je weniger ihm gewalt­samer Wider­stand ent­gegen­gesetzt wird. Wenn jener, dem der Zweck entrissen werden soll, friedlich bleibt, kommt es auch nicht zum Krieg, weil nie der Angreifer die Schuld am Kriege trägt, sondern erst der uneinsichtige, gewalt­same Ver­teidiger. Weil der Krieg eine Form des gesell­­schaftlichen Ver­kehrs, deswegen ist er auch das Kriterium von Gesell­schaft, weil ihre letzte Instanz. Frieden gibt es nur innerhalb einer Gemeinschaft und nur solange, als diese nicht in mindestens zwei gesell­schaftliche Subjekte zerfallen ist. Eine fried­liche Gesell­schaft ist unmöglich und wäre, falls erzwungen, keine Gesell­schaft mehr, sondern eine Gemeinschaft. Der Krieg ist nicht nur Fort­setzer der Politik mit anderen Mitteln, sondern auch der Wirt­schaft und des Bewußt­seins. Daher ist alle Gesell­schafts­wissenschaft in letzter Instanz Kriegs­wissenschaft.
  9. Er­weiterungs­kriege sind Schadens­trachtungen, die die militärischen Ge­walt­­kriege vor­bereiten, begleiten oder nach­bereiten. Sie werden in den politischen, ökonomischen und ideologischen Räumen aus­ge­fochten und wenden den außer­militärischen Zwang der so­genannten In­telligenz­dienste an, deren Vorliebe für Presse, Er­pressung, Bestechung, Folter und Mord wahrlich kein Geheimnis ist. In den 1890er Jahren setzte der vorbe­rei­tende propagandistische Er­weiterungs­krieg gegen Reich und Volk der Deutschen bereits ein, und der nach­bereitende Er­weiterungs­krieg gegen alles Deutsche wurde auch nach dem 3. Oktober 1990 nicht etwa ab­geschwächt, sondern in zuvor un­vorstell­barer Weise verstärkt.
  10. Das Jahrhundert der Massen war das 20. Jahrhundert. Die Führer dieser Massen konkurrierten um den Titel des „welt­historischen Indivi­duums“. Historische Helden, die in diesem Wett­kampf zur Auswahl standen, waren die Volksführer Lenin, Stalin, Mao, Ho, Mussolini und Hitler. Lenin und seine Nach­ahmer waren die industriellen Re­volutionäre der asiatischen Geschichts­form, und Mussolini versuchte eine Restauration der antiken Geschichtsform; gemeinsam war ihnen die anti­kapitalistische Konter­revolution. Allein Hitler gelang die antikapitalistische Revolution der germanischen Geschichts­form in der von Marx und Engels vorher­gesagten Anfangs­form einer Diktatur des Pro­letariats, an der auch der Mittel­stand und die Schwer­industrie sich beteiligten. Dies gelang, weil die Deutschen das kulturell, sozial, ökonomisch und technisch höchst­entwickelte Volk der Welt waren und seine Er­rungen­schaf­ten selbst durch die militärische Nieder­lage und die darauf­folgenden Plün­derungen und Massen­morde nicht un­geschehen gemacht werden konnten.
  11. Die große Er­zählung von den glänzenden sozialen Er­rungen­schaften wie von dem helden­haften Kampf und Unter­gang des Dritten Deutschen Reiches ist heute schon zum un­verwüstlichen globalen Mythos geworden, wofür die in alle Welt verstreuten Tod­feinde dieses Reiches selber gesorgt haben. Die Juden, deren global-nomadischer Volks­geist nach dem Sieg über das Deutsche Reich sich definitiv 1948 (mit der Gründung Israels) zum regierenden Welt­geist auf­geschwungen hat, üben als Anti-Nation und Negativ-Exponenten der Gegen­geschichte die globale Hirt­schaft aus, mit den demolierten Völkern und den angetriebenen Migranten­strömen als ihren Herden. Die breite Masse der Mensch­heit erscheint heute nicht mehr als unter einer Herr­schaft in der Knecht­schaft befindlich, sondern als in der globalen Vieh­schaft von einer jüdischen Hirt­schaft getrieben, mit den nur allzu bekannten weltweiten Übeln.
  12. Die neue deutsche Mythologie, von den Denkern der deutschen Romantik seit dem klassischen Jahrzehnt der 1790er Jahre vorgedacht, entwickelte sich im hellen Lichte der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts. Mit dem Ende der Neuzeit in den 1830er Jahren bildete sich der erkenntnistheoretische Historismus heraus und schuf – in Kunst und Industrie, in Wissenschaft und Technik – die Gründungsmythen des besitz­bürgerlich-kapita­listi­schen Zeitalters. Und dann im 20. Jahrhundert, dem Zeitalter der Massen und ihrer Extreme, kann man sagen, daß in ihm weder der Konservativismus, der Liberalismus, der Kommunismus noch der Faschismus einen bleibenden und immer noch anschwellenden Mythos begründet hat, sondern allein der deutsche Nationalsozialismus. Er schuf die von den deutschen Romantikern (also den Germantikern) herbei­ge­sehnte neue deutsche Mythologie, die das Wunderbarste, das Helden­hafteste und auch das Schrecklichste zu erzählen weiß und sowohl Glauben als auch Unglauben fand und weiterhin findet. Diese große deutsche Erzählung ist ein seit unserer klassischen Zeit anschwellender Bocksgesang, eine überwältigende Tragödiendichtung, die die Völker der Welt in ergriffene Zu­schauer verwandelt hat.
  13. Neben den militärischen Heldentaten hat das Dritte Reich auch historische Großtaten vollbracht, denn es hat das geschicht­lich Gebotene angefaßt:
    (a) die von Polen geraubten deutschen Ostgebiete im September 1939 wieder in Besitz genommen,
    (b) in die von der asiatischen Geschichtsform (orientalischen Despotie) bestimmte und mit dem Auftrag der Welteroberung („Weltrevolution“) versehene Sowjetunion, deren riesige Militärmacht in An­griffsformation aufgestellt war, im Juli 1941 präventiv hineingestoßen, und es hat
    (c) der nordamerikanischen Union als der hinter der Sowjetunion stehen­den Macht den Krieg erklärt, der wirklich unvermeidbar war, der bis heute anhält und der erst mit der Auflösung der USA in reelle Nationalstaaten beendet sein wird. Denn Amerika ist heute noch die anti-völkische Un-Nation, die folgerichtig von der jüdischen Anti-Nation getrieben wird.
  14. Europas Nullität in geistiger und politischer Hinsicht besteht seit 1945, als das Deutsche Reich in die Handlungsunfähigkeit geschlagen worden war. Sie beschleunigte sich mit dem Aussterben der Kriegsgeneration von Jahrzehnt zu Jahrzehnt und liegt heute offen zutage. Der Anschluß des reaktiven sowjetischen Besatz­ungskonstrukts DDR an das initiative Reichszerteilungsgebiet BRD hat die inneren Spannungen zwischen Mittel- und Westdeutschen verständlicherweise verstärkt. Die Westdeutschen, insoweit sie dem Besatzungskonstrukt BRD verhaftet bleiben, sind den Mitteldeutschen zwar ebenbürtig, aber nicht ebenwürdig, weil sie ihre Besatzungsmacht nicht hinauskomplimentiert und die BRD noch nicht abgewickelt haben. Solange dies nicht geschehen ist, können die der BRD verhafteten Westdeutschen eine Meinungsfreiheit und eine Selbstbe­stimmung noch nicht bean­spruchen. Die Österreicher hin­gegen sind den mitteldeutschen Altreichern sowohl ebenbürtig als auch ebenwürdig, weil sie es geschafft haben (in Ausnutzung des mitteldeutschen Aufstandes vom 17. Juni 1953) ihr Territorium 1955 von den Besatzungstruppen der Siegermächte zu säubern.
  15. Dem militärischen Untergang des Dritten Reiches folgte die provisorische Lüge des lügenhaften Provisoriums BRD, das von sich behauptete, nur ein vorläufiges Konstrukt für die bald zu beendende Zeit der Handlungsunfähigkeit des Deutschen Reiches zu sein und solange in Geschäftsführung ohne Auftrag die Belange von Volk und Reich der Deutschen unter den Bedingungen der Besatzung auf einem Teilterri­torium zu vertreten. Hoch und heilig wurde erklärt, daß Deutschland nie und nimmer ein Einwanderungsland sein werde, als die ersten Gastarbeiter den nur allzu berechtigten Verdacht der Westdeutschen erregten. Daß der Volkstod der Deutschen genau nach den Vorgaben des Hooton-Planes nicht nur ernst gemeint war, sondern mit ihm jetzt auch ernst gemacht wird, liegt gegenwärtig (im Frühjahr 2016), mit dem Übergang von der jahrzehntelangen ruhigen Zivil-Okkupation in eine stürmische Zivil-Invasion, offen zutage. Und daß dieser hybride Krieg gegen das Deutsche Volk nicht mit irgendwelchen germanischen Völker­schaften ausgeführt wird, sondern mit nachdrücklich abgesüdeten Völker­schaften fremder Rasse, nötigt auch Gegnern des Dritten Reiches das Zugeständnis ab, daß Hitler in seinem Testament Recht behalten hat, als er erklärte, daß auch nach der Niederlage des Deutschen Reiches die Rassenfrage der strategische Hauptgesichtspunkt bleiben würde. Erst langsam und dann immer schneller wurde offenkundig, daß Anti­ger­manismus und Deutschenhetze mittels Absüdung Europas durch tieferstehende Fremdrassen die Hauptwaffen des hybriden Krieges sind, der sofort nach der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 einsetzte.
  16. Daß der deutsche Volkstod jetzt noch auf legale Weise, ohne einen Bruderkrieg, aufgehalten werden kann, das ist wohl auszuschließen. Eine Herrschaft des Unrechts kennzeichnete nicht nur die BRD von Anfang an, sondern alle anderen Reichszerteilungsgebiete. Nach und nach wurde dies auch zum Schicksal der anderen Völker Europas, soweit sie dem West­block unterworfen waren. Die europäische Union (EU) als Wurmfortsatz der nordamerikanischen Union institutionalisierte dieses von den deutschen Reichszerteilungsgebieten ausgehende Unrechtsregime in Alteuropa. Der ehemalige Ostblock einschließlich Rußlands hingegen konnte sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und nach einem Jahrzehnt libera­li­stischer Zerstörung völkisch stabilisieren. Insonderheit hat das Russische Reich sich wieder als die Großmacht Europas gezeigt und stellt die Vorherrschaft der USA über Europa in Frage. Die USA sind seitdem in erbitterten geostrategischen Rückzugsgefechten gefangen, nicht nur in Europa und am mittelländischen Meer, sondern auch in Fernost und im südchinesischen Meer.
  17. Diese Ansichten, die die heu­ti­ge Welt­la­ge bie­tet, füh­ren rund um den Erd­ball zu neu­en Ein­sich­ten. Al­lent­hal­ben wird der Glo­ba­lis­mus als das er­kannt, was er im­mer schon war: Der Hoch­ver­rat an den Sou­ve­rä­nen, an den Völ­kern der Welt. Die lan­ge Wel­le, die durch die Welt­ge­schich­te an­bran­det, wird zur Ver­wirk­li­chung des Grun­d­­sat­zes Ein-Volk-ein-Staat füh­ren. Und dies auch in Nord­ame­ri­ka.
  18. Die europäische Völkerordnung wird sich nach der Befreiung Mitteleuropas von der amerikanischen Besatzung um das wiederhergestellte Deutsche Reich herum bilden. Die geostrategische Achse, die es ermöglicht, daß die europäischen Völker erneut auf der eurasischen Weltinsel die führende Rolle spielen, ist damit wiederherzustellen, daß Bismarcks Rückversicherungsvertrag mit dem Russischen Reich wieder in Kraft gesetzt wird. Ein kleiner feierlicher diplomatischer Akt in Tauroggen oder in Rapallo würde dazu völlig ausreichen. Die Substanz der erneuerten europäischen Völkerordnung wird die Rückkehr zum Völkerrecht sein und dessen Neubeginn mit dem status quo ante vom August 1914.
  19. Allein die Achse Moskau–Wien/Berlin verleiht Rußland, dem größten Land der Welt, und den Russen, dem größten Volk Europas, den verdichteten Rückhalt, um im eurasischen Bund mit der asiatischen Vormacht China ein gleichgewichtiger Partner zu sein, der eine Bevölkerungsexpansion aus Asien nicht zu fürchten hat.

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Zwei Katastrophen des Westblocks

Im Jahre 2008, vierzig Jahre nach 1968, hat der von Amerika geführte West­block zwei Ka­tas­trophen erlebt, von denen er sich hoffent­lich nicht wieder erholen wird. Zumindest dürfen alle National­re­vo­lu­tionäre und anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Sozial­re­vo­lutionäre nach vierzig­jähriger Wüsten­wanderung wieder Hoffnung schöpfen, daß der West­block dem Ost­block auf den Müll­haufen der Geschichte bald nachfolgen werde. Ist doch der West­block im Jahre 08 aufs mili­tärische Haupt geschlagen und ins finanzielle Herz gestoßen worden.

Die erste Ka­tastrophe für den West­block war der russische Sieg im Georgien­krieg. Am zweiten Kampf­tag hatte Rußland diesen Krieg durch Er­oberung des Schlacht­feldes für sich entschieden und drei weitere Tage lang zerstörte die russische Wehr­macht die von der Nato (als „konkrete Bei­tritts­perspektive“) bereits auf­gebauten militärischen Anlagen in Rest­georgien. Nach fünf Tagen erklärte Rußland den Krieg für beendet. – Der klas­sische Staaten­krieg als Fort­setzung der Politik mit anderen Mitteln, als Erzwingung eines zu Gunsten des Siegers modifizierten Friedens, hatte eine glanzvolle Rückkehr auf die Bühne der Weltpolitik erlebt. Das ganze Ge­rede des West­blocks über das Ende der National­staaten, der nationalen Kriege und der nationalen Ökonomien ist als hohles Wunsch­denken bloßge­stellt. Der asymmetrische Krieg zwischen kleinem und großem Terror, den es an­geb­lich künftig nur noch geben sollte, hat bis heute nichts ent­schieden, wohl aber hat die klas­sische deutsche Blitz­kriegs­strategie, die Rußland gegen den Nato-Kandidaten Georgien so erfolgreich an­wandte, eine de­fi­ni­tive rote Linie gegen die USA und ihr Aggressions­bünd­nis Nato ge­zogen.

Auf den heißen August folgte ein kalter Sep­tember. Die Glo­bal­wirt­schafts­kri­se begann ganz klassisch in Neu­jork und öffnete ihren kapital­verschlingenden Schlund wie 1929 mit auf­se­hen­er­re­gen­den Ban­ken­zu­sam­men­brü­chen. US-Banken werden kurzer­hand ver­staat­licht. Ein durch neue Staats­­ver­schul­dung auf­zu­brin­gen­der Ret­tungs­fond von 700 Milliarden Dollar (die aber längst nicht ausreichen werden) soll zur Stabilisierung des Finanz­marktes Schrott­papiere aufkaufen. Der amerikanische Finanz­minister, vormals Chef von Goldmann-Sachs, einer sog. Investmentbank, soll über­parlamentarische und übergerichtliche diktatorische Voll­machten in der Ver­aus­gabung des Rettungs­fonds erhalten. Der Kapitalismus hat zum Faschismus geführt, zur offenen Diktatur des Finanzkapitals.

Die amerikanische Nieder­lage in Georgien, also auch der Strategie des indirekten Krieges gegenüber der von Rußland angewandten klassisch-europäischen Blitz­kriegs­strategie mit schneller friedens­stiftender Ent­scheidung, läutete das Ende des ju­däo-ame­ri­ka­ni­schen Im­periums zuerst auf militärischem Gebiet ein, um un­mittelbar danach mit der Kernschmelze des US-Finanz­systems den Beginn des Nieder­ganges der USA auch auf wirtschaftlichem Gebiet anzuzeigen. Das hat nun selbst der treueste US-Vasall bemerkt. Der BRD-Finanz­minister verkündete am 25. September dieses wunderbaren Jahres im Parlament: “Die USA werden ihren Status als Super­macht des Welt­finanz­systems verlieren.”




Deutschland in atomarer Geiselhaft

Bis zum Verfall der Sowjetunion und der 1989 eingetretenen Wende in Europa sowie der daraus resultierenden Teilvereinigung Deutschlands war das besiegte Deutschland die „Hauptkampflinie“ eines möglichen Atomkriegs und „somit der (totalen) Vernichtung preisgegeben“ (der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter).

Mit der Niederlage des Deutschen Reiches wurde das von den Siegermächten geteilte Deutschland nicht, wie zuvor verkündet, entmilitarisiert, sondern zum Weltaufmarschgebiet amerikanischer und sowjetischer Nuklearstreitkräfte. Deutschland war das am dichtesten mit Atomwaffen übersäte Gebiet der Welt. Allein Amerika stationierte bis zu diesem Zeitpunkt ca. 7.500 Atombomben in Europa, davon den größten Teil auf dem Gebiet der alten BRD.

Die USA mit ihren NATO-Vasallen behielt sich den atomaren Erstschlag vor und folgte einer Strategie des „begrenzten Atomkriegs“, weil Deutschland als das zukünftige nukleare Gefechtsfeld ausersehen war.

Bis 1989 stand Deutschland unter der Gewißheit einer atomaren Wiedervereinigung im Atomtod für den Kriegsfall. Auch nach dem Mauerfall hat sich die Lage in Deutschland kaum verändert. Die Meinung, nach der ein Krieg zwischen beiden Blöcken nicht mehr denkbar wäre, ist falsch! Nach wie vor ist Deutschland nicht souverän, sondern „faktisch ein Protektorat der USA“ (Kurt-Georg Kiesinger). Es steht unter der Zwangsherrschaft des US-Imperialismus, ist ein „tributpflichtiger Vasallenstaat“ (Zbigniew Brzezinski).

Sichtbares Zeichen der fehlenden Souveränität sind die amerikanischen Truppen auf deutschem Boden. Die NATO wurde, anders als der Warschauer Pakt, nicht aufgelöst. Das Streben nach Weltherrschaft annonciert sich ganz schamlos als „neue Weltordnung“. Es folgte eine massive Ausdehnung der NATO-Grenze nach Osten. Der damalige NATO-Generalsekretär Wörner verkündete noch am 17. Mai 1990 in Brüssel feierlich: „Die Tatsache, daß wir bereit sind, keine NATO-Truppen außerhalb des Territoriums der Bundesrepublik Deutschland zu stationieren, gewährt der Sowjetunion feste Sicherheitsgarantien.“ Angesichts dieser ernsten Provokation stellte der russische Präsident Putin auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 10. Februar 2007 die berechtigte Frage: „Was sind diese Erklärungen heute wert?“

Die USA wollen eine monopolare Welt mit sich selber als „einziger Weltmacht“. Das hat die Kriegsgefahr in Europa und der Welt dramatisch erhöht. Die NATO, insbesondere die Bundeswehr, wurde in eine koloniale Hilfstruppe für die imperialen Bestrebungen der USA umfunktioniert. Soldaten der Bundeswehr stehen heute als amerikanische Hiwis am Hindukusch, auf dem Balkan und im finsteren Herzen Schwarzafrikas. Bereits 1952 schrieb Hugo Backhaus angesichts der Wiederbewaffnung in der Westzone: „Die Waffe in der Hand des Besiegten ist .. nichts anderes als ein Machtinstrument des Siegers. Er braucht Hilfstruppen. Hilfstruppen haben den doppelten Vorteil, die eigene Blutlast zu verringern und die weitere Ausblutung des Besiegten zu ermöglichen.“

Der von George Bush propagierte „Krieg gegen den Terror“ der „Schurkenstaaten“ diente dem Bündnis fortan als Alibi für massive Aufrüstung und weltweite Militärinterventionen. Noch unter dem Einfluß der Friedensbewegung forderten die GRÜNEN 1989 in ihrem Wahlprogramm: „Die Verteidigungspolitischen Richtlinien, die die weltweite Verteidigung sogenannter ‚nationaler Interessen‘ vorsehen, sind sofort außer Kraft zu setzen.“ Nach erfolgreicher Korrumpierung des Parlaments erfolgte dann 1999 mit Zustimmung des Deutschen Bundestages der völkerrechtswidrige NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien von deutschem Boden aus. Nur wenige Jahre später gaben die Abgeordneten ihre Zustimmung zum Kampfeinsatz der Bundesluftwaffe in Kosovo und Afghanistan, bei welchen Tausende von Menschen im Namen von „Weltfrieden“, „Gerechtigkeit“ „Freiheit“ und „Demokratie“ ihr Leben ließen.

Nach wie vor werden von deutschem Boden aus andere Länder und Völker mit Nuklearwaffen bedroht, über die Deutschland keine Verfügungsgewalt hat, sondern nur die „Schutzmacht“.

Fünf frühere Stabschefs der NATO, darunter der deutsche Ex-General Klaus Naumann, stellten im Januar 2008 innerhalb des Rahmens einer aggressiven militärischen Neuausrichtung von NATO und EU ihr strategisches Konzept vor, in dem nochmals der Ersteinsatz von Nuklearwaffen offen zur Option erklärt wird. Dabei wurde wiederholt die Notwendigkeit von Einsätzen „out of area“ dargelegt, um den Zugang der „westlichen Verwertungsgemeinschaft“ zu den begrenzten Nahrungs- und Energiequellen sicherzustellen.

Zudem planen die USA, ihre in Deutschland eingelagerten Atomwaffen auch für Einsätze außerhalb des NATO-Gebietes, wie zum Beispiel im Mittleren Osten, einzusetzen. Ohne auch nur ein Wort über die maßlose atomare Aufrüstung Israels zu erwähnen, das auch von der BRD durch die Lieferung von atomwaffenfähigen U-Booten militärisch aufgerüstet wird, kritisiert die deutsche Bundeskanzlerin Angelika Merkel in ihrer Rede vor der Knesset zum 60. Jahrestag der Gründung des Staates Israels das iranische Nuklearprogramm, in dem sie „eine Gefahr für Frieden und Sicherheit“ sieht. Mit Appell an die „immerwährende Verantwortung“ und auf Basis „gemeinsamer Werte“ verpflichtet sie sich dabei auf die besondere „historische Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels“ als „Teil der Staatsräson meines Landes. Das heißt, die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar ‑ und wenn das so ist, dann dürfen das in der Stunde der Bewährung keine leeren Worte bleiben.“

Das Israel seinen Nachbarn bereits mehrfach mit dem Einsatz ihrer ca. 200 Kernwaffen (deutlich mehr als Indien und Pakistan zusammen und bereits das britische Atomarsenal übertreffend) bedroht hat, bleibt selbstverständlich unerwähnt.

Die Stunde der Bewährung dürfte dann für die Nachkommen der Holocaust-Deutschen der sich abzeichnende neue Nahost-Konflikt sein, darin deutsches Blut für alttestamentarische Interessen vergossen werden darf.

Mit dem jüngst von Amerika propagierten „Monopolrecht auf die Militarisierung des Weltraums“ ist das Wettrüsten jetzt in einer entscheidenden Phase getreten. Die hemmungslose Gier und Maßlosigkeit des Mammonismus nach billigen Rohstoffen und Arbeitskräften, die sich als „Befreiung“ deklariert, ist die Ursache der ständigen Kriege und inszenierten Konflikte. „Erst im Krieg der Sterne, im kosmischen Utopismus von der Schiffahrt im All findet Amerika seinen vollen Wesensausdruck.“ (Reinhold Oberlercher)

Die jetzt geplante Installation eines US-Raketenabwehrsystems in Polen und der Tschechei gefährdet das strategische Gleichgewicht in Europa und erhöht das Risiko einer globalen Destabilisierung. Begründet wird diese schamlose Provokation mit der aberwitzigen Behauptung, daß der Iran mit seinen Raketen (Reichweite maximal 1.700 Kilometer!) Nordamerika und Europa angreifen könnte.

Nach Angabe unterschiedlicher Quellen sind in Deutschland nach wie vor 150 bis 200 US-Atomraketen gelagert, mit der die USA von Deutschland aus andere Völker und Nationen bedrohen. Einige dieser Bomben haben eine Sprengkraft von mehr als der 13-fachen Zerstörungskraft der Hiroshima-Bombe. Damit befindet sich die deutsche Bevölkerung in atomarer Geiselhaft. An der Strategie der USA, im Kriegsfalle Mitteleuropa zum Schlachtfeld ihres begrenzten, atomar geführten Stellvertreterkrieges zu machen, hat sich nichts geändert. Aus Bekundungen amerikanischer Militärs, Politiker und Präsidenten geht klar hervor, daß der „dritte Weltkrieg ebenso wie der erste und der zweite Weltkrieg in Europa ausgefochten wird“ (US-Konteradmiral Gene R. La Rocqe), solange es „genügend Deutsche“ gibt, „die für unsere Interessen sterben können“ (US-General Collins sowie US-Verteidigungsminister C. Weinberger). Die Bush-Administration drohte zuletzt der Welt unverhohlen mit dem „Dritten Weltkrieg“.

Mit ansteigender Bedrohung Rußlands und anderer Staaten von Europa aus gerät Deutschland automatisch in das Fadenkreuz eines möglichen Präventivschlages und damit in den Sog der totalen Vernichtung.

Die wenigen Anläufe einzelner BRD-Politiker zum Abzug der Atomwaffen aus Deutschland scheiterten. Nach wie vor leben die Deutschen, denen man fundamentale Rechte vorenthält, in völliger Rechtlosigkeit und Erniedrigung. Angesichts des über uns schwebenden Damoklesschwerts der totalen Vernichtung in einem Atomkrieg befinden sich die Deutschen tatsächlich im „würdelosesten Zustand“ ihrer Geschichte (Hellmut Diwald).

Die Existenz Deutschlands steht auf dem Spiel. Es geht um Sein oder Nichtsein! Fragen der Ideologie sind angesichts der drohenden Vernichtung zweitrangig! Alle Deutschen, die es noch sein wollen, sind dazu aufgerufen, sich des drohenden atomaren Untergangs bewußt zu werden und politisch zu handeln. Nur eine nationale Politik zum Schutze des Volkes, ist wirklich deutsche Politik. Nehmen wir wieder unser Schicksal selbst in die Hand und beenden die unwürdige Fremdherrschaft! Wir fordern alle Deutschen auf:

Befreit Deutschland aus atomarer Geiselhaft!




Wüstensturm und Sintflut

Die amerikanische Negerstadt New Orleans, hochtrabend unterhalb des Meeresspiegels angelegt, droht nach einem Jahrhundertsturm vollständig zu versinken. In solchen Ausnahmezuständen bewährt sich ein wirkliches Volk mit Disziplin, Opferbereitschaft und gemeinschaftlicher Tat. Im multikulturellen New Atlantis jedoch regiert das Kriegsrecht, um Hunderte Schwarze vom Plündern der verlassenen Lagerplätze des Warenkapitals und der Hilfslieferungen abzuhalten. Die amerikanische Totalgesellschaft erweist sich erneut als eine nur durch Vertrag, Lüge, Gier, politische Korrektheit und Gewalt brüchig zusammengehaltene Bevölkerung und damit als Dasein der Unsittlichkeit.

Wem das Verhalten der Schwarzen befremdlich erscheint, der erinnere sich Hegelscher Feststellungen :

Bei den Negern ist nämlich das Charakteristische gerade, daß ihr Bewußtsein noch nicht zur Anschauung irgendeiner festen Objektivität gekommen ist, wie zum Beispiel Gott, Gesetz, … Der Neger stellt … den natürlichen Menschen in seiner ganzen Wildheit und Unbändigkeit dar; von aller Ehrfurcht und Sittlichkeit, von dem, was Gefühl heißt, muß man abstrahieren, wenn man ihn richtig auffassen will: es ist nichts an das Menschliche Anklingende in diesem Charakter zu finden." G.W.F. Hegel: Werke in 20 Bänden; Suhrkamp Verlag; Bd 12, S. 122

Die unfreie Natur erklärt den Krieg mit blinder Notwendigkeit. Alle, die verstohlen einer höheren Gerechtigkeit danken, wenn der Wüstenstürmer, Weltvermüller, Kulturzerstörer und Umweltsünder Nummer Eins ins Mark getroffen wird, könnten schon morgen selbst untergehen. Nur die Erwartung einer nachfolgenden Läuterung erscheint berechtigt, denn Krieg ist der Vater aller Dinge und die Umweltkatastrophe der Motor der Evolution aller Organismen.

Der erdumspannende, überhitzte Kapitalverwertungsprozeß hat die Lufthülle katastrophal erwärmt. Der rasenden Globalisierung folgt der Wüstensturm, der Warenflut die Sintflut. Die Abgase der Geschäftigkeit, die Untaten und chaotischen Bewegungen der Arbeits- und Kapitalnomaden bedrohen die Völker mit Vergiftung, Krankheit, Ertrinken, Hunger, Durst, Krieg und Völkermord, wie es kein zorniger Jahwe grausamer erfinden kann.

Das Deutsche Kolleg ermutigt die seßhaften Völker, insonderheit das Deutsche Volk, um jeden Preis im Lande und Ländchen zu bleiben, sich redlich zu nähren, mittels Diskriminierung des Fremden die Gemeinschaft zu bewahren, die Heimat zu schützen sowie Kultur und Brauchtum zu pflegen. An diesen befreiten und befestigten Zonen werden die kommenden Stürme und Fluten der nomadischen Weltbemächtigung brechen.




Wesen und Verfall Amerikas

Amerika werde, so hat Hegel zu Beginn des 19. Jahrhunderts vorhergesagt, sich gegen Europa wenden, sobald seine kontinentale Landnahme beendet sei und die offene Westgrenze am Stillen Ozean ihren natürlichen Abschluß finde. Hegels Vorhersage [1. „Amerika ist … das Land der Zukunft, in welchem sich in vor uns liegenden Zeiten, etwa im Streite von Nord- und Südamerika, die weltgeschichtliche Wichtigkeit offenbaren soll; es ist ein Land der Sehnsucht für alle die, welche die historische Rüstkammer des alten Europa langweilt”, schreibt Hegel in seinen Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte (Werke 12, ed. Moldenhauer/Michel, S. 114); in seiner „Ästhetik” (ed. Bassenge, 2. Bd., S. 423) spekuliert Hegel über ein in Zukunft mögliches Epos, das „den Sieg dereinstiger amerikanischer lebendiger Vernünftigkeit” den Triumph Amerikas über Europa erzählen könnte. „Denn in Europa ist jetzt jedes Volk von dem anderen beschränkt und darf von sich aus keinen Krieg mit einer anderen europäischen Nation anfangen; will man jetzt über Europa hinausschicken, so kann es nur nach Amerika sein.”] hat sich erfüllt. Heute ist Europa amerikanisiert, nachdem es in zwei Weltkriegen nur von Deutschland und seinen Verbündeten verteidigt wurde – vergeblich, weil England und Frankreich, die außereuropäisch ausgerichteten Kolonialmächte am Westrand unseres Erdteils, sich zu Brückenköpfen Amerikas herabwürdigten.

Gleich nach der Landung auf Sizilien die Staatsverwaltung zu zerstören und die Mafia wieder an die Macht zu bringen – das war Amerikas Eröffnungszug bei der Eroberung Europas. Die Erzwingung einer zweiten Systemzeit, also die Restauration des Parteiensystems in liberaler und bolschewistischer Variante, war der nächste Schritt zur Ersetzung europäischer Staatlichkeit durch Klassenherrschaft, wobei anfangs noch nachvollziehbare Gesellschaftsklassen, dann die politische Klasse und endlich die Klasse der Lumpen, das organisierte Verbrechen, zur Herrschaft kamen. Fast überall in Europa mehren sich die Anzeichen für Regierungskriminalität, die Macht liegt anscheinend in den Händen einer Koalition aus politischer und krimineller Klasse. Solche Verhältnisse sind aber zutiefst amerikanisch.

Das politische Denken ist am Ausgang des 20. Jahrhunderts im Umbruch von der Utopie zum Topos. Aus Nirgendwo kehren wir heim zum Gemeinplatz. Das Nirgendwo ist das Überall der nomadischen Weltbemächtigung, das ubi bene ibi patria jener Drittweltler, die – die Einheitswelt preisend – unter dem Banner der Menschenrechte jedes wohlwirtschaftende Kulturvolk abweiden wollen.

Das Nirgendwo ist überall; als politische Macht will es überall sein und überall herrschen: Es ist Globalinterventionist und Globalimperialist. Diese Macht ist utopische Macht schlechthin, die die Macht der Utopie entfaltet. Die Utopie als Macht ist die Macht der Entortung, die an zeitweisen Hauptlagerplätzen sich sammelt. Derzeitiger Hauptlagerplatz der nomadischen Weltherrschaft ist Amerika. In seiner Wirtschaft dominiert nicht das herstellende Kapital (als Mittel des Unternehmers), sondern das abgrasende Kapital (als Gegenstand des Spekulanten).

Die gegenständliche Kapitalauffassung ist außergeschichtlich und extraktiv-nomadisch; sie ist amerikanisch-jüdisch. Die mittelhafte Kapitalauffassung ist technisch-geschichtlich und seßhaft-herstellend; sie ist deutsch-germanisch. Als Militärmacht ist der nomadische Utopismus ein See- und Lufthüpfer, ein Wüstensturm, ein Waldentlauber und Feldvergifter, seine Taktik ist der Überfall. Die topische, fest verortete Militärmacht hingegen gründet auf dem Heer.

Seemächte wie Amerika sind nie fest begründet; sie schwimmen. So kann es mehrere Landmächte von Weltrang nebeneinander geben, aber immer nur eine Weltseemacht. Das Land gibt Maß, das Meer verführt zur Maßlosigkeit. Jede Seemacht hat das utopische Wesen des Weltmeeres an sich. Diese Mächte neigen außerdem zum parasitären Schiffsnomadismus, der früher oder später auf Grund läuft oder versenkt wird, wodurch die utopische Macht den ihr bestimmten Boden findet: den Meeresboden.

Seemächte sind Imperialisten. Sie bilden unheilige Reiche, weil das Meer keine Heiligtümer kennt, weder Balken hat noch die Himmelssäule trägt. Kein Götterhain und kein heiliger Berg finden sich in diesem Element, keine Ordnung und kein Recht vermögen im Wasser zu wurzeln. Das flüssige Element, wo es nicht im Boden versickert, sondern zur Ungeheuerlichkeit des Meeres sich versammelt, rechtfertigt kein Zutrauen, sondern stetes Mißtrauen im Bewußtsein von der Allgegenwärtigkeit der Gefahr. Dem Meere darf man so wenig vertrauen wie der Seemacht.

Das Meer schafft keinen Glauben, sondern neben seeräuberischer Grausamkeit die Frömmelei wie die Heuchelei. Im anglo-amerikanischen Falle wird sie überwölbt vom kalvinisch-puritanischen Utopismus der Erfolgsheiligkeit, also vom Wahne der Erringbarkeit ewigen Heils im Jenseits durch anschlußvermehrende Gesellschaftstätigkeit im Diesseits. Englands Verschwinden als Welt- und Seemacht kann mit Einschränkungen als paradigmatisch gelten für den Untergang der Vereinigten Staaten von Amerika.

Amerika ist eine ganz besonders utopische Macht, deren Projektionen sich nicht in denen einer klassischen Seemacht erschöpfen; Amerika beschränkt sich nicht auf Krieg, Handel und Piraterie, nicht auf Globalstrategie und ozeanischen Größenwahn, der die Küsten fremder Erdteile als militärisch zu besetzende Gegenküste betrachtet. Erst im Krieg der Sterne, im kosmischen Utopismus von der Schiffahrt im All findet Amerika seinen vollen Wesensausdruck.

Daß Amerika wurde, was es ist, hat mehrere Ursachen. Vor allem ist es Neue Welt und damit der Abfall von der Alten Welt. Amerika ist der Abfall von Europa, versetzt mit Nomaden. Es ist ein Bevölkerungsamalgam aus Philistern und den Vertriebenen des Paradieses, aus entwurzelten Europäern der Unterschicht und aus Ostjuden. Weil aber die größte Einwanderergruppe der Vereinigten Staaten von Amerika nicht die Engländer, sondern die Deutschen sind (28 v.H.), ist der Aufstieg der utopischen Macht der Neuen Welt eine deutsche Schuld gegenüber der Geschichte, die mit zwei verlorenen Weltkriegen und einer gewonnenen Nachkriegszeit noch nicht getilgt ist, sondern erst mit der Europäisierung Amerikas.

Europa muß sich jetzt entamerikanisieren, seine Geschichtsfähigkeit wiederherstellen und die Macht der Utopie brechen, indem es die utopische Macht beseitigt. Die USA sind überwindbar durch Verortung seiner Einwohner in national homogenen Siedlungsräumen, worin sie sich sprachlich und sittlich neu einvolken und zu ihren europäischen Muttervölkem besondere Beziehungen herstellen können.

Es sollte also in Nordamerika nicht nur ein französisches Quebec und ein englisches Neu-England, sondern vor allem Deutschamerika als größten der neuen Volksstaaten sowie bedeutende neu-skandinavische Länder geben. Mit großer Wahrscheinlichkeit, schon auf Grund des Druckes nichteuropäischer Bevölkerungen, werden die wiedereuropäisierten Nationalstaaten Nordamerikas es sich wünschen, in die Weltordnung des Europas der Völker eingegliedert zu werden.

Wenn Deutschland nicht den europäisch-nationalstaatlichen Entwicklungsgang für Amerika erzwingt, werden die USA weiterhin den amerikanischen Weg in Europa und dem Rest der Welt durchsetzen; dann wird Europa auf amerikanische Weise und gemeinsam mit Amerika enden: entweder in einem blutigen Rassenkrieg, gleichzeitig auf beiden Seiten des atlantischen Ozeans, oder in einer stehengebliebenen Gesellschaft des indischen Typs, worin Klassen- und Rassengegensätze sich zu einem Kastensystem verfestigt haben. Die Dekonstruktion Amerikas mitsamt seiner Rekonstruktion ist also nicht nur eine Frage von Sein oder Nichtsein für Deutschland und das Europa der Völker, nicht nur eine allgemeine Entscheidung zwischen Chaos und Ordnung in der Welt und im irdisch zugänglichen Weltraum, sondern auch die Wegscheide von Erstarrung und Entwicklung.

Die Zusammensetzung der amerikanischen Ideologie ist eine verteufelte Mixtur aus Puritanismus, Alttestamenterei, Neuweltlichkeit, Gesellschaftsabsolutismus, Wild -West – Mythos sowie Missionarismus aus Unterlegenheitsgefühl (wie beim Polonismus und beim Panslawismus der Russen und Serben). Die Ideologie des Amerikanismus ist noch um einige Säuregrade schärfer als der Panslawismus, weil der Amerikanismus über den puritanischen Biblismus das menschheitsfeindliche Auserwähltheitsideologem in sich aufgesogen hat.

Die Pilgerväter waren, als sie nach Amerika auswanderten, Träger einer am europäischen Religionsgeschmack gescheiterten Extremsekte der kalvinistischen Reform. Der Kalvinismus war seinerseits schon ein gescheiterter Reformversuch des katholischen Glaubens, der in die Verabsolutierung der Gesellschaft sich verrannt hatte.

Der Puritanismus ist ein mit Engländern aufgeführter jüdischer Fundamentalismus, der schließlich den bloß ideologischen Juden, den Schiffs- und Kapitalnomaden vom WASP-Typ, entgleiten und in die Hände wirklicher Juden fallen mußte. Jetzt, zum schlechten Anfang vom guten Ende der utopischen Weltmacht, wedelt der Schwanz Israel mit dem Hund USA, der apokalyptische Wüstensturm Jahwes treibt atomare Brandschatzung bei allen Kulturvölkern rund um den Globus. Diese Form nomadischen Gelderwerbs ist jedoch sehr instabil; sie wird bald untergehen, denn die staatliche Nukleardrohung ist mit sehr viel mehr Risiko behaftet als der erwartbare private Nuklearterrorismus.

Scheitert der Vertrag über die Nichtweiterverbreitung der Atomwaffen am Schwarzmarkt, dann ist die außenpolitische Hauptwaffe gegen die Wiederauferstehung des Deutschen Reiches stumpf geworden. Die Verbilligung und Verbreitung taktischer und partisanentaktischer Atomwaffen bei kleinen und existenzbedrohten Mächten, insbesondere aber ihre Popularisierung bei den nationalen Befreiungsbewegungen der staatslosen Völker, die der amerikanische Totalitarismus als Un-Völker behandelt, wird die weltpolitische Blockade gegen Deutschland beenden, weil es als Atom- und Atomordnungsmacht nötig sein wird. Nichtdiskriminierende Atomwaffenverfügung und die ABC-Waffe als allgemeines Wahrzeichen souveräner Völker wird alle disziplinfähigen und technisch hochentwickelten Mächte zur Wahrung der Ordnung in diesem Zustand der Völkerfreiheit unentbehrlich machen. Die Achsenmächte Deutschland – Japan werden zumindest die technischen Führungsmächte einer Welt sein, in der das Prinzip Ein -Volk – ein – Staat mit allen waffentechnischen Freiheiten durchgesetzt ist, mitsamt der nur völkerrechtlich zu ordnenden Gefahren, die aus diesen Freiheiten erwachsen.

Das katholische Dogma hatte die Bibel und besonders das Alte Testament weitgehend vergessen gemacht; eine Europäisierung des Christentums, dieser morgenländischen Religionsvariante, durchgesetzt zu haben, das war unbestreitbares, geistesgeschichtliches Verdienst der Katholischen Kirche. Mit den Übersetzungen der Bibel in die europäischen Volkssprachen durch die protestantischen Reformer drang die Barbarei und der Größenwahn des semitischen Originals in das religiöse Bewußtsein der Europäer ein.

Wo nun die germanische Reform der katholischen Kirche, anders als bei Luther, mißlang, wie in den westeuropäischen Reformvarianten Anglikanismus, Puritanismus und Kalvinismus, dort blieb ein verstümmelter Katholizismus übrig, der die Werkheiligkeit durch die Erfolgsheiligkeit ersetzt hatte und der die Entgemeinschaftung, die Vereinzelung und schließlich das Unheilige Reich, den frömmelnden Imperialismus und globalen Interventionismus, hervortrieb.

In den westlichen Reformversuchen des kalvinischen Typs wurde nämlich das Moment der Gesellschaftlichkeit am menschlichen Gemeinwesen verabsolutiert und der gesellschaftliche Erfolg oder Mißerfolg des Einzelnen zum Beweis seines ewigen Heils oder seiner ewigen Verdammnis genommen. Die gewaltsame Durchsetzung dieser Weltanschauung in ihren religiösen, weltpolitischen und gesellschaftspolitischen Gestalten machte den Weg frei zur Verwandlung der Welt in einen Abfallhaufen. Mittels Kapitalismus und Demokratie werden alle hergebrachten Ordnungen zerstört, die Völker in den Abfallhaufen der Weltbevölkerung und die Volkswirtschaften in den Abfallhaufen der Weltressourcenbewirtschaftung verwandelt.

Kapitalismus und Demokratie haben eine ungebremste Zerstörungskraft, wenn sie nicht von Denkfiguren, die ihnen wesensfremd sind, beschränkt werden und ihre atomistisch-quantitative Eigenart ungestört entfalten können. Diese atomistische Weltsicht konzentriert sich dann ganz und gar auf die Währungseinheiten, in denen Kapitalien und ihre Gewinne, und auf die Stimmenzahlen, in denen demokratische Herrschaftspotentiale und ihre Machtzuwächse gemessen werden. Demokratie und Kapitalismus haben dieses atomistische Quantitätsdenken gemein; es endet in der Zerstörung aller Güter und aller Völker durch ihre Verwandlung in Währungseinheiten und in Stimmbürger. Die Einheitswährung für alle Weltkapitalien und das Einheitsstimmrecht für alle Mitbürger der Weltbevölkerung sind die logische Endstufe der kapitalistisch-demokratischen Denkfigur. In ihr ist eine Demokratie um so berechtigter, je größer die Zahl ihrer Stimmbürger, weshalb Demokratie auch nicht Herrschaft eines Volkes über sich selbst bedeutet, sondern Zerstörung aller wirklichen Völker, die dann sämtlich nur noch als Minderheit angesehen werden (wie heute etwa das Burenvolk), deren Herrschaft über sich selbst unstatthaft sei und sanktioniert werden müsse.

In Amerika ist diese Schreckliche Neue Welt wirklich geworden. Dem Schrecken ohne Ende folgt in der Regel ein Ende mit Schrecken. Dieser größte Schrecken steht der USA noch bevor. Der sittliche und wirtschaftliche Niedergang wird solange anhalten, wie man diesem größten Schrecken aus dem Wege zu gehen versucht: dem Rassenkrieg als Bürgerkrieg. Der rechte Zeitpunkt für eine Kantonalisierug der USA ist anscheinend schon versäumt.

Das beste Ende der USA wäre ihre Europäisierung, wäre die Zerlegung der totalitären Einheitsgesellschaft vom individuell-liberalistischen Typus in souveräne Volksstaaten, d. h. in reelle Nationen nach dem Grundsatz Ein – Volk – ein – Staat. Das schlechteste Ende der USA wäre der Rassenkrieg, der, aller Wahrscheinlichkeit nach, natürlich-rassisch definierte Neuvölker ausschmelzen würde und keinen geschichtlich-kulturellen Anschluß an die Muttervölker brächte. Vom Ende der USA erleben wir heute einen schlechten Anfang: Der demokratische Kapitalismus scheint weltweit zu triumphieren.

Gleichzeitig unternehmen seit einigen Jahren amerikanische und kanadische Denker den Versuch einer geistigen Selbstheilung ihres Halbkontinents. Gesammelt haben sie sich unter dem Schlagwort des Kommunitarismus, also dem der Gemeindlichkeit, der kommunalen Gemeinschaft. Sie berufen sich auf den Geist der Gemeinschaft jener frühen Kommunen der Pioniere aus der Landnahmezeit.

Der Kanadier Charles Taylor bemängelt das Defizit an Repräsentation in der liberalen Demokratie und postuliert im Anschluß an Herder, Humboldt und Hamann den Primat des Metaphorischen im Gemeinwesen, das er als sprachlich zum Ausdruck findende Menschenvergemeinschaftung auffaßt. Er wendet sich philosophisch gegen den Falsifikationismus wie gegen das materielle Sender-Empfänger-Modell der Sprache, die ihm eine Findungsgemeinschaft ist, ein ununterbrochenes Zur-Sprache-Finden. Den dinglichen Wirklichkeitsbezug der Sprache sieht er durch die menschliche Aktivität gewährleistet. Daran ist soviel richtig, daß die Spracherzeugung ganz wie jede Menschen- und Volkserzeugung einer Zeugungslogik folgt, die immer eine Gemeinschaftslogik ist, aus der die Herstellungslogik der dinglichen Güter sich ableitet.

Andere Namen der kommunitaristischen Debatte sind Alsdair MacIntyre, William Sullivan, Michael Sandel, Robert Bellah und Michael Walzer. Ihre gemeinsame Überzeugung ist es, daß das Wesen der ungelösten Gegenwartsfragen in den westlich geprägten Ländern nur durch Rückbesinnung auf den Begriff der Gemeinschaft in den Blick zu bekommen sei. Der Gegenwart attestieren sie, eine Periode beschleunigter Vereinzelung zu sein, welche immer destruktivere Folgen zeitige und die amerikanischen Institutionen schwäche und zersetze. „Die Amerikaner“, schreiben Bellah u. a., „haben die Logik der Ausbeutung so ziemlich bis zum Äußersten getrieben. Es hat den Anschein, daß das nicht nur zum Scheitern auf höchsten Ebenen führt…, sondern auch zum persönlichen und familiären Zusammenbruch im Leben unserer Bürger. Die Zeit ist reif für ein neues Paradigma, dessen Grundmuster auf Kultivierung und nicht auf Ausbeutung zielt. „Es komme auf die Wiedergewinnung von Sinn und Zielen im Zusammenleben der Amerikaner an. „Was über lange Zeit als Idealismus abgetan worden ist, scheint heutzutage der einzig mögliche Realismus zu sein …” (FR 28. l. 92).

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In den Begriffen Hegels heißt das, die Amerikaner in ihrer derzeitigen individualistischen Verfassung verharren auf den Entwicklungsstufen des abstrakten Rechts und der Moralität, die Hochebene der Sittlichkeit bleibt für sie unerreichbar. Auf der Stufe der Moralität ist das Recht verinnerlicht und insoweit nicht mehr abstrakt, dafür aber den wilden Wünschen dieser Innerlichkeit ausgeliefert. Erst in der Familie sind diese Wünsche sittlich, weil das Individuum in dieser durch Liebe gestifteten Gemeinschaft aufgehoben ist, hier seinen individuellen Betätigungsdrang sowohl ausleben als auch einem sittlichen Ziel, dem Gemeinschaftsziel des Familienwohls, unterordnen kann. Daß es eine Familie in diesem europäischen Sinne in Amerika nicht gibt, sondern lediglich private Gesellschaftsverträge, zeigt schon die Tatsache, daß ein amerikanischer Farmer seinem mitarbeitenden Sohne Arbeitslohn zahlt; sobald zwischen Eheleuten oder Eltern und Kindern Vertragsverhältnisse eintreten, ist die Ehe realiter geschieden und die Familie aufgelöst.

Der amerikanische Liberalismus denkt das Individuum, wie William Sullivan in seinem Buch Reconstructing Public Philosophy (Berkeley 1982) ausführt, als von seinen Leidenschaften getrieben, in Furcht vor Mißgeschick und im Streben nach Bequemlichkeit, so daß alle menschlichen Beziehungen seiner Persönlichkeit äußerlich bleiben, im abstrakten Recht, also unsittlich. Dadurch würden Gemeinschaftsbeziehungen (die Sullivan Werte nennt) aufgelöst und in reine Machtbeziehungen verwandelt. Dem entspreche ein Begriff vom Wissen als der Auflösung komplexer Ganzheiten in einfache Elemente, weshalb der Liberalismus dem modernen Glauben an die Wissenschaft als einer Macht der Analyse und Rekombination zu Kontrollzwecken eng verbunden sei. In dieser sozialen Anwendung sei die Vernunft instrumentell geworden, ein Mittel zur Befriedigung individueller Wünsche, und Politik zum Machtkampf entartet. Weil aber die Vernunft kein Mittelbegriff, sondern ein Zielbegriff, und die Politik kein Machtbegriff, sondern ein Rechtsbegriff ist, folgt aus Sullivans Analyse sowohl die Unvernunft als auch die Politikunfähigkeit des Liberalismus im allgemeinen und Amerikas im besonderen.

Sullivan resümiert: „The whole liberal construction of an analytic science, an individualistic motivation, and an instrumental, utilitarian politics, which has seemed a complete and objectiveley secured – almost self-evident – view of human affairs, is now at sea.”[2. Übersetzung durch die Redaktion: „Die ganze liberale Konstruktion einer analytischen Wissenschaft, einer individualistischen Motivation und einer instrumentellen, nützlichkeitsorientierten Politik, die eine umfassende und objektiv gesicherte – beinahe sich selbst beweisende – Auffassung von den menschlichen Angelegenheiten zu sein schien, ist nun ins Schwimmen geraten.”] (p.28) – Amerika schwimmt, es ist „at sea”, d. h. grundlegend verwirrt. Die Dynamik des Zersetzungsprozesses weist Sullivan zufolge in Richtung der Auflösung aller sozialen Bindungen und im Extremfall zurück zum Naturzustand des Kampfes aller gegen alle; „the near desperation of the proponents of philosophic liberalism is understandable” [3. Die schiere Verzweiflung der Vertreter des philosophischen Liberalismus ist verständlich] (p. 58). Die Vorherrschaft der liberalen Ideologie in der öffentlichen Debatte verschlimmere das Problem: Die marktzentrierte Gesellschaft der Konkurrenz und der Erfolgsheiligkeit habe die liberale Errungenschaft der Sicherheit des Einzelnen und der allgemeinen Wohlfahrt unterhöhlt, und zwar durch nichts anderes als das Wirken des Liberalismus selber. Sullivan hält dagegen, daß der Einzelne und der Bürger nur zusammen mit dem commonwealth, dem Gemeinwesen, gedacht werden und ein menschliches Zusammenleben ohne die stabilisierenden Effekte einer lebendigen Gemeinschaft und ohne religiöse Lebensformen nicht gelingen könne.

In den Theorien der nordamerikanischen Kommunitaristen zeigen sich schon die religiösen Sollbruchstellen im vorhersehbaren Staatsuntergang der USA. Hauptunterschiede lassen sich zwischen klassisch-aristotelischer, katholisch-aristotelischer, deutsch-idealistischer und modern-judaistischer Denkrichtung ausmachen. Alle nicht-judaistischen Denker sind Modernismus-Kritiker, der amerikanische Jude Michael Walzer dagegen trägt den Gesellschaftstotalitarismus, die Einwanderungsideologie und den Kult der Moderne in die kommunitaristische Debatte hinein. Er meint, daß sich die politischen Ideen der Moderne aus einem Überlieferungsstrom herleiteten, der sich bis zu den Ursprüngen der jüdischen Religion zurückverfolgen lasse, und er meint dies völlig zu Recht. Die moderne Freiheitsidee sei nichts weiter als eine interpretierende Fortschreibung der Exoduserzählung der hebräischen Bibel, und der Gesellschaftsvertrag des Aufklärungsdenkens sei nach dem Muster der israelitischen Vorstellung vom Bunde Gottes mit seinem Volk entworfen. Daraus folgt für Walzer das Konzept einer interpretativen Moral für die Welt der Gegenwart[4. Ein Vertreter der interpretativen Moral ist der polnische Jude Andrzej Szczypiorski. In der Tiefdruck-Beilagc der FAZ vom 31.3.92 behauptet er, es gebe keine verbrecherischen Anschauungen, sondern nur verbrecherische Taten, und alles sei eine Frage der Interpretation. Insbesondere seien die kommunistischen Anschauungen nicht verbrecherisch, sondern auch edel“, weil der Kommunismus Gleichheit vertreten und nationale Begrenzungen verworfen habe. Da nun aber sowieso alles eine Frage der Interpretation sein soll, kommt es gar nicht mehr darauf an, ob Verbrechen begangen wurden oder nicht, sondern ob etwas als Verbrechen interpretiert werden kann. Umgekehrt ist dann ein dokumentierter siebenfacher Völkermord keineswegs ein Verbrechen, wenn der Interpret der Anschauung ist, das sei Gottes Gebot zur Einnahme des Gelobten Landes.] insgesamt, also ihre Talmudisierung. Damit stellt er den derzeitigen Geisteszustand der amerikanisierten Welt – die ewige Interpretation einer ruhelosen Wanderung – als erstrebenswertes Ziel dar; folglich ist Walzers Denken nicht kritisch, sondern affirmativ. Walzers Dreh, sein Denken doch noch als kommunitaristisch-gemeinschaftsbildend darzustellen, besteht darin, die liberalen Gesellschaften des Westens, also den Gesellschaftstotalitarismus selber, als Wert von gemeinschaftsstiftender Kraft auszugeben, der in ständiger Interpretation seiner ahasverischen Wanderungsgeschichten zu überliefern sei. Eine solch interpretative Erkenntnistheorie anzuerkennen hieße, den Talmudisten einen ewigen Sieg im Weltbewußtseinskrieg zuzugestehen.

Sind die Kommunitaristen noch insgesamt als Kritiker amerikanischer Zustände anzusehen, so die Kontraktualisten (z.B. Nozik, Rawls) als deren offene Affirmatoren. Jedes absolute Vertragsdenken kommt zum Ideal des Minimalstaates und endet vor dem Problem, der verelendeten Masse, der anschwellenden Sozialklientel, eine Form der Subsistenz zu gewähren, die nicht in food stamps, sondern in Geldzahlungen besteht, so daß bei ihnen über die Geldillusion und die (minimalisierte) Zugehörigkeit zur Konsumentenklasse eine kontraktualistische Ethik, also der freie Warenerwerb, zumindest formell aufrechtzuerhalten ist.

In Amerika hat der Klassenkampfgedanke nie wirklich Fuß fassen können, weil der Rassenkampf um diesen riesigen Raum sinnlich faßbar blieb: gegen Indianer, Neger und nichteuropäische Einwanderer. Umgekehrt kann der Rassenkampf aus dogmatischen Gründen völlig verneint werden (wie dies in der ehemaligen Sowjetunion tatsächlich der Fall gewesen war), er wird trotzdem mit Macht wieder hervorbrechen, denn jedes geschichtliche Klassenkampfkonzept im Sinne des Gesellschaftstotalitarismus bleibt auf den natürlichen Unterschied der Menschen angewiesen, um zwischen ihnen einen Unterscheid treffen zu können. Als Warenbesitzer und damit als Teilnehmer der bürgerlichen Gesellschaft unterscheiden sie sich nicht, vielmehr gleichen sie sich, denn am Markt ist eine Ware wie die andere und geringe Wertgröße des Warenindividuums ist durch Warenmasse aufzuwiegen. Der Kampf der Warenklassen gegeneinander wird zwar um die Maximierung der Wertgrößen geführt, dient also der Bestimmung des realen Tauschverhältnisses und seiner Normen, kann sich aber nicht an den identischen Verkehrsformen der Waren ausrichten, sondern allein an ihren nichtidentischen Naturalformen. Eine dieser Naturalbestimmungen an den Gütern und Vorgängen ist die Rasse, aber auch die Menschlichkeit, die Schönheit, die Natürlichkeit und Umweltverträglichkeit, der Artenschutz, die Haltbarkeit, die technische Reife, die Pflegebedürftigkeit oder die Humanisierung der Arbeitsplätze. Weltgeschichtlich ist denn auch Klassenideologie von Rassenideologie wiederholt abgelöst worden.

Der größte Teil der US-Bevölkerung wurde gebildet – ganz im Gegensatz zur ehemaligen SU-Bevölkerung – aus der Addition von Individuen, die, eines nach dem anderen, durch den Filter der Einwanderungsbehörden der großen Hafenstädte hindurchgegangen sind. Diese Individuen waren entwurzelt und, was das Entscheidende ist, sie hatten sich in einem Willensakt selbst entwurzelt. In Amerika bevorzugen sie zwar die Nachbarschaft von Einwanderern gleicher oder verwandter Volkszugehörigkeit, bilden also mehr oder weniger scharf abgegrenzte nationale Ghettos, die aber bislang nicht die Kraft haben, zu dem Boden eine ausschließliche Bindung, eine Heimatbindung eben, zu entwickeln. Solange die Nachkommen der ehemaligen Einwanderer auch in Amerika entwurzelt leben, ohne eine besondere, stammesmäßig und völkisch definierte Beziehung zu dem Land, auf dem sie siedeln, zu einer besonderen Heimat von fremdausschließender Kraft, behält Amerika den Charakter eines Einwanderungslandes. In diesem Sinne bedeutet ein Einwanderungsland immer Heimatlosigkeit in dem Land, in dem man wohnt und dessen Bürger man ist.

Nur ein Einwanderungsland konnte die formelle Staatsnation erfinden, also die abstruse Vorstellung entwickeln, man werde durch einen behördlichen Akt, durch die Erlaubnis, innerhalb eines Territoriums sich niederzulassen, zu einem Volksgenossen. Die entsprechenden Vorstellungen im Frankreich von 1789 ff. sind amerikanischer Import durch freimaurerische Ideenhändler.

Amerika behandelt die Gesellschaft als eine Ansammlung von Gruppen, den Staat aber als Summe einzelner Bürger. Der amerikanische Staat ist somit eine Einrichtung des abstrakten, äußerlichen Rechts, die aus Bürgern als Trägern von Menschenrechten besteht, und die amerikanische Gesellschaft ist das Kampffeld der Gruppenbelange. Beide sind vorsittliche Erscheinungen, die es bestenfalls zur Moralität bringen. Die Existenzmöglichkeit der USA bleibt erhalten, solange die scharfe Scheidung von Staat und Volk beibehalten werden kann. Schon ein souveräner Volksstaat Quebec könnte die Staatsräson der USA, wonach Volksgruppen immer nur freiwillige Gesellschaftsverbände sein dürfen, ins Wanken bringen. Der amerikanische Staat ist utopische Macht und der Versuch, die unsittliche Idee der über die Völker sich erhebenden Staatssouveränität zu verwirklichen. Das Experiment USA kann schon heute als gescheitert gelten. Die tatsächliche Selbstzerstörung des US-Staates bedarf einerseits stärkerer Stöße als der Zerfall des SU-Staates, wird andererseits aber aller Wahrscheinlichkeit nach weit schmerzhafter und blutiger verlaufen, weil der Liberalismus, im Unterschied zu seinem kleinen radikalen Bruder, dem Bolschewismus, noch nicht einmal zu einer Scheinlösung der Nationalitätenfrage gekommen ist.

Das Einwanderungsland USA, das seine eigene Entstehungsbedingung der Welt als Doktrin aufzwingt, ist der Todfeind aller gewachsenen Völker, weil seine Doktrin auf nichts anderes als auf den Volkstod dieser Völker zielt. Zu diesem Zweck hat die amerikanische Gesetzgebung schon im 19. Jahrhundert die Selbstbefreiung vom Vaterland, die Entvaterlandung der in Amerika anlandenden Einwanderer, zum Naturrecht eines jeden Menschen auf diesem Erdball deklariert: „Expatration is a natural and inherent right of all people“[5. „Die Entvaterlandung ist für jedermann ein natürliches und angeborendes Recht.&rbquo;] (Act of Congress of July 27, 1868). Diese amerikanische Vernichtungsstrategie gegen die wirklichen Völker, geführt im Namen demokratisierter Massen, hat heute den Höhepunkt seiner Angriffslust erreicht: Ein europäisches Land nach dem anderen definiert die amerikanisierte Weltmeinung zum Einwanderungsland um. Unter ihrem allgegenwärtigen Zwang wagt es keine europäische Regierung, das Jus sanguinis ihrer Staatsangehörigen zu verteidigen; stattdessen wird die Politik des amerikanischen Immigrationismus vollzogen, und zwar ohne die Qualifikationsanforderungen der wirklichen Einwanderungsländer. Ergebnis ist das Einströmen der Minderwertigen dieser Welt nach Europa. Das heißt nichts anderes als die Erklärung eines völkischen Vernichtungskrieges: unconditional surrender (bedingungslose Kapitulation) für alle reellen Nationen der Welt, die noch keine amerikanisierte Einzelwillensnation sind.

Die natürlichen Völker der Welt täten gut daran, die amerikanische Todesdrohung ernst zu nehmen. Wie die verblichene SU-Macht, so wollte auch die US-Macht zuerst die Weltrevolution, dann die Revolution in einem Land („Sozialismus in einem Land“) und schließlich deren Export in möglichst alle anderen Länder, damit ein sozialistisches bzw. immigrationistisches Weltsystem entstehe.

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