Deutschland in atomarer Geiselhaft

Bis zum Verfall der Sowjetunion und der 1989 eingetretenen Wende in Europa sowie der daraus resultierenden Teilvereinigung Deutschlands war das besiegte Deutschland die „Hauptkampflinie“ eines möglichen Atomkriegs und „somit der (totalen) Vernichtung preisgegeben“ (der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter).

Mit der Niederlage des Deutschen Reiches wurde das von den Siegermächten geteilte Deutschland nicht, wie zuvor verkündet, entmilitarisiert, sondern zum Weltaufmarschgebiet amerikanischer und sowjetischer Nuklearstreitkräfte. Deutschland war das am dichtesten mit Atomwaffen übersäte Gebiet der Welt. Allein Amerika stationierte bis zu diesem Zeitpunkt ca. 7.500 Atombomben in Europa, davon den größten Teil auf dem Gebiet der alten BRD.

Die USA mit ihren NATO-Vasallen behielt sich den atomaren Erstschlag vor und folgte einer Strategie des „begrenzten Atomkriegs“, weil Deutschland als das zukünftige nukleare Gefechtsfeld ausersehen war.

Bis 1989 stand Deutschland unter der Gewißheit einer atomaren Wiedervereinigung im Atomtod für den Kriegsfall. Auch nach dem Mauerfall hat sich die Lage in Deutschland kaum verändert. Die Meinung, nach der ein Krieg zwischen beiden Blöcken nicht mehr denkbar wäre, ist falsch! Nach wie vor ist Deutschland nicht souverän, sondern „faktisch ein Protektorat der USA“ (Kurt-Georg Kiesinger). Es steht unter der Zwangsherrschaft des US-Imperialismus, ist ein „tributpflichtiger Vasallenstaat“ (Zbigniew Brzezinski).

Sichtbares Zeichen der fehlenden Souveränität sind die amerikanischen Truppen auf deutschem Boden. Die NATO wurde, anders als der Warschauer Pakt, nicht aufgelöst. Das Streben nach Weltherrschaft annonciert sich ganz schamlos als „neue Weltordnung“. Es folgte eine massive Ausdehnung der NATO-Grenze nach Osten. Der damalige NATO-Generalsekretär Wörner verkündete noch am 17. Mai 1990 in Brüssel feierlich: „Die Tatsache, daß wir bereit sind, keine NATO-Truppen außerhalb des Territoriums der Bundesrepublik Deutschland zu stationieren, gewährt der Sowjetunion feste Sicherheitsgarantien.“ Angesichts dieser ernsten Provokation stellte der russische Präsident Putin auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 10. Februar 2007 die berechtigte Frage: „Was sind diese Erklärungen heute wert?“

Die USA wollen eine monopolare Welt mit sich selber als „einziger Weltmacht“. Das hat die Kriegsgefahr in Europa und der Welt dramatisch erhöht. Die NATO, insbesondere die Bundeswehr, wurde in eine koloniale Hilfstruppe für die imperialen Bestrebungen der USA umfunktioniert. Soldaten der Bundeswehr stehen heute als amerikanische Hiwis am Hindukusch, auf dem Balkan und im finsteren Herzen Schwarzafrikas. Bereits 1952 schrieb Hugo Backhaus angesichts der Wiederbewaffnung in der Westzone: „Die Waffe in der Hand des Besiegten ist .. nichts anderes als ein Machtinstrument des Siegers. Er braucht Hilfstruppen. Hilfstruppen haben den doppelten Vorteil, die eigene Blutlast zu verringern und die weitere Ausblutung des Besiegten zu ermöglichen.“

Der von George Bush propagierte „Krieg gegen den Terror“ der „Schurkenstaaten“ diente dem Bündnis fortan als Alibi für massive Aufrüstung und weltweite Militärinterventionen. Noch unter dem Einfluß der Friedensbewegung forderten die GRÜNEN 1989 in ihrem Wahlprogramm: „Die Verteidigungspolitischen Richtlinien, die die weltweite Verteidigung sogenannter ‚nationaler Interessen‘ vorsehen, sind sofort außer Kraft zu setzen.“ Nach erfolgreicher Korrumpierung des Parlaments erfolgte dann 1999 mit Zustimmung des Deutschen Bundestages der völkerrechtswidrige NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien von deutschem Boden aus. Nur wenige Jahre später gaben die Abgeordneten ihre Zustimmung zum Kampfeinsatz der Bundesluftwaffe in Kosovo und Afghanistan, bei welchen Tausende von Menschen im Namen von „Weltfrieden“, „Gerechtigkeit“ „Freiheit“ und „Demokratie“ ihr Leben ließen.

Nach wie vor werden von deutschem Boden aus andere Länder und Völker mit Nuklearwaffen bedroht, über die Deutschland keine Verfügungsgewalt hat, sondern nur die „Schutzmacht“.

Fünf frühere Stabschefs der NATO, darunter der deutsche Ex-General Klaus Naumann, stellten im Januar 2008 innerhalb des Rahmens einer aggressiven militärischen Neuausrichtung von NATO und EU ihr strategisches Konzept vor, in dem nochmals der Ersteinsatz von Nuklearwaffen offen zur Option erklärt wird. Dabei wurde wiederholt die Notwendigkeit von Einsätzen „out of area“ dargelegt, um den Zugang der „westlichen Verwertungsgemeinschaft“ zu den begrenzten Nahrungs- und Energiequellen sicherzustellen.

Zudem planen die USA, ihre in Deutschland eingelagerten Atomwaffen auch für Einsätze außerhalb des NATO-Gebietes, wie zum Beispiel im Mittleren Osten, einzusetzen. Ohne auch nur ein Wort über die maßlose atomare Aufrüstung Israels zu erwähnen, das auch von der BRD durch die Lieferung von atomwaffenfähigen U-Booten militärisch aufgerüstet wird, kritisiert die deutsche Bundeskanzlerin Angelika Merkel in ihrer Rede vor der Knesset zum 60. Jahrestag der Gründung des Staates Israels das iranische Nuklearprogramm, in dem sie „eine Gefahr für Frieden und Sicherheit“ sieht. Mit Appell an die „immerwährende Verantwortung“ und auf Basis „gemeinsamer Werte“ verpflichtet sie sich dabei auf die besondere „historische Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels“ als „Teil der Staatsräson meines Landes. Das heißt, die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar ‑ und wenn das so ist, dann dürfen das in der Stunde der Bewährung keine leeren Worte bleiben.“

Das Israel seinen Nachbarn bereits mehrfach mit dem Einsatz ihrer ca. 200 Kernwaffen (deutlich mehr als Indien und Pakistan zusammen und bereits das britische Atomarsenal übertreffend) bedroht hat, bleibt selbstverständlich unerwähnt.

Die Stunde der Bewährung dürfte dann für die Nachkommen der Holocaust-Deutschen der sich abzeichnende neue Nahost-Konflikt sein, darin deutsches Blut für alttestamentarische Interessen vergossen werden darf.

Mit dem jüngst von Amerika propagierten „Monopolrecht auf die Militarisierung des Weltraums“ ist das Wettrüsten jetzt in einer entscheidenden Phase getreten. Die hemmungslose Gier und Maßlosigkeit des Mammonismus nach billigen Rohstoffen und Arbeitskräften, die sich als „Befreiung“ deklariert, ist die Ursache der ständigen Kriege und inszenierten Konflikte. „Erst im Krieg der Sterne, im kosmischen Utopismus von der Schiffahrt im All findet Amerika seinen vollen Wesensausdruck.“ (Reinhold Oberlercher)

Die jetzt geplante Installation eines US-Raketenabwehrsystems in Polen und der Tschechei gefährdet das strategische Gleichgewicht in Europa und erhöht das Risiko einer globalen Destabilisierung. Begründet wird diese schamlose Provokation mit der aberwitzigen Behauptung, daß der Iran mit seinen Raketen (Reichweite maximal 1.700 Kilometer!) Nordamerika und Europa angreifen könnte.

Nach Angabe unterschiedlicher Quellen sind in Deutschland nach wie vor 150 bis 200 US-Atomraketen gelagert, mit der die USA von Deutschland aus andere Völker und Nationen bedrohen. Einige dieser Bomben haben eine Sprengkraft von mehr als der 13-fachen Zerstörungskraft der Hiroshima-Bombe. Damit befindet sich die deutsche Bevölkerung in atomarer Geiselhaft. An der Strategie der USA, im Kriegsfalle Mitteleuropa zum Schlachtfeld ihres begrenzten, atomar geführten Stellvertreterkrieges zu machen, hat sich nichts geändert. Aus Bekundungen amerikanischer Militärs, Politiker und Präsidenten geht klar hervor, daß der „dritte Weltkrieg ebenso wie der erste und der zweite Weltkrieg in Europa ausgefochten wird“ (US-Konteradmiral Gene R. La Rocqe), solange es „genügend Deutsche“ gibt, „die für unsere Interessen sterben können“ (US-General Collins sowie US-Verteidigungsminister C. Weinberger). Die Bush-Administration drohte zuletzt der Welt unverhohlen mit dem „Dritten Weltkrieg“.

Mit ansteigender Bedrohung Rußlands und anderer Staaten von Europa aus gerät Deutschland automatisch in das Fadenkreuz eines möglichen Präventivschlages und damit in den Sog der totalen Vernichtung.

Die wenigen Anläufe einzelner BRD-Politiker zum Abzug der Atomwaffen aus Deutschland scheiterten. Nach wie vor leben die Deutschen, denen man fundamentale Rechte vorenthält, in völliger Rechtlosigkeit und Erniedrigung. Angesichts des über uns schwebenden Damoklesschwerts der totalen Vernichtung in einem Atomkrieg befinden sich die Deutschen tatsächlich im „würdelosesten Zustand“ ihrer Geschichte (Hellmut Diwald).

Die Existenz Deutschlands steht auf dem Spiel. Es geht um Sein oder Nichtsein! Fragen der Ideologie sind angesichts der drohenden Vernichtung zweitrangig! Alle Deutschen, die es noch sein wollen, sind dazu aufgerufen, sich des drohenden atomaren Untergangs bewußt zu werden und politisch zu handeln. Nur eine nationale Politik zum Schutze des Volkes, ist wirklich deutsche Politik. Nehmen wir wieder unser Schicksal selbst in die Hand und beenden die unwürdige Fremdherrschaft! Wir fordern alle Deutschen auf:

Befreit Deutschland aus atomarer Geiselhaft!




Die türkische Antwort

Man kann den türkischen Premierminister Erdogan gar nicht genug loben für seine klugen und kühnen Worte, die er während seines Besuches beim BRD-Regime fand, und die er nach seiner Rückkehr in die Türkei bekräftigte: Der Türke bleibt Türke, man mag ihn mit BRD-Pässen ausstatten soviel man will, und Assimilation ist ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, denn den Türken wie einen Deutschen zu behandeln ist eine Mißhandlung.

Es gibt also gar keine „türkische Frage“, die der FAZ-Leitartikel vom 12.2.08 heraufziehen sieht, sondern allein eine türkische Antwort. Und die ist eine schallende Ohrfeige für Merkel und Konsorten. Und wer den Schaden hat, der braucht bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen und so verlangte Erdogan, die BRD möge türkische Lehrer importieren und türkischsprachige Universitäten in Deutschland einrichten und bezahlen.

Die Türken haben ihren alten Eroberergeist nicht verloren, sondern jugendfrisch erneuert. Sie wissen seit langem, daß sie die Mitte Europas erobern müssen, um der Rache für die Zerstörung des christlichen Reiches von Byzanz zu entgehen und nicht aus Kleinasien, dem alten europäischen Siedlungserweiterungsgebiet, wieder hinausgeworfen zu werden. Deshalb standen sie immer wieder vor Wien. Aber so tief und massenhaft nach Mitteleuropa einzudringen wie gegenwärtig, das war ihnen noch nie gelungen. Sie haben also keinen Grund, sich jetzt kleinlaut zu verhalten. Sie sind in der Lage, aufs Ganze zu gehen.

Der selbstbewußte türkische Staat ist ein noch ganz anderer Herausforderer des BRD-Systems als die arabisch-muslimischen Individualterroristen. Sollte der türkische Staat zur Zersetzung der BRD-Autorität wesentlich beitragen, wird er eine nützlich-paradoxe Rolle in der Befreiung Deutschlands spielen. Denn die neue Türkengefahr wird erst vom Vierten Reich mit der Gesamtentausländerung Deutschlands beseitigt werden.




Hindenburg und Putin

Im Jahre 1932, am Ende des liberalen Gesetzgebungsstaates der Weimarer Republik, schrieb Carl Schmitt, der bedeutendste Jurist des 20. Jahrhunderts, eine Abhandlung über „Legalität und Legitimität“. Darin verlangte er von Hindenburgs verfassungsmäßiger Präsidialdiktatur (die dabei war, ihre Präsidialkabinette Brüning, von Papen und von Schleicher nacheinander auszureizen), die Machtprämie des legalen Staatsoberhauptes für zielgerichtete Plebiszite zu nutzen, welche die grundsätzlichen Mängel der Legalität durch Neugewinnung von Legitimität wettmachen. Diese Plebiszite sollten das Volk vor entscheidbare Alternativen stellen, ihm politische Fragen vorlegen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden können und das Reich auf einen Kurs umsteuern, der es vor dem Abgrund der legalen Machtergreifung durch eine Partei oder Bewegung bewahrt, die dann, einmal an der Macht, die Tür der Legalität hinter sich zuschlägt und weitere legale Machtergreifungen mittels verfassungsgesetzlicher Superlegalität verhindert. Carl Schmitt wollte 1932, daß der deutsche Reichspräsident Hindenburg durch Plebiszite Hitler verhindert.

Der russische Reichspräsident Putin hat anscheinend die Lektion des deutschen Denkers begriffen und die russische Parlamentswahl in ein Plebiszit für sich umgewandelt, die seiner Bewegung die verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit im Parlament bescherte.

Über den jetzt in Rußland eingetretenen Zustand der Herrschaft der Superlegalität einer Mehrheit, die jede gewünschte Verfassung für sich (sogar mit Ewigkeitsklauseln versehen) völlig legal beschließen kann, schrieb Carl Schmitt damals:

In der Einführung qualifizierter Mehrheiten ist ein Widerspruch gegen das Prinzip des parlamentarisch-demokratischen Gesetzgebungsstaates enthalten, der sich schließlich so weit treiben läßt, daß er in seiner letzten, aber formalistisch folgerichtigen Konsequenz die Legalität selbst als Prinzip legal beseitigt. Die verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit könnte den Augenblick ihrer Mehrheit benutzen, um mit Verfassungskraft zu beschließen, daß bestimmte Interessen und Personen in Zukunft auch gegen 100 vH aller Stimmen geschützt, und daß bestimmte Normen für jede Art von Mehrheit oder Einstimmigkeit überhaupt unabänderlich seien. Für ein formalistisch-gegenstandsloses Denken ist das legal, in bester Ordnung und auf legale Weise in Ewigkeit nicht mehr zu beseitigen.

Im BRD-Grundgesetz mit seinen Ewigkeitsklauseln ist der Albtraum des Carl Schmitt Verfassungswirklichkeit geworden. Vielleicht lernt Putin auch noch diese sehr besondere Lektion des BRD-Grundgesetzes und läßt seine superlegale Mehrheit in die neue russische Verfassung hineinschreiben, daß die Prinzipien des Putinismus ewig und unveränderlich seien, und daß gegen jeden, der es unternehme, die gelenkte Demokratie Rußlands zu beseitigen, Widerstand zu leisten, also ein Bürgerkrieg zu führen sei. Traut Putin sich, das zu tun, dann ist Rußland wirklich in der Mitte Europas, wie sie derzeit verfaßt ist, angekommen.




Soll die RAF die BRD-Terroristen begnadigen?

I

Aller Krieg ist Schrecken, auch der Krieg der Gedanken. Der gedankliche Krieg kann ignoriert werden, der physische Krieg nicht. Der Schrecken ist das vernichtende Hereinbrechen der Wahrheit in die menschliche Existenz und erscheint als Tat und Tatsache erst dann, nachdem er als Gedanke andauernd ignoriert wurde. Es gibt den kleinen Schrecken, den größeren Schrecken und den größten Schrecken; dieser ist der wahre Terror . Es ist immer die Gewalt, die terrorisiert, die den Schrecken verbreitet. Den größten Schrecken verbreitet der Inhaber des Monopols der Gewalt, der den Mechanismus des Staates steuert: er ist der absolute Terrorist, er verbreitet den Schrecken, der von vornherein als überwältigend erfahren und daher zumeist als unbedingter Zwang hingenommen wird.

Wer in öffentlicher Absicht dieses Gewaltmonopol bricht und einen kleinen Schrecken gegen den größten verbreitet, ist ein gewöhnlicher Terrorist, also ein relativer. Hat der Staat als absoluter Terrorist die relativen Terroristen niedergekämpft und die Überlebenden langjährig eingekerkert, kann er sich dann eines Tages, zwecks Krönung seines Sieges, die Frage stellen, ob er denn gegenüber dem Rest seiner geschlagenen Feinde Gnade walten lassen und dadurch Souveränität zeigen wolle. So kam es zu der ziemlich unwichtigen Frage, ob die BRD die RAF-Terroristen begnadigen soll.

Gnade steht über dem Recht . Sie steht auch über der Gewalt und der Macht . Das gilt sogar für die reichszerteilenden Unrechtsregimes in Österreich und im Altreich, die im Dienste der Fremdherrschaft das Deutsche Volk niederhalten und schrittweise zerstören. Wenn Gnade walten soll, muß zuvor der Gnädige denjenigen, demgegenüber er Gnade erweisen will, auf irgendeine Art, sei es durch militärische oder strafgesetzliche Verfolgung, in seine Gewalt gebracht haben. Da die Rote Armee-Fraktion (RAF) die BRD-Terroristen nicht in ihre Gewalt zu bringen vermocht hatte, sondern geschlagen wurde und am 20. April (!) 1998 ihre Auflösung bekanntgab, kam sie erst gar nicht in die Lage, die BRD-Terroristen begnadigen zu können, auch wenn sie es hätte sollen.

II

Die alte RAF erlebte ihren Höhepunkt im Herbst 1977 und war, ganz im Gegensatz zum SDS der 68er Bewegung, der im Herbst 1967 kulminierte, eine ausgesprochen westdeutsche Erscheinung. Der SDS war in seiner Offensivphase mitteldeutsch geführt gewesen und wurde nach dem Attentat auf Dutschke im April 68 von westdeutschen Funktionären im Handstreich aufgelöst, so daß mit der Radikalisierung der Kerntruppe nach dem Ende der Studentenbewegung zwei Nachfolgeorganisationen anstanden: ein Theorie-SDS und ein Waffen-SDS. Der Stratege der nachmaligen ersten Generation der RAF fuhr Anfang 1970 zu Rudi Dutschke nach London, um dessen politische Zustimmung zur Eröffnung des bewaffneten Kampfes einzuholen. Dutschke war zwar für die Aufstellung bewaffneter Gruppen des nationalrevolutionären Lagers, aber gegen den Beginn des bewaffneten Kampfes in Mitteleuropa und verweigerte also seine Zustimmung zum kleinen Terror. Daß der Stratege nicht auf den angeschossenen Führer der abgelaufenen Studentenbewegung hörte, besiegelte von Anfang an das Scheitern der alten RAF und kostete viele Menschen das Leben.

Die Entstehungsgeschichte der alten RAF ist nur zu verstehen, wenn man den Symmetriebruch zwischen den Nachfolgeorganisationen des SDS beachtet. Während in den Formationen des Theorie-SDS die Denkungsart der mitteldeutschen Revolutionäre und damit die gesamtdeutsche Perspektive bestimmend blieb, verengte sich die Sicht im Waffen-SDS, der dann bald als RAF bekanntgeworden ist, auf westdeutsche Erfahrungen. Bestimmt wurde diese Sichtweise von der Nazi-Kinder-Fraktion aus den gehobenen Kreisen der BRD, die an wichtigen Einflußstellen in Wirtschaft und Politik mit der westlichen Besatzungsmacht kollaborierten. Die RAF war der bewaffnete Aufstand der Kinder der westdeutschen Kollaborateure gegen ihre Väter. Diese Kinder wurden geschüttelt vom Ekel vor der nationalen Ehrlosigkeit ihrer Väter, von der Abscheu vor der kapitalistischen Restauration, vom Entsetzen vor der moralischen Blindheit, die mit geheuchelter Einsicht in nationalsozialistische Verbrechen sich zu willfährigen Komplizen viel größerer, amerikanischer Verbrecher herabwürdigte, anstatt, wie es die vietnamesischen Kommunisten vormachten, den nationalen Befreiungs- und Wiedervereinigungskrieg gegen Amerika zu führen. Zur tragischen Symbolfigur dieser ganzen Gefühlslage wurde der sehr bedauernswerte Hans-Martin Schleyer, ein zum westdeutschen Arbeitgeberpräsidenten herabgekommener führender SS-Mann.

Die allein mögliche Schlußfolgerung aus dieser speziell westdeutschen Entstehungsgeschichte der alten RAF in der alten BRD ist also diese: Die Rote Armee-Fraktion war der einzige nationalrevolutionäre Befreiungsversuch von Westdeutschen in der ganzen bisherigen Nachkriegsgeschichte, der auch der speziell westdeutschen Geisteslage entsprang. Die Mitteldeutschen dagegen haben eine viel längere Liste von Aufstandsversuchen gegen die Fremdherrschaft vorzuweisen:
– den 17. Juni 1953,
– die Massenfluchtbewegung, die zur Systembankrotterklärung des Mauerbaues am 13. August 1961 führte,
– die 68er Bewegung in Westberlin und Westdeutschland, die die Konzeption einer Neuen Linken (NL) mit sich brachte, die gleichermaßen antikapitalistisch wie antikommunistisch und ebenso scharf antiproletarisch ausgelegt war und der dutschkistischen (von der vollautomatischen Produktion und entsprechender Massenarbeitslosigkeit ausgehenden) Strategie folgte,
– die 89er Abschüttelung der russischen Fremdherrschaft.

Die Erfolge der mitteldeutschen Altreicher wurden nur von denen der bergdeutschen Österreicher übertroffen, die bereits 1955 von allen vier offiziellen Besatzungsmächten sich befreien konnten. Nicht zuletzt lag das auch daran, daß die österreichischen Politiker nicht in dem Ausmaße und mit der Schamlosigkeit unerlaubte politische Kollaboration mit den Besatzungsmächten getrieben haben wie die altreichischen Politiker in West- und Mitteldeutschland.

III

Die RAF als der einzige Punkt geschichtlicher Ehrenhaftigkeit im ganzen bisherigen Bestehen der BRD ist unter allen deutschen Befreiungsbewegungen dadurch berühmt geworden, daß sie sich des bewaffneten Kampfes bediente, während die anderen Bewegungen politischer, ökonomischer, sozialer und ideologischer Natur waren. Die alte RAF hat hochrangige Landesverräter und Kollaborateure liquidiert und auch Besatzungssoldaten direkt angegriffen; darin folgte sie dem völkerrechtlich legitimen Verfahren des bewaffneten Kampfes einer jeden nationalen Befreiungsfront. Die RAF war hoch elitär, die anderen Bewegungen gingen von breiteren Schichten aus. Die RAF hatte auch einen massenfeindlichen Zug, sie wollte ihre Bomben in das rückständige Bewußtsein des Volkes werfen.

Anfang der 90er Jahre versuchten interessierte Geheimdienstkreise in der angeschlossenen Ex-DDR eine Braune Armee-Fraktion (BAF) herbeizureden, um mit dieser Inszenierung des Kampfes gegen einen Rechtsterrorismus auch der Neuen Deutschen Nationalbewegung (NDNB) das Rückgrat zu brechen. Aber so dumm, darauf hereinzufallen, waren weder die Nationalsozialisten noch die Nationalliberalen, Nationalkonservativen oder Nationalmarxisten. Da es also gottlob nach der RAF mit keiner BAF weiterging, blieb den Deutschen bislang ein Bruderkrieg erspart.

IV

Die Neue Deutsche Nationalbewegung von heute hat eine andere Verlaufsform als die Neue Linke von einst. Diese breitete sich schnell aber oberflächlich aus, jene wächst langsam und radikalisiert sich gründlich. Wie die NL damals sofort nationalrevolutionär, antikapitalistisch, antizionistisch und amerikafeindlich war, so wurde es die NDNB ganz allmählich. Die große Koalition der 60er Jahre wirkte jugendfrisch im Vergleich zur großen Koalition von heute. Daß tatsächlich das kapitalistische Globalsystem Rassenkämpfe herbeiführen würde, um von seinem Klassenkampf abzulenken und gewissermaßen Hitler historisch zu rechtfertigen, konnte sich in den 60er Jahren selbst die lebhafteste politische Phantasie nicht ausmalen. Andrerseits sind heute die Gedankenkriege des weltweiten Lagers der nationalen Revolution gegen die herrschende Macht der antinationalen Konterrevolution, die von der Anti-Nation geführt wird, unter deutscher Federführung siegreich geschlagen. Aber, wie Machiavelli schrieb, siegt in der theorielosen Wirklichkeit nur der bewaffnete Prophet, der unbewaffnete wird scheitern.

Die Macht ist nur mit Waffengewalt zu erobern. Man kann dabei fremde Truppen, gemietete Söldner oder eigene Kampfverbände benutzen. Schon in der alten RAF hatten arabische Kleinterroristen als Söldnertruppe für deutsche Kämpfe fungiert, der islamische Terror von heute wirkt im Kampf gegen das judäo-amerikanische Imperium wie eine Hilfe durch fremde Waffen. Der innere und der äußere Feind sind militärisch beschäftigt, ohne daß die nationale Revolution bisher zu den Waffen greifen mußte. Zwar tut sie klug daran, sich in dieser Frage vorläufig noch zurückzuhalten, weil die Zeit zu ihren Gunsten arbeitet, aber letztlich braucht, wer die Macht erobern will, eigene Truppen. Deshalb wird sich über lang die Frage einer neuen RAF für das nationale Lager stellen, die als Reichs-Armee-Fraktion agiert.

Das in die Handlungsunfähigkeit geschlagene Deutsche Reich wird durch umfassenden und absoluten Terror der Siegermächte und ihrer Kollaborateure niedergehalten. Das Deutsche Reich existiert nur in den Reichsdeutschen. Jeder einzelne von ihnen hat das Recht, sich in ein militärisches, gerichtliches oder sonstiges Reichsorgan auszudifferenzieren und in dessen Besonderheit souverän zu handeln. Folglich darf auch jederzeit eine Reichsarmeefraktion, also eine neue RAF, entstehen. Es wäre völlig rechtmäßig. Niemand kann den Reichsdeutschen oder ihren Schutzgenossen verbieten, solches zu tun, weil es eben kein Reichsorgan gibt, das über ihnen steht. Jeder einzelne Reichsdeutsche verfügt über alle Souveränität des Reiches. Daß eine neue RAF jetzt noch militärisch verfrüht und auch politisch zumindest ein Fehler wäre, steht auf einem ganz anderen Blatt.

V

Der Krieg, lehrt Clausewitz, ist eine Form des gesellschaftlichen Verkehrs, in der gesellschaftliche und also auch politische Zwecke gegen widerständigen Willen erzwungen werden. Die Taktik ist die Anwendung der Mittel (Waffen) im Gefecht, die Strategie die Verwendung der Gefechte zum Ziel des Krieges, dem Sieg, also der Durchsetzung der gesellschaftlichen Zwecke gegen den Willen des Feindes. Wird im symmetrischen Krieg jede Seite versuchen, die Strategie aus einer Folge von Gefechtssiegen aufzubauen, so tut der asymmetrische oder Partisanenkrieg das Gegenteil, er sucht den strategischen Sieg mit einer langanhaltenden Reihe von Gefechtsniederlagen zu erringen. Die Niederlage im Gefecht ist die Räumung des Kampffeldes, der Sieg seine Behauptung. Kann der Sieger im Gefecht den Partisanen, der einen Schlag geführt und dann weggelaufen ist, in der Verfolgung nicht stellen und vernichten, hat der Sieger nur einen Verlust. Fügt das von der kommenden Reichsarmeefraktion gegebenenfalls anzugreifende Reichszerteilungsregime sich durch weltweite Militäreinsätze solche Verluste selber zu, sollte man mit dem Krieg des kleinen Terrors gegen den absoluten Terror, den das Dasein der BRD darstellt, noch warten. Sind die BRD-Terroristen dann eines Tages dingfest gemacht, kann man sich überlegen, ob sie auf dem Rechtswege ihren Kopf verlieren oder auf dem Gnadenwege ihn behalten sollen.




Antifaschistische Erklärung

Eine antifaschistische Erklärung abzugeben in dem Sinne, nur sich selber gegen den Faschismus zu erklären, ohne aber den Faschismus zu erklären, das wäre ein eitles Unterfangen nach der Art der herrschenden BRD-Ideologie, die aus der Verteufelung ihrer geschichtlichen Vorgänger eigene Legitimität herbeizureden sucht. Außerdem erhöht das die Faszination des Faschismus, die er in den kollabierenden parlamentarischen Demokratien des Westblocks offensichtlich gewinnt. In der Erwartung, daß die alte Parole der 68er Wortergreifung – »Kapitalismus führt zum Faschismus, Kapitalismus muß weg!« – bald wieder aktuell werden wird, sieht das Deutsche Kolleg sich zu jener allein glaubwürdigen Erklärung gegen den Faschismus veranlaßt, die in der Erklärung des Faschismus liegt.

Wie alle Revolutionen Konterrevolutionen hervorrufen, so haben auch die von der kapitalistischen Revolution heim­ge­such­ten Völ­ker mit kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­ren Be­we­gun­gen re­agiert, – in Frank­reich, Ita­li­en, Spa­ni­en, Por­tu­gal, Ar­gen­ti­ni­en, Ru­ß­land und an­dern­orts. In Deutsch­land als dem höchst­ent­wi­ckel­ten Land und In­ne­ren Reich Eu­ro­pas ge­schah das am frü­hes­ten und auf phi­lo­so­phi­scher Hö­he, hier wa­ren die weg­wei­sen­den Den­ker Scho­pen­hau­er, Nietz­sche und Hei­deg­ger, in der Zwi­schen­kriegs­zeit dann die Köp­fe der Kon­ser­va­ti­ven (Kon­ter-)Re­vo­lu­ti­on, al­le­samt Na­tu­ra­li­en­phi­lo­so­phen, de­ren Men­schen­bild ei­ne pes­si­mis­ti­sche Ethik ent­we­der des Mit­leids mit der mensch­li­chen Schwä­che oder der Ver­herr­li­chung der mensch­li­chen Stär­ke her­vor­rief und de­ren vor­po­li­ti­sches Den­ken sich auf die Na­tu­ral­for­men von Welt, Wil­le, Ge­walt und Macht kon­zen­trier­te. Da­mit war die phi­lo­so­phi­sche Grund­la­ge ei­ner Kon­ter­re­vo­lu­ti­on des Den­kens und Han­delns ge­legt. Kon­ter­re­vo­lu­tio­nen sind Um­keh­run­gen we­sent­li­cher Ver­hält­nis­se in den Ge­mein­we­sen der­art, daß al­te und tie­fer­ste­hen­de Ver­hält­nis­se we­sens­be­stim­mend wer­den. Sol­cher­art Kon­ter­re­vo­lu­ti­on war der Fa­schis­mus.

Der Faschismus kam allerdings im Deutschen Reich praktisch nicht zum Zuge, sondern nur in den katholischen Ländern, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Durchmarsch des Liberalismus über sich hatten ergehen lassen. Deutschland erwies sich gegen den Faschismus so resistent wie zuvor gegen den Liberalismus. Deutsch­land er­leb­te den völ­kisch-na­tio­na­len So­zia­lis­mus, der sich auf Grund von Hit­lers Bünd­nis mit dem fa­schis­ti­schen Ita­li­en kon­ter­re­vo­lu­tio­när be­schmutz­te. Aber im Kern war dem deut­schen Na­tio­nal­so­zia­lis­mus – durch sei­ne völ­kisch-na­tio­nal­re­vo­lu­tio­nä­re Grund­aus­rich­tung, durch die Deut­sche Ar­beits­front und den Reichs­ar­beits­dienst – die an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Re­vo­lu­ti­on ge­lun­gen.

Der Fa­schis­mus des 20. Jahr­hun­derts fand sei­ne klas­si­sche Aus­prä­gung in Ita­li­en. Er war ei­ne rö­mi­sche Dik­ta­tur, aber kei­ne ori­en­ta­li­sche Des­po­tie. Da­mit zeig­te er sich als an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Kon­ter­re­vo­lu­ti­on des an­ti­ken Typs – ein Grab der Völ­ker und ei­ne Über­hö­hung des Staa­tes zum Im­pe­ri­um. Mus­so­li­nis Fa­schis­mus be­ruh­te nicht auf dem völ­ki­schen Prin­zip, weil die Be­woh­ner der apen­ni­ni­schen Halb­in­sel seit der rö­mi­schen Kai­ser­zeit we­gen des im­pe­ria­len Im­ports frem­der Ar­beits­kräf­te kein Volk mehr sind und auch im 19. Jahr­hun­dert kein ita­li­sches Volk wie­der­auf­er­stand.

Dik­ta­tur ist bei re­pu­bli­ka­ni­scher Staats­form im Fal­le des Staats­not­stan­des un­ver­meid­lich und in den Ver­fas­sun­gen vor­ge­se­hen. Die kon­sti­tu­tio­nel­le Mon­ar­chie als Staats­form be­darf kei­ner Dik­ta­tur­re­ge­lung, wenn der Re­gie­rungs­chef nicht von der Par­la­ments­mehr­heit, son­dern vom Mon­ar­chen ein­ge­setzt wird. Daß in Deutsch­land die Re­gie­rung Hit­ler die Ge­stalt ei­ner Dik­ta­tur an­nahm, war Schuld der von den Sie­ger­mäch­ten des Ers­ten Welt­krie­ges völ­ker­rechts­wid­rig er­zwun­ge­nen re­pu­bli­ka­ni­schen Staats­form nach der Wei­ma­rer Reichs­ver­fas­sung. Ei­ne star­ke Mit­schuld an der dik­ta­to­ri­schen Form der Re­gie­rung Hit­ler traf die par­la­men­ta­ri­schen De­mo­kra­ten der Wei­ma­rer Re­pu­blik, die den Not­ver­ord­nungs­ar­ti­kel der auf­ge­zwun­ge­nen Reichs­ver­fas­sung mit­be­schlos­sen und zu­vor sel­ber mehr­fach als Dik­ta­tur­voll­macht ge­nutzt hat­ten. Hit­ler sel­ber ver­stand sich nicht als An­ti-De­mo­krat, son­dern rich­ti­ger­wei­se als Geg­ner der par­la­men­ta­ri­schen Re­gie­rungs­form und direktdemokratischer Volksführer. Der einzige Deutsche, der ihm in der Nachkriegszeit in dieser Rolle hätte nachfolgen können, wäre Rudi Dutschke gewesen.

Der Faschismus war die antike Konterrevolution, der Kommunismus die asiatische Konterrevolution gegen den Kapitalismus im 20. Jahrhundert. Mussolini trat konsequenterweise als römischer Diktator auf, Stalin ebenso folgerichtig als orientalischer Despot. Mussolini arbeitete seine Proskriptionslisten ab und begann, die Provinzen des Imperium Romanum zurückzuerobern. Stalin führte in Rußland die Zentralverwaltungswirtschaft ein, ganz wie ein ägyptischer Pharao, nur auf Grundlage industrieller ursprünglicher Kapitalakkumulation. Beide Herrschaftssysteme waren keine progressiven Durchgangsstadien zu etwas geschichtlich Höherem, sondern Rückfälle, geschichtliche Verschnaufpausen oder Delirien. Hegel sagte dazu: In der orientalischen Despotie ist einer frei (der Despot), in der klassischen Antike sind es einige (Eupatriden, Patrizier etc.).

Deutsche Denker wie Kant, Fichte, Hegel und Dutschke sind durch ihren Geschichtsprogressismus an historischen Konterrevolutionen desinteressiert und durch die systematische Basierung der Philosophie des objektiven Geistes auf dem Begriff des Rechts theoretisch-systematisch gegen jedes Absinken in den Faschismus immunisiert. Das Deutsche Kolleg setzt diese Tradition fort und denkt den Organismus des Volkes nicht naturalistisch, sondern als Person und damit auch den Staat als Nation, aber nicht als formelle Nation (Willensnation), sondern als reelle Nation (Nationalstaat), als souveräne Gemeinschaft von Abstammung, Sprache und Schicksal, nicht als Gesellschaft .

Die Verfassung des reellen Nationalstaates beschreibt die Volksgemeinschaft als Organismus. Dadurch ist die Verfassung zunächst eine Realverfassung. Sie vereinigt das wirkliche arbeitsteilige Zusammenwirken der Besitzergemeinschaft aller Volksgenossen zu dem beseelten, einen Gemeinschaftszweck verfolgenden Apparat der öffentlichen Gewalt zwar nicht zu einer Person, aber zu einem Besitzer. Dieser ist in um so besserer Verfassung, je leichter und kraftvoller er als Gemeinschaft wirkt, je mehr er an einen tierischen Organismus erinnert, an ein starkes Raubtier wie Adler oder Löwe, die beliebtesten Symboltiere des Staatsorganismus, den der staatsbürgerliche Gesamtverband aller Volksgenossen bildet. Die Frage der Verkehrsform und also der Rechtlichkeit, die die öffentliche Gewalt zu einem konkret-allgemeinen Rechtssubjekt und damit zum Staat macht, ist damit noch nicht berührt.

Dem Staat als objektivem Geist stehen zu seiner Selbstbegreifung und Selbstdarstellung nicht nur die Ideen des Lebens, des Erkennens und des Handelns und die absolute Idee zur Verfügung, sondern auch die naturphilosophischen Bestimmungen des animalischen Organismus, des Individuums mit seiner Krankheit und seinem Tod. Den Staat als Naturalie, d.h. als Verfassung, zu beschreiben geht also nicht ohne den Organismus-Begriff. Nietzsche und alle anderen Naturalienphilosophen nach Hegel haben den Staat als kältestes aller Ungeheuer, als Lebenselan, als Starkes gegen alles Schwache, als Übermensch u.ä. beschrieben. Auch das humanistische Menschenbild begreift den Staat nur natural, nur als Humanorganismus, ganz wie das rassistische. Der Rassismus ist allerdings differenzierter als der Humanismus, weil er wenigstens die Elementarunterschiede innerhalb der Menschheit berücksichtigt.

Hegel und Hitler bleiben unbegreifbar, solange man das politische Menschenbild Hegels und das naturalistische Menschenbild Hitlers, somit Verkehrsform und Naturalform, nicht unterscheidet und nicht ihre Einheit in der Rechtsform herstellt. Und gar, wie derzeit üblich, den historischen deutschen Nationalsozialismus mit dem italienischen Faschismus gleichzusetzen, versperrt gänzlich den Blick auf die historische Logik. Das ganze gegenwärtige, unendlich-gedankenlose Gerede über Faschismus und Gesellschaft, das Faschismus nicht von Nationalsozialismus und Gesellschaft nicht von Gemeinschaft unterscheiden kann, verurteilt das Deutsche Kolleg ein für alle Mal – und den Faschismus selber sowieso!

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Der Tod aller Kulturen im Weltkulturerbe

  1. Bevor das Werk einer Kultur zum Erbe erklärt werden kann – muß der Erblasser tot sein. Bevor nicht alle Kulturen der Welt tot sind, können ihre Werke nicht von einem Alleinerben zum Weltkulturerbe erklärt werden. Ohne den Tod aller Kulturen kein Weltkulturerbe.
  2. Es gibt im privaten wie im öffentlichen Bereich üble Figuren und Organisationen, die die voraussichtlichen Erbtanten betrügen, um das Erbe zu erschleichen und sogar solche, die die Erblasser ermorden, um deren Eigen an sich zu reißen. Wie um jedes andere Erbe so wird auch um des Kulturerbes willen betrogen, geraubt und gemordet.
  3. Geschichtliche Subjekte, die Werke ihrer Kultur der UNO als sogenanntes Weltkulturerbe anbieten, geben zu erkennen, daß sie auf ihre nationale Kultur zugunsten einer Weltbehörde zu verzichten bereit sind, die es dann zu ihrem eigenen Ruhme zum Weltkulturerbe ausruft. Zur Demütigung der enterbten Völker wird an den fraglichen Objekten sodann eine UNO-Aufschrift angebracht. Diese erinnern an Grabinschriften auf Friedhöfen.
  4. So wie die Erben das Erbe und dieses den Erblasser – einen Toten – voraussetzt, so ist die zum Erbe gewordene Kultur ein gestorbener Kultus und eine Gesamtheit von außer Gebrauch gesetzten Kultwerken. Denn Kultur ist jenes, das ein bestimmtes Volk zu tun pflegt auf dem Grund und Boden seiner Agrikultur, zu tun pflegt in Handlungen, Gegenständen und Werken seiner Kultur, die erst als abgestorbene zum Erbe wird. Die vorgebliche Weltkultur, in deren Erbe die verstorbene Nationalkultur eingegangen sei, soll dem entthronten Volke ein Trost sein; aber die sogenannte Weltkultur ist bloß eine globale Zivilisation. Zivilisation ist der Weltzustand nach dem Tode der Kulturen der Völker.
  5. Zivilisation ist Bürgerlichkeit, die sich in Staatsbürgerlichkeit und Gesellschaftsbürgerlichkeit unterscheidet. Letztere heißt auch Zivil- oder Bürgergesellschaft. Seitdem die Erdoberfläche unter Staaten aufgeteilt ist, kommt auf ihr jedem Menschen Staatsbürgerlichkeit zu, auch im Falle der Unterwerfung der Erde unter einen einzigen Staat, den Weltstaat. Über einige Staaten wird von anderen Staaten behauptet, daß deren Zivilgesellschaft unterentwickelt sei oder ihre Kapitalfraktion, also der Liberalismus, noch nicht ausreichend dominiere. Darin drückt sich der globalistische Wille zum Weltstaat aus, aber Gesellschaftsbürgerlichkeit ist ebenso allgemein, für jeden Einzelnen, gegeben wie die Staatsbürgerlichkeit. Diese beiden, zusammen mit einem Satz technischer Voraussetzungen und Entwicklungen, die aus dem Erbe der verstorbenen Kulturen der geschlagenen Völker stammen, bilden die heutige Zivilisation.
  6. Die globale Bürgergesellschaft, beglückt mit dem „Weltkulturerbe der Weltgemeinschaft“, ist der heute weltweit zu beobachtende paradoxe Zustand einer Allgemeinheit der Absonderlichkeit, der dem Totalitarismus des Besonderen Standes entspringt, welcher mit einem jedweden System der parlamentarischen Regierungsbildung sich unvermeidlich einstellt. In dieser totalitären Absonderlichkeit greift um sich nicht so sehr das häufig zitierte „induzierte Irresein“, sondern eine hirnorganische Erkrankung des kulturellen Gedächtnisses der in der Absonderlichkeit des Parlamentarismus befangenen Völker. Eine geistige Erkrankung zu attestieren wäre zu geistreich; es handelt sich um kollektives Alzheimer.
  7. Die Völker sind also nicht verrückt geworden, sondern hirnorganisch erkrankt. Die „Barbarei der Reflexion“ in Vicos Sinne, die Vernichtung der eigenen Kultur durch den Verlust der Gemeinschaftsfähigkeit, der sich in dem Atomismus der Individuen zeigt, das war gestern. Heute herrscht der organisch erzwungene Schwachsinn, der völlige Gedächtnisverlust, der sich „Erinnerungskultur“ nennt, also die ruhige Spätphase der Alzheimerschen Krankheit. Den Leuten wird mittlerweile alles gleichgültig, auch die UN-Kultur der UNO. Wie zur Illustration dieses Sachverhalts hat heuer bei den Bayreuther Festspielen eine Ur-Enkelin Richard Wagners zur Rechtfertigung ihrer systemkonform-debilen Inszenierung der „Meistersinger“ erklärt: „Es gibt keine deutsche Kultur mehr!“ Für eine Regisseurin, die ja weder dichten noch komponieren, weder schauspielern noch musizieren noch singen können muß und folglich keine Künstlerin und keine Kunstdarstellerin, sondern lediglich eine Kunstsekundärdarstellerin zu sein hat, ist das fast schon ein Geistesblitz!
  8. Relativismus allenthalben, der deutsche Papst hatte es schon früh beklagt. Der Relativismus der Kulturen kündigte sich an, als die Linkischen – die reaktionär gewordene und in den Antigermanismus abgeglittene ehemalige Linke – von der multikulturellen Gesellschaft zu faseln begann. Als dann sich selbst so verstehende Konservative dem eine deutsche Leitkultur entgegensetzten, war jeder Rest von Begriffsklarheit beseitigt, denn die Einführung einer Leitkultur ist ja nur die Weiterentwicklung des Multikulturalismus, hat sie doch viele geleitete Kulturen zur Bedingung! (Das ist nichts anderes als das Verhältnis von Leitwährung und Folgewährungen im Devisenhandel.) Die Anerkennung einer Kultur als Leitkultur würde ihren Sieg in einem Kampf der Kulturen voraussetzen. Aber im Spätkapitalismus gibt es keine Kulturen mehr, die in ihrer Rasse und in ihrer Nation immer die einzige sind, sondern nur noch die globale Zivilisation. Überwunden werden kann diese nicht unmittelbar von der alten Kultur, sondern nur von den beiden Hauptausbeutungsobjekten des Kapitals: der Natur der Erde und der Arbeitskraft der Völker.
  9. Daß die UNO diese Tendenz zum Kulturen-Mord und damit zum Völker-Mord hat, ist nur zu verstehen, wenn man sich aus der Erinnerung hervorruft, daß die UNO nach dem zweiten Weltkrieg aus dem völkerrechtlichen Mord am Deutschen Reich entstanden war. Denn das Deutsche Reich als Weltgestaltungsmacht war in der Lage gewesen, die Fortexistenz der überwiegenden Mehrheit der Staaten in Frage zu stellen. Das Deutsche Reich hätte als völkische Macht die Welt nach dem Prinzip Ein-Volk-ein-Staat umgestalten können, zumindest seine Propaganda lief in diese Richtung. Die Mehrheit der bestehenden Staaten hätte sich Sezessions- und Auflösungsforderungen und dem Verlangen der Völker, ethnisch exklusive Staaten, also reelle Nationen oder Nationalstaaten anstelle formeller Nationen oder Staatsnationen zu bilden, ausgesetzt gesehen. Die Mehrheit der bestehenden Staaten trat der UNO freiwillig bei, gleichsam als einer Versicherungsgesellschaft gegen die Forderungen der von ihnen vereinnahmten Völker.
  10. Völker sind wie Jesus: sie können wiederauferstehen. Zuvor werden sie untergehen, aussterben, gekreuzigt werden, vergreisen – und doch sich in Volksaufständen, nationalen Befreiungskriegen und sozialen Revolutionen wieder aufraffen, sich verjüngen und kulturell und politisch wiederaufsteigen. Im Zeichen des Kreuzes werden die Völker siegen – oder in den Klauen des Mammons zur Hölle fahren.




Die Wiederauferstehung Ostdeutschlands

Auf Polen ist Verlaß. Es läßt sich von der Westmacht einmal mehr zum Aufmarschgebiet gegen das Reich (und diesmal auch gegen Rußland) machen. Polen will seine Staat­lichkeit, die das Deutsche Reich ihm heute vor 90 Jahren geschenkt hat, unbedingt wieder verlieren. Ein polnischer Staat, wußte schon Bismarck, bedeutet eine französische Armee im Weichsel­bogen. Die neueste Variante dieses Spiels: amerikanische Raketen­stellungen im polnisch besetzten Süd-Ostpreußen[1. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,433983,00.html // FAZ vom 04.11.2006 »Washington verspricht Polen besonderen Schutz«].

Passend erklingt dazu das Säbel­rasseln der groß­polnischen Träumer. Weder Geld noch Unter­würfigkeit können deren Un­ver­frorenheit besänftigen. Diese Lektion lernten die links­liberale taz, die Auslands­journallie, EU-Parlamentarier und die BRD-Lagerleitung[2. http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23150/1.html // http://www.lr-online.de/nachrichten/laurundschau/tagesthemen/art1065,1391669.html?fCMS=6221564f153f639ffbd0c61215d0d66a
// http://www.welt.de/data/2006/10/05/1059771.html
// http://www.welt.de/data/2006/10/30/1092633.html]. Die Polen­romantik des 19. Jahrhunderts wird nach­träglich zur wirk­lichen Peinlichkeit der deutschen Geschichte, der Erste September 1939 dagegen zum wirk­lichen Tag der Befreiung.

Das schlechte Gewissen des Land­räubers duldet noch nicht einmal die museale Selbst­abwicklung korrumpierter Vertriebenen­funktionäre mittels Reflexion über »Vertreibung an sich«[3. http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2128915,00.html]. Einem Bauernvolk muß die widerstands­lose Preisgabe wertvollen Acker­bodens unbegreif­lich und verdächtig bleiben. Die besondere Vertreibung der Ost­deutschen hängt damit weiter als Damokles­schwert über dem europäischen Status quo, wie tief die BRD-Oberen in ihrer Selbst­erniedrigung auch sinken mögen.

Erst die vereinigte Konter­revolution gegen das Deutsche Reich reichte der Moderne – der nomadischen Welt­bemächtigung – und der Herrschaft der Mindertüchtigen genügend Macht­mittel zur Bereinigung der lange schwärenden Deutschen Frage. Und erst dem Bruch dieses Bündnisses folgte das Ende der physischen Vernichtung und der zumindest wirtschaftliche Wieder­aufstieg der helotisierten Deutschen.

Die Ost­deutschen trugen dabei zwangsläufig die Hauptlast des Aufbaus und der sozialen und technischen Erneuerung, die weit vor 1968 mit voller Kraft betrieben wurde. Die ihre zonalen Ersatz-Existenzen neu aufbauenden Vertriebenen gaben den entscheidenden Zusatzantrieb des Wirtschaftswunders im Westen. Darüberhinaus nimmt für sie das Deutsche Kolleg weitere Funktionen an:

  1. Sie dienten als deutsche Gast­arbeiter, die für niedriges Lohn­niveau qualifizierte Arbeit von hoher Intensität mit starkem Gemein­wirtschafts­sinn leisteten.
  2. Der mit ihnen erhöhte Bevölkerungs­druck steigerte die Import­abhängigkeit, erzwang vermehrte Exporte und führte zu Orts- und Landschafts­verfremdung.
  3. Sie stabilisierten den Anti­kommunismus und beförderten die Verwestlichung und Amerikanisierung, die als kleinere Übel gegenüber Russifizierung und Polonisierung angesehen wurden.
  4. Sie trieben die Protestantisierung und Liberalisierung der West­zone voran.
  5. Sie boten der Christ­demokratisierung eine traumatisierte politische Verschiebe­masse.
  6. Sie sorgten für die moralische Verpreußung des neuen Rheinbundes und damit für die innere Stabilisierung der BRD.
  7. Das schlesische Bayern, das ostpreußische Westfalen usw. bildeten das unerreichbare Integrationsmodell für ein türkisches Kreuzberg und ähnliche Perversionen.
  8. In der DDR dagegen, wo fast ein Drittel der Bevölkerung »verschwiegene Vertriebene« waren, trugen sie die Erhebungen von 1953 und 1989 und wirkten dazwischen an der inneren Destabilisierung der DDR.

Nach dem Mauerbau 1961 begann der von Konservativen beklagte »Linksrutsch der BRD«[4. »Vielleicht wird man einmal die fünfziger und sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts als Dezennien der Freiheit betrachten. … Die Bedingungen der Freiheit lösten sich in den sechziger Jahren allmählich auf.« In: Die Stunde des Widerstands von Karlheinz Weissmann, JUNGE FREIHEIT 41/06, 06. Oktober 2006, http://www.jungefreiheit.de/]. Die aus Mitteldeutschland Getriebenen, die den ostdeutschen Vertriebenen in das Lohnarbeiterparadies BRD gefolgt waren, blieben nun aus. Zur Aufrechterhaltung der Mehrwertraten standen die umfassende Automatisierung und die Einfuhr fremdländischer Billiglöhner zur Wahl. Ideologisch verwestlicht setzte man vorrangig auf letzteres.

Der ostdeutsche Mohr hatte da seine Schuldigkeit längst getan. Nur nach Hause gehen durfte er nicht. Also begann der Untergang der ostdeutschen Stämme zwar mit deren Vertreibung; für dessen Geräuschlosigkeit aber sorgte nicht nur die unduldsame Holocaustreligion, sondern auch die alltägliche Vernutzung für Wohlstand, Westbindung und Demokratisierung. Vollendet wird er nun mit dem auf den Heimattagen sichtbaren, natürlichen Verschwinden der Pensionäre und der sprachlichen Besatzung ihrer Heimat mit den »Ossis« aus Mitteldeutschland. Die Notwendigkeit der Einheit von Blut und Boden für das Leben von Stamm und Volk ist jedoch ein für allemal bewiesen.

Es gibt kein Königsberg mehr, in dem ein Kant die Welt neu denken könnte. Im Schlesien von heute vergingen einem Eichendorff die Zauberworte. Für Kolberg drückt niemand mehr eine Patrone in den Lauf. Und Rübezahl? Der hat das BRD-Wirtschaftswunder vollbracht.unbekannt

Die erzwungenen Gebietsabtretungen seit 1918 haben das Recht des Deutschen Volkes auf Dauer verletzt. Tragen da Privatrechtsklagen von Vertriebenen noch stellvertretenden Charakter, so sind Menschenrechtsklagen auf ein eingebildetes »Recht auf Heimat« nur lächerlich[5. http://www.perlentaucher.de/buch/7466.html]. Die unübersetzbare Heimat, das Vaterländle, ist der Herstellungs- und Kultort von germanischer Gemeinschaft und natürlicher Sittlichkeit. Aber: »Keines der sogenannten Menschenrechte geht … über den egoistischen Menschen hinaus, über den Menschen, wie er Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft, nämlich auf sich, auf sein Privatinteresse und seine Privatwillkür zurückgezogenes und vom Gemeinwesen abgesondertes Individuum ist.«[6. Karl Marx, Zur Judenfrage, 1843, http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_347.htm] Entheimatung und Entvaterlandung sind die wirklichen »Menschenrechte«.

Der Phantom­schmerz des amputierten Reiches ist dank moderner Geschichts­bewältigung verewigt. Die ver­triebenen Stämme bleiben in ihren Nach­kommen als Substanz, als bloße Möglichkeit erhalten. Ihre notwendige Auf­erstehung dürfte wie eh und je über Heerzüge gelingen, die Geschichte schreiben. Den aus dem Aus­lande fliehenden deutschen US-Hilfspolizisten böte sich hier im Inland Gelegenheit zur Wieder­herstellung ihrer militärischen Ehre. Die Deutschen­hasser des maßlosen Nach­barn helfen dem zufälligen Anlaß des Zurück­schießens[7. http://www.jungewelt.de/2006/10-20/050.php] jeden­falls selbst nach. Auf Polen ist Verlaß.




Über die Unterschicht

  1. Einige unter der Oberschicht reden seit kurzem über die Unterschicht. Anderen unter der Oberschicht, die erst seit einer Generation aus der Unterschicht aufgestiegen sind, ist das peinlich, und sie beschuldigen „weltfremde Soziologen“, sich einer solch gemeinen Ausdrucksweise zu bedienen, die erst eine gesellschaftliche Spaltung hervorriefe, ganz so, als wären die Soziologen böse Zauberer. In der Revolverpresse werden inzwischen subproletarische Familien vorgestellt, die das öffentliche Geständnis ablegen, zur Unterschicht zu gehören; das gilt offensichtlich für nicht weniger aufregend als Enthüllungen zum Sexualleben von Prominenten.
  2. Das 19. Jahrhundert hatte lernen müssen, daß unterhalb des Bauern- und Handwerkerstandes eine unterbäuerliche und unterhandwerkerliche Schicht von ländlichen und städtischen Proletariern entstand, die nicht mehr nur vorübergehender Natur war, sondern sich auf Dauer einrichtete und beständig anwuchs. Die Arbeiterfrage war geboren. Die Bildungs- und Besitzbürger, die sich dieser Neufassung der ewigen sozialen Frage stellten, hatten selbstredend vergessen, daß sie einstmals selber eine bedrohliche soziale Anomie gewesen waren: ohne Bauernstelle, ohne Lehen und ohne Chance, in die Gefolgschaft eines Lehnsherren aufgenommen zu werden, waren sie weder Burgumwohner (Bauern) noch Burginwohner (Gefolgsleute), sondern nur Burganwohner, bloße Bourgeois und keine Citoyens, die schwarzarbeiteten und undurchsichtige Geschäfte trieben.
  3. Das 21. Jahrhundert beginnt gerade zu lernen, daß wieder eine neue soziale Kategorie entsteht. Man nennt sie nicht Subproletariat, sondern Prekariat, unterscheidet etwa noch ein abhängiges Prekariat von einem selbständigen Prekariat. Unter letzterem versteht man inkonsequenterweise die sog. Generation Praktikum, zumeist fertige Vollakademiker, die für wenig bis nichts arbeiten, um praktische Berufserfahrung vorweisen zu können. Prekär bleibt deren soziale Lage zumeist auch, wenn das Praktikum sich in freiberufliche Mitarbeit verwandelt, die aber häufig scheinselbständig ist, weil von einem einzigen Auftraggeber abhängig. Das einzig Nichtprekäre ist dann der Rückfall in das sogenannt abhängige Prekariat, das von Hartz IV leben muß. Aus dem Jungakademiker zwischen zwei Praktika ist dann bald ein stellungsloser und unvermittelbarer Altakademiker geworden. Als faktisches gesetzliches Grundeinkommen ist Hartz IV die im Augenblick einzige Stabilität in all der schreckensverbreitenden Flexibilität des globalkapitalistischen Systems. Allerdings ist Hartz IV ansteckend für Familienangehörige und andere Mitbewohner der Bedarfsgemeinschaften, die auf dem Wege der legalen Sozialinfektion insgesamt als Lohnarbeiterkandidaten behandelt werden, selbstredend nach vorhergehendem Gemeinschaftsverbrauch von Ersparnissen eines jeden Mitinsassen der Bedarfsgemeinschaft.
  4. Subproletariat ist die korrekte Bezeichnung für die neue Klasse der bürgerlichen Gesellschaft insofern, als sie dem Proletariat nachfolgt und zunächst nur einen unterproletarischen Lebensstandard verwirklichen kann; Nachproletariat ist aber noch richtiger, weil dieser Ausdruck nicht auf die änderbare Schichtung des Einkommens, sondern auf die historische Nachfolge abzielt. Ist das Proletariat jene Klasse, die in der bürgerlichen Gesellschaft von der Vermietung ihrer Arbeitskraft lebt, so ist das Nachproletariat jene neue produktionsmittellose Klasse, die, wenn überhaupt, nur ihre Arbeitskraft zu vermieten hätte, aber zumeist keinen Mieter findet.
  5. Das Proletariat, auch wenn es hohe Löhne erzielt, ist und bleibt die Klasse der Ausgebeuteten. Das Nachproletariat, auch wenn es noch so elend lebt, ist eine Klasse der Nicht-mehr-Ausgebeuteten. Das Nachproletariat lebt vorläufig noch, solange die Diktatur des Kapitals nicht gebrochen ist, vom staatlichen Transfer; das hat es mit der Staatsklasse gemein. Die mit der Staatsklasse um die Aufteilung des Transfers streitende Klasse des Nachproletariats kann man daher auch als Anarchistenklasse bezeichnen, weil sie nur einen Klassengegner, aber keinen Herrn hat. Die proletarischen Altersrentner, die zum Teil noch aus den Sozialversicherungskassen, strukturell zunehmend aber auch aus der Staatskasse versorgt werden, wachsen aus dem Altersproletariat heraus und in das Nachproletariat hinüber. Erst mit der Vollautomation der Produktion und damit dem Ende des proletarisch-kapitalistischen Zeitalters wird man sie gänzlich unter die nachproletarische Klasse subsumieren können.
  6. Die Unterschicht ist nicht der Abschaum. Der Abschaum sind jene, die immer oben schwimmen, gleichgültig unter welchem Regime; sie machen Propaganda für die FDJ genausogut wie Politik für die CDU. Die Abschäumer sind von den leichten Elementen in einer Population die zu leichten mit den nicht mehr weißen Westen. Der Abschaum ist der schmutzige Schaum der führenden Schwätzer und Schaumschläger, die Hartz IV predigen und Herr Hartz sind. Der Abschaum ist also fast immer in der Oberschicht zu finden und nie in der Unterschicht. Die Unterschicht gilt heutzutage eher als der soziale Bodensatz, der weder räumlich-horizontal mobil noch sozial-vertikal flexibel sei, sondern stur darauf beharre, sich möglichst auf dem Boden abzulagern und festzusetzen, auf dem er geboren und aufgewachsen ist. Die bodensätzige Unterschicht verteidigt daher auch am ehesten den Boden der Heimat gegen den ausländischen Pöbel, den der regierende Abschaum der Oberschicht ins Land geholt hat, um seine Herrschaft vom eigenen Volk unabhängig zu machen, die einheimische Arbeiterklasse zu entmachten und die Arbeitskraft billig wie Dreck werden zu lassen. Emanzipation vom eigenen Volk ist die Generallinie jener abschäumigen Demokratie, die zur Ochlokratie, zur Herrschaft der Schlechten, entartetet ist.
  7. Mit der Unterschichten-Debatte ist die BRD bei sich selber angekommen, bei ihrer Selbstverwahrlosung von geschichtlichem Ausmaß. Ursprünglich war die BRD als ein reines Besatzungskonstrukt der Westmacht mit dem Grundgesetz als Besatzungsstatut entworfen, in das die widerständigen deutschen Kollaborateure Sprengsätze hineinschrieben, indem sie das Gebilde als ein politisches Provisorium definierten. Der Vorzug des Grundgesetzes bestand darin, als Nicht-Verfassung mit Selbstauflösungsgebot programmiert worden zu sein. Später (aber lange vor dem Anschluß der DDR) kam dann mit Hilfe der judäo-amerikanischen Besatzungsmacht der Abschaum der Lizenz-Demokraten an die Selbstverwaltungshebel der Westzone, usurpierte dieses Provisorium und beansprucht bis heute seine Ewigkeit.
  8. Schichten bezeichnen in der Soziologie jenes Unwesentliche, das sich als ein Mehr oder ein Weniger, ein Oberes, Unteres oder Mittleres und ähnlich profiliert, aber eben nicht das Wesentliche unterscheidet. Den wesentlichen Unterschied verdeutlicht erst die Entgegensetzung der Klassen. Ein höheres soziales Wesen bezeichnet der Stand: Mittelschichten gibt es vielerlei, aber der Mittelstand ist nur jener der produktionsmitteleignenden (Haupt-)Arbeiter, von denen sich die produktionsmittellosen Arbeiter als Proletarier dadurch unterscheiden, daß sie eine eigene Existenz nicht gründen können und den Mittellosenstand bilden, der das Kapital auf der einen Seite und die Verelendung auf der anderen Seite ständig vermehrt. Um der Akkumulation von Kapital und Elend Einhalt zu bieten, muß die Gesellschaft unterworfen und also verbürgerlicht werden, damit die Gemeinschaft wiederaufersteht und als Volksgemeinschaft ihre Souveränität errichtet.



Hermann­schlacht um die Eva-Frage

  1. Kampf-Lesben, Feministinnen und sonstige karrieristischen Flintenweiber des ideologischen Systems der BRD haben jüngst eines der letzten Gefechte gewonnen in einem Krieg, den sie verlieren werden: Im NDR wurde eine Nachrichten­sprecherin, die in Büchern alte Wahrheiten über die Rolle der Frau ausgesprochen hatte, zur Kündigung ihrer abhängigen Be­schäftigungs­stelle – also zu etwas Richtigem – genötigt, um das Un­richtige, die Lohn­arbeit von Müttern und Ehe­frauen, zu verteidigen.
  2. Geschlechter­kampf und Rassen­kampf sind Hilfs­fronten des Klassen­kampfes. Der ideologisch-politische Apparat der Kapitalisten­klasse hetzt die Frauen in den Arbeits­markt, um die Markt­macht der proletarischen Männer zu brechen. Dem gleichen Zweck dient der Import ausländischer und fremdrassischer Arbeits­kräfte.
  3. Um zu begreifen, daß Verweiblichung, Veraus­länderung und Ver­rassung Waffen der Kapitalisten­klasse im Kampf gegen die proletarische Klasse sind, braucht man nur das Gesetz von Angebot und Nachfrage auf den Arbeits­kräftemarkt anzuwenden: Der Familien­lohn der proletarischen Familien­ernährer und damit die Sittlichkeit ist aufgrund des Über­angebots allein­stehender, weiblicher und ausländischer Arbeitskräfte am Binnen­arbeits­markt nicht mehr zu halten. Außer­häusige Frauen­lohn­arbeit wird erst familiärer Notbehelf und später die schlechte Gewohnheit der Selbst­entwertung. Die Ehre der Männer, die es sich verbietet, ihre Frauen zu fremden Leuten zum Arbeiten zu schicken, wird gegen­stands­los und verschwindet. Der Ehe- und Familienstand selber wird vom Ledigenstand verdrängt, am Ende steht der Elendsstand der alleinerziehenden Mütter und jetzt die demographische Katastrophe, die absolute Verelendung des Deutschen Volkes unter kapitalistischer Fremdherrschaft.
  4. Das kinderlose Weib, das derzeit die BRD bekanzlert, personifiziert in besonderer Weise den drohenden deutschen Volks­tod und die weibliche Daseins­verfehlung im allgemeinen, verbunden mit einem typischen staats­parasitären Doppel­verdienertum der Regime­funktionärs­paare, das sich als Emanzipation aufplustert.
  5. Den ersten und grundlegenden Verrat am Dutschkismus, an der national­revolutionären Wortergreifung von 1968, beging der Feminismus. Der Feminismus war die Mutter aller westdeutschen Konterrevolutionen. Für die National­revolutionäre machen nicht Klassen oder Rassen oder gar Frauen die Revolutionen, sondern die Völker. „Revolutionen werden nicht von einer Partei gemacht, sondern vom ganzen Volk“, schrieb Karl Marx (MEW 34, 514). Nachdem der Feminismus den 68ern in den Rücken gefallen war und vom Volk als Revolutions- und Geschichtssubjekt gleichsam das männliche Glied – den Kopf – abgetrennt hatte, wagte sich mit den K-Gruppen der 70er Jahre wieder der sozialdemokratisch-kommunistische Traditionalismus hervor, der erneut die Arbeiterklasse zum revolutionären Subjekt erklärte, die doch immer weiter schrumpfte. In den 80er Jahren ging die Initiative des konter­revolutionären Klassen­kampfes an die Konservativen und die Liberalen über und übersteigerte sich in den Spekulationsblasen der 90er Jahre, in denen das Kapital selber sich als permanente Revolution begriff und der Betriebswirt den Revolutionär in der Rolle des globalistischen Alleszertrümmerers spielte. Die frauen­emanzipatorische, anti­rassistische und anti­nationale Politik des Kapitals zerstörte jetzt nicht nur die natürliche Sittlich­keit der Familien und die korporative Sittlich­keit der bürgerlichen Gesellschaften, sondern die wirkliche Sittlichkeit der Staaten und Nationen.
  6. Aber die dutschkistische Strategie hat Recht behalten, die Arbeitslosigkeit der Massen ist zum sozialen Hauptkennzeichen im Spätkapitalismus geworden, denn in der BRD leben derzeit zusätzlich zur Staatsklasse schon über 40 Prozent der Bevölkerung vom Transfersystem und gehören damit zur Anarchistenklasse. Die bürgerliche Gesellschaft ist heute nicht mehr zur Hauptsache besitzbürgerlich (Faktoren Boden und Kapital) und auch nicht mehr kompetenzbürgerlich (Faktor Arbeit), sondern nachproletarisch-herrenlos, also anarchisch.
  7. Gemeinsames Merk­mal der Serie von Konter­revolutionen nach 1968 war die Auf­spaltung des Volkes als des Subjekts der Revolution in Geschlechter oder Klassen. Daher laufen alle Strategien der Konter­revolution immer auf einen Bürger­krieg hinaus, zumindest in den Sphären der Ideologie und der Politik. Schrittmacher war der westdeutsche Feminismus, der mit seiner Forderung nach Lohn für Haus­arbeit in besonders heimtückischer Weise dem Kapitalismus die Bresche zum Eindringen in die Familien geschlagen hat und so die Zeugung und artgemäß-familiäre Aufzucht unzählbar vieler Kinder verhinderte.
  8. Nicht umsonst ist der Inbegriff des Menschen in seiner ihm geschichtlich jeweils höchstmöglichen Vollendung der Mann. Hochkulturen entstehen nur unter der Herrschaft des Mannes über Weib und Kind, über Sippe, Stamm und Volk. Kultur­verfall heißt immer Vordringen der Weiber­herrschaft und Zurück­weichen des Patriarchats. Matriarchate kommen im Tierreich vorwiegend in niederen Gattungen vor und werden um so seltener, je höher die Evolution aufsteigt.
  9. Das Geschlechter- und Familienverhältnis gehört nicht in die mittelbaren Sphären von Staat und bürgerlicher Gesellschaft, sondern ist unmittelbare, natürliche Sittlichkeit, das allen abgeleiteten menschlichen Verhältnissen zugrunde liegende Reich der väterlichen Herrschaft. Dort haben die Frauen gleichwohl mehr zu sagen als die Männer, deren Leistungen für das Vaterland stets noch in der Mutter­sprache beurteilt werden.



Die verkehrte Emanzipation

Wäh­rend die BRD-Ver­wal­tung über wei­te­re tief­grei­fen­de Ein­grif­fe in die Ge­mein­schaf­ten mit­tels Kin­der­zwangs­auf­ent­halt in Be­wahr­an­stal­ten und be­zahl­ter Ent­vä­ter­li­chung de­bat­tier­t[1. Beitrag auf SPIEGEL-Online], ent­larvt die Ta­ges­schau­spre­che­rin Eva Her­man die neu­zeit­li­che Eman­zi­pa­ti­on als „fa­ta­len Irr­tum” und Zer­stö­rungs­werk[2. Cicero, Ausgabe Mai 2006].

Tatsächlich hat sich die Bedeutung des Wortes Emanzipation umgekehrt. Aus der Entlassung des Sklaven oder Sohnes in die Eigenständigkeit[3. Emanzipation bei Wikipedia] ist die Selbstbefreiung geworden, aus einem Gnadenakt wurde so ein Rechtsbruch. Denn jede Entpflichtung verletzt das Recht eines anderen – die der emanzipierten Frau das der Ehe und Familie. Der Verrat an der eigenen substantiellen Bestimmung aber ist nur um den Preis eben jener festgestellten Selbstzerstörung zu haben.

Der Mann hat … sein wirk­li­ches sub­stan­ti­el­les Le­ben im Staa­te, der Wis­sen­schaft und der­glei­chen, und sonst im Kamp­fe und der Ar­beit mit der Au­ßen­welt und mit sich selbst, so daß er nur aus sei­ner Ent­zwei­ung die selb­stän­di­ge Ei­nig­keit mit sich er­kämpft, de­ren ru­hi­ge An­schau­ung und die emp­fin­den­de sub­jek­ti­ve Sitt­lich­keit er in der Fa­mi­lie hat, in wel­cher die Frau ih­re sub­stan­ti­el­le Be­stim­mung und in die­ser Pie­tät ih­re sitt­li­che Ge­sin­nung hat.Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, § 166

Die im „Kommunistischen Manifest“ geforderte Auflösung der bürgerlichen Familie, einst das antikommunistische Schreckensbild schlechthin, vollzieht sich im entwickelten Kapitalismus selbst. Die Frauenemanzipation ist Bannerträger der Vergesellschaftung von Gemeinschaft, ihre Maximalforderung ist die der Anerkennung der Haushalts- als Lohnarbeit, mit der der eigene Mann als Ausbeuter erscheint. Die Emanzipation verendet in der absoluten Verelendung, in der die ungezogenen Kinder zuerst unbrauchbare Arbeitskäfte und schlechte Eltern abgeben und mit den ungeborenen Kindern der letzteren die Arbeitskräfte schließlich ganz verschwinden.

Die natürliche Auflösung der Familie dagegen, wenn die Kinder flügge, entläßt diese als Freie in die bürgerliche Gesellschaft, in der sie Kinder des Staates bleiben. Mit dem Übergang der natürlich-substantiellen Sittlichkeit der Familien in die reflektierte der bürgerlichen Gesellschaft und schließlich in den Staat als Wirklichkeit der sittlichen Idee ist der positiv unendliche Prozeß des Lebens in der Sphäre des objektiven Geistes erfüllt. Dem Vernünftigen und damit der eigenen Bestimmung ist Genüge getan. Die Gewißheit aber, das Vernünftige getan zu haben, ist die Glückseligkeit.

Die wachsende Automation der Haushalte leistete dem Zerfall der Familie scheinbar Vorschub, denn die freigewordene häusliche Arbeitskraft stand nun der von der Demokratie idealisierten Vermietung am Markt und der Zerstreuung[4. Artikel in der Süddeutschen Zeitung] zur Verfügung. Aber dem Selbstzweck der Familie geweiht, verheißt die häusliche Technik für die Zukunft, den um unserer selbst willen notwendigen Kindersegen bestens zu fördern.

Nicht die Eröffnung weiterer Kinderbewahr- und Pflegeanstalten steht also auf der Tagesordnung, sondern das Gegenteil: die Heimholung der Kinder und der Alten. Nicht die Stützung der Lohnarbeit von Frauen löst ein Problem des arbeitslosen und fehlernährten Landes, sondern deren Gegenteil: Vorwärts an den verwaisten Herd. Nicht die verkehrte Emanzipation ist das große Abenteuer des Lebens, sondern deren Gegenteil: Die Remanzipation, die Aushändigung und Überantwortung an einen anderen, in dem ich mein wirkliches sittliches Selbst erkenne und als ein anderer wiederkehre.