Grundkurs Politologie

Wenn die po­li­ti­schen An­alpha­be­ten ein Volk be­vor­mun­den, wie es heu­te mit den Deut­schen in den deut­schen Staa­ten der Fall ist, dann schma­rotzt die po­li­ti­sche Un­fä­hig­keit an der ge­schicht­lich er­ar­bei­te­ten Sub­stanz des Vol­kes. Die po­li­ti­sche Sub­stanz ei­nes Vol­kes ist aber ei­ne und die sel­be Pro­duk­tiv­kraft wie sei­ne wirt­schaft­li­che und sei­ne see­li­sche Sub­stanz auf den Stu­fen ma­te­ri­el­ler, geis­ti­ger und päd­ago­gi­scher Pro­duk­ti­on und zu­dem die Fä­hig­keit ih­rer ge­sell­schaft­li­chen Re­fle­xi­on. Die re­gie­ren­de Dumm­heit hat kei­nen Be­griff des Po­li­ti­schen und hängt dem Aber­glau­ben an, die Gesellschaft kön­ne han­deln, will aber nichts wis­sen von den Ge­mein­schaf­ten, die han­deln kön­nen, und be­son­ders will die re­gie­ren­de Dumm­heit nichts wis­sen von dem Volk, der sou­ve­rä­nen Gemeinschaft, die auf Er­den in un­ge­schmä­ler­ter Ei­gen­ver­ant­wor­tung han­deln kann, wor­an das deut­sche Volk aber im­mer noch von ei­ner Fremd­herr­schaft und ih­ren in­län­di­schen Hand­lan­gern mit Ge­walt und Schre­cken, mit Lug und Trug ge­hin­dert wird.

Die regierende deutsche Dummheit, welche die ganze Schläue der Fremdherrschaft ausmacht, hat selbstredend außer der Treue zum großen Bruder keinen Schimmer von dem Begriff des Politischen, weshalb sie nach Kräften den Besatzern – Militär- wie Zivilokkupanten – hilft, das Deutsche Reich im Koma zu halten. Sowenig sie Gemeinschaft von Gesellschaft unterscheiden können, so ahnungslos sind sie über die Politik von Krieg und Frieden, von Freund und Feind, und sie wissen schon garnicht, was linke und was rechte Politik ist. Die Vögte der Fremdherrschaft haben keine Ahnung, daß die Menschenrechte, die sie ständig im Munde führen, der Tod der Person und das Ende aller Moralität in der Welt sind, von der Sittlichkeit ganz zu schweigen. Die Regierenden wissen Staatsformen nicht von Regierungsformen und eine gerechtfertigte Regierungsbildung wie die Demokratie von einer entarteten wie dem Parlamentarismus ebensowenig zu unterscheiden, wie sie sich keine geordnete Standesvertretung (z.B. des besonderen Standes im Parlament) vorstellen können. Sie begreifen weder den legitimen Gegensatz der Klassen und ihrer Parteien im Stande der bürgerlichen Gesellschaft noch den der Fraktionen innerhalb der Vertretung dieses Standes, des Parlaments. Der Parteienstaat als sekundäre Schmarotzerklasse versteht nicht nur nichts mehr vom Staat, sondern auch nichts mehr von der bürgerlichen Gesellschaft, von der er abstammt und aus der er sich durch das Verbrechen der Selbstemanzipation entfesselt hat. So schmatzt die regierende Dummheit beim Gastmahle des Leviathan[1. Hans-Dietrich Sander, Das Gastmahl des Leviathan – Praefatio cenae, in: Politische Lageanalyse. Festschrift für Hans-Joachim Arndt, ed. Beismann/Klein, Bruchsal 1993.], Kannibalen am Staate und an der bürgerlichen Gesellschaft gleichermaßen. Begleitmusik beim kannibalischen Mahle ist die monotone Beschwörung der Vernunft, wobei der Verstand verlorenging.

Daß es mit der Herrschaft der Systeme, mit der Pastoralmacht der Moderne und ihrem Nihilismus zu Ende geht, das spüren allenthalben auch deren Verteidiger. Das, was wiederkommen wird, nämlich Recht und Ordnung, haben die Hauptdarsteller des derzeitigen Zustandes zu fürchten. Anderes als Systeme und bestenfalls noch einen Systemwechsel können sich die Protagonisten des Bestehenden nicht vorstellen, vor allem keine Ordnung. Recht verwechseln sie mit Gesetz oder der sog. “normativen Kraft des Faktischen” des Juristen Georg Jellinek[2. Georg Jellinek, Allgemeine Staatslehre, 3. Aufl. 1913, S. 337 ff.]. Das Recht als eigentümlicher (oder anerkannter) Besitz ist aber der substantielle Politikbegriff, das Rechtssubjekt (oder die Person) als Besitzer, der anerkannt oder Eigentümer ist, hingegen der subjektive Politikbegriff. Die Ordnung aber ist die Verortung für sich bestehender Dinge oder Sachverhalte und die Gestaltung ihres Zusammenhangs zu einem Ganzen. Anders als das System, das nur Gegensysteme oder ausgegrenzte Umwelt, aber keine innere Opposition kennt, führt die Verortung der Gegenstände und Sachverhalte in einer Ordnung zur notwendigen Opposition, also Entgegensetzung als Teil ihrer verortenden Auseinandersetzung. Der Verlauf der Auseinandersetzung mit den Entgegengesetzten, also die Opposition in der Ordnung, ist die Gestaltung der Ordnung, und die wiederkehrenden Verlaufsformen sind die Gestalt und der geistige Gehalt jeder endlichen Ordnung.

Die in diesem Grundkurs verwendete Begriffsschrift hat eine politologische Grammatik, die aus Buchstaben, Wörtern, Sätzen und diversen Satzzeichen besteht. Die Buchstaben unterscheiden sich in Großbuchstaben und Kleinbuchstaben. Die Satzzeichen, die sich in solche der Einheit, der Operation und der Reflexion aufteilen, fassen mehrere Großbuchstaben zu Wörtern oder mehrere Groß- und Kleinbuchstaben zu Sätzen zusammen; sie wären in Verbalsprachen Prädikate. Das Operationszeichen zeigt handlungs- und handlungsersatzlogische oder aussagenlogische[3. Aussagenlogik beruht auf der Tautologie a=a und auf den zwei Werten wahr und falsch. Die Handlungslogik hingegen gehört zum Typus der intensionalen Logiken, zu denen noch die (dialektischen) Negationslogiken und die Positionslogik zählen. Für diesen Logik-Typus ist die Nicht-Tautologie a=b und die Einwertigkeit grundlegend, d.h. alle Aussagen sind wahr und geben nur die besondere Logik der besonderen Sache wieder und sind also nur XY-logie. Das Verhältnis der Fachgrammatik oder Fachzeichenlogik zur Logik der Sache selber ist das der Analogie. Politologie ist Analogie der Politik.] Zusammenhänge zwischen Großbuchstaben oder Sätzen dieser Formelsprache. Die Reflexionszeichen zeigen gesellschaftliche Beziehungen zwischen Großbuchstaben und Wörtern. Die Reflexionszeichen formalisieren genau das, was der Philosoph Sohn-Rethel[4. Alfred Sohn-Rethel, Geistige und körperliche Arbeit. Zur Theorie der gesellschaftlichen Synthesis, Frankfurt/Main 1970.] unter den Denkformen des Warentausches zu begreifen sich bemüht hatte.

In dieser politischen Begriffsschrift sind die Großbuchstaben K (konkrete Handlung) und A (abstrakte Handlung) die dynamischen und B (Besitz) und E (Eigentum) die statischen Begriffselemente. Die Zusammenfassung der dynamischen und der statischen Großbuchstaben mittels Klammern und Kommata ergibt die Wörter (K,A) (rechtsbildende Handlung) und (B,E) (Recht) als die Elementarbegriffe der Politik. Die Kleinbuchstaben unterscheiden sich in die Quanten x,y,z und Indikatoren p,q,r (Laufindices) sowie die Indikatorklassen g,v,c,j. Die Satzzeichen sind neben Klammern und Kommata die Produktoren →, ⇒ und die Reflektoren >, <, =, ≠, ≡, ≡,|, :=, =:, :=:, ≅ . Ein Hauptsatz in der Begriffsschrift ist die Verknüpfung von mindestens zwei Wörtern durch Produktoren oder Reflektoren. Ein Nebensatz ist die Verbindung zweier Begriffselemente (Großbuchstaben) durch Produktoren oder Reflektoren. Ein Absatz ist die Verbindung von Haupt- und Nebensätzen (Urteilen) zu einem Gedanken (Schluß). Relativsätze sind Nebensätze, die durch die aussagenlogischen Operatoren & (Konjunktion), ο (Alternative) und → (Implikation) an Hauptsätze anschließen. Der Operator der Implikation ist der Produktor, wenn er zwischen den gleich angezeigten Großbuchstaben K und B oder A und E steht.

Reflexivsätze sind Begriffselemente mit einem allein auf sie selbst angewandten Reflektor. Reflexivsätze bringen somit die Selbstreflexion eines Subjekts zum Ausdruck, wenn das Begriffselement oder der Elementarbegriff (K,A) bzw. (B,E) mit einem Gemeinschaftsanzeiger aus p oder einem Individualindex aus q belegt ist. Auch wenn Reflexivsätze nur einen Artikelindex aus r aufweisen, ist der Großbuchstabe ihr grammatisches Subjekt, der Reflektor ihr grammatisches Prädikat. Werden Reflexivsätze wie =B oder =K in Funktionalsätze =(B) oder =(K) verwandelt, dann stellt sich die Abhängigkeit der Reflektoren von ihren Begriffselementen als den Elementarkörpern dar. Der Elementarvorgang der Politik ist die Bildung eines Rechts, die Rechtschaffung (K,A) ⇒ (B,E).

Ein p-indiziertes Recht ist Rechtsgemeinschaft oder Gemeinwesen p(B,E), ein q-indiziertes ist Rechtssubjekt oder Person q(B,E) und ein r-indiziertes Recht ist Rechtsartikel oder objektives Recht (B,E)r. In dieser Reihenfolge betrachten wir den Begriff des Politischen pq(B,E)r.

I. Deduktion des Staates

Natürliche Gemeinschaften von Menschen sind als sol­che im­mer auch Kul­tur­ge­mein­schaf­ten, sie sind pro­zes­sie­ren­de Ein­hei­ten von Ab­stam­mung, Spra­che und Ge­wohn­hei­ten, und in ge­schicht­li­cher Zeit füh­ren ih­re Ge­wohn­hei­ten zu Schick­sals­ge­mein­schaf­ten. Die Stu­fen­lei­ter der mensch­li­chen Ge­mein­schaf­ten be­ginnt mit der Familie und führt über Sippe (Familienverbund), Gauschaft (Sippenverbund) und Stamm (Gauschaftenverbund) zum Volk (Stämmebund). Das Volk ist die höchste Form menschlicher[5. Menschlich ist eine Gemeinschaft, insofern sie ein Ergebnis der zweiten Natur und damit der geschichtsfähigen Arbeit oder Handlung ist. Geschichtsfähige Arbeit beginnt mit dem Ackerbau, also mit der Bedienung und Pflege der Erde als vorhandenem Produktionsautomaten. Ackerbau bedeutet somit Kultur und bringt als Kultursubjekte die Völker hervor. Rassen hingegen sind keine Arbeits- und Kultur-, sondern Naturprodukte. Sie entspringen dem Ästhetizismus der ersten Natur. Hat dieser Ästhetizismus das Naturschöne der Gattung zum Regulativ der Regeneration, dann vollzieht sich Erfindung, Trennung, Erhaltung und Idealisierung der Rassen. Kommt hingegen als Zivilisationsschaden eine Ästhetik des Häßlichen auf, dann mischen und vernichten sich die Rassen. Der Rassismus als leitender Gesichtspunkt der ersten Natur wird durch die Entstehung der Völker in der zweiten Natur überwunden, kann aber durch die Ästhetik des Häßlichen in der dritten Natur, also der Zivilisation, Reflexion oder Transaktion, wieder hereinbrechen. Jede Rasse als mehr oder weniger scharf unterschiedene Abstammungsgemeinschaft überwindet sich zu einer Familie aus Völkern, die in Sprache und Schicksal durch die Leistungen der zweiten Natur, also der Kultur, sich immer mehr unterscheiden und einen sich ausdifferenzierenden Kulturkreis bilden. Jede Rasse erhebt sich in ihren Völkern von der Natur zur Kultur.] Gemeinschaft. Nur ein Volk als reell vorfindliche Gemeinschaft kann einen Staat hervorbringen, der zwar sterblicher, aber auf Erden daseiender Gott ist und somit geschichtliche Wirklichkeit der sittlichen Idee. Ein Volk, das einen Staat gezeugt und zur geschichtlichen Wirksamkeit gebracht hat, ist nicht nur staatsbürgerlicher Verband, sondern Person, also homogenes Rechtssubjekt und damit Nation. Ihr Staat ist volksgeboren und nur sie ist reelle Nation oder Nationalstaat, im Unterschied zu den bloß formellen oder Staatsnationen mit ihren staatsgeborenen Pseudovölkern.

Eine Gemeinschaft pB wird zur Rechtsgemeinschaft oder zum Gemeinwesen p(B,E), wenn sie als Gemeinschaftsbesitzer ihrer selbst anerkannt und als ihr eigener Eigentümer pE behandelt werden muß. Je­des ge­schicht­lich be­kann­te Volk ist nicht nur als ein­fa­che Rechts­ge­mein­schaft auf­ge­tre­ten, son­dern als Rechts­ge­mein­schaft aus Rechts­ge­mein­schaf­ten, als in sich durch sich selbst un­ter­schie­de­nes Ge­mein­we­sen. Der An­fang des Staa­tes ist der Fa­mi­li­en­staat, in ihm sind Fa­mi­li­en die Rechts­ge­mein­schaf­ten, die die hö­her­ran­gi­ge Rechts­ge­mein­schaft der Sip­pe bil­den und ei­ne Herr­scher­fa­mi­lie als all­ge­mei­ne oder öf­fent­li­che Fa­mi­li­en­rechts­ge­mein­schaft her­aus­he­ben. Glei­ches wie­der­holt sich auf der Ebe­ne der Gau­schaft, die ei­ne öf­fent­li­che Sip­pe von den rest­li­chen und so­zu­sa­gen pri­va­ten Sip­pen un­ter­schei­det, und es wie­der­holt sich beim Stam­mes- und beim Volks­staat. Wer­den Stäm­me als Rechts­ge­mein­schaf­ten von ei­nem Her­zog per­so­ni­fi­ziert, dann ist die Ver­samm­lung der Her­zö­ge ver­wand­ter Stäm­me das Volk. Der Her­zog des Stam­mes, von dem die In­itia­ti­ve zur Ver­ge­mein­schaf­tung al­ler Stäm­me zu ei­nem Volk und sei­ner Ent­wick­lung aus­geht, wird der Her­zog der Her­zö­ge al­ler Stäm­me und da­mit der Kö­nig des Vol­kes, das häu­fig auch mit dem Na­men des re­gie­ren­den Stam­mes be­nannt wird. So sind die Deut­schen als Teu­to­nen, Fran­ken, Ale­man­nen oder Wan­da­len ti­tu­liert wor­den, und die Deut­schen in Sie­ben­bür­gen wer­den Sach­sen, die im Ba­nat wer­den Schwa­ben ge­nannt.

Die Hierarchie der Gemeinschaft aus Gemeinschaften kann bezeichnet werden als:

(1) p.p.p.p oder pppp = VölkerStämmeGaueSippen.

Unterhalb des Völker-Indikators können Sippen-, Gaue- wie Stämme-Indikatoren durch die allgemeine Anerkennungsformel (4) ein öffentliches p=0 bestimmen und so einen Sippen-, Gaue- oder Stämmestaat bilden. Diese Anerkennungsformeln sind für alle Gemeinschaften gleich und bilden aus einer Menge von Gemeinschaften (p=1,2,…,n)B, die sich als Gesellschaft von Rechtsgemeinschaften (Gemeinwesen) p(B,E) verhalten, einerseits die öffentliche Rechtsgemeinschaft p=0(B,E) und andererseits die Privatrechtsgemeinschaften p≠0(B,E).

Die Anerkennungsformeln sind immer zuerst einzeln, dann besonders, dann allgemein und schließlich einzeln-allgemein (subjektiv-öffentlich). In ihnen bestimmen oder definieren sich Eigentümergemeinschaften in anderen Besitzergemeinschaften:

  • (2)
  • (p=1E:=p=2B)
  • (einzeln)
  • (3)
  • ((p=1E:=p=2B)&(p=1E:=p=3B)&…&(p=1E:=p=nB))&((p=2E:=p=1B)&(p=2E:=p=3B)&…&(p=2E:=p=nB))& … &((p=nE:=p=1B)&(p=nE:=p=2B)&…&(p=nE:=p=n-1B))
  • (besonders)
  • (4)
  • (p=1E:=p=0B)&(p=2E:=p=0B)&…&(p=nE:=p=0B)
  • (allgemein)
  • (5)
  • (p=1E:=p=0B)
  • (einzeln-allgemein)

Werden die Anerkennungsformeln im Völker-Index durchgeführt, erhält man ein Reich mit dem Unterschied des reichsbildenden Volkes (p=0)ppp zu den reichsangehörigen Völkern (p≠0)ppp. Werden die Anerkennungsformeln im Stämme-Index durchgeführt, erhält man ein Volk mit dem Unterschied des volksbildenden Stammes p(p=0)pp von den volksangehörigen Stämmen p(p ≠ o)pp. Im Gaue-Index durchgeführt ergeben die Anerkennungsformeln einen Stamm mit stammesbildendem Gau pp(p=0)p und stammesangehörigen Gauen pp(p ≠ o)p, im Sippen-Index ergibt sich der Gau mit der gaubildenden Sippe ppp(p=0) und mit den gauangehörigen Sippen ppp(p ≠ o). Häufig wird die Volkwerdung (Ethnogenese) scheitern oder unvollständig bleiben oder wieder auf die Rassenunterscheidung zurückfallen[6. So mißlang in den Vereinigten Staaten von Nordamerika der Versuch, aus den europäischen Einwanderern das neue Volk der Yankees zu bilden, seit der staatsbürgerlichen Gleichstellung der Neger nach dem Bürgerkrieg, dem Verbot deutscher Einwanderung im Jahre 1924 und der forcierten nichteuropäischen Einwanderung seitdem. Heute ist die Rasse die grundlegende Unterscheidung für amerikanische Sozialstatistiken. Nur innerhalb der indogermanischen Rasse ist in Amerika die Wiedererstehung europäischer Völker denkbar.], von der aus dann der ethnogenetische Vorgang sich erneuert. Die Völkerwerdung ist der natürliche Inhalt der Geschichte und damit ihre Naturalformation oder Naturalienbildung; die Nationwerdung der gezeugten Völker aber ist der politische Gehalt der gesamten Weltgeschichte, also ihre Verkehrsformation oder Soziablenbildung. Das Volk ist eine Besitzergemeinschaft und ein Gemeinschaftsbesitzer, als Nation aber ist das Volk zugleich eine Eigentümergemeinschaft und ein Gemeinschaftseigentümer. Die vollgültige Nation ist also ein Besitzer als Eigentümer (B,E), der auf allen Gemeinschaftsebenen pppp = VölkerStämmeGaueSippen die Unterscheidung von öffentlicher p=0 und privater p≠0 Gemeinschaft durchgeführt hat, so daß (p=0,1,2,..,n)(p=0,1,2,..,n)(p=0,1,2,..,n)(p=0,1,2,..,n) gilt.

Ein Volk kann als Nation oder eine sonstige Gemeinschaft als Gemeinwesen in politisch-geschichtliches Dasein gestellt werden, indem sie als solche anerkannt oder geschaffen wird. Die wechselseitige Anerkennung von Völkern als Nationen vollzieht sich gemäß obiger Anerkennungsformeln, wobei die Rechtsförmigkeit der Subjekte im Akt der Anerkennung selber entsteht und somit einer metaphysischen Schöpfung aus dem Nichts gleicht. Die Schaffung der Nation p(B,E) durch die rechtsbildende Handlung p(K,A) hingegen ist die selbstgenügsame (autarke) Form der politischen Gründung, in diesem Falle die Konstituierung eines reellen Völkerrechtssubjekts, also einer selbstgezeugten Nation. Die Nationsbildung

(6) p((K,A) ⇒ (B,E))

ist die Schaffung der politischen Gemeinschaft p(B,E) durch politische Gemeinschaftshandlung p(K,A) und zerfällt in die unabhängige Gemeinschaftsherstellung (Volkserzeugung)

(7) p(K → B)

durch die gemeinschaftsbildende konkrete Handlung pK und in die Gemeineigentümerbildung

(8) p(A → E)

durch die eigentümerbildende abstrakte Handlung pA des Vol­kes in al­len sei­nen Ge­mein­schafts­ebe­nen. Ge­mein­ei­gen­tü­mer­bil­dung kann nur auf Grund­la­ge der da­zu­ge­hö­ri­gen Ge­mein­schafts­her­stel­lung er­fol­gen, letz­te­re aber oh­ne ers­te­re. Ob ei­ne sich her­stel­len­de Ge­mein­schaft sich zu­gleich als ei­gen­tü­mer­bil­dend und da­her po­li­tisch be­greift oder nicht, ist nur ein Un­ter­schied ih­res Selbst­ver­ständ­nis­ses, das die po­li­ti­sche An­er­ken­nung oder Nicht­an­er­ken­nung durch an­de­re Ge­mein­we­sen ent­we­der stärkt oder schwächt. Grund­le­gend im buch­stäb­li­chen Sin­ne ist der Akt der Ge­mein­schafts­her­stel­lung bei Ein­nah­me, Auf­tei­lung und Ein­he­gung ei­nes Lan­des durch ein Volk. Die In­be­sitz­nah­me kann von vorn­her­ein po­li­tisch ge­meint und al­so ei­gen­tü­mer­bil­den­de Hand­lung sein. Der ein­ge­nom­me­ne Besitz und damit der erzeugte Besitzer kann auch nachträglich anerkannt und damit selber zum Eigentümer und der Besitz zu seinem Eigentume erklärt und also auch zum Definitionsobjekt anderer Eigentümer werden.

Die staatsbildende Handlung p(K,A) der Gemeinwesen ist gemeinschaftsbildende (konkrete) Handlung pK und gemeineigentümerbildende (abstrakte) Handlung pA. Die gebildete Gemeinschaft pB ist ein Konkretum, der hergestellte Gemeineigentümer pE ein Abstraktum. Der Gemeineigentümer pE ist der Handlungswert der gemeineigentümerbildenden abstrakten Handlung pA. Der Handlungswert der abstrakten Handlung pA wird bestimmt durch Wirkung und Eifer der konkreten Handlung pK. Der Eifer der Handlungen eines Gemeinwesens ändert den Handlungswert in gleicher Richtung, die Änderungen der Wirkung des Gemeinschaftshandelns lassen den Handlungswert unberührt. Der gemeinschaftsbildende Effekt pB beider Arten der Handlungsmodifikation geht in gleiche Richtung, jedoch ist die Reichweite der Wirkung größer als die des Eifers. Der Eifer ist die Einsatzgröße der Volkskraft in ihren Gemeinschaftshandlungen, die Wirkung ist bei gegebener Einsatzgröße beobachtbar und die Wirkungsgröße der Gemeinschaftshandlungen hängt von den geschichtlichen Bedingungen ab, die die Volkskraft vorfindet, sowie von ihren Mitteln, dem Stand der Volksbildung und der Höhe des Gemeinschaftsbewußtseins.

Die Nation gibt ihren Naturalien eine Verfassung. Jede Gemeinschaft hat immer irgendeine Verfassung: ihre Form und ihren wirklichen Zustand als Realverfassung und gegebenenfalls auch eine Norm als Idealverfassung. Die Verfassung ist das, worin sich Volk, Vaterland und seine öffentliche Gewalt oder die Macht seines Staates befinden, schließlich sogar seine Sprache. Die Verfassung kann konstatiert werden, sie ist der Zustand, die Beschreibung oder die Idealisierung des Volkes und seiner Organe, Gebiete und Gewalten. Die Normierung der Verfassung ist das Verfassungsgesetz =pB, und die Gesetzesverfassung =(pB) ist die Funktionalisierung der Realverfassung für ihr Gesetz und den Verfassungsentwurf =i(pB).

Die Nation ist in innerer und in äußerer Verfassung. Die äußere Verfassung oder der auswärtige Zustand der Nation definiert sich an (:=) oder wird definiert von (=:) Na­tio­nen ge­mäß der ein­zel­nen An­er­ken­nungs­for­mel (2). Bei gleich­zei­ti­ger und gleich­räu­mi­ger De­fi­ni­ti­on ver­dich­tet sich das Be­stim­mungs­ver­hal­ten zwei­er Na­tio­nen zu ei­ner Verhandlung (:=:)

  • (9)
  • p=1(B,E) :=: p=2(B,E)
  • (internationale Verhandlung).

Erfolgreiche Verhandlungen führen zum Vertrag (≅)

  • (10)
  • p=1(B,E) ≅ p=2(B,E)
  • (internationaler Vertrag).

Der internationale Vertrag hat unbestimmtere Voraussetzungen als ein gewöhnlicher Rechtsverkehr, der immer einen expliziten oder impliziten Vertrag voraussetzt. Ein völkerrechtlicher Vertrag kann sachenrechtlich in nichts weiter als dem Austausch zweier Rechtsartikel bestehen, personenrechtlich setzt er eine übereinstimmende Willenserklärung zweier Rechtssubjekte und damit ihre Verträglichkeit voraus, also die Kontrahierung durch die Kontrahenten.

Eine Nation, die als Reich p=0 wie als Reichsfiktion i(p=0) fungiert, kann zwischen zwei Nationalstaaten p=1 und p=2 die Verhandlungen vermitteln:

  • (11)
  • p=1(B,E) :=: p=0(B,E) & p=0(B,E) :=: p=2(B,E)
  • intern. Verhandlungsvermittlung.

Das Reich kann auch den außenpolitischen Verkehr vermitteln, vollstrecken und vergesellschaften und also folgende internationale Vertragsfiguren beschreiben:

  • (12)
  • p=1(B,E) ≅ p=0(B,E) & p=0(B,E) ≅ p=2(B,E)
  • intern. Vertragsvermittlung,
  • (13)
  • p=1(B,E) ≅ i(p=0)(B,E) & i(p=0)(B,E) ≅ p=0(B,E)
  • intern. Vollstreckung,
  • (14)
  • p=0(B,E) ≅ p=1(B,E) & p=1(B,E) ≅ p=0(B,E)’
  • intern. Vergesellschaftung.

Die außenpolitische Vergesellschaftung ist eine Form der Außenpolitik eines Reiches, die dann sinnvoll ist, wenn nicht nur Wahrung, sondern auch Mehrung des Reiches stattfindet und es hinterher politisch mächtiger ist als zuvor und also p=0(B,E) < p=0(B,E)’ gilt.

II. Deduktion der öffentlichen Per­son

Ist ein Volk Person und damit Nation geworden, stellt sich die Frage: Aus welchen Einzelpersonen besteht die Gesamtperson der Nation?

In ei­ner Stäm­mena­ti­on sind die Her­zö­ge die Ein­zel­per­so­nen, aus de­nen das po­li­ti­sche Volk, die Na­ti­on, sich zu­sam­men­setzt. In ei­ner Gaue­na­ti­on sind es die Gau­fürs­ten, in ei­nem Sip­pen­volk die Sip­pen­äl­tes­ten und in ei­nem Fa­mi­li­en­volk sind die Haus­halts­vor­stän­de die ein­zel­nen Un­ter­ta­nen, al­so die in­nen­po­li­ti­schen Sub­jek­te. In den Volks­staa­ten, den re­el­len Na­tio­nen, ist je­der Volks­ge­nos­se per­so­ni­fi­zier­bar, al­so mit ge­sell­schafts­bür­ger­li­chen und staats­bür­ger­li­chen Rech­ten be­lehn­bar, in­so­fern und so­lan­ge er die ent­spre­chen­den Pflich­ten er­füllt. Ent­schei­dend ist jetzt der Stand der einzelnen, natürlichen Personen, aus denen die Nation besteht, wobei es gleichgültig ist, ob dieser Einzelne Herrscher oder Beherrschter, Monarch oder Untertan, Staatsoberhaupt oder Staatsbürger ist. Der Einzelne ist als Person q(B,E) durch personbildende Handlung q(K,A), also seinen gesamten rechtserheblichen Lebensvorgang, zu erzeugen. Diese Personbildung

(15) q((K,A) ⇒ (B,E))

besteht aus Besitzerbildung

(16) q(K → B)

und Eigentümerbildung

(17) q(A → E).

Der Handlungswert der eigentümerbildenden abstrakten Handlung qA ist wie bei der Gemeineigentümerbildung durch die Wirkung und den Eifer der besitzerbildenden konkreten Handlung qK bestimmt.

Die geschaffenen Einzelrechtssubjekte q(B,E) definieren unter sich mittels der Anerkennungsformeln den Unterschied von öffentlicher Person q=0(B,E) und Privatpersonen q≠o(B,E):

  • (18)
  • (q=1E:=q=2B)
  • (einzeln)
  • (19)
  • ((q=1E:=q=2B)&(q=1E:=q=3B)&…&(q=1E:=q=nB))&((q=2E:=q=1B)&(q=2E:=q=3B)&…&(q=2E:=q=nB))&…&((q=nE:=q=1B)&(q=nE:=q=2B)& … &(q=nE:=q=n-1B))
  • (besonders)
  • (20)
  • (q=1E:=q=0B)&(q=2E:=q=0B)&…&(q=nE:=q=0B)
  • (allgemein)
  • (21)
  • (q=1E:=q=0B)
  • (einzeln-allgemein)

Zwei zusammengehörige Einzelanerkennungsformeln (q=1E := q=2B) und (q=2E := q=1B), die gleichzeitig und gleichräumig definiert werden, bilden eine Verhandlung (:=:)

(22) q=1(B,E) :=: q=2(B,E).

Erfolgreiche Verhandlungen führen zum Vertrag (≅)

(23) q=1(B,E) ≅ q=2(B,E).

Verhandlungen, die zu Verträgen geführt haben, waren Vertragsverhandlungen (:=:) → ( ≅ ).

Eine Person, die als öffentliche Person q=0 wie als öffentliche Personfiktion i(q=0) fungiert, kann zwischen zwei Privatpersonen q=1 und q=2 die Verhandlungen vermitteln:

  • (24)
  • q=1(B,E) :=: q=0(B,E) & q=0(B,E) :=: q=2(B,E)
  • öff. Verhandlungsvermittlung.

Die öffentliche Person oder ihre Fiktion kann aber auch Verträge der Privatpersonen vermitteln, vollstrecken und vergesellschaften:

  • (25)
  • q=1(B,E) ≅ q=0(B,E) & q=0(B,E) ≅ q=2(B,E)
  • öff. Vertragsvermittlung,
  • (26)
  • q=1(B,E) ≅ i(q=0)(B,E) & i(q=0)(B,E) ≅ q=0(B,E)
  • öff. Vertragsvollstreckung,
  • (27)
  • q=0(B,E) ≅ q=1(B,E) & q=1(B,E) ≅ q=0(B,E)’
  • öff. Vergesellschaftung.

Po­li­ti­sche Ver­ge­sell­schaf­tung ist die Selbst­re­fle­xi­vi­tät des Me­di­ums der po­li­ti­schen All­ge­mein­heit auf in­ter­na­tio­na­ler, na­tio­na­ler und per­so­na­ler Ebe­ne; sie ist be­stim­men­des Cha­rak­te­ris­ti­kum der Neuzeit.

III. Deduktion des öffentlichen Rechts

Ist ein ein­zel­ner Be­sit­zer Ei­gen­tü­mer und da­mit Per­son oder In­di­vi­du­al­rechts­sub­jekt ge­wor­den, stellt sich die Fra­ge: Aus wel­chen ein­zel­nen Rechts­ar­ti­keln (oder Rech­ten) be­steht das Ge­samt­recht der Per­son?

Die Rechtsartikel r jeder Person sind als Rechte (B,E)r durch rechtsbildende Handlungen (K,A)r zu erzeugen. Diese Rechtschaffung (Rechtsbildung)

(28) ((K,A) ⇒ (B,E))r

besteht aus Besitzbildung

(29) (K → B)r

und Eigentumsbildung

(30) (A → E)r

Der Handlungswert der eigentumsbildenden abstrakten Handlung Ar ist wie bei der Gemeineigentümerbildung durch die Wirkung und den Eifer der besitzbildenden konkreten Handlung Kr bestimmt.

Die geschaffenen Einzelrechte (B,E)r definieren unter sich mittels der Anerkennungsformeln den Unterschied von öffentlichem Recht (B,E)r=0 und Privatrechten (B,E)r≠0

  • (31)
  • (Er=1:=Br=2) oder (E1:=B2)
  • (einzeln)
  • (32)
  • ((E1:=B2)&(E1:=B3)&…&(E1:=Bn))&
    ((E2:=B1)&(E2:=B3)&…&(E1:=Bn))&…&
    ((En:=B1)&(En:=B2)&…&(E1:=Bn-1))
  • (besonders)
  • (33)
  • (E1:=B0)&(E2:=B0)&…&(En:=B0)
  • (allgemein)
  • (34)
  • (E1:=B0)
  • (einzeln-allgemein)

Zwei zusammengehörige Einzelanerkennungsformeln (E1:= B2) und (E2:= B1), die gleichzeitig und gleichräumig definiert werden, bilden eine Rechtsverhandlung (:=:)r

(35) (B,E)1 :=: (B,E)2.

Erfolgreiche Verhandlungen führen zum Rechtsverkehr (=)r

(36) (B,E)1 = (B,E)2

und sind Rechtsverkehrsverhandlungen (:=: → =)r.

Ein Recht, das als öffentliches Recht (B,E)0 wie als öffentliche Rechtsfiktion i(B,E)0 fungiert, kann zwischen zwei Privatrechten r=1 und r=2 die Verhandlungen vermitteln::

  • (37)
  • (B,E)1 :=: (B,E)0 & (B,E)0 :=: (B,E)2
  • öff. Verhandlungsvermittlung.

Das öffentliche Recht oder seine Fiktion kann aber auch Privatrechtsverkehre vermitteln, vollstrecken und vergesellschaften:

  • (38)
  • (B,E)1 = (B,E)0 & (B,E)0 = (B,E)2
  • Rechtsverkehrsvermittlung,
  • (39)
  • (B,E)1 = i(B,E)0 & i(B,E)0 = (B,E)0
  • Rechtsverkehrsvollstreckung,
  • (40)
  • (B,E)0 = (B,E)1 & (B,E)1 = ‘(B,E)0
  • Rechtsvergesellschaftung.

Die politische Vergesellschaftung durch das öffentliche Recht ist jene Form der Politik öffentlicher und privater Personen in einer Nation, die nur dann Sinn hat, wenn das jeweils eingesetzte öffentliche Recht in seinem gesamten politischen Volumen vermehrt wird und also (B,E)0 < ‘(B,E)0 gilt. In der Rechts­ver­ge­sell­schaf­tung ist das öf­fent­li­che Recht vom Mit­tel zum Aus­gang und Ziel des Pro­zes­ses ge­wor­den, sie ist die Selbst­re­fle­xi­vi­tät des Me­di­ums der recht­li­chen All­ge­mein­heit auf in­ter­na­tio­na­ler, na­tio­na­ler und per­so­na­ler Ebe­ne. Öf­fent­lich-recht­li­che Ver­ge­sell­schaf­tung ist das be­stim­men­de Cha­rak­te­ris­ti­kum der Neuzeit.

Besitz, Eigentum und Recht sind die äußere Sphäre der Besitzer, Eigentümer und Personen. Was die Person an sich ist, hat sie in ihren Rechten außer sich. Rechte existieren nur für Personen, natürliche wie juristische. Der sachenrechtliche Aspekt in einem Vertrag ist ebenso ein persönliches Verhältnis wie der personenrechtliche. Daher tritt das Recht wie der Verkehr der Rechte nie für sich allein auf, sondern als Moment des Vertrages (≅), der sich folglich aus Verträglichkeit q( ∼ ) der Personen und Verkehrlichkeit (=)r ihrer Rechte zusammensetzt:

  • (41)
  • (q=1(B,E)1q=2(B,E)2) →
  • (Vertrag)
  • ((q=1(B,E) ∼ q=2(B,E)) &
  • (Verträglichkeit )
  • ((B,E)1 = (B,E)2))
  • (Verkehrlichkeit)
  • → (q=1(B,E)2 & q=2(B,E)1)
  • (Verkehrtheit).

Die Verkehrlichkeit der Rechte (=)r hat vier Bedingungen; sind sie erfüllt, vollziehen die Personen den Rechtsverkehr:

  • (42)
  • ((B≢B2) & (E1 := B2) & E2 := B1) & (E1 = E2)) → ((B,E)1 = (B,E)2) → (B1 = B2).

Generelle Bedingung aller Transaktionen in Eigentum ist, daß alle Eigentumsgrößen identisch sind, also das Eigentum, im Gegensatz zum Besitz, nur eine Qualität darstellt. Werden daher die qualitativ unselben und in der Regel auch quantitativ ungleichen Besitze gleichgesetzt, dann bedeutet dies den wirklichen Wechsel der Besitztümer in den Händen der Besitzer, also der kontrahierenden Personen.

* * *

Hiermit sind die kategorialen Grundlagen geschaffen, den politischen Gesamtprozeß nicht nur in Staatsbegriffen, sondern auch in den Begriffen der Personen und ihrer Rechte darzustellen.




Grundkurs Geschichte

Um 30.000 v.Chr. verschwindet der Neandertaler und der Homo sapiens setzt sich durch. In den Schwankungen der letzten Nacheiszeit entsteht auf den fruchtbaren Lößanwehungen im Vorfeld der beiden wechselnden Vereisungsfronten von den Alpen und von Skandinavien her die nordische Rasse. Die nordische Rasse ist an den lebhaften Wechsel zwischen rauhem und gemäßigtem Klima sehr gut angepaßt und nutzt ihn als Antrieb zur Entfaltung eines dynamischen Wesens, verbunden mit gemäßigtem Temperament und vorausschauender (spekulativer) Geistesart, die der Selbstbeherrschung förderlich ist und zum Herrschen befähigt. Diese Eigenschaften bestimmten die nordische Rasse zum Impulsgeber der Völkerentstehung und zum Auslöser von Hochkulturen.

Gegen 10.000 v.Chr. war die Nach-Würmeiszeit beendet und Nordeuropa und das Voralpengebiet werden von der nordischen Rasse wieder in Besitz genommen. In dieser Zeit bildet sich wahrscheinlich auch das indogermanische Urvolk mit seiner Sprache des Urindogermanischen heraus, dessen Stammhalter die germanischen Sprachen sind. Wann die Indogermanen in Mitteleuropa die Landwirtschaft (zuerst als Gartenbau, dann als Ackerbau) erfunden haben, ist noch unerforscht.

Sammeln und Jagen sind die beiden unteren Formen der vorgeschichtlichen Produktionsweise des Menschen, Fischfang und Bergbau ihre beiden oberen und alle zusammen sind extraktive Industrie, bei der die Erde dem Abbau (als Arbeitsgegenstand) dient. In allen Formen des Landbaues dagegen dient die Erde dem Anbau (als Arbeitsmittel). Diese neusteinzeitliche Umkehrung des Mensch-Erde-Verhältnisses (neolithische Revolution) eröffnet die Geschichte. Der Bau von Booten und die Knüpfung von Netzen durch seßhafte Fischer ist nach dieser Logik ebenso noch ein vorgeschichtliches Tun wie die Gewinnung von Eisen, Kupfer und Zinn durch Bergleute, die vom Feuersteinabbau zum Erzabbau übergegangen sind.

Vom in­do­ger­ma­ni­schen Ur­volk, das bis ins 3. Jahr­tau­send v. Chr. noch in sei­ner Ur­hei­mat in Mit­tel- und Nord­eu­ro­pa zu­sam­men­leb­te, ging wahr­schein­lich der An­stoß zur su­me­ri­schen Hoch­kul­tur (Er­fin­dung der Keil­schrift) im Mün­dungs­ge­biet des Eu­phrat und Ti­gris seit 4000 v. Chr. aus, denn Su­mer war ein han­se­ar­ti­ger Städ­te­bund, hat­te ei­ne tria­di­sche Leit­vor­stel­lung von der Göt­ter­welt und kann­te den Jen­seits­glau­ben. Die In­do­ger­ma­nen in Ge­stalt nord­deut­scher Me­ga­li­thi­ker wur­den bei der Ent­fal­tung der alt­ägyp­ti­schen Hoch­kul­tur seit ca. 3000 v. Chr. wirk­sam. Seit 2500 v. Chr. re­vo­lu­tio­nier­ten In­do­ger­ma­nen, die sich Ari­er nann­ten, den vor­de­ren und mitt­le­ren Ori­ent, in­dem sie in Klein­asi­en (heu­ti­ge Tür­kei) die he­thi­ti­schen Stadt­staa­ten, in Per­si­en die frühi­ra­ni­sche Kultur und im In­du­s­tal die früh­in­di­sche Hoch­kul­tur (Sans­krit) be­grün­de­ten.

Eine andere indogermanische Gruppe, die Tocharer, gelangte bis zum Oberlauf des Gelben Flusses und beeinflußte dort seit ca. 1500 v. Chr. die frühchinesische Flußkultur am Unterlauf des Gelben Flusses (Huangho).

Im Griechenland des 3. Jahrtausends begründeten die Indogermanen die Helladische Kultur, zu Beginn des 2. Jahrtausends dann die Mykenische Kultur (Achäer) bis an die Küsten Kleinasiens hin. Im 2. Jt. v. begann die Indogermanisierung Italiens und in Zentralanatolien errichteten die Indogermanen das Hethitische Reich.

Um 1200 v. Chr. wurden alle damaligen Hochkulturen Opfer von (kosmisch bedingten?) Naturkatastrophen. Diese Naturkatastrophen veranlaßten auch die großen Wanderungszüge der bronzezeitlichen Frühgermanen aus Mittel- und Nordeuropa (Urnenfelderkultur) in den Mittelmeerraum. Dort legten sie den Grund des klassischen Altertums. Aus ägyptischen Quellen sind diese Züge als Angriffe der “Seevölker”, aus griechischer Überlieferung als “dorische Wanderung” bekannt.

Für Deutschland kann die Steinzeit wie die Bronzezeit sinnvoll in je drei Perioden eingeteilt werden. Die Neusteinzeit (Neolithikum) von ca. 4000-2000 v. Chr. gilt in Mittel- und Nordeuropa archäologisch als die “Zeit der geschliffenen Steine”, wirtschaftsgeschichtlich aber als Zeit der Erfindung von Ackerbau und Viehzucht (= neolithische Revolution). Die darauf aufbauende Bronzezeit (2000-800 v.) war eine Hochkultur, die, bevor sie um 1200 v. Chr. in Katastrophen und Kriege überging, schon die Eisenverarbeitung entwickelt und also die bis heute anhaltende Eisenzeit vorbereitet hatte, die man gemeinhin ab 800 v. datiert und die sich um 1800 n. Chr. mit der industriellen Revolution in die Stahlzeit verwandelte und im 20. Jh. mit dem “geschliffenen Eisen” der Edelstahlzeit endete, nachdem die Revolution der chemischen Industrie in Deutschland eine Fülle maßgeschneiderter Rohstoffe entwickelt und die Kunststoffzeit eröffnet hatte. Es ist also sinnvoll, die Zeitspanne von 2000 v. bis 2000 n. als Metallzeit von der Steinzeit einerseits und der Kunststoffzeit andererseits abzugrenzen. In Deutschland wurde nicht nur das geschliffene Steinbeil, sondern auch programmierbarer Buchdruck, Fahrrad, Automobil und programmierbare Rechenmaschine erfunden, die sich bald auf der ganzen Welt fanden.

Die Zeitspanne von der neolithischen bis zur industriellen Revolution ist die von der Vorgeschichte abgehobene Geschichte, die wir betrachten. Diese Geschichte ist noch nicht zu Ende, weil das Ziel der industriellen Revolution noch nicht erreicht ist. Revolutionen sind Umkehrungen wesentlicher Verhältnisse des Menschen, so daß neue und höhere Verhältnisse für ihn wesensbestimmend werden. In der vorgeschichtlichen Kultur der Jäger und Sammler ist die Erde Arbeitsgegenstand des Menschen; in der neolithischen Revolution wird dies Verhältnis umgekehrt und die Erde insgesamt ein Arbeitsmittel der hochkomplexen Art, d.h. ein natürlicher Wirkzusammenhang oder die vorhandene Maschine, die der Mensch kultiviert, also pflegt, wartet und bedient nach Versuch, Irrtum und Erfahrung, ohne den Zusammenhang schon genau verstanden zu haben.Die industrielle Revolution schließlich vollführt eine weitere Umkehrung: Die vorhandenen Maschinen (Naturprozesse) des Ackerbauern und Viehzüchters werden in zuhandene Maschinen (angeeignete Naturprozesse) des Maschinenbauers und Maschinenbedieners verwandelt. Die neolithische Revolution ist wie die industrielle heute noch nicht beendet, weil die Umwandlung von Gegenständen der menschlichen Arbeit in ihre Mittel ebensowenig aufgehört hat wie die Verwandlung der Mittel aus vorgefundenen (vorhandenen) in angeeignete (nachhandene). Auch wenn es dem Menschen dereinst gelungen sein wird, sein Erbgut zu synthetisieren und sein Gehirn nachzubauen, ist die industrielle Revolution nicht beendet, denn dann gibt es immer noch eine Weltschöpfungsmaschine zu bauen, die den Geist selber imitiert.


α

z.B. Ägypten

Um 3000 v. wur­de Un­ter- und Ober­ägyp­ten ver­eint und da­mit das Nil­tal vom Del­ta bis zum ers­ten Ka­ta­rakt zu ei­ner Wirt­schafts­ge­mein­schaft zu­sam­men­ge­schlos­sen. Da­mit näm­lich das re­gel­mä­ßig über­schwemm­te Nil­tal land­wirt­schaft­lich zu nut­zen ist, müs­sen zu ge­ge­be­ner Zeit Däm­me, Dei­che, Ka­nä­le und Grä­ben ge­mein­sam ge­baut wer­den, um den Bo­den zu be­wäs­sern und durch den mit­ge­führ­ten Schlamm aus dem abes­si­ni­schen Hoch­land zu dün­gen. Im Ok­to­ber hat der an­schwel­len­de Nil sei­nen Höchst­stand. Im Jah­re 2769 v. Chr. wur­de in Ägyp­ten der Ka­len­der vom Mond- auf das Son­nen­jahr um­ge­stellt. As­tro­no­mie und Geo­me­trie fin­den im Nil­tal früh brei­te An­wen­dung, aber ha­ben dort ver­mut­lich nicht ih­ren Ur­sprung.

Die Bewirtschaftung des Niltales erforderte einen zentralisierten, einheitlichen Betrieb, an dessen Spitze Pharao (das große Haus) stand, der eine Wirtschaftsbürokratie unter sich hatte. Altägypten war eine der ersten Zentralverwaltungswirtschaften der Weltgeschichte: die Volkswirtschaft war wie eine große autarke Hauswirtschaft. Der Verwaltungsaufwand war entsprechend groß. Verwaltungsmittel war die Bilderschrift (Hieroglyphen) und das Papier aus dem Mark der Papyrospflanze.

Im letzten Viertel des 3. Jahrtausends verfällt mit der Zentralgewalt und der zentralen Wirtschaftsverwaltung das Alte Reich und Ägypten erlebt eine Zwischenzeit seiner Geschichte, benannt nach Herakleopolis, Sitz der 9. und 10. Dynastie und Kultstätte des mit Herakles identifizierten widderköpfigen Gottes Harsaphes, in der es von der nordischen Rasse beeinflußt wird. Die Herakleopoliten vertrieben die Nomaden, die ins Nildelta eingedrungen waren, und schufen eine Schicht freier Bauern und Bürger. Der ägyptische Einheitswirtschaftsstaat wird im Mittleren Reich (2040-1730 v.) wiederhergestellt.

Von 1730-1540 v. war Ägypten von asiatischen Fremdherrschern regiert, den sog. Hyksos (“Herrscher der Fremdländer”). Die ägyptische Überlieferung setzt in dieser Zeit der nomadischen Gegengeschichte fast völlig aus. Die Befreiung Ägyptens ist von Theben, dem Hauptort Oberägyptens, ausgegangen. Die Hyksos-Fremdherrschaft in Ägypten beendet das Mittlere Reich und ist ein Beispiel der Unterwerfung von Bauernvölkern durch Nomadenstämme. In der jüdischen Überlieferung wird die unmäßige Ausbreitung der Juden in Ägypten mit der Hyksos-Zeit, die daran anschließende ägyptische Gefangenschaft und die Flucht nach Palästina mit der Regierungszeit Ramses II. (1290-1224 v.) verbunden. Unter dem Pharao Merenptah, dem Nachfolger Ramses II., siegt Ägypten in der Schlacht im Nildelta 1220 v. über die von Libyen, Palästina und der See her angreifenden Frühgermanen (Seevölker, Dorer, Philister).

Das Zweistromland verdankt dem Euphrat und Tigris seine Fruchtbarkeit. Die Schneeschmelze im armenischen Hochland führt zum Anschwellen der beiden Flüsse, die im April und Mai das flache Land überschwemmen. Gemeinschaftlicher Deich-, Damm-, Kanal- und Bewässerungsbau sind Voraussetzung der Landwirtschaft, um den Boden vor Versumpfung oder Austrocknung zu bewahren. Zentralverwaltung der Wirtschaft war also von der Natur des Landes her erforderlich. Die Stadt, das Land und die Leute waren in den Staaten von Sumer Eigentum des Stadtgottes und Besitz seines Stellvertreters, des Oberpriesters. Die Sumerer haben die Keilschrift erfunden und zu einer Silbenschrift entwickelt. Die nicht in öffentliche Arbeiten der Bewässerung des Bodens und der Befestigung der Städte verwendete Mehrarbeit wurde in Tempelhandwerker angelegt, deren Produkte teils in den Luxuskonsum der theokratischen Oberschicht, teils in den auswärtigen Handel als Waren eingingen. Wie in Ägypten (und später in der Sowjetunion) gab es also ein staatliches Außenhandelsmonopol. Semitische Nomadenstämme unter Sargon infiltrierten und eroberten die sumerischen Stadtstaaten und errichteten das Akkadische Reich um 2400 v. Bergnomadische Semiten unter Hammurabi zerstören das Akkadische Reich und errichten das Babylonische Reich um 1700 v. als ein Gesetzesregime. Das Assyrische Reich schließlich, das von dem im Norden des Zweistromlandes wohnenden semitischen Volk der Assyrer um 900 v. gebildet wird, bringt den Weltunterwerfungsanspruch einer nomadischen Theokratie zur vollen Ausprägung. Seit dem Ende des 7. Jh. v. wird es vom Neubabylonischen Reich abgelöst, dessen bedeutendster König Nebukadnezar II. 587 v.Chr. Jerusalem zerstört und die Juden in die babylonische Gefangenschaft abführt. Deportation, Vertreibung und Völkermord mit dem Anspruch der Unterwerfung aller Völker unter die Eine-Welt sind also Kennzeichen der nomadischen Weltbemächtigung.


β

z.B. Griechenland

In der orientalischen Welt ist einer frei, in der antiken Welt sind es einige. Die antike Welt ist das Ergebnis geschichtlich bewegter Zeiten und aus Eroberungen geboren, wobei die unterworfenen Bevölkerungen als sprechendes Zubehör (“instrumentum vocale”) des eroberten Landes entweder versklavt, verknechtet oder doch entpolitisiert, also zu bloßen Privatrechtssubjekten herabgedrückt werden. In der antiken Welt sind die Eroberer und ihre Nachkommen frei, die Eroberten unfrei. In der orientalischen Welt dagegen ist nur einer im Lande frei: sein Despot. Unfrei hingegen sind die seinem “Großen Haus” (dem Pharao oder der Volksgemeinschaftswirtschaft) angehörigen Volksgenossen.

Ansich ist auch der Despot unfrei, denn er ist nur der Vogt des Gottes, welcher der Alleineigentümer der Stadt ist. Allerdings gewinnen die orientalischen Despoten sekundäre, bloß weltliche Freiheit im Rechtsverkehr untereinander (Außenhandelsmonopol der Zentralverwaltungswirtschaften).

In der antiken Welt sind die Stadtgründer und ihre Nachkommen frei, sie haben das volle Bürgerrecht. Sie sind Spartiaden (Sparta) oder Eupatriden (Athen) oder Patrizier (Rom). Die Nachfahren der Gründerfamilien personifizieren die politische Gemeinschaft, die später Zugezogenen sind als Periöken (Sparta), Metöken (Athen) oder Plebejer (Rom) politisch rechtlose Volksgenossen, also bloße Privatleute, oder doch politisch minderberechtigt. Dagegen die Masse der versklavten Urbevölkerung (und Kriegsgefangenen) verbleibt nicht nur in politischer, sondern auch in privater Unfreiheit. Die griechische Kolonisation der Küsten des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres belebte immer wieder auf´s Neue diesen Gegensatz von Gründern und Nachzüglern, von Aristokraten und Demokraten.

Die Staaten der klassisch-antiken Welt sind Gründungen von nordischen Eroberern, ihr Idealtypus ist Sparta als Neugründung der dorischen Wanderung. Die Krone des klassischen Griechenlands aber errang Athen als der Ort, an dem sich die helladische (3. Jt.) und die achaische (2. Jt.) Eroberung gegen die dorische behauptet hatte. Die Blüte Griechenlands ruhte auf dem siegreichen Bündnis von Sparta und Athen (unter spartanischer Führung) in den Perserkriegen, der Niedergang Griechenlands nach dem Peleponnesischen Krieg entsprang der athenisch-demokratischen Hegemonie und der daraus entstehenden Feindschaft zur konservativen Landmacht Sparta. In Griechenland zeigt sich erstmals der Zyklus, daß in der Rivalität zwischen See- und Landmacht zuerst die Seemacht die Oberhand gewinnt, auf Dauer aber der Landmacht sich unterordnen muß. Nach der Niederringung der athenischen Hegemonie im Peleponnesischen Krieg (431-04) geht die Vorherrschaft in der griechischen Welt der Reihe nach an die Landmächte Sparta, Theben (Leuktra 371) und Makedonien (Chäronea 338) über. Mit der Hellenisierung der antiken Welt (334-24) durch Alexander von Makedonien und seine Nachfolger (Diadochenreiche) wird das Griechische zur Weltverkehrssprache und die griechische Hochkultur verflacht mit dem Vorrang der Weltmarktwirtschaft vor den lokalen und nationalen Eigenwirtschaften zur Weltzivilisation. Von der bäuerlichen Landmacht Rom wurde die Weltzivilisation des Hellenismus dann im 2. und 1. Jh. v. unterworfen.

Höhepunkt der griechischen Geschichte war der Perserkrieg. Um 550 v. hatte Kyros das Perserreich unter Führung der beiden indogermanischen Völker der Meder und der Perser gegründet, wodurch die kleinasiatischen Griechenstädte unter persische Herrschaft gerieten, wogegen sie 500 v. den von Athen unterstützten Aufstand wagten. Im anschließenden Krieg mit dem persischen Weltreich errang Griechenland für das Abendland glänzende Siege über die vielfach größere Masse des Morgenlandes: Marathon 490, Salamis 480, Platää 479. Nach dem Sieg über Persien gründete Athen den Attischen Seebund und wurde der Hegemon Griechenlands. Diese Periode erreichte ihren Höhepunkt im Zeitalter des Perikles 446-31.

Die verfassungspolitische Entwicklung Athens ging den klassischen Weg von der Königsherrschaft (Monarchie der Frühzeit) über die Adelsherrschaft (kodifiziert durch Drakon 621 v.) hin zur Volksherrschaft (Solon 594, Peisistratos 560, Kleisthenes 508). Die Demokratie in Athen, nachdem sie unter Perikles zur legalen Tyrannis vollendet worden war, endete wie ganz Griechenland in der zweiten Königsherrschaft (makedonische Monarchie der Spätzeit).

z.B. Rom

Um 510 v.Chr. beendete in Rom ein Aufstand der Patrizier die (zuletzt etruskische) Königsherrschaft und errichtete die Republik der Patrizier (Aristokratie). Damit begann der Kampf der politisch rechtlosen Plebejer, die bloße Privatrechtssubjekte waren, um ihre politische Mitbestimmung im Staate. Rom hielt in seiner ganzen Geschichte den ständischen Gegensatz zwischen Patriziern und Plebejern aufrecht und erhielt ihn sich als Motor seiner politischen Entwicklung. Im Jahre 471 v. errangen die Plebejer das Recht, eigene Volkstribunen zu wählen und vom Jahre 300 an hatten sie Zugang zu allen Staatsämtern einschließlich Senat und Pontifikat. Noch in den Parteikämpfen der Bürgerkriegszeit zwischen Optimaten und Popularen war der patrizisch-plebejische Gegensatz wirksam und endete mit dem Sieg der Popularen im Prinzipat seit 31 v., was sich mit dem Dominat seit 284 n. unter Kaiser Diokletian, dem Sohn eines dalmatinischen Sklaven, bestätigte. Das Prinzipat war die römische Form der zweiten Monarchie, das Dominat der römische Abstieg in die orientalische Despotie.

Der Ständekampf in Rom war begleitet von der Unterwerfung Italiens bis zum Appenningebirge. Damit hat sich Rom als Hauptlandmacht im westlichen Mittelmeer etabliert, das mit Karthago, der Hauptseemacht dieses Raumes, in drei Punischen Kriegen seit 264 aneinandergerät, die 146 mit der Zerstörung Karthagos enden. Anders als Griechenland hat Rom zuerst nicht über See, sondern über Land kolonisiert; Italien wurde durch Militärkolonien sprachlich latinisiert und kulturell homogenisiert.

Die andauernden Kriege und die Verlagerung der Agrarproduktion in sklavenbetriebene Latifundien machten viele italischen Bauern landlos und konzentrierte sie in Rom als Proletariat. Der Volkstribun Tiberius Gracchus wollte 133 das Staatsland, mit dem die Patrizier als Großgrundbesitzer ihre Ländereien abgerundet hatten, an die proletarisierten Bauern verteilen. Er wurde von Senatoren erschlagen, womit der Bürgerkrieg im Prinzip eröffnet war. 123 ließ sich Gajus Gracchus zum Volkstribunen wählen und schlug Bauernkolonien auf karthagischem Gebiet sowie die Erteilung des römischen Bürgerrechts an alle italischen Bundesgenossen vor. Mit der letzten Forderung isolierte er sich vom stadtrömischen Proletariat, dem der Senat Bauernkolonien in Italien versprach und dann den Gajus Gracchus stürzte. Sein Versprechen brach der Senat.

Ab 104 reformierte der plebejische Konsul Marius das römische Heer dahingehend, daß Proletarier, die sich keine eigene Rüstung leisten konnten, zum Kriegsdienst zugelassen wurden. Das römische Bürgerheer wurde Söldnerheer. Marius besiegte die Teutonen und Kimbern 102 und 101. Nach dem dreijährigen Bundesgenossenkrieg mußte Rom allen Italikern im Jahre 89 das Bürgerrecht verleihen. Der optimatische Konsul Sulla besetzt mit seinen Söldnern 88 Rom und massakriert Parteigänger des Marius (Popularen). Als Sulla in Asien Krieg führt, kehrt Marius nach Rom zurück und massakriert Optimaten. Im Jahre 83 kehrt Sulla aus Asien zurück, besiegt das Heer der Popularen, wird 82 vom Senat zum Diktator ernannt und erklärt die Anhänger des Marius für vogelfrei (Proskriptionen). Sulla versorgt seine Veteranen mit unveräußerlichen Landgütern aus den Konfiskationen bei den Proskriptionsopfern. Er restauriert die Macht des Senats, beschneidet die Rechte der Volkstribunen, streicht die Sozialleistungen für das römische Proletariat und gibt nach Vollendung seiner Konservativen Konterrevolution im Jahre 79 die Diktatur zurück.

Im Jahre 70 zogen die beiden siegreichen Feldherren Pompejus und Crassus mit ihren Heeren vor den Toren Roms auf, setzten ihre Wahl zu Konsuln durch und beseitigten Sullas Verfassung. Nachdem Pompejus die Seeräuber vernichtet und im Orient siegreich Krieg geführt und der Senat seinen Veteranen die versprochenen Bauernstellen vorenthalten hatte, bildete er im Jahre 60 mit Crassus und Cäsar, dem Führer der Popularen, das erste Triumvirat, das Cäsars Wahl zum Konsul für 59 durchsetzte; ab 58 bekam Cäsar Südgallien als Prokonsul, von wo aus er bis 51 ganz Gallien eroberte und dem Römischen Reich als Provinz einverleibte. Mit dem Gallischen Krieg hatte Cäsar den Hauptkampfplatz der künftigen europäischen Geschichte eröffnet und sich in seinem Heer das Instrument seines Sieges im römischen Bürgerkrieg geschaffen. Im Jahre 49 überschritt Cäsar mit diesem Heer den Rubikon und schlug 48 bei Pharsalos das Heer der Senatspartei (Optimaten), das von Pompejus geführt wurde. Nach Cäsars Ermordung im Jahre 44 kam es erneut zum Bürgerkrieg zwischen dem zweiten Triumvirat (Cäsars Adoptivsohn Octavian, seinem Unterfeldherrn Antonius und seinem Reitergeneral Lepidus) und den Anhängern der Senatsherrschaft, die 42 in der Schlacht bei Philippi in Makedonien besiegt wurden. Im Endkampf unter den Triumvirn der cäsarischen Partei blieb Octavian Sieger. Seine Regierungszeit von 31 v.-14 n. Chr.das augusteische Zeitalter – war der Höhe- und Scheitelpunkt der römischen Geschichte und eröffnete mit der Prinzipatsverfassung die römische Kaiserzeit. Mitten im goldenen Zeitalter Roms gelang im Jahre 9 n. die Befreiung Germaniens durch die Schlacht im Teutoburger Wald.

Von 391 an war das Christentum Staatsreligion im Römischen Reich, das 395 endgültig geteilt wurde. Im 5. Jahrhundert ist Westrom unter die germanischen Hauptstämme aufgeteilt (Wandalen, West- und Ostgoten, Sweben, Franken, Burgunder, Alemannen, Sachsen). Als letzte errichten die Langobarden 568 in Norditalien ein germanisches Königreich. Jetzt erst wird die Agrarrevolution durchgeführt, an der die Gracchen 133/23 v. scheiterten: Aus Latifundien wurden Bauernstellen und an die germanischen Krieger gegen Heeresfolgepflicht verteilt. Das zuvor romanisierte Europa wurde vom Grund und Boden her germanisiert. Auf die bäuerliche Grundschicht legte sich bald eine feudale und eine geistige Germanisierung (Klostergründungen). Mit dem Sieg Germaniens über Rom triumphiert das Land über die Stadt, die Bäuerlichkeit über die Urbanität, das Gehöft über das Forum. Der germanische Dom hebt sich himmelhoch über Tempel und Pantheon.

Roms Weg in das imperialistische Verhängnis begann mit der Auflösung des Bauernstandes als Folge der Punischen Kriege. Roms Multikult war der Untergang der antiken Kultur: Proletarisierung, Vulgarisierung (Zirkusspiele), Orientalisierung, Vernegerung. Rom war das Grab der Völker und ihrer Götter, es war das Weltreich der Sklaverei.

Unsterblich ist der Ruhm unserer Ahnen, die das Weltreich der Sklaverei vernichteten.


γ

z.B. Germanien

In der antiken Welt sind einige frei, in der germanischen Welt sind es alle. Jeder ist Rechtssubjekt und jeder ist Pflichtsubjekt, privat und öffentlich. Der Einzelne mit seiner Familie hat einen Hof, die Gemeinde hat einen Kirchhof, auf dem das Gemeinschaftsgefühl der Höfe erzeugt wird und in dessen Mitte das Haus Gottes steht: der Dom. Jeder Dom (wie zuvor schon die frühchristliche Basilika) ist die Ausgestaltung eines dreischiffigen germanischen Langhauses. Im germanischen Dorf wie in der germanischen Stadt sind nicht nur die Gründerfamilien vollberechtigt und vollverpflichtet, sondern auch die später Zugezogenen. Der germanische Staat ist kein Stadtstaat, sondern ein Hofstaat. Die germanische Stadt ist eine Gründung des (königlichen) Hofes, sie ist wohlbegründet, weil sie einen Grundherrn hat. Und schließlich geht auch die industrielle Revolution vom germanischen Gehöft aus, zuerst vom Mühlenhof und dem nichtzünftigen Werkhof der Landhandwerker.

Die alten Deutschen waren freie Einzelne, die sich zum Thing trafen und in dieser Versammlung das Gemeinwesen bildeten, das den Heerbann auf den Einzelnen ausübte. Der erfolgreiche Heerzug unter dem Herzog sicherte dem Einzelnen bzw. seinen nachgeborenen Söhnen ein Allod, d.h. eine Bauernstelle. Der Thing war also immer auch eine Versammlung von Grundeigentümern und von Grundstücksanwärtern.

Die bäuerliche Urform des germanischen Gemeinwesens verdoppelt sich in der feudalen Überschichtung. In der Feudalität ist das Lehen das Allod, der Lehnsherr der Thing und der Vasall der dem Heerbann unterliegende Einzelne. Entsprechend wird im feudalen Dorf der Einzelne zum Fronbauern, das Allod zum belasteten Hof und der Thing zur Gemeinde. In der germanischen Stadt schließlich ist der Einzelne als Bürger wieder frei, er hat sein Allod im städtischen Grundbesitz und im Marktanteil, und seinen Thing hat er im Rat der Stadt, dem er als Spießbürger Heeresfolge leisten muß.

Die germanische Form des Gemeinwesens bildet sich dann weiter zum Feudalabsolutismus, wo der Lehnsherr zum Souverän, der Vasall zum Untertan und dessen Allod am Gemeinwesen zur Steuer geworden ist, die sich im Souverän versammelt. Im Kapitalismus schließlich ist der Einzelne Eigentümer an sich, der über Grund-, Geld- oder Arbeitsvermögen verfügt, die sich im Kapital versammeln, das die Individuen aller Klassen in seinen wirtschaftlichen Heerbann schlägt. Seine Endform, der heute herrschende Globalismus, ist der Kapitalabsolutismus, worin das Kapital zum globalen Souverän und jeder Einzelne weltweit ihm zum Untertan geworden ist. Die Kathedralen des Kapitals als der Globalreligion überragen jetzt die höchsten Dome des Abendlandes um ein Vielfaches. Der Kapitalismus in der Absolutform des Globalismus erzeugt rassische, völkische und kulturelle Gegenwirkungen, welche die Arbeitskraft – das Allod-in-sich-selber der Einzelnen, der Völker, der Kulturen und der Rassen – zum souveränen Moment der weiteren menschlichen Entwicklung machen werden. Die letzten Stellungen des Kapitalismus sind daher antirassistisch, kulturrelativistisch und gegenvölkisch ausgerichtet, der Einzelne wird als alteuropäisches Subjekt lächerlich gemacht und dem Systemfunktionalismus ausgeliefert. Im Selbstbehauptungskampf der Rassen, Völker und Kulturen wie der Männer, die die Geschichte machen, wird der kapitalabsolutistische Globalismus verenden.

Die Geschichte Germaniens vollzieht sich in drei Kreisen: dem äußeren, dem mittleren und dem inneren Kreis. Die Geschichte des äußeren Kreises (I) beschreibt den Kampf Germaniens mit der Gegengeschichte der militärischen und zivilen Nomadenstürme, die nicht nur Europa in seiner germanischen Form, sondern seine Geschichtlichkeit überhaupt bedrohen. Die Geschichte des mittleren Kreises (II) ist die Geschichte des germanisierten Europas, von dem das germanische Europa (Deutschland und Skandinavien) umschlossen wird. Dieser mittlere Kreis hat einen westeuropäischen und einen osteuropäischen Bogen. Deutschland schließlich ist das innere Reich Europas, seine Geschichte ist die des inneren Kreises (III) Germaniens.


I.

Im Jahre 375 n. löste der reiternomadische Hunnensturm die germanische Völkerwanderung aus, die im 5. Jh. zur Auflösung Westroms in germanische Reiche führte, unter denen das Ostgotenreich Theoderichs d.Gr. und das Frankenreich Karls d.Gr. herausragte. Letzteres obsiegte Anfang des 9. Jh. und erbte den römischen Kaisertitel. Es war das Ziel beider germanischen Reiche, das kontinentalgermanische Gesamtreich herzustellen. Die Hunnen wurden 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern besiegt. Das Wandalenreich, 429 in Nordafrika errichtet, wurde schon 533 von einem oströmischen Heer unter dem Feldherrn Belisar zerstört (Beta gegen Alpha). Es konnte im 7. Jh. dem Nomadensturm der islamisierten Araber keinen Widerstand mehr entgegensetzen. Die Araber eroberten das Westgotenreich in Spanien und wurden erst 732 von den fränkischen Panzerreitern des Karl Martell an der Loire besiegt und über die Pyrenäen zurückgeworfen. Aus Spanien werden die Araber als Militär- und die Juden als Zivilnomaden erst 1492 vertrieben. Am Ende des 8. Jh. vernichtet Karl d.Gr. die Awaren, ein steppennomadisches Mongolenvolk, das (wie zuvor die Hunnen und später die Türken) von der Pannonischen Tiefebene her Germanien bedrohte.

Von ebendorther raubten im 10. Jh. die Ungarn, die zeitweise Kärnten und die Ostmark besetzten, Bayern und Schwaben aus. Heinrich I. besiegt die Ungarn 933 an der Unstrut, Otto d.Gr. 955 auf dem Lechfeld bei Augsburg. Seitdem wurden sie seßhaft, blutmäßig übernordet und Deutschlands Verbündete. Eine Niederlage Germaniens gegen die Nomaden mußte Otto II. 982 bei Cotrone in Süditalien einstecken, wo sich Araber eingenistet hatten, die in der ersten Hälfte des 11. Jh. von den Normannen wieder verjagt wurden.

Anders als die frühgermanischen Hakenkreuzzüge um 1200 v. sind die Kreuzzüge vom 11.-13. Jh. nicht durch Naturstürme, sondern durch Nomadenstürme ausgelöst worden. Die Eroberung Palästinas durch die Seldschuken, ein intolerantes Türkenvolk, das die christlichen Pilger von Jerusalem aussperrte, erzwingt die Eroberung Jerusalems und führt zur Errichtung eines idealen Feudalstaates, des Königreichs Jerusalem. Das Recht auf das Königreich Jerusalem ist im 13. Jh. von Friedrich II. erworben und seit 1918 von den Habsburgern an das deutsche Volk übergegangen. Die Eroberungen der Sarazenen (Araber) und Saladins von Ägypten im 12. Jh. machten neue Kreuzzüge nötig, die mit der Räumung von Akkon 1291 endeten. Die Kreuzzüge waren ein europäischer, gesamtgermanisch-ritterlicher Gegenangriff auf den türkischen und arabischen Nomadismus und eine Offensive gegen die orientalische Despotie und ihre asiatische Produktionsweise. Sie führten zu erweitertem Handel und Kulturaustausch zwischen den Gebieten der Geschichtsformen Alpha und Gamma.

Um 1240 fallen die Mongolen ein (1241 Schlacht bei Liegnitz). Den Hauptverlust an Geschichte trugen die Russen mit einer 200jährigen Tartarenherrschaft, deren formelle Oberherrschaft erst Iwan III. 1480 beseitigt. 1492 werden Araber und Juden aus Spanien vertrieben und Amerika wiederentdeckt, was der germanischen Siedlung neue Räume eröffnet. 1526 erobern die Türken Ungarn und Kaiser Karl V. kann sie erst 1529 vor Wien schlagen. In der zweiten Hälfte des 16. Jh. mußten unter Phillip II. auch christlich-konvertierte Juden und Araber (Mauren) Spanien verlassen, wodurch das germanische Geblütsrecht bestätigt und mit der Festlegung eines Standards für ethnische Homogenität die geschichtliche Voraussetzung der spanischen Volksherrschaft geschaffen wurde. An der militärnomadischen Front besiegten Spanien und Venedig 1571 in der Seeschlacht bei Lepanto die Türken. 1683 stehen schon wieder die Türken vor Wien und belagern es zwei Monate lang. 1697 nahm Prinz Eugen den Türken Ungarn, Siebenbürgen, Kroatien und Slawonien wieder ab, stürmte 1718 Belgrad und sicherte die Militärgrenze mit deutschen Wehrbauern (Donauschwaben). In den 90er Jahren des 20. Jh. wird die Militärgrenze wieder von Moslems berannt, wohingegen die klassischen Nomadenvölker der Mongolen, Araber und Türken, die Deutschland und Europa bislang militärisch bedroht hatten, mit einer millionenfachen zivilnomadischen Vorhut in ganz Europa und am zahlreichsten in Deutschland sich eingegraben haben. Entsprechend tiefer und gründlicher muß ein neuer Prinz Eugen die Wunde diesmal ausbrennen.

Gegen die zivilnomadische Invasion der Juden hat sich Europa durch Totalvertreibungen 1290 aus England, 1396 aus Frankreich, 1492 aus Spanien, 1497 aus Portugal und 1942-44 aus dem Kontinent sowie durch viele Vertreibungen (z.B. im 15.-16. Jh. aus süddeutschen Städten und Gebieten) gewehrt, aber auch durch Pogrome (z.B. Polen 1648, Rußland 1890, Polen 1945-46).


II.

Die Geschichte des mittleren Kreises Germaniens ist die Geschichte nicht des germanischen, sondern des germanisierten Europas. Dessen Ostbogen ist das sog. slawische Europa. Slawen, insoweit überhaupt Europäer, sind verknechtete und vergewaltigte Ostgermanen. Der Ostbogen ist asiatisiertes Ostgermanien. Der Germanismus der Völker des Ostbogens und damit ihr europäischer Inhalt kommt ursprünglich, seit dem Hunnensturm des späten 4. Jh., von innen und von unten. In jüngeren Jahren dann, seit der Wiederaufnordung Osteuropas im 9. Jh. und dem Beginn russischer Staatlichkeit, wird der Ostbogen des mittleren Kreises auch wieder von oben her germanisiert, was bis zu Katharina II. anhält und im 19. Jh. im siegreichen deutsch-russischen Bündnis gegen die napoleonische Usurpation und in der russischen Rückendeckung für die Bismarcksche Wiedergründung des Deutschen Reiches seine politischen Früchte trägt. Die russische Literaturblüte des 19. Jh. schließlich ist ein Ergebnis der geistigen Regermanisierung Rußlands und ein Ereignis europäischer Hochkultur.

Die Slawen im allgemeinen sind Ostgermanen, die von reiternomadischen Steppenvölkern ethnisch entstellt und durch asiatische Staatssklaverei moralisch verformt wurden. Trotzdem befreiten sie sich immer wieder von der steppennomadischen Knute, teils unter Übernahme reiternomadischer Methoden (Kosakenbewegungen!), teils unter Ansiedlung deutscher Wehrbauern im ganzen osteuropäischen Raum, besonders aber im Karpatenbogen (Siebenbürgen), an der Wolga, im alten ostgotischen Kernraum der Ukraine und der Krim oder am Kaukasus.

Die slawischen Völker wurden in jeweils besonderer Weise ethnisch entstellt: die Russen von den Hunnen und den Mongolen, die Serben von den Türken, die Polen von den Sarmaten und die Tschechen von den Awaren, wodurch den Trümmern ostgermanischer Stämme erst ihr jeweiliger Slawismus aufgezwungen wurde. Die sprachliche Entfremdung vom inneren Germanien begannen im 9. Jh. die Mönche Kyrill und Method, die das Kirchenslawische (Glagoliza) als Verkehrssprache im ostgermanischen Raum durchsetzten.

Umgekehrt stellen sich die Dinge im Westbogen des mittleren Kreises dar, der von außen und oben germanisiert worden ist. Britannien wurde von Cäsar zuerst romanisiert, dann im 5. Jh. anglisiert und schließlich 1066 französisiert durch sprachlich entwurzelte Normannen, die für zwei Jahrhunderte Französisch (gallisches Vulgärlatein) England als Verkehrssprache aufzwangen. Sprachliche Entfremdung war zuvor den Franken und Burgundern in Gallien, den Westgoten in Spanien und den Langobarden in Italien widerfahren, weil den zu regierenden provinzialrömischen Grundbevölkerungen zum Erwerb der gemeingermanischen Sprache das freiheitliche Lebensgefühl mangelte. Rückschläge in den bürokratisierten spätrömischen Zwangsstaat haben den Westbogen des germanisierten Europas bis heute begleitet. Von den Römischen Päpsten bis zu den Römischen Verträgen (EU), vom Kapitol in Rom bis zum Kapitol in Washington, vom Imperialismus der Westmächte bis zum Faschismus in Italien wird der Westbogen von Regressionen in die Geschichtsform der antiken Welt heimgesucht. Der germanische Lack des Westens blättert ab, das häßliche Imperium Romanum kommt zum Vorschein. Die beiden 30jährigen Kriege (1618-48, 1914-45) wie die Gallische Rebellion von 1789 sind Gespensterkämpfe, die die germanische Welt gegen die Wiedergänger der antiken Welt bestehen mußte. Freiheit und Treue der Einzelnen und der Völker ist der Grund und das Banner der germanischen Welt. Zivilisation, Weltfrieden, Humanismus und Hedonismus verspricht das orientalisierte Spätestrom der Jetztzeit und bringt doch nur Untergang der Völker, ihrer Götter, ihrer Sprache und ihrer Kultur. Wenn es den Völkern, die zum Lichte der Freiheit ihrer eigenen Geschichte drängen, nicht gelingt, den Imperialismus endgültig zu begraben, könnte Beta über Gamma, könnten die Lemuren über die Lebenden triumphieren und das Weltreich der Sklaverei wiedererrichten.

Im heutigen Frankreich gehört das Gebiet nördlich der Somme und östlich der Maas zum ehemaligen Austrien des Fränkischen Reiches, worin die germanische Lebensweise dominierte. Westlich davon lag Neustrien, wo die fränkischen Eroberer sich dem gallo-romanischen Lebensstil anbequemen mußten. Das Einzugsgebiet von Saône und Rhône bis zur heutigen Ostgrenze gehörte den Burgundern, der Südwesten den Westgoten. Die Atlantikküste (z.B. die Vendée) gehört nordischen Fischern und Bauern, die Bretagne den wirklichen Briten und die Normandie den Skandinaviern. Das Land zwischen Maas und Rhein gehört Deutschland und wurde dem Reich geraubt. Westflandern wurde dem flämischen Volk entrissen, dem baskischen Volk das Menschenrecht auf Souveränität vorenthalten. Das Königreich Burgund, das in der Stauferzeit zusammen mit den Königreichen Deutschland und Italien das Heilige Römische Reich gebildet hatte, wurde vernichtet, das Selbstbestimmungsrecht der natürlichen Völker mit Füßen getreten.

In Frankreich ist das Staatsvolk der Gallier von Cäsar bezwungen und verdorben worden, weil es sich mit dem Sieger identifizierte. Seit der germanischen Eroberung Römisch-Galliens und seiner Erhebung von der antiken zur germanischen Geschichtsform kämpft das gallische Element in Frankreich einen römisch-reaktionären, anti-germanischen Kampf, der in Hugenottenverfolgungen, Bartholomäusnächten, der Gallischen Rebellion von 1789 und den Ausmordungen der kleinen Völker seinen inneren, in der Raub- und Zerstörungspolitik gegen Deutschland seinen äußeren Ausdruck fand. Frankreich ist ein anti-germanischer, cäsaristischer, zusammengeraubter Staat, der wie das alte Rom nicht nur das Selbstbestimmungsrecht der Völker seines Machtbereichs mit Füßen tritt, sondern auch aktive Vernichtungspolitik gegen die Volkskulturen betreibt. Das Gebiet der französischen Zivilisation ist eine Wüste der Kulturen, worin deren Völker geistig und seelisch verdurstet sind.


III.

Das Fränkische Reich war unter den germanischen Erben Westroms jener Staat, dessen germanische Oberschicht als erste vom (germanischen) Arianismus zum (römischen) Katholizismus überging und mit der katholisch-romanischen Grundbevölkerung sich vereinheitlichte, wodurch das Fränkische Reich unter den Germanenreichen im ehemaligen Westrom am erfolgreichsten blieb. Die Besonderung des germanischen vom germanisierten Europa, die das Frankenreich überspielt hatte, macht sich in den Teilungsverträgen von Verden an der Maas 843, Meerssen 870 und Ribemont 880 geltend, den Gründungsurkunden des gemeingermanisch-katholischen Volkes, also den neuen Deutschen, denen gegenüber die heidnischen Nord- und Ostgermanen vorläufig noch alte Deutsche (bloße Germanen) bleiben.Die ost- und mittelfränkischen Stämme wählten den Franken Konrad I. 911 und den Sachsen Heinrich I. 919 zum deutschen König. 920 taucht der Begriff Regnum teutonicum auf. Vom 11. Jh. an wird der deutsche König zugleich römischer König genannt, dem mit der Kaiserkrönung das Sacrum Imperium Romanum (Hl. Röm. Reich) zugesprochen war.

In der Zeit der Sachsenkönige 919-1024 haben die weltlichen Lehnsleute die Erbämter und die geistlichen Lehnsleute die Ernennämter des Reiches inne. Dieses Reichskirchensystem wurde im 11. Jh. vom Papst, der sich die weltliche Oberherrschaft anmaßte, angegriffen (Canossa 1077) und damit das Dasein des Reiches in Frage gestellt. Im Jahre 1033 gelang der Erwerb des Königreiches Burgund unter Konrad II., dem ersten der Frankenkönige (1024-1137). In die Regierungszeit König Heinrichs IV. (1056-1106) fiel der römische Hauptangriff auf das Reichskirchensystem (Investiturstreit). In der salfränkischen Zeit wurden daher verstärkt Unfreie (Ministeriale, edle Knechte) als Ernennbeamte eingesetzt und damit das Rittertum begründet, auf das sich auch noch die Staufer 1138-1250 stützten. In der Aufstiegszeit des 12. Jh. wurden die Städte zu einer weiteren Hauptstütze der Königsherrschaft. Im Interregnum 1250-73 ruhte die Kraft des Reiches allein auf dem deutschen Volk und offenbarte sich in der Ostkolonisation durch Bauern und Bürger. Die Kolonisation des Ostens durch das deutsche Volk ist die größte Kulturleistung der Weltgeschichte. Lübeck (gegründet 1143) und sein Recht war Ausgangspunkt der Kolonisation über See, Magdeburg und sein Recht bestimmend für die Kolonisation über Land. In den ersten hundert Jahren Lübecks waren über hundert Städte lübischen Rechts im Ostseeraum gegründet worden. In der Hanse als organischem Teil der deutschen Ostkolonisation war das seegermanische Element der landgermanischen Sittlichkeit unterworfen. Osteuropa wurde vom westdeutschen Bevölkerungsüberschuß der deutschen Bauern- und Bürgerkultur erschlossen und in das mitteleuropäische Wirtschafts- und Handelssystem einbezogen. Das deutsch-gemeingermanische Recht wurde bis in den russischen Raum hinein vorbildlich und auch außerhalb deutscher Siedlungen geltend.

Das Spätmittelalter (1273-1517) begann mit der Wiederherstellung der deutschen Königsmacht durch Rudolf I. von Habsburg (1273-91). Die Goldene Bulle von 1356 etablierte Kurfürsten und verhinderte weitere Doppelwahlen. Das 14. Jh. wurde durch die Pest wirtschaftlich und moralisch erschüttert und erlebte einen geistigen Aufschwung durch deutsche Mystiker und die ersten deutschen Universitäten (Prag 1348, Wien 1365, Heidelberg 1386, Köln 1388, Erfurt 1392). Zu Beginn des 15. Jh. erlebte Deutschland dann die Hussitenkriege (1419-36): Ausbrüche antideutscher Aggression der Slawen als asiatisierter und selbstentfremdeter Ostgermanen, die bei inneren Krisen alle Deutschgebliebenen und Deutschredenden hassen.Das Reformationszeitalter (1517-1648) bewirkte die Stärkung des germanischen Prinzips in Kerneuropa (Deutschland und Skandinavien), denn Luthertum ist vollständig germanisiertes Christentum. Die römische Antwort in Gestalt der Gegenreformation war eine Reaktion des bloß germanisierten Europas, das im Kern immer noch römisch-imperialistisch dachte. Erst das lutherische Christentum war das völlig entorientalisierte und damit das vollendete Christentum. Weil aber das deutsche Regnum das reichsbildende Volk und Land im nachrömischen Europa war, mußte Deutschland den Universalkampf zwischen Reformation und Gegenreformation, zwischen römischem Imperialismus und germanisch-reichischer Selbstbestimmung ertragen, was im Ersten 30jährigen Krieg 1618-48, dessen letzter Teil den Charakter eines französischen Genozids am deutschen Volk angenommen hatte und einem Drittel der deutschen Bevölkerung das Leben kostete, bis zur Erschöpfung ausgefochten wurde. Den Absolutismus (1648-1789) zählt man vom Westfälischen Frieden, der die Souveränität der Landeskirchen und das Prinzip cuius regio eius religio anerkannte, bis zur Gallischen Revolte von 1789. Die landeskirchliche Souveränität hat den theologischen Grund der absoluten Monarchie gelegt. Die französische Monarchie hat vom Luthertum schmarotzt, was sie mit ihrem definitiven Ende in der Hinrichtung Ludwigs XVI. am 21.1.1793 bezahlte. Preußen hingegen hat sich den geschichtlichen Lohn des Luthertums verdient, indem es Luthers theologische Kategorien in politische Begriffe umsetzte und “die Polis der Neuzeit” (H.-D. Sander) schuf. Das Zweite Interregnum (1806-71) war zwar eine kaiserlose, aber keine schreckliche Zeit. Der antiken Konterrevolution Napoleons wird durch den siegreichen Deutschen Befreiungskrieg von 1813 das Genick gebrochen. Das Bündnis von Volk und Fürsten, das den Befreiungskrieg ermöglicht hatte, wird mit der Nichterfüllung der befreiungsnationalen Einheitsforderung und mit der Restaurationsepochevon 1815-48 bezahlt. Der nationalrevolutionäre Einigungsversuch von 1848 wird von den deutschen Hauptmächten Preußen und Österreich wegen außenpolitischer Erwägungen zum Scheitern gebracht, die dadurch aber in die Pflicht zur Herstellung der nationalen Einheit genommen waren. Nach dem Deutschen Krieg von 1866 ist Preußen zur deutschen Führungs- und Österreich zur deutschen Ersatzmacht bestimmt, was im Deutsch-französischen Krieg 1871 mit der Gründung des Zweiten Reiches 1871 eingelöst wurde. Der Aufstieg des Zweiten Reiches wurde 1914-18 durch den ersten Waffengang des Zweiten 30jährigen Krieges (1914-45) gebremst. Der zweite Waffengang dieses Krieges wurde 1933 durch eine glänzende sozialrevolutionäre Offensive (praktisch der zweite deutsche Befreiungskrieg) vorbereitet, die erst 1945 gestoppt werden konnte – durch eine Weltkoalition aller sozialreaktionären Mächte unter Einsatz der größten Militärmacht aller Zeiten und der Begehung unvergleichlicher und bestialischer Kriegs- und Waffenstillstandsverbrechen am deutschen Volk, mit allein sechs Millionen Toten nach dem 8. Mai 1945. Durch die Verhaftung der Reichsregierung Dönitz und alle folgenden Eingriffe in die Rechtsordnung des Deutschen Reiches, insonderheit durch Etablierung zweier Besatzerstaaten 1949, wurde das europäische Völkerrecht überhaupt zerstört und eine West-Ost-Doppelherrschaft der kapitalistisch-kommunistischen Barbarei in Gestalt der Mächte USA und UdSSR errichtet. Allein im österreichischen Staatsvertrag von 1955 gelang es, ein Teilgebiet des Deutschen Reiches von Besatzungstruppen zu säubern.

Die mitteldeutsche Einigungsbewegung von 1989 liquidierte den Ostzonenstaat und schloß ihn dem Westzonenstaat an. Die osteuropäischen Völker folgten dem mitteldeutschen Beispiel, warfen die kommunistische Despotie ab und halbierten so die Weltherrschaft der Barbarei. Der europäisch-amerikanische Gegensatz, der Wiederaufstieg Rußlands, die Re-Europäisierung Amerikas und die völkische Weltrevolution insgesamt werden die andere, die kapitalistische Hälfte der Weltbarbarei vernichten. Die völkische Weltrevolution wird die Welt nach dem Grundsatz Ein-Volk-ein-Staat umgestalten und also auf die Grundlage des Menschenrechtes eines jeden Volkes stellen. Dieser Fortgang der Weltgeschichte ist nur mit vielen Halbheiten und Rückschlägen erwartbar, ganz sicher und vollständig aber heute schon wünschbar.

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Grundkurs Ökonomie

Je­dem, der auch nur ei­nen Au­gen­blick dar­über nach­denkt, ist ei­gent­lich klar, wel­che Maß­nah­men ge­trof­fen wer­den müs­sen, um die deut­sche Volks­wirt­schaft wie­der­her­zu­stel­len. Der ers­te Schritt zur Wie­der­her­stel­lung der Wirt­schafts­sou­ve­rä­ni­tät ist die Er­rich­tung der na­tio­nal­staat­li­chen Sou­ve­rä­ni­tät. De­ren Haupt­in­stru­men­te sind Ar­mee und Po­li­zei, wo­bei die Ar­mee die au­ßen­po­li­ti­sche Sou­ve­rä­ni­tät ge­währ­leis­tet und die Po­li­zei die in­nen­po­li­ti­sche. Po­li­zei ist ein al­ter kla­rer Aus­druck für In­nen­po­li­tik. Po­li­tik aber hei­ßt ur­sprüng­lich im­mer Au­ßen­po­li­tik, ih­re In­stru­men­te sind Ar­mee und Di­plo­ma­tie – in die­ser Rei­hen­fol­ge.

Nach der na­tio­nal­po­li­ti­schen Sou­ve­rä­ni­tät kann die na­tio­nal­öko­no­mi­sche Sou­ve­rä­ni­tät er­rich­tet wer­den. Ihr Haupt­in­stru­ment ist der Zoll, d.h. die Wirt­schafts­po­li­zei. Wie die Po­li­zei so hat auch der Zoll grenz­po­li­zei­li­che, ord­nungs­po­li­zei­li­che und kri­mi­nal­po­li­zei­li­che Auf­ga­ben be­züg­lich Zoll­gren­zen, Zoll­ord­nun­gen und Zoll­fahn­dun­gen zu er­fül­len. Der Zoll al­so ist die Be­hör­de, wel­che die wirt­schaft­li­che Sou­ve­rä­ni­tät des Staa­tes wahrt und die Zöl­le er­hebt, Im- und Ex­port­ver­bo­te und sons­ti­ge Gü­ter- und Geld­ver­kehrs­kon­trol­len durch­führt.

Gesetzt den Fall, dies funktioniere alles nach Wunsch und die politische wie wirtschaftliche Souveränität der deutschen Staaten bzw. eines wiedervereinigten Deutschen Reiches sei wiederhergestellt. Dann sind wir ungefähr dort wieder angelangt, wo wir am Anfang der gegenwärtigen Geschichtsepoche bereits standen: der Bismarckschen Reichsgründung von 1871. Und damit dann hören die großen und einfachen Maßnahmen zur Wiederherstellung der deutschen Volkswirtschaft auf und es beginnen die kleinen und schwierigen zu ihrer Vertiefung, Höherentwicklung und Verstärkung dergestalt, daß sie nicht wieder das Opfer der internationalen Hochfinanz wird.

Zwar ist es richtig, daß das Deutsche Reich zwischen 1871 und 1914 einen gewaltigen industriellen Aufschwung erlebte und das Volkseinkommen in dieser Zeit real um 200% anwuchs. Richtig ist aber auch, daß schon 1873 eine tiefe Wirtschaftskrise ausbrach und bis 1895 Depressionen das wirtschaftliche Klima im Reich bestimmten. Die Bismarcksche Schutzzollpolitik sicherte den Aufbau der schwerindustriellen Basis des Reiches, aber die Wirkungen, die Kritiker der Globalisierung ihr heute zuschreiben, nämlich daß im Wettlauf der Standorte um industrielle Kapitalanlagen nur wenige Ballungsgebiete Sieger bleiben und die meisten Gegenden Verlierer sein werden, – dieselben Wirkungen zeigten sich schon damals in viel kleinerem Rahmen innerhalb der Grenzen des Reiches. Der Preis des Einheitsmarktes war damals schon eine ungesunde Ballung der Bevölkerung in den Industriezentren und die damit einhergehende Proletarisierung der Arbeiterschaft, folglich erstarkte die Sozialdemokratie und wurde 1912 stärkste Fraktion im Reichstag. Der reichsweite Einheitsmarkt von 1871 war also erst die einfachste Grundform der deutschen Volkswirtschaft, ihr äußerlicher Rahmen. Den in seinem Innern sich anhäufenden sozialen Sprengstoff suchte Bismarck zwar durch die Sozialgesetzgebung der 80er Jahre zu entschärfen, er war aber noch nicht in der Lage, die Entstehung solcher Gefahren vom inneren Aufbau, von der Ordnung der Volkswirtschaft her auszuschließen.

Der innere Aufbau der künftigen, der souveränen Deutschen Volkswirtschaft ist grundlegend charakterisiert in der Wirtschaftsverfassung des Deutschen Reiches, wo es heißt:

„Die wirtschaftliche Verfassung Deutschlands ist die Deutsche Volkswirtschaft. Sie ist Einheit von Wirtschaftsgemeinschaft (Eigenwirtschaft) und Wirtschaftsgesellschaft (Marktwirtschaft) des Deutschen Volkes. Marktwirtschaft dient der Gediegenheit, Stärke und Unabhängigkeit der Eigenwirtschaft Deutschlands in allen seinen Gebieten und Haushalten. Der Markt darf nicht Zweck, sondern nur Mittel des Wirtschaftens sein.” (Art. 15,1 RVerfE)

Der innere Wirtschaftsaufbau folgt der einfachen Regel, daß das, was in der Gemeinde hergestellt werden kann, nicht in der Region gekauft, und was in der Region zu produzieren ist, nicht im nationalen Markt erworben wird. Der innere Wirtschaftsaufbau ist somit von einer Rangordnung geprägt:

Der Primat der Eigenwirtschaft vor der Marktwirtschaft und damit der Gemeinschaft vor der Gesellschaft! Der Primat der nationalen Selbstversorgung vor dem Erwerb auf dem Weltmarkt! Der Primat der regionalen Selbstversorgung vor dem Erwerb auf dem Nationalmarkt!

Der Reichsverfassungsentwurf sieht ferner das Grundrecht (d.h. unveräußerlichen Mindestbesitz an Grund und Boden nach Art. 3,1) und das Recht auf Arbeit (nach Art. 15,3) vor. Aus dem Grundrecht folgt einRecht auf Wohnung für Obdachlose oder Wohnungsnotleidende, aus dem Recht auf Arbeit folgt zwingend einBerufsausbildungsrecht für Jugendliche. Sowohl die beiden konstitutionellen Rechte als auch die aus ihnen folgenden Rechte verbieten eine rein kapitalistische Wirtschaftsform und auch nur eine bloße Marktwirtschaft, sei es des freien oder des sozialen Subtyps. Diese Rechte – unterstrichen durch den Verfassungssatz “Das Proletariat ist abgeschafft” (Art. 15,2) – erzwingen, weil sie anders nicht einlösbar sind, eine gemischte Wirtschaftsweise . Sie erzwingen eine Ordnung der Wirtschaft, die sich verschiedene Systeme des Wirtschaftens einverleibt und untergeordnet hat, um sie zwecks Maximierung ihrer Leistungsfähigkeit im Gefüge der Volkswirtschaft zum Nutzen des Ganzen miteinander konkurrieren zu lassen.

In der Zeit der weltpolitischen Konkurrenz der Systeme 1949-89 war der Kapitalismus ziemlich leistungsfähig, weil er sich gezwungen sah, seine Planungskraft zu bündeln, und auch der Kommunismus war vor seiner liberalen Aufweichung wirkungsvoll, weil er sein Außenhandelsmonopol zur größten geschlossenen Nachfragemacht am Weltmarkt überhaupt zusammenfassen konnte. Aber eine bloße Kombination von plan- und marktwirtschaftlichen Elementen, von Nationalkapitalismus mit Nationalkommunismus, wäre völlig unzureichend und nicht viel erfolgreicher als die Wirtschaft des ehemaligen Jugoslawiens.

Die wirtschaftspolitische Epoche, die wir eröffnen müssen, um den angehäuften sozialen Sprengstoff entweder noch rechtzeitig vor seiner Explosion zu entschärfen oder um nach dieser sozialen und nationalen Katastrophe den Wiederaufbau in nachhaltiger und zukunftsfester Art und Weise anpacken zu können, muß also eine Zeit der volkswirtschaftlich-internalisierten Systemkonkurrenzen, also eine wirtschaftspolitische Systemkonkurrenzordnung sein.

Der Primat der Eigenwirtschaft und damit der Wirtschaftsgemeinschaft stellt einen vollständigen Paradigmenwechsel des ökonomischen Denkens der letzten 200 Jahre dar. Das alte Paradigma – in der Aufklärung als ‘Vertrag’ und heute als ‘Markt’ tituliert – führte zu der abstrusen Vorstellung, der deutsche Wohlstand hinge davon ab, ob möglichst vielen Leuten in aller Welt Präzisionsmaschinen, Chemikalien oder Luxusautomobile aus Deutschland verkauft werden können. Nur der Vorrang des Marktdenkens läßt solch gemeinschaftsschädliche Vorstellungen entstehen. Das Vertragsparadigma bzw. der Marktprimat führt nicht nur unvermeidlich zu Kapitalismus, Arbeitslosigkeit, Verelendung und Verausländerung, sondern auch zu der menschenunwürdigen Sozialpolitik, die den Rekruten der industriellen Reservearmee Arbeitslosengeld statt Arbeitsgeld zahlt, sie also dafür belohnt, daß sie “dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen”, statt dafür, daß sie arbeiten und öffentliche Dienste leisten. Der gesamte Marktprimat ist unmenschlich und widernatürlich. Sogar die UNO-Liste der Menschenrechte anerkennt das Recht auf Arbeit und das Recht auf Wohnung. Deshalb begeht auch das BRD-Unrechtsregime fortwährend und millionenfach Verbrechen gegen die Menschlichkeit, – spätestens seit der Ölkrise vom Winter 1973/74, als die Arbeitslosenzahlen über die Millionengrenze sprangen, um seitdem nachhaltig zu steigen.

Um die neue Ordnung eines in die Volkswirtschaft internalisierten Systemewettkampfes zu erfassen, ist es nötig, zunächst die Bestandteile einer völkischen Eigenwirtschaft (I), dann die Hauptkategorien der nationalen Marktwirtschaft (II) und schließlich die Grundbegriffe des neuen Paradigmas einer fundierten und differenzierten, einer gesockelten und gedeckelten, einer zünftig-deutschen Volkswirtschaftsordnung (III) darzulegen, bevor sie operativ verwendet und mit ihnen eine deutsche Wirtschaftspolitik (IV) formuliert werden kann. – Dieser ganze Paradigmenwechsel wirtschaftlichen Denkens vom Markt zum Eigen(tum) ist auch deshalb nötig, weil auf Dauer der Markt ebenso enteignet wie der Kommunismus. Die Verrücktheiten, die aus der Überhöhung des Marktes zur letzten Instanz aller wirtschaftlichen Tätigkeit folgen, zeigten sich nicht erst in der Plattmachung der DDR-Staatsökonomie, die einst zu den zehn ersten der Welt zählte und nicht erst im Verzicht auf ganze Industriezweige in Westdeutschland, in denen Deutschland einst weltführend war (z.B. Fotoindustrie, Textilindustrie, Rechnerbau, Häuserbau, Flugzeugbau, Raketenbau, Filmindustrie usw.). Die Verkehrtheit des Marktprimats zeigt sich auch im Glauben an den Export, für dessen Erlöse dann Roh- und Energiestoffe importiert werden können, die Deutschland ohne solche Exportexzesse garnicht bräuchte. Der Exportweltmeister kann ganz schnell wieder der Weltfeind seiner weltweiten Exportziele werden.


I.Wie je­des Volk sich zu­erst als Ge­mein­schaft be­grün­det, um her­nach sich in Ge­sell­schaft zu zer­set­zen und als bür­ger­li­che Ge­sell­schaft sich der staat­li­chen Ge­mein­schaft wie­der un­ter­wirft und da­durch zum Ge­mein­we­sen er­hebt, so tritt auch je­de Volks­wirt­schaft zu­erst als Wirt­schafts­ge­mein­schaft, dann als Wirt­schafts­ge­sell­schaft und end­lich als Ge­mein­we­sen­wirt­schaft auf. Die Wirt­schafts­ge­mein­schaft ist ins­ge­samt ei­ne Ei­gen­wirt­schaft und ei­ne Ord­nung von Ei­gen­wirt­schaf­ten.

Die ge­schicht­li­che Ur­form der Ei­gen­wirt­schaft ist je­ne Volks­ge­mein­schafts­wirt­schaft, die durch Zen­tral­ver­wal­tung und Au­ßen­han­dels­mo­no­pol ge­kenn­zeich­net und als ori­en­ta­li­sche Des­po­tie mit asia­ti­scher Pro­duk­ti­ons­wei­se (Al­pha) be­kannt ist. De­ren ein­heit­li­ches Staats­ei­gen­tum spal­tet sich in der an­ti­ken Pro­duk­ti­ons­wei­se (Be­ta) in öf­fent­li­ches und pri­va­tes Ei­gen­tum (ager pu­bli­cus et ager pri­vatus). Das Pa­tri­zi­at ist der Staat, weil Nut­zer des Staats­lan­des, die Plebs aber blo­ßer Pri­vat­ei­gen­tü­mer, von der sich spä­ter noch das Pro­le­ta­ri­at als blo­ßer Selb­st­ei­gen­tü­mer ab­spal­tet. Die Pa­tri­zi­er ha­ben ge­gen die Ple­be­jer, die­se ge­gen die Pro­le­ta­ri­er und letz­te­re ge­gen die Skla­ven ver­lo­ren, die im Ko­lo­nen un­ter­gin­gen und in der ger­ma­ni­schen Pro­duk­ti­ons­wei­se (Gam­ma) als Bau­er wie­der frei wur­den. Die­se Frei­heit ver­lo­ren sie dann im Feu­da­lis­mus mit der Be­frei­ung von der Hee­res­fol­ge­pflicht. Im Feu­da­lis­mus keh­ren öf­fent­li­ches und pri­va­tes Ei­gen­tum im Un­ter­schied von Le­hen und Al­lod wie­der. Das Lehen ist ein (bald besitz-erblicher) Staatsbetrieb zum Unterhalt des Staatsfunktionärs und zur Bereitstellung seiner Sachmittel. War in der Antike das öffentliche Eigentum das Bestimmende, dem das Privateigentum durch konfiskatorische Leiturgien oder auch der Privateigentümer selber durch liquidierende Proskriptionen wieder anheimfallen konnte, so ist im germanischen Mittelalter das freie Grundeigentum der Privaten das Vorrangige, dem das Lehen, das öffentlich-zweckgebundene Eigentum, leicht anheimfällt.

Gegenwärtig, in der Mitte der Neuzeit, stellt sich die innere Ordnung der Eigenwirtschaft europäischer (d.h. germanischer und germanisierter) Völker als eine Rangordnung von Haushalten dar, die in der absteigenden Hälfte der Kurve sich als reine Betriebe (Unternehmen) einerseits und als reine Wohn- und Versorgungshaushalte andererseits vereinseitigen. Die Wirtschaftsgemeinschaften solch eines Volkes sind also:

Dörfer als Sippen- oder Familienverbundhaushalte, die ihre Brauch- und Erzeugungsgüter ganz oder teilweise selbst herstellen.

Familienhaushalte , die ihre Brauchgüter selbst herstellen. (Bis in die Neuzeit herrschend.)

Familienbetriebe als einfache Warenproduzenten und Dienstleister.

Eigenbetriebe , a) der Privaten, die den Markt versorgen und Eigenkapital und Lohnarbeiter verwenden, b) des Staates, der sich selbst versorgt und Steuern und Lohnarbeiter verwendet und c) des Volkes, das sich selbst versorgt und Steuern oder Zwangsanleihen und Dienstberechtigte oder Dienstverpflichtete verwendet.

Kapitalbetriebe , die den Markt versorgen und einen Kapitalmarkt voraussetzen, weil sie Fremdkapital einsetzen und ansonsten Lohnarbeiter oder Lohnbetriebe benutzen. (Eigen- und Kapitalbetriebe werden auch Unternehmen genannt.)

Lohnarbeiterhaushalte , die den Arbeitsmarkt mit der Ware Arbeitskraft versorgen und insofern auch Familienbetriebe sind, aber der pädagogischen Art, in der Arbeitskräfte erzeugt, erzogen und gewartet werden.

Wohnhaushalte , die keinen Markt beliefern und nur der Versorgung ihrer Angehörigen dienen und von Versorgungshaushalten mit Haushaltsmittel versorgt werden müssen.

Versorgungshaushalte , die keine Wohnhaushalte sind und nur der Versorgung ihrer Angehörigen mit Haushaltsmitteln dienen.

In diesen Haushaltsarten lebt das Volk, und die reinen Betriebe (Unternehmen) dienen nur als primäre Versorgungshaushalte, die den Haushalten die Haushaltsmittel bereitstellen. Sekundäre Versorgungshaushalte sind z.B. die Staatshaushalte.

Schon in den frühen Zeiten der Sippenhaushalte gibt es den Markt als Randerscheinung, die an den Grenzen der Gemeinschaften auftaucht und entweder bloße Unter- und Überschüsse ausgleicht oder dem Erwerb strategischer Güter (damals Metalle, heute NE-Metalle) als originären Weltmarktprodukten dient. Die Gesellschaft entwickelt sich also ganz organisch aus den Begegnungen der Gemeinschaften und ihrem Verkehr, und die Marktwirtschaft schiebt sich vor die Eigenwirtschaft. Der erste Markt der Geschichte entstand als Weltmarkt, mit dessen Untergang im globalen Einheitsmarkt beginnt der letzte Markt.

Wohn- und Versorgungshaushalte sind endemisch in proletarisierten, verelendeten und verausländerten Völkern, die massengesellschaftlich verformt wurden. Jede Volkserneuerungspolitik muß die Wohnhaushalte wieder mit Fähigkeiten der sich selbst versorgenden Familienhaushalte begaben und die Verbäuerlichung und Verbürgerlichung der Lohnarbeiterhaushalte fördern. Diese Politik setzt voraus, daß die meisten reinen Wohngebiete, die dazu angelegt sind, bloße Lohnarbeiter- und Wohnhaushalte in ihrem extrem versorgungsabhängigen Stand zu halten, in Wohn-Gewerbe-Gebiete oder in Wohn-Gartenbau-Gebiete umzuwidmen, deren Ideal die Teilselbstversorgung und damit auch die Teilselbstgesetzlichkeit ist (Partialautarkie und -autonomie).


II.Die Haupt­ka­te­go­ri­en ei­ner na­tio­na­len Markt­öko­no­mie, al­so ei­ner Volks­markt­wirt­schaft, sind die na­tio­na­len Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren Volks­bo­den, Volks­ka­pi­tal und Volks­ar­beits­kraft. Die­se müs­sen im Ver­tei­lungs­sche­ma ei­nes Na­tio­nal­mark­tes so auf­ge­teilt wer­den, daß die Pro­du­zen­ten den Pro­dukt­fak­tor pro­du­zie­ren und an­tei­lig an die Be­sit­zer der Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren ver­äu­ßern kön­nen der­ge­stalt, daß die ver­aus­gab­ten Ar­beits­kräf­te sich re­pro­du­zie­ren und die Be­sit­zer von Bo­den und Ka­pi­tal sich er­hal­ten, al­so kon­su­mie­ren kön­nen. Die Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren wie an­schlie­ßend der Pro­dukt­fak­tor wer­den in je drei Tei­le zer­legt, von de­nen ei­ner als Ei­gen­fak­tor in den Ver­mö­gens­fond geht und die je bei­den an­de­ren Fak­tor­tei­le – die Ver­tei­lungs­fak­to­ren – in das Ver­tei­lungs­sche­ma flie­ßen. Das Ver­tei­lungs­sche­ma hat zwei Ab­schnit­te: im ers­ten wer­den die Pro­duk­ti­ons­ver­tei­lungs­fak­to­ren ver­teilt, im zwei­ten Ab­schnitt die Pro­dukt­ver­tei­lungs­fak­to­ren. Die­sen bei­den Ab­schnit­ten des Ver­tei­lungs­sche­mas ei­ner Volks­markt­wirt­schaft ent­spre­chen zwei Ver­brauchs­sche­ma­ta: das Sche­ma der pro­duk­ti­ven Kon­sum­ti­on und das Sche­ma der kon­sum­ti­ven Pro­duk­ti­on. In ers­te­rem wer­den Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren ver­braucht und der ge­sam­te Pro­dukt­fak­tor her­ge­stellt, in letz­te­rem wer­den Pro­dukt­fak­to­ren un­ter Hin­zu­zie­hung der Ei­gen­pro­duk­ti­ons­fak­to­ren ver­braucht und die Wirt­schafts­sub­jek­te der Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren re­pro­du­ziert, wo­bei die Wie­der­her­stel­lung der Klas­sen der Grund- und der Geld­be­sit­zer Pri­vat­kon­sum (kon­sum­ti­ve Pri­va­ti­on) ist, die Wie­der­her­stel­lung der Klas­se der Ar­beits­kraft­be­sit­zer hin­ge­gen kon­sum­ti­ve Pro­duk­ti­on, weil sie den Pro­duk­ti­ons­fak­tor Ar­beits­kraft pro­du­ziert.

Der Staat steuert seine Volkswirtschaft durch sein Transfersystem, das aus den Instrumenten Steuer und Negativsteuer (Beisteuer, Subvention), Sparen und Anlegen (Negativsparen) einerseits sowie aus Export und Import, aus Zoll und Negativzoll (Außenhandelshilfe) andererseits besteht. Den privaten Außenhandel steuert der Staat zudem durch tarifäre und nichttarifäre Eingriffe, ferner kann bei den Außenhandelswaren an den Mengen, den Gütern selber und ihren Wertgrößen be-, bei- und gesteuert werden. Mengen- und Gütersteuerungen sind nichttarifär, Wertgrößensteuerungen sind tarifär. Die Gütersteuerung überwacht auch die Übertragung von Techniken ins Ausland und geht bis zu Exportverboten und zu Zwangsimporten bei Industriespionage durch staatliche Geheimdienste. Die öffentlichen Behörden der staatlichen Volkswirtschaftspolizei sind die Zollämter. Der neuzeitliche Staat ist an und für sich mittellos und lebt von seinem Transferrecht; durch dessen Wahrnehmung steuert der Staat die Volkswirtschaft auch dann, wenn er, wie bei Anwendung der reinen Freihandelslehre, weder eine Steuerungsabsicht noch ein Steuerungsziel damit verfolgt. Eine triumphierende Freihandelsdoktrin muß daher letztendlich wegen dieser ungewollten Steuerungswirkungen den Staat zum Minimalstaat reduzieren oder ihn ganz zum Verschwinden bringen. Dies ist die kapitalistische Tendenz zum Absterben des Staates.

In einer Volkswirtschaft, in der sich die kapitalistische Produktionsweise durchgesetzt hat, besteht eine Tendenz zum Fall der Allgemeinen Profitrate des Kapitals und damit zur Krise. Der kapitalistischeKrisenzyklus ist in Kürze folgender: Der ständig erhöhte Sachgehalt des Kapitals bei gleichbleibendem oder schrumpfenden Humananteil steigert die Produktivität (Arbeitswirkung) und führt zu unverkäuflichen Gütern und damit zum Wertverfall des Jahresprodukts. Folglich stagniert die Mehrwertmasse und bei weiter wachsendem Sachkapital kommt es zum tatsächlichen Fall der Allgemeinen Profitrate und zum Rückzug von Geld aus der Kapitalfunktion. Dann schrumpfen Produktion, Beschäftigungsrate, Produktionsmittelpreise und Löhne, also wird Kapital vernichtet. Bei gesellschaftlich gegebener Mehrwertmasse führt das zum Wiederanstieg der Allgemeinen Profitrate: Der Absturz der Masse des gesellschaftlichen Kapitals ist der Aufschwung seiner Profitabilität. Jetzt wird Geld wieder als Kapital angelegt, Unternehmen fusionieren und die Mindestkapitaleinsätze sind gestiegen. Nach den Krisenwirkungen wirken wieder die Krisenursachen.

Der Weltmarkt ist ein Ausweg aus einer allgemeinkapitalistischen Krise im Inland, was zu einem Weltmarktwirtschaftssystem aus mehreren Nationalökonomien führt. Eine Krise des Weltmarktes aufgrund fallender Renditen läßt den Weltmarkt schrumpfen und die Binnen- und Eigenwirtschaften wachsen (Importsubstitution und Exporterübrigung), weil eine Weltkrise der Marktwirtschaft keine Wirtschaftskrise sein muß. Die Weltmarktkrise von 1929-33 wurde in Deutschland durch eine sozialökonomische Revolution und die (noch unvollkommene) Errichtung einer nachkapitalistischen Ordnung überwunden, – gemäß der Vorhersage, daß dies zuerst im höchstentwickelten Land geschehen würde. Dadurch wurde Deutschland – das beinahe die nationalsozialistische Weltrevolution ausgelöst hätte – das Opfer einer Weltkonterrevolution.

Der gegenwärtige Triumph des global nomadisierenden Finanz- und Monopolkapitals endet in der Tyrannisierung aller anderen, mehr oder weniger national und industriell gebundener Kapitalfraktionen und in der Beseitigung ihrer Reservate, der Nationalökonomien mit ihren geschützten Binnenmärkten. Nachdem also der Weltmarkt im Globalmarkt untergegangen ist, wird die erste allgemeinkapitalistische Krise gleich zur Globalkrise führen, mit einer Globalverelendung im Gefolge.


III.Eine zünftige deutsche Volkswirtschaft mit dem Primat der Eigen- vor der Marktwirtschaft ist keine kapitalistische Bedarfsweckungs-, sondern eine Bedarfsdeckungswirtschaft, eine Dienerin des Gemeinwesens der Deutschen. Alle Eigenwirtschaft ist Gemeinschaftswirtschaft und alle Marktwirtschaft ist Gesellschaftswirtschaft , die reelle Nationalökonomie aber ist Gemeinwesenwirtschaft , in der die gesellschaftlichen oder Marktbelange den gemeinschaftlichen oder Eigenbelangen des ganzen Volkes wieder untertan gemacht sind, ohne natürlich das Daseinsrecht dieser Untertanen und die Pflicht der Gemeinschaft, sie zu schützen, in Frage zu stellen. Zunächst ist aber zu betrachten, wie sich die reelle Nationalökonomie von reinen Zunft-, Monetär- und Merkantilsystemen unterscheidet.

Die Zunft sichert die Handwerker, der Monetarismus die inländische Liquiditätspräferenz und das Merkantilsystem die Staatseinnahmen und die Staatsversorgung. Hingegen der Eigenwirtschaftsprimat des deutschen Volkes sichert seine Eigenherrschaft (Deutsche Volksherrschaft) und damit die Grundlage seiner wirtschaftlichen Souveränität, die erst die Aufstellung von nationalen Wohlfahrtszielen gestattet.

Von der Zunft wird wiederbelebt die Angebotssicherung eines örtlichen Bedarfs durch örtliche Hersteller, die Volksdeutsche sein müssen. Um das zu ermöglichen, bedarf es der Vollmachten der Gemeinden und übrigen Gebietskörperschaften unterhalb des Gesamtstaatsgebietes zurBinnenzollmacht . Die ineinandergeschachtelten Binnenzollgebiete dürfen nicht souverän sein, d.h. von der vollen Zollhoheit trennt sie die Tatsache, daß sie kein Außenzollraum sind und folglich weder Transitzölle noch Durchfuhrverbote verordnen können.

Die Produktion muß nicht nur im Lande gehalten werden, sondern auch im Ländle. Sie muß mehr oder weniger gleichmäßig über das Staatsgebiet verteilt sein. Die Ortszunft sichert den Markt einer Lokalbranche, das Merkantilsystem die Umsatzsteuer. Die Deutsche Volkswirtschaft aber sichert sowohl Bedarf wie Beschäftigung des deutschen Volkes insgesamt, als auch jedes einzelnen Volksgenossen, der das verfassungsgarantierte Recht auf Arbeit und auf Grund und Boden (damit auf Berufsausbildung und auf Wohnung) hat. Diese Ziele lassen sich aber nicht mit einer bloßen Marktsicherung (und der Merkantilismus ist eine territorialstaatliche und steuertheoretische Fortbildung der Zunftpolitik) erreichen.

Werden die Kollektivziele der Deutschen Volkswirtschaft verwirklicht, dann vermehrt sich die Volkszahl, verbessern sich Qualifikation und Gesundheitszustand des Volkes, was insgesamt zur Steigerung von Arbeitseifer und Arbeitswirkung führt. Die benötigte Arbeitsmenge, die zum Erhalt des deutschen Volkes auf gegebener Anspruchshöhe erforderlich ist, wird eher sinken oder doch stagnieren, als so stark zu steigen, daß die wachsende Zahl der Arbeitskräfte vom Markt auch aufgesogen wird. Die vergrößerte Gesamtarbeitskraft des Volkes ist die eigenwirtschaftliche Stärkung und kann nicht vom Markt, einer bloß dienenden Einrichtung, wieder nachgefragt werden. Denn was sollte auch die steigende Qualifikation und Produktivität, wenn sie nicht Arbeitskraft aus dem Arbeitsprozeß dauerhaft freisetzt und stattdessen und letzten Endes zu mehr Arbeit führen würde als zuvor. Kurzum: Der ganze Erfolg der wiederhergestellten Volkswirtschaft drückt sich in qualitativ und quantitativ erhöhter Volksarbeitskraft aus, gerade nicht aber in mehr Arbeit für das Volk.

Dieser Kraftzuwachs des Volkes als ganzem wird nur von einer gemischten Wirtschaftsweise hervorgebracht und kann nur von ihr sinnvoll plaziert werden – entweder in eine erhöhte Schlagkraft des deutschen Militärstaates, oder in gesamtnationale Arbeitsvorhaben, die nicht dem Reiche der Notwendigkeit entspringen, also nicht der Sicherung des deutschen Volksbedarfs auf gegebener Anspruchshöhe, sondern dem Reich der Freiheit. Für frei gesetzte Ziele der Gemeinschaft wie der Einzelnen, die nicht der Notdurft des bisherigen Lebens entspringen, ist also der Zuwachs an Volksarbeitskraft verwendbar. Organisation des Reiches der Freiheit ist also der vornehme Teil der Aufgaben der Gemeinwesenwirtschaft, der über die Koordinierung von Gemeinschafts- und Gesellschaftswirtschaft hinausgeht.

Die Marktsicherungspolitik der Zünfte ist ein gebundenes Gruppenmonopol, das nicht frei ist, seine Macht auszunutzen. Die Zunft hat in einem Gruppenvertrag mit den Konsumenten einer Gemeinde sich selbst gebunden. Dieser Gruppenvertrag beinhaltet eine Abnahme- und Qualitätsgarantie für ein Warenkontingent zum gerechten Preis. Die Zunft ist ein remanzipiertes Oligopol, das Oligopol eine emanzipierte Zunft ohne institutionellen Rahmen. Will die politische Führung einen Orts-, Landschafts-, Gebiets- oder Nationalmarkt für eine Güterart schaffen und also das Land industrialisieren, muß sie zuerst diesen institutionellen Rahmen schaffen und zeitlich begrenzte Monopole, also Märkte, vergeben. Friedrich II. von Preußen gewährte diese auf acht oder zehn Jahre. Märkte, die von lokalen oder regionalen Herstellern versorgbar sind, müssen von Lokal- oder Regionalbehörden zusammen mit dem lokalen oder regionalen Herstellungsstandort vergeben werden. Hingegen Erstell- und Erlösräume, d.h. Standorte und Märkte, die nur von einer nationalen Industrie rationell zu beliefern sind, müssen von Nationalbehörden an eine Gruppe von deutschen Unternehmen vergeben werden, die den gesamten deutschen Nationalmarkt als Binnenmarkt benötigen. Wird ein Industriezweig neu- oder wiederbegründet, dann gilt der Zunftschutz nur für acht oder zehn Jahre. Nach Ablauf dieser Etablierungs- und Konsolidierungsphase wird das Gruppenmonopol beendet und es beginnt der Schutz und die Steuerung der nationalen, regionalen und lokalen Marktwirtschaft durch die Zollräume der erhebungsberechtigten Gebietskörperschaften. Aufhebbarkeit des Freihandels auch im nationalen Binnenraum und Erhebbarkeit von Binnenzöllen sind also die neuen Instrumente, die die deutsche Wirtschaftsverfassung über das Geschichtsniveau von 1871 erheben.

Das Gemeinwesen, als Politik wie als Wirtschaft, lebt zunächst nur als eine Gesellschaft, die sich der Gemeinschaft untertan und dienstbar macht, somit als bürgerliche Gesellschaft, die ihrem Staat gehorcht. Die reelle deutsche Nationalökonomie hat als eigenwirtschaftliches Hauptinstrument die Möglichkeit, Eigenbetriebe des Staates wie des Volkes zu errichten. Die zivilen Staatsbetriebe wie der militärstaatliche Komplex von Betrieben und Einrichtungen des Reichsarbeitsdienstes, der längerfristig stellungslosen Reichsdeutschen das Recht auf Arbeit (gemäß Art.15,3 RVerfE) sicherstellt, gehören zu den primären Eigenwirtschaften einer jeden Gemeinschaftswirtschaft, für die es zahllose geschichtliche Beispiele gibt. Erst die Kombination dieses gemeinschaftswirtschaftlichen Sektors mit der gesellschaftswirtschaftlichen Ordnungs- und Steuerungspolitik, erst die Ausrichtung beider auf Wohlfahrtsziele des deutschen Volkes insgesamt, kann Gemeinwesenwirtschaft – reelle deutsche Nationalökonomie – genannt werden. Darüberhinaus sind für nationale Gesamtwerke von mythengründender oder mythenerneuernder Größe Eigenbetriebe des Volkes denkbar, die mit nationalen Zwangsanleihen und Dienstverpflichtungen betrieben würden.

Die nicht nur wiederhergestellte, sondern auch vertiefte und verbreiterte Deutsche Volkswirtschaft im Vollsinne des Gemeinwesens, einer prozessierenden Einheit von Gemeinschaft und Gesellschaft, ist nur mit Hilfe einiger neuer Begriffe beschreibbar. Zu unterscheiden ist der Binnenmarkt von den Auslandsmärkten und vom Weltmarkt.Auslandsmärkte sind je einer oder je einige auswärtige Nationalmärkte, mit denen Handelsverträge auf der Basis von Beschäftigungs- und Bilanzneutralität bestehen und die daher binnenwirtschaftlich integriert sind. Der Weltmarkt hingegen sind alle auswärtigen Nationalmärkte, mit denen diese Integration unmöglich ist. (DerGlobalmarkt ist der totale Einheitsmarkt, der übrigbleibt, wenn alle National- und Gebietsmärkte zerstört, also alle Grenzen geöffnet und daher auch alle Weltmärkte verschwunden sind.) Der Binnenmarkt besteht aus Gebietsmärkten und demNationalmarkt , die Gebietsmärkte sind Gemeindemärkte , Kreismärkte und Bezirksmärkte . Markt überhaupt ist die Entsprechung von Angebot und Nachfrage in einem Gebiet und in einer Zeit, und Märkte sind diese Entsprechungen in einem Herstellungszweig. Garantiemärkte sind 80% des Durchschnittsverbrauchs eines Zollraumes, für die eine Abnahmegarantie der marktvergebenden Gebietskörperschaft besteht, wobei die nötigen Aufkauffonds umlage- oder steuerfinanziert sein können. Solche Garantiemärkte sindSockel der Produktion, die durch einen entsprechenden Deckel bei 120% des Durchschnittsbedarfs ergänzt werden können. Alle Märkte, ob nun gesockelt und gedeckelt oder nicht, sind Zollräume von zollerhebungsberechtigten Gebietskörperschaften. Der Außenzollraum ist der souveräne Zollraum, der Transitzölle erheben und Durchfuhrverbote erlassen darf, die Binnenzollräume dürfen das nicht und sind unsouverän.


IV.Nach­dem Deutsch­land ent­aus­län­dert und von mi­li­tä­ri­schen und zi­vi­len Be­sat­zun­gen be­freit und al­so die Sou­ve­rä­ni­tät des Deut­schen Vol­kes und die Hand­lungs­fä­hig­keit des Deut­schen Rei­ches wie­der­her­ge­stellt ist, be­schlie­ßt die Reichs­füh­rung (Reichs­ober­haupt, Reich­kanz­ler und Reichs­mar­schall), die Wirtschaftspolitik auf folgende Ziele zu richten:

Beseitigung der globalökonomischen Wüstungen in Deutschland!

Reparatur des völkischen Soziotops der Deutschen und ökologische Reformation der deutschen Industrie!

Wiederherstellung der nationalen Sozialstruktur!

Rekultivierung der Zivilisation in Deutschland! (Vergemeinschaftung und Verinnerlichung wertvoller Veräußerlichungen der deutschen Kultur- und Wirtschaftsgeschichte.)

Errichtung einer harmonischen, auf das ganze Land wohlverteilten Kreislaufwirtschaft, die dem Souverän willig dient und jedem Deutschen eine angemessen-anspruchsvolle Arbeit bietet!

Zum Zwecke der Verwirklichung dieser Ziele ordnet die Führung des Reiches folgende wirtschaftspolitischen Maßnahmen an, die umgehend von den zuständigen Stellen in Regierung und Regiment des Reiches auszuführen sind:

Freihandelsgebot für deutsche Spitzenindustrien.

Freihandelsverbot für Nationalmarktzweige, in denen Deutschland nicht weltführend ist.

Freihandelspeitsche gegen deutsche Industrien, deren technische oder ökonomische Leistungsfähigkeit unter den Weltdurchschnitt sinkt.

Einfuhrhalbierung binnen eines halben Jahres in Binnenmärkte, die von keiner oder unbedeutender inländischer Industrie versorgt werden.

Einfuhrverbote binnen eines Jahres in Binnenmärkte, die von keiner oder unbedeutender inländischer Industrie versorgt werden.

Zeitmonopole an neu- oder wiederzugründende deutsche Industrien.

Ausfuhrzölle für inländische Industrien, die zur nationalen Selbstversorgung über ausreichende Kapazitäten verfügen, aber wegen Importen in den Export ausweichen.

Einfuhrzölle auf Gütergruppen mit deutscher Selbstversorgungskapazität.

Standortwettbewerbsverbot im deutschen Binnenmarkt.

Standortzuweisungsrecht von Reichsregierung und -regiment für industrielle Unternehmen des Nationalmarktes.

Standortvorwahlrecht gegenüber den Gebietsindustrien für binnenzollerhebende Gebietskörperschaften.

Binnenzollmacht für Gemeinden, Kreise und Bezirke des Reiches in Gebietszweigmärkten.

Märktevergabe für Zweige des Binnenmarktes insgesamt oder der Gebietsbranchenmärkte durch die zuständigen Gebietskörperschaften.

Immobilspekulationsverbot zur Sicherung einer ausreichenden Versorgung mit Grundrechten, Gewerbegrundstücken sowie Wohn-, Wohn-Gartenbau- und Wohn-Gewerbe-Gebieten.

Kapitalspekulationsverbot zur Sicherung ausreichender Mittel der Unternehmen (Eigen- und Kapitalbetriebe), Familienhaushalte und Familienbetriebe.

Landwirtschaftsautarkie und vollständige Umstellung auf ökologischen Landbau in sieben Jahren.

Hochzölle auf Südfrüchte, Gewürze, exotische Genußmittel und ausländische Luxusgüter.

Die Wirtschaftssysteme Privatmarkt-, Privateigen-, Staatseigen- und Staatsmarktwirtschaft unter nationalökonomischer oder nationalökologischer Betriebsweise werden in der Gemeinwesenwirtschaft miteinander konkurrieren. So wie die Einzelnen und die Familien entscheiden können, ob sie ihre Arbeitskraft auf dem Markt vermieten oder im Familien- oder Subsistenzbetrieb anwenden, so wird auch der Staat und die gesamte Nation die Wahl zwischen Markterwerb und Selbstversorgung haben. In verschiedenen Lagen werden die konkurrierenden Wirtschaftsweisen unterschiedlich leistungsfähig sein. Es ist mit einem Pulsieren der Systempräferenz zu rechnen.

Die Wirtschaftspolitik einer Nation ist nicht ohne eine bestimmte Militärdoktrin zu denken. Das Konzept des Primats der Eigenwirtschaft und der tendentiellen Autarkisierung rechnet mit dem Fortbestand der existentiellen Freund-Feind-Unterscheidung, also mit dem Wechsel von Krieg und Frieden, von strittigen Rechtserzwingungen und unstrittigen Rechszuständen. Dies ist einerseits schon eine Allgegenwart wie eine unmittelbare Perspektive, andrerseits kann kein Gemeinwesen sinnvoll wirtschaften ohne Perspektiven, – nahe und fernere. Folglich sind immer nationale Großvorhaben im Eigenbetrieb nötig: Gesamtanstrengungen eines Volkes, bei denen wirtschafts-, militär- und kulturpolitische Gesichtspunkte nicht mehr trennbar sind.

Unsere gedachte Reichsführung könnte die folgenden deutschen Nationalunternehmungen beschließen und den Reichsarbeitsdienst (RAD) mit der Ausführung beauftragen:

Unternehmen Kyffhäuser. Befestung der Gaue und Gebiete des Reiches durch Einsatz des RAD und des Gebietsheeres, um letzteres gemäß der Doktrin der nachhaltigen Landesverteidigung (“Standkraft geht vor Schlagkraft!”) in den Stand zu setzen, eine übermächtige Defensivkraft aufzubauen, die es Deutschland ermöglicht, die lebendigen Kräfte des konzentrischen Angriffs einer antideutschen Weltkoalition zu vernichten. Zu diesem Zweck sollen alle Gaue militärisch verkammert, befestet, unterbunkert und mit ausreichenden Depots und wohltrainierten (Miliz-)Truppen gefüllt werden, damit sie zur Aufreibung eingedrungener Feindtruppen, zur Freihaltung des Luftraumes und zur Abwehr von Angriffen aus dem nahen Weltraum fähig sind. Den Offensivtruppen der Reichswehr bleibt dann die Vernichtung feindlicher Truppenreste und die Einnahme von Faustpfändern. Die Militärdoktrin der nachhaltigen Landesverteidigung durch übermächtige Defensivkräfte würde bei einer Gebietsstreitmacht von ungefähr 10 Millionen Männern und Frauen eine offensive Präsenzstreitmacht der Reichswehr von einer halben Million Mann (!) in Friedens- und einer Million Mann in Kriegszeiten voraussetzen.

Unternehmen Alpenfestung. Die Alpenquerungen werden untertunnelt, um das alpenländische Biotop und das bergdeutsche Soziotop vor Verkehrsbelästigung und Zivilisationsschäden zu schützen. Die Alpentunnel werden so angelegt, daß sie zugleich dem Zivilschutz als Bunker und der Landesverteidigung als Festungen dienen.

Unternehmen Rübezahl. Die deutschen Wälder werden zur Wiedervertiefung der deutschen Seele, zur Verbesserung des vaterländischen Biotops und zur Ausdehnung der Bodendeckung für die nachhaltige Landesverteidigung netzartig verbunden, so daß Deutschland in allen Richtungen auf Waldwegen durchwandert werden kann.

Unternehmen Heimkehr. Nach der Rückgabe der deutschen Ostgebiete wird unter Aufbietung der nationalen Gesamtkraft des deutschen Volkes, unter Anwendung von Zwangsanleihen und Dienstverpflichtungen, der historisch gewordene Zustand der deutschen Ostgebiete von 1914 und 1939 wiederhergestellt und dann gemäß den Grundsätzen der völkisch-ökologischen Reformation erneuert, peupliert und in Gang gesetzt.

Unternehmen Humboldt. Die originellsten und fähigsten deutschen Forscher zusammen mit dem begabtesten und ehrgeizigsten Teil des wissenschaftlichen Nachwuchses werden vom Reichsarbeitsdienst einberufen, zu Forschungskompanien rekrutiert und zu einer Offensive in der Stellung und Neubeantwortung von Grundsatzfragen kommandiert, um dem deutschen Geist die wissenschaftliche Offensive zurückzugewinnen. (Während des RAD-Einsatzes der Forschungskompanien sind Gehaltsanweisungen unterbunden, lediglich der Grundsold für Frontsoldaten wird ausbezahlt.)

Unternehmen Atlantis. Zwischen Helgoland und der Eidermündung wird eine Kette großer Inseln vom Meeresboden her errichtet, um einerseits Land von der Nordsee zurück zu gewinnen und um andererseits einen Mythos der Frühgeschichte Deutschlands wieder zu beleben.




Grundkurs Philosophie

Immanuel Kant hat Philosophie als „Weltweisheit“ eingedeutscht. Wörtlich übersetzt heißt Philosophie Liebe zur Weisheit. Bernard Willms hat die Philosophie, insonderheit den Deutschen Idealismus, als „Weltentwurf“ und als „Wirklichkeitswissenschaft“ gekennzeichnet. Hegel schreibt in seiner Vorrede von 1807:

„Die Philosophie betrachtet nicht das Abstrakte oder Unwirkliche, sondern das Wirkliche, sich selbst Setzende und in sich Lebende, das Dasein in seinem Begriffe. Es ist der Prozeß, der sich seine Momente erzeugt und durchläuft, und diese ganze Bewegung macht das Positive und die Wahrheit aus.“
Hegel denkt das Absolute als Bewegung oder Negativität, in der alles verschwindet, und er denkt das Absolute als das Ganze dieser Bewegung und damit als die Positivität und Ruhe, in der die Bewegung erinnert und aufbewahrt ist. Er schreibt:
„Die Erscheinung ist das Entstehen und Vergehen, das selbst nicht entsteht und vergeht, sondern an sich ist und die Wirklichkeit und Bewegung des Lebens der Wahrheit ausmacht. Das Wahre ist so der bacchantische Taumel, an dem kein Glied nicht trunken ist, und weil jedes, indem es sich absondert, ebenso unmittelbar sich auflöst – ist er ebenso die durchsichtige und einfache Ruhe.“

Hegel war überzeugt, daß nicht Weisheitsliebe, sondern Wissenschaft die vollkommene Gestalt der Wahrheit sei. Er wollte, daß die Philosophie ihren Namen einer Weisheitsliebe ablege und „wirkliches Wissen“, also System des Wissens werde – also Wissenschaft. „Die innere Notwendigkeit, daß das Wissen Wissenschaft sei, liegt in seiner Natur, und die befriedigende Erklärung hierüber ist allein die Darstellung der Philosophie selbst.“

Für den Würzburger Philosophen Heinrich Rombach setzt Philosophie immer ein Volk als Findungsgemeinschaft der ihm eigentümlichen Grundphilosophie voraus, die alle Tätigkeitsbereiche dieses Volkes bestimmt, von der Art seines geschichtlichen Auftretens bis hin zu Arbeitsroutinen und alltäglichen Gesten und Gebärden. In jeder Epoche seines geschichtlichen Daseins geht das Volk seiner jeweiligen Grundphilosophie auf den Grund, und wenn es sich unterfängt, eine neue Epoche zu beginnen, wird es versuchen, den Grund seiner Philosophie zu begründen, ihn also tiefer zu legen durch ein zunächst denkerisches und danach praktisches Unterfangen.

Die Neugründung des Reiches der Deutschen erfordert eine Tieferlegung des Grundes ihrer Grundphilosophie, damit eines Tages das Gebäude ihrer Gedanken und Taten höher denn je aufragen kann. Der Deutsche Idealismus in der Endfassung durch Hegel hat das Bismarck-Reich inspiriert, was den unter der Selbstgefälligkeit dieses Reiches leidenden Friedrich Nietzsche veranlaßte festzustellen, daß die Deutschen selbst dann Hegelianer wären, wenn Hegel niemals gelebt hätte. Die selbe Aussage anders gefaßt lautet: Die Deutschen sind Lutheraner, auch wenn sie sich für Katholiken oder Atheisten halten.

Das deutsche Volk sucht gegenwärtig nach einer neuen Grundphilosophie, weil es fühlt, daß es nach über 50 Jahren nicht länger im Koma des Dritten Reiches liegen bleiben kann. Wollen die Deutschen das Dritte Reich endlich hinter sich lassen, muß ihre neue Grundphilosophie sie befähigen, das Vierte Reich zu denken.

Das er­for­dert ei­ne Phi­lo­so­phie, aus der min­des­tens vier Pfei­ler auf­ra­gen, wel­che über­em­pi­ri­sche Aus­sa­gen und Ver­all­ge­mei­ne­run­gen auf brei­ter Grund­la­ge er­mög­li­chen und auf letz­te Fra­gen ver­tief­te Ant­wor­ten zu ge­ben ge­stat­ten. In der Grund­phi­lo­so­phie des Vier­ten Rei­ches be­trach­tet die Me­ta­phy­sik (I) das Jen­seits von Raum und Zeit, die Er­kennt­nis­theo­rie (II) die Lo­gik al­ler mensch­li­chen Hand­lun­gen im Dies­seits und ih­rer dar­aus ge­winn­ba­ren Er­zeug­nis­se und Er­kennt­nis­se. Die Me­ta­phy­sik hat Got­tes jen­sei­ti­ge, die Er­kennt­nis­theo­rie sei­ne dies­sei­tig-mensch­li­chen Hand­lun­gen zum Ge­gen­stand. Die von Gott ge­schaf­fe­ne Welt ist aber nur ein Zei­chen Sei­ner, nur ein ver­gäng­li­ches Gleich­nis der un­ver­gäng­li­chen Voll­kom­men­heit von Got­tes Na­tu­ral­form, des Geis­tes. Al­so muß ein Denk­ent­wurf, der dem Deut­schen Vol­ke die Grund­phi­lo­so­phie des Vier­ten Rei­ches lie­fern möch­te, ei­ne Be­trach­tung der Na­tur der Zei­chen mit­lie­fern. Die Zei­chen ver­mit­teln zwi­schen dem Dies­seits und dem Jen­seits von Raum und Zeit und ver­wei­sen im­mer von hier nach dort, vom Sicht­ba­ren und Ver­gäng­li­chen auf das Un­sicht­ba­re und Ewi­ge. Folg­lich nimmt die Zei­chen­phi­lo­so­phie (III) ei­ne Mitt­ler­stel­lung zwi­schen Me­ta­phy­sik und Er­kennt­nis­theo­rie ein.

Dem jen­sei­ti­gen Ver­wei­sung­s­cha­rak­ter der Zei­chen­phi­lo­so­phie, ih­rem Rück­ver­weis, stellt sich der dies­sei­ti­ge Vor­wei­sung­s­cha­rak­ter der Ge­schichts­phi­los­phie (IV) ent­ge­gen. Die Ge­schich­te weist uns vor­an und ging uns vor­aus, im dies­sei­ti­gen Gan­ge je­des Vol­kes die Frei­heit der Völ­ker, ih­rer Gemeinschaften und je­des Ein­zel­nen wahr zu ma­chen. Das Zei­chen ist al­so Ver­wei­ser zum Jen­seits, die Ge­schich­te hin­ge­gen Vor­wei­ser im Dies­seits. Die Ge­schich­te weist un­ser (wie je­des) Volk aus sei­ner Ver­gan­gen­heit in sei­ne dies­sei­ti­ge Zu­kunft: die Freiheit, die uns die Vor­fah­ren ver­erb­ten, wie­der zu er­kämp­fen und stän­dig neu zu er­wer­ben, um sie zu be­sit­zen.

„Wer und was ist Gott und die Welt?“ fragt die Metaphysik.

„Der Mensch erkennt nur das, was er selber gemacht hat!“ antwortet die Erkenntnistheorie.

„Alles Vergängliche / ist nur ein Gleichnis“, wendet die Zeichenphilosophie ein.

„Die Völker tun ihren Gang zum Bewußtsein der Freiheit in dieser Welt!“ sagt die Geschichtsphilosophie und fügt, das letzte Wort behaltend, hinzu: „Die Weltgeschichte ist das Weltgericht!“

Drei LERNZIELE hat dieser philosophische Grundkurs. Nach seiner Absolvierung sollen die Teilnehmer:

  1. Einen Begriff von Philosophie und ihre Stellung im Leben eines Volkes skizzieren können.
  2. Philosophische Disziplinen voneinander unterscheiden und ihren fachbegründenden Hauptgedanken darstellen können.
  3. Die Fähigkeit erworben haben, einen politischen Angriff auf den philosophischen Begriff zu heben und damit allgemein und unwiderstehlich vorzutragen.


I. Metaphysik

Jeder große Zeitabschnitt im Leben eines Volkes hat seine eigene Metaphysik. Zu Beginn der Neuzeit (am Ausgang des Mittelalters um 1500) wurde das deutsche Volk von der Frage nach dem gnädigen Gott, nach Sünde und Vergebung und der Freiheit des Christenmenschen bewegt. Die Reformation als eine der gewaltigen Revolutionen, die der deutsche Volksgeist der Menschheit geschenkt hat, brachte ein ungeheuerliches Resultat: die Freiheit Gottes. Damit war die Freiheit des Menschen metaphysisch begründet und auch die weltliche Macht wurde durch die Luthersche Reichstheologie (Zwei-Reiche-Lehre) von kirchlicher Bevormundung befreit. Der Mensch und sein Gemeinwesen – die Person und ihr Staat – standen jetzt frei einander gegenüber und jeder in Eigenverantwortung vor einem freien Gott, was hienieden Raum gab für strengen Gehorsam der Untertanen und gewissenhafteste Pflichterfüllung der Obrigkeiten. Die Freiheit hatte von nun an weder den Ungehorsam noch die Willkür mehr nötig.

Nachdem das Reich der Deutschen 1806 auf französische Erpressung hin aufgelöst worden war, hatte ein weltliches wie geistliches Sein sich in ein Nichts verwandelt. Neugründung des Reiches hieß metaphysisch, daß das Nichts sich ebenso in das Sein verwandeln mußte wie zuvor das Sein zum Nichts geworden war. Diese auf die Nichtung des Seins antwortende Seinung des Nichts bewerkstelligte Hegel durch eine Besinnung auf die Natur des Anfangs. Und einen Anfang hat Hegel damit in der Tat gesetzt: den gedanklichen Anfang des Zweiten Reiches. Das Bismarck-Reich, in dem wir völkerrechtlich noch immer leben, ist das erste protestantische Reich der Weltgeschichte.

Der freie Gott Luthers und der Geistgott Hegels wird bei Marx zum Geldgott des Kapitals, das nur tote Arbeit ist und sich vampirhaft durch Einsaugung lebendiger Arbeit am Leben hält. War bei Schopenhauer der Selbstmord der Gott dessen, der nicht Sklave des Willens bleiben will (!), so ist bei Nietzsche Gott tot und der letzte Mensch wartet auf den Übermenschen. Wenn aber Gott tot ist, ist auch die Person wie die Nation tot und das Politische verendet oder ist zumindest abwesend. Dann können sich die Menschen – ungestört von Gott – erst humanisieren und später bestialisieren, die Völker sich ohne Rücksicht auf ihr Recht zerfleischen, bis nur noch ihre Grundsubstanzen übrigbleiben: die Rassen. Es folgt der Rassenkampf. In ihm stehen die Rassenreinerhalter und Rassenverbesserer auf der einen Seite den Rassenvermischern und Rassenvernichtern auf der anderen Seite gegenüber. Beide Parteien wollen ihre Ziele nur um des lieben Rassenfriedens willen erreichen. Der Rassismus ist die gemeinsame Denkgrundlage des Dritten Reiches und seiner Feinde.

Beim „Deutschen Kolleg“ werden Gott, Nation und Person ins Leben zurückgeholt: der Begriff des Politischen ist wiederhergestellt, der Hegelsche Geistgott mit dem Marxschen Geldgott versöhnt und das antimetaphysische Zeitalter (Schopenhauer, Nietzsche, Heidegger, Rombach, Schmitz) beendet. Entgegen verbreiteter Meinung war nämlich die Marxsche Politökonomie nicht materialistisch-atheistisch, sondern schon ihr Anfangsbegriff, die Ware, ein sinnlich-übersinnliches Ding „voll metaphysischer Spitzfindigkeit und theologischer Mucken“ (MEW 23.85). Gott ist bei Marx weder im Himmel noch auf Erden, sondern in der Gesellschaft, und sein Name ist Mammon. Die Mammonsgläubigen beten nicht mehr das Vaterunser, sondern das Kapitalunser. Deshalb gehen Heidegger wie Nietzsche richtigerweise davon aus, daß der Nihilismus im abendländischen Denken vorerst gesiegt hat.

Die Metaphysik und Theologie des Vierten Reiches kann daher nur als Negationslogik auftreten. Deren nihil ist nicht mehr das eine Nichts des unbestimmten Unmittelbaren oder Anfanges schlechthin, das mit dem Sein zusammenfällt, sondern die unendlich vielen Nichtse des siegreichen Nomadensturms der Moderne, der ein philosophischer Nihilismus ist, worin jedes Nichts nur neue Nichtse erzeugt. Aus diesen unendlichen und ungenichteten Nichtsen des Nihilismus muß der Gott und die Welt des Vierten Reiches gedacht werden. Praktisch bedeutet der Nihilismus den Untergang aller Werte in ihren Kehrwerten, die bekanntlich um so winziger ausfallen, je gewaltiger zuvor der Wert gewesen war. Um in der Betrachtung des Überzeitlichen und Raumenthobenen auch die etwas größere Lage zu erfassen, wird zunächst Hegels kleine Logik (Enzyklopädie von 1830) im Ansatz skizziert und von einer einzelnen Kategorie wie dem Nichts überhaupt ausgegangen; eine diesseitstüchtige Metaphysik als auf der Höhe der Gegenwart agierender Jenseitsbetrachtung muß dann aber eine chaotische Massenhaftigkeit als Anfang nehmen und von unendlichen ungenichteten Nichtsen, von lauter Rissen im Sein ausgehen, die beim Umschlag des Seins ins Nichts nicht verschwinden, sondern gleichsam als Narben im Nichts erhalten bleiben. Die Differenz beider Metaphysiken hängt mit der inzwischen eingetretenen massengesellschaftlichen Verwüstung zusammen.

Fortsetzung: I. Metaphysik

1. Hegels Logik
Der Anfang jeder Wissenschaft ist die empirische Gegebenheit ihres Gegenstandes. Diese Gegebenheit ist als empirische noch vorwissenschaftlich und als wissenschaftliche noch das völlig unbestimmte Unmittelbare und also ein wissenschaftliches Nichts N, das aber durch eine empirische Gegebenheit X als hinreichend bestimmt erscheint und als Anfang der Wissenschaft N auftritt.

Die Metaphysik ist erste Philosophie, Lehre von den ersten Gedanken oder den Gedanken Gottes vor der Erschaffung der Welt. In der Metaphysik gibt es keine Empirie außer dem Denken selber, also kann sie auch nicht als durch außergedankliche Gegebenheiten hinreichend bestimmte Disziplin anfangen. Wie andere Disziplinen beginnt sie mit dem wissenschaftlichen Nichts N, das aber rein bleibt und nicht durch empirische Verschmutzung X indizierbar ist, sondern nur durch den Gedanken des Nichts selber, also das unbestimmte Unmittelbare oder den Anfang des Denkens überhaupt. Wird das Nichts durch sich selber bestimmt, so erhalten wir das genichtete Nichts N, welches aber das gleichanfängliche Gegenteil des Nichts ist, nämlich das Sein S. Beginnt man die Metaphysik statt mit dem Nichts mit dem Sein, ist dieses ebenso anfänglich, abstrakt und bestimmungsleer als das Nichts des Anfanges, das jetzt aber auch durch ein geseintes Sein S erzeugbar. Folglich gilt für den Anfang des Denkens:


(1) N Das Nichts ist der Anfang.
(1) S Das Sein ist der Anfang.
(2) N:=S Das Nichts ist definiert als das Sein.
(3) S:=N Das Sein ist definiert als das Nichts.
(4) (N=S)&(NS) Nichts und Sein sind gleich und unselb (nicht identisch).
(5) NS Das Nichts durch das Nichts indiziert impliziert das Sein.
(6) SN Das Sein durch das Sein indiziert impliziert das Nichts.

Nichts und Sein sind die absolute Gleichheit und die absolute Unselbheit oder der absolute Gegensatz. „Es ist gerade nur um das Bewußtsein über diese Anfänge zu tun, nämlich daß sie nichts als diese leere Abstraktionen, und jede von beiden so leer ist als die andere.“ (Enz. § 87 Anm.)

Die Einheit von Nichts und Sein ist das Werden (N,S). Das Werden ist diese innere Unruhe des Übergangs von Nichts in Sein und von Sein in Nichts. Im Werden definiert sich Nichts als Sein (N:=S) und Sein als Nichts (S:=N), aber sie produzieren sich auch auseinander durch Selbstnichtung des Nichts und Selbstseinung des Seins gemäß Formeln (5) und (6).

(7) (N,S) ((N:=S),(S:=N))
(8) (N,S) ((NS),(SN))

Das Werden (N,S) als abstrakte Einheit von Nichts und Sein ist aber in Wahrheit unvermittelte und durch keine anschauliche Operation (, :=) herbeigeführte Setzung des Seins durch das Nichts und des Nichts durch das Sein. Das Werden ist aber auch die Einheit des Entstehens NS von Sein aus Nichts und des Vergehens SN von Sein zu Nichts. Das Entstehen (N,S) läßt sich aber auch als das Werden selber mit dem Puls auf dem Sein und das Vergehen (N,S) ebenso als auf dem Nichts betontes Werden darstellen. Werden läßt sich somit angemessener als Einheit einer doppelten Pulsation beschreiben:

(9) (N,S) (NS,SN)
(10) (N,S) ((N,S),(N,S))
(11) (N,S) (NS,SN)
(12) (N,S) (NS,SN)

  • „Das Sein im Werden, als eins mit dem Nichts, so das Nichts eins mit dem Sein, sind nur Verschwindende; das Werden fällt durch seinen Widerspruch in sich, in die Einheit, in der beide aufgehoben sind, zusammen; sein Resultat ist somit das Dasein.“ (§ 89)

  • „Das Dasein ist Sein mit einer Bestimmtheit, die als unmittelbare oder seiende Bestimmtheit ist, die Qualität. Das Dasein als in seiner Bestimmtheit in sich reflektiert, ist Daseiendes, Etwas.“ (§ 90)

  • „Die Qualität, als seiende Bestimmtheit gegenüber der in ihr enthaltenen, aber von ihr unterschiedenen Negation, ist Realität. Die Negation, nicht mehr das abstrakte Nichts, sondern als ein Dasein und Etwas, ist…als Anderssein. … Das Sein der Qualität als solches ist das An-sich-sein.“ (§ 91)

  • „Das von der Bestimmtheit als unterschieden festgehaltene Sein, das Ansichsein, wäre nur die leere Abstraktion des Seins. Im Dasein ist die Bestimmtheit eins mit dem Sein, welche zugleich als Negation gesetzt, Grenze, Schranke ist. … Etwas ist durch seine Qualität erstlich endlich und zweitens veränderlich, so daß die Endlichkeit und Veränderlichkeit seinem Sein angehört.“ (§ 92)

  • „Etwas wird ein Anderes, aber das Andere ist selbst ein Etwas, also wird es gleichfalls ein Anderes, und so fort ins Unendliche.“ (§ 93)

(13) (N,S)NS,SN,NS,….

Resultat des Werdens ist das Dasein. – Daseiende, die als je Etwas und je Anderes sich voneinander abgrenzen, damit als Qualitäten von endlicher und veränderlicher Art sind und ins Schlecht-Unendliche fortfahren.

Das Nichts und das Sein im Werden (N,S) als Verschwindende können dargestellt werden als durch Sein indiziertes Nichts N und durch Nichts indiziertes Sein S, und beide wären dann Formeln des Daseins und durch verschiedene Bestimmungen unterschiedene Daseiende, je ein Etwas, das immer ein Anderes von sich abstößt. Dies geht in’s Unendliche, bildet ständig eine neue Grenze oder Schranke zueinander und baut die endliche und veränderliche Realität auf.

(14) S

Formeln des Dasein, seiner unendlichen Etwasse S und ihrer Anderen N (Realitäten) und deren endlich-veränder- licher Qualitäten und (Bestimmungen).

  • „Etwas ist im Verhältnis zu einem Anderen selbst schon ein Anderes gegen dasselbe; somit da das, in welches es übergeht, ganz dasselbe ist, was das, welches übergeht,… so geht… Etwas in seinem Übergehen in Anderes nur mit sich selbst zusammen, und diese Beziehung im Übergehen und im Anderen auf sich selbst ist die wahrhafte Unendlichkeit. Oder negativ betrachtet; was verändert wird, ist das Andre, es wird das Andre des Andern. So ist das Sein, aber als Negation der Negation, wiederhergestellt und ist das Fürsichsein.“ (§ 95)

  • „Das Fürsichsein als Beziehung auf sich selbst ist Unmittelbarkeit, und als Beziehung des Negativen auf sich selbst ist es Fürsichseiendes, das Eins, – das in sich selbst Unterschiedslose, damit das Andere aus sich Ausschließende.“ (§ 96)

  • „Die Beziehung des Negativen auf sich ist negative Beziehung, also Unterscheidung des Eins von sich selbst, die Repulsion des Eins, d.i. Setzen Vieler Eins. Nach der Unmittelbarkeit des Fürsichseienden sind diese Viele Seiende, und die Repulsion der seienden Eins wird…gegenseitiges Ausschließen.“(§ 97)

  • „Die Vielen sind aber das Eine was das Andere ist…; sie sind daher eins und dasselbe. Oder die Repulsion…ist…wesentlich ihre Beziehung aufeinander…. Die Repulsion ist…ebenso wesentlich Attraktion…. Die qualitative Bestimmtheit, welche im Eins ihr An-und-für-sich-Bestimmtsein erreicht hat, ist hiemit in die Bestimmtheit als aufgehobene übergegangen, d.i. in das Sein als Quantität.“ (§ 98)

  • „Die Quantität ist das reine Sein, an dem die Bestimmtheit nicht mehr als eins mit dem Sein selbst, sondern als aufgehoben oder als gleichgültig gesetzt ist.“ (§ 99)

  • „Die Quantität…in der Bestimmung der durch die Attraktion gesetzten Gleichheit mit sich selbst, ist kontinuierliche, – in der anderen in ihr enthaltenen Bestimmung des Eins ist sie diskrete Größe.“ (§ 100)

  • „Die Quantität wesentlich gesetzt mit der ausschließenden Bestimmtheit, die in ihr enthalten ist, ist Quantum; begrenzte Quantität.“ (§ 101)

  • „Das Quantum hat seine Entwicklung und vollkommene Bestimmtheit in der Zahl, die als ihr Element das Eins, nach dem Momente der Diskretion die Anzahl, nach dem der Kontinuität die Einheit, als seine qualitativen Momente, in sich enthält.“ (§ 102)

  • „Die Grenze ist mit dem Ganzen des Quantums selbst identisch; als in sich vielfach ist sie die extensive, aber als in sich einfache Bestimmtheit die intensive Größe oder der Grad.
    Der Unterschied der kontinuierlichen und diskreten Größe von der extensiven und intensiven besteht daher darin, daß die erstern auf die Quantität überhaupt gehen, diese aber auf die Grenze oder Bestimmtheit derselben als solche. “ (§ 103)

  • „Im Grade ist der Begriff des Quantums gesetzt. Er ist die Größe als gleichgültig für sich und einfach, so daß sie aber die Bestimmtheit, wodurch sie Quantum ist, schlechthin außer ihr in anderen Größen hat. In diesem Widerspruch, daß die fürsichseiende gleichgültige Grenze die absolute Äußerlichkeit ist, ist der unendliche quantitative Progreß gesetzt….“ (§ 104) ….

Fortsetzung: I. Metaphysik
Fortsetzung: Hegels Logik

2. Negationenlogik
In negativen Zeiten ist die Logik der Negationen die angemessene Metaphysik. Die Negationen sind ihrer dreie: klassische, substantielle und reine. Die klassische Negation hat eine Position zur Voraussetzung, der Vollzug der Negation ergibt das Negative der Position als Resultat, wodurch es keine leere, sondern eine inhaltliche oder intensionale Negation ist, die durch eine zweite Negation nicht wieder rückgängig gemacht werden und damit folgenlos bleiben kann; ganz im Gegenteil wird durch die Negation der Negation der Inhalt der klassischen Position nur weiter vorangetrieben. Also bleibt die formale oder extensionale Negation der Aussagenlogik, in der -(-A) = A gilt, hier gänzlich außer Betracht, denn dies ist ja, wie schon der Name sagt, kein negationenlogischer, sondern ein aussagenlogischer Satz. Resultat eines Dreischrittes der klassischen Negation ist die klassische Affirmation, welche das Präparat der substantiellen Negation bildet, das in seine klassischen Momente zerlegt wird, aus denen substantielle Affirmationen erzeugt werden. Die reine Negation endlich negiert weder Positionen noch Affirmationen, sondern den Negationsoperator selber.

Die Negationenlogik zerfällt somit in drei Negationslogiken: klassische, substantielle und reine. Sie wird insgesamt negiert durch die Positionenlogik, welche die negationslose Gegensätzlichkeit von Positionen zum Inhalte hat und hier außer Betracht bleibt. Ideengeschichtlich ungeklärt ist auch, in wie weit Hegels Logik Positionenlogik ist und wo in ihr die klassische Negationslogik beginnt.

Die Klassische Negationslogik hat folgende Grundoperationen:

A Position
-A Negation
=A Doppelnegation (Negation der Negation)
B Affirmation (der Position)
BA Affirmation identische Position (Tripelnegation)
B: +(=A) Affirmation Positivitätsreflexion auf Doppelnegation
-B Negation der Affirmation
=B Doppelnegation der Affirmation
C Affirmation der Affirmation.

Jede Affirmation und jede Doppel- oder Mehrfachaffirmation kann wieder als einfache Position für Operationen der klassischen intensionalen Negationslogik genommen werden.

Die Substantielle Negationslogik expliziert die Inhalte der Affirmationen B in der Aufgehobenheit () ihrer Momente (A,-A,=A) und als Erinnerung an die Taten des Denkens, sie liefert neue Positionen auf dem Wege der die Substanz der Affirmation zersetzenden Negation und verknüpft die Positionen A samt deren Negationen -A,=A mit der Aufgehobenheit der Affirmation (B). Sie hat folgende Grundoperationen:

B: (A, -A,=A): +(=A) Analytik der Affirmation B
(A): A(B) Position von B
(-A): -A(B) Negation von B
(=A): =A(B) Negation der Negation von B
C: (A(B), -A(B),=A(B)) oder
C: (B, -B,=B)
substantielle Negation
(-B): -B(C) Negation von B
(=B): =B(C) Negation der Negation von B
D: (B(C), -B(C),=B(C)) oder
D: (C, -C,=C)
substantielle Negation der Negation
B . . . C . . . D substantielle Negationstriade.

Die klassische Negation transportiert den Inhalt ihrer Position durch die Negationsoperationen hindurch und fügt ihm ihr speziell Negatives hinzu; die substantielle Negation tut dies ebenfalls und verschiebt ihn zusätzlich in der Dimension der Affirmationen, weil sie eine Affirmation voraussetzt und mit ihrer Analytik beginnt.

Die Reine Negationslogik ist frei von Positionen wie von Affirmationen. Die reinen Negationen negieren nur um des Negierens willen und schaffen also die schlechte Unendlichkeit der bloßen Nichtse, die beim Umschlag des Hegelschen Nichts in das Sein und umgekehrt nicht verschwinden, sondern gleichsam bleibende Risse im Sein wie Narben im Nichts bilden. Dieser existentielle Wüstensturm der reinen Nichtse kann immer nur neue ebenso positionslose Negationen hervorbringen. Der Geist bändigt diese reinen Nichtse – – – – dadurch, daß er sie sich selbst nichten läßt, indem er sie zu Paaren = = = =, Tripeln und Reflexionen | | | | ihrer selbst gesellt. Diese Nichtigkeit der Nichtse ist der göttliche Gedanke des Geistes. Die Grundoperationen der reinen Negationslogik sind daher:

Negation (Nichts, Nichtung)
| Reflexion der Negation (Querstellung des Nichts)
= Negation der Negation (Gleichheit)
| Reflexion der Gleichheit
Negation der Gleichheit (Selbheit, Identität)
| Reflexion der Selbheit
+ Positivität (Verschmelzung der Negation mit ihrer Reflexion)
Ungleichheit (Verschmelzung der Gleichheit mit ihrer Reflexion)
Unselbheit (Verschmelzung der Identität mit ihrer Reflexion)

Die Dominanz der reinen Negation bestimmt das Weltbild im gegenwärtig noch andauernden Zeitalter des Nihilismus. Die reine Negationslogik bietet aber auch die Operatoren, mittels deren die ungenichteten Nichtse des Nihilismus in weltfähige Struktur verwandelbar sind. Die Operatoren selber sind schon all die Formen, die uns aus dem gesellschaftlichen Verkehr und seinen Reflexionen vertraut sind. Wenn also natürlich nicht sicher ist, ob die reinen Nichtse und ihre Nichtungen tatsächlich im Jenseits herumgeistern, so kann man doch mit Gewißheit sagen, daß sie so kräftig auf das Diesseits einwirken, wie man es sich von einer ewigen Jenseitsmacht immer wieder vorgestellt hat. Darüberhinaus sind die Operatoren der reinen Negationen durchaus Monaden, die keine Fenster der Kommunikation benötigen, weil sie alle Gebilde bis hin zur Vollkommenheit aus sich selber erbauen können. Als Grundmonade oder Nichtiger des Nichts kann z.B. eine Ordnung N(-) fungieren:

| +
= |
|

Geist und Welt – das Vollkommene und das Unvollkommene – können nun als Vergemeinschaftung von je achtzehn Nichtsen in dieser Grundmonade und als Vergemeinschaftungen von Grundmonaden über einzelne oder mehrere Operatoren gedacht werden. So sind Ketten, Gewebe, Wände und Räume aus Grundmonaden leicht bildbar. Die Monade tilgt die Nomaden, sie nichtet die Nichtse. Die Natur Gottes, der Geist, ist die vollendete Nichtung aller Nichtse in der Allmonade.

II. Erkenntnistheorie

Das Essen vom Baume der Erkenntnis führt die ersten Menschen zur Arbeit: Adam zum Ackerbau im Schweiße seines Angesichts und Eva zur Geburt in Mühsal. Bevor letztere möglich wird und die ersten beiden Menschen ein erstes Menschenkind erzeugt haben, ist abermals eine Erkenntnis vorausgesetzt: „Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain ….“ (Genesis 4,1) Die Erkenntnis geht somit aller Erzeugung – sei es von Pflanze, Tier oder Mensch – voraus. Der Mensch erkennt, daß er zu Zeugung, Erzeugung und Herstellung bestimmt ist, und er hat vollständig erkannt nur das, was er erzeugt und hergestellt hat. Daraus folgt, daß alle Erkenntnistheorie nur die Logik des Menschenwerkes ist, das man als Aktion, Verhalten, Handlung oder Arbeit bezeichnen kann.

Da das Bewußtsein der Gegenwart ökonomistisch geprägt ist, werden wir zur leichteren Eingängigkeit die Erkenntnistheorie hier als Logik der Arbeitsprozesse abhandeln, obgleich das eine menschliche Tun ebenso als Handlungstheorie politisch oder als Verhaltenslehre psychologisch traktiert werden könnte. Die Geschichte der Arbeitsprozesse als tatsächliche Entwicklung von Landwirtschaft, Handwerk, Manufaktur, Industrie, Technologie, Wissenschaft, Geistesleben und Bildung zu erzählen, wäre keine Erkenntnistheorie, also keine philosophische Disziplin, sondern eben Technikgeschichte, die in die vielen Branchengeschichten und sogar Firmengeschichten zerfällt. Eine materielle Arbeit ist ein materielles Erkennen der Welt, und eine geistige Arbeit ein geistiges Erkennen, Erkenntnistheorie aber sind beide nicht. Nur die immergleiche Logik aller Arbeitsprozesse, nicht aber ihre ständig sich wandelnden Erscheinungen in der materiellen, geistigen und pädagogischen Realität, ist Epistemologie (Erkenntnistheorie) und daher philosophische Disziplin der Betrachtung.

Handhabungen, Geschicklichkeiten, Prozesse und Produkte werden auch summarisch als Techniken bezeichnet. Die Erkenntnistheorie ist als allgemeine Logik aller Techniken die wirkliche Technologie, sie ist Generaltechnik, aber eben keine aufgesetzte Technik-Philosophie oder Technik-Ethik. Die Technik schlägt nur soweit in das philosophische Fach, als sie nicht bloßes Mittel, sondern freies Mittel ist, also die Tendenz hat, sich selber zum Zweck zu setzen. Technik ist naturalisierte Geschichte und humanisierte Natur und damit Evolutionslogik der Naturalformen oder Naturalienlogik.

Arbeit ist Anfang und erster Beweger der zweiten Natur des Menschen. Als Substanz der zweiten Natur (oder genauer: ihr Submovens) ist sie deren einfachste Naturalie. Alle Naturzustände und alle nur möglichen Änderungsvorgänge der Naturzustände sind die Naturalien der ersten Natur des Menschen. Die Naturalien beider Naturen des Menschen zusammengenommen machen seine Naturalformen aus, die immer erste und zweite Natur zugleich sind. Ist also Arbeit (oder Handlung oder Verhalten oder Aktion) die Substanz der zweiten Natur des Menschen, so der Arbeitstausch deren Reflexion und Verkehrsform, die aber nicht mehr in die Erkenntnistheorie gehören, sondern in die Sozialwissenschaften und damit unter Umständen, wenn als Raum-Zeit-Soziologie abgehandelt, in die Geschichtsphilosophie.

Die Entstehung der Arbeit kann nur aus Vorgängen der ersten Natur, welche diese nachhaltig stören und transzendieren, erklärt werden. Wenn, wie Novalis sagt, alle Krankheit die Transzendierung einer Natur und folglich die Krankheit der Pflanzen die Animalisierung ist, dann wäre Laborierung die Krankheit der ersten Menschennatur. Unsere Hypothese zur Entstehung der Arbeit ist die Instinkthemmung.

Die Logik der Arbeits- und damit aller Erkenntnisprozesse des Menschen entfaltet sich in acht Stufen. Sie beginnt mit dem Naturalismus (1), worin die Arbeit als Nicht-Natur sich aus der Natur durch Instinkthemmung entfesselt. Die Entwicklung der lebendigen menschlichen Arbeit als führendem Moment des Arbeitsprozesses füllt die Epoche des Aktionismus (2). Im Mechanismus (3) wird das Arbeitsmittel führendes Moment des Arbeitsprozesses und damit des Vorganges menschlicher Erkenntnis. Im Chemismus (4) geht die Initiative der technischen Entwicklung auf die Arbeitsgegenstände, im Biologismus (5) auf die Prozesse insgesamt und im Finalismus (6) auf die Produkte über. Der Infinitismus (7) thematisiert die unendlichen oder ewigen, also die geistigen Arbeitsprozesse und der Pädagogismus (8) die arbeitskraftproduzierenden Arbeitsprozesse, welche die potentielle Unsterblichkeit des Menschen in der zweiten Natur durch kulturelle Fortpflanzung erzeugen.

Fortsetzung: II. Erkenntnistheorie

1. Naturalismus
Ist N ein beliebiger Zustand der ersten Natur, aus dem N‘ als modifizierter Zustand folgt, dann beschreibt die Implikation wenn N dann N‘ jeden Naturprozeß oder auch die Menge aller Vorgänge in der Natur.

(1) N N‘ Naturvorgang

Die Menge aller Naturvorgänge ist die erste Natur. Eine Teilmenge N“ aus N‘ sind jene Naturzustände, die Instinktreaktionen K hervorrufen.

(2) N“ N‘
(3) N“ K Instinkt

Eine Teilmenge der Naturzustände N“, die Instinktreaktionen K auslösen, sind die Naturzustände N*, in denen die an sich vorgeschriebenen Reaktionen eine Reaktionshemmung -K erleiden und dadurch ein Reaktionspotential Gv aufbauen.

(4) N* N“
(5) N* -K Instinkthemmung
(6) (N* -K) Gv Reaktionspotentialaufbau

Der gehemmte Instinkt erzeugt ein mehr oder weniger willkürlich entladbares Reaktionspotential Gv. Eine seiner Funktionen f(Gv) ist die Imagination i einer Entladung K der gehemmten Instinktreaktion zwecks Herstellung eines nicht-irritierenden Naturzustandes Nj. Verzögert sich die Entladung des Reaktionspotentials Gv aus gehemmter Instinktreaktion -K, entsteht aus der Vorstellung i (Imagination) der Reaktionspotentialentladung Gv eine regelrechte Wunschproduktion j = 1,2,…,n für imaginierte Entladungsvarianten i(Kj Nj). Vorstellungen (Imaginationen) führen aber nur dann zu Taten, wenn die konkrete Vorstellungsgröße einen bestimmten Schwellenwert min(i) überschreitet. Erreicht oder überschreitet bei dem Wunsch j=1 die Vorstellung iK1 den Schwellenwert min(i), dann hat das den Entschluß zur Verausgabung des Reaktionspotentials Gv nach j=1 und damit die tatsächliche Verausgabung
Gv (K1 N1) zur Folge.

(7) f(Gv) = i(Gv) i(K N Entladungswunsch
(8) i(Kj Nj) & (j = 1,2,…,n) Wunschproduktion
(9) min(i) Schwellenwert
(10) (j = 1) & (iK1 min(i))
Gv (K1 N
Entschluß
Verausgabung

Ist die Entladung des durch Instinkthemmung entstandenen Reaktionspotentials Gv nach dem produzierten Wunsch j=1 zum wiederholten Male gelungen, so kann der realisierte Wunsch, der Naturzustand N1, wenn er in der ersten Natur spontan eintritt, zum Auslöser einer ebenso qualifizierten sekundären Instinktreaktion K1 und also eines bedingten oder erlernten Reflexes werden, der irritabel ist und zur bestimmt-sekundären Instinkthemmung und daher zur Reflexhemmung -K1 führt und das qualifizierte Reaktionspotential Gv.1 aufbaut. Dieser Kreislauf ist beliebig wiederholbar, bis eine Welt von Wunschproduktionen j = 1,2,…,n zu einer Welt von Qualifikationen und damit willentlichen Entladungsarten des Reaktionspotentials geführt hat. Das Resultat ist die Arbeitskraft Gv.j oder Gv.1,2,…,n.

(11) N1 K erlernter Reflex
(12) N1 -K Reflexhemmung
(13) (Nj -Kj) G Arbeitskraftschöpfung (Qualifikation)
(14) (Nj Dingen j)(Nj Gj Gütern j)

Sind aus den Naturzuständen N bestimmte Dinge j und damit gegenständliche Güter Gj isoliert, hat sich auch die verschobene (primäre und sekundäre) Instinktreaktion K in konkrete Arbeit Kj verwandelt und ist der Arbeitsprozeß
(K G)j entstanden.

(15) (j = 1) & (i(K1 G1) min(i))
Gv.1 (K G)
Arbeitsentschluß
Arbeitsausführung
(16) (K G) Arbeitsprozeß 1

Ist die Arbeit aus Natur und die Arbeitskraft aus Naturkraft entstanden und der erkenntnistheoretische Naturalismus vollzogen, kann abschließend noch die Einbettung von Arbeit in Natur betrachtet werden.

Der Naturprozeß schlechthin, N N‘, ist zerlegbar in die arbeitsernötigenden Naturprozesse N N und in die arbeitsvermindernden Naturprozesse N N Weil beide Arten von Naturprozessen an allen menschlichen Arbeitsvorgängen beteiligt, sind sie überhaupt nur Herstellungs- oder Produktionsprozesse. Alle Arbeitsprozesse sind in Naturprozesse eingebettet, die die Arbeit ernötigen, unterstützen oder unberührt lassen.

Alle Arbeitsprozesse werden den Naturvorgängen abgerungen. Das hört auch für den ausgebildeten homo faber nicht auf. In seinem Arbeitsleben, besonders wenn es ein schöpferisches ist, wiederholen sich Instinkt- und Reflexhemmungen auf der Stufe der Arbeitshemmungen -Kj, die neue Arbeitsarten zeugen.

(17) -(K G)j G Arbeitshemmung schöpft Arbeitskraft
(18) (j = 1) & Gv.1 (K G) Bestimmung und Verausgabung einer
Qualifikation
(19) (j = 1) & (i(K G)1 min(i))
Gv.1 …Gv.1 (K G)
Bestimmung und Vorstellung der
Arbeitskraftverausgabung (Arbeitsprozeß)

Fortsetzung: II. Erkenntnistheorie

2. Aktionismus
Die Herausbildung der Arbeit aus Natur ist die erkennntnistheoretische Stufe des Naturalismus, worin mit dem Primat der Vorstellung vor der Ausführung der logische Idealismus und der epistemologische Aktionismus entsteht, der die lebendige Arbeit des Menschen zum bestimmenden Moment hat. Der Arbeitsprozeß teilt sich in die Momente der Arbeit K, des Arbeitsmittels Gc.fix, des Arbeitsgegenstandes Gc.zir und des Arbeitsprodukts G. Wenn das Produkt vollendet, ist in ihm der Prozeß zur Gänze erloschen.

Arbeitsmittel und Arbeitsgegenstände machen zusammen die Herstellungs- oder Produktionsgüter Gc aus. Die Arbeitsgegenstände kann man weiter unterteilen in Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe als Haupt-, Neben- und Nichtbestandteile des Produkts. Die Zusammenarbeit mehrerer oder vieler Arbeiter qK unter einheitlichem Kommando zu einem gemeinsamen Zweck ist Kooperation qK1.1,2,…,n. Sie ist die Voraussetzung für betriebliche Arbeitsteilung, die sich technisch unterteilt in Teilprozeßzüge (organische Arbeitsteilung) und Teilprozeßbündel (heterogene Arbeitsteilung). Nur die technische Unterscheidung der betrieblichen Arbeitsteilung gehört in die Erkenntnistheorie, die soziologische Unterscheidung der gesellschaftlichen Arbeitsteilung von der betrieblichen gehört nicht mehr dazu (sondern in die Sozialwissenschaften) und fällt auch aus dem Begriff der Kooperation heraus. Die Gesellschaft kooperiert nicht und agiert nicht; die Gesellschaft selber ist immer handlungsunfähig. Aber in der Gesellschaft wird transagiert von jenen Subjekten, die die Gesellschaft ausmachen. Die Gesellschaft ist Raum und Zeit der Transaktion und damit erscheinende Transzendenz.

Der Arbeitsteilung entgegengesetzt ist die Produktteilung, die zwei Arten kennt: den Kuppelprozeß mit seinem Kuppelprodukt G1.a&b aus Hauptprodukt und Nebenprodukt, die in einem festen Verhältnis stehen, und den Alternativprozeß, worin Haupt- und Nebenprodukt innerhalb der Alternativprodukte G1.a+b frei wählbar sind und worin das eine Produkt nur auf Kosten des anderen vermehrt werden kann, und umgekehrt. Beim Kuppelprozeß liegt also fest, was das Haupt- und was das Nebenprodukt ist, beim Alternativprozeß nicht, wobei in beiden Arten der Produktteilung mehr als zwei Produkte möglich sind. Über Haupt- wie Nebenprodukte können betriebliche Arbeitsteilungen beider Arten laufen.

(20) K G einfacher Arbeitsprozeß
(21) (qK1 G1) & (q = 1,2,…,n) einfache Kooperation
(22) () Arbeitsteilung mit Teilprozessen
(23) Teilprozeßzug (organische Arbeitsteilung)
(24) Teilprozeßbündel (heterogene Arbeitsteilung)
(25) Arbeitsprozeß mit Produktionsgut
(26) Arbeitsprozeß mit Arbeitsmitteln und
-gegenständen
(27) Kuppelprozeß
(28) Alternativprozeß

Die historische Entwicklung der Arbeitsteilung in der europäischen Manufaktur hat zur Vervielfachung und Vereinfachung der Arbeitsmittel (Werkzeuge) geführt, die eine Vorbedingung für die Erfindung der Werkzeugmaschine war. Sie bildet den historisch-systematischen Übergang zur Etappe des Mechanismus, worin die wesentlichen Anstöße zur Fortbildung der menschlichen Erkenntnisprozesse nicht mehr von der lebendigen Arbeit, sondern von ihrem Mittel ausgehen.

Die höchste Form aktionistischer Arbeit ist Arbeitsersatzarbeit KK, die unter Gebrauch von Werkzeugen Gc.fix und Verbrauch von Werkstücken Gc.zir das Arbeitsersatzgut GK erzeugt. KKGK und KGGG sind die beiden Grundvorgänge der Rationalisierung als Arbeitsersatz- und Güterersatzprozesse, so daß Rationalisierungsarbeiten KK und KG (Güterersatzarbeit) von Rationalisierungsgütern GK und GG (Güterersatzgut) zu unterscheiden sind.

Die Werkzeugmaschine wird dann noch durch Bewegungs- und Übertragungsmaschinen mechanisch fundiert. Bestand die Manufaktur in der Erkenntnisphase des Aktionismus aus zerlegten und zusammengesetzten Arbeitsprozessen, so die Fabrik seit der Stufe des Mechanismus aus Maschinenprozessen und somit aus analysierten und neu synthetisierten, also angeeigneten Naturprozessen. Auf den Maschinenprozeß sind alle Formen der Kooperation und der betrieblichen Arbeitsteilung anwendbar. Die Maschine entwickelt sich zum Automaten GK.c.fixzir und die Fabrik zur Automaten-Fabrik, wenn der Arbeitsgegenstand nicht mehr bloß fixiert und von je einer Werkzeugmaschine bearbeitet, sondern wenn er von Bewegungsmaschinen auf einer Taktstraße von einer Werkzeugmaschine zur nächsten geführt und nacheinandergeschalteten maschinellen Prozessen unterworfen wird. Dieser klassisch-mechanische Automat ist die Verbindung einer Werkstückmaschine (Taktstraße) GK.c.zir mit herkömmlichen Werkzeugmaschinen GK.c.fix. Die mechanische Beweglichkeit des Arbeitsgegenstandes ist die Vorstufe zur Eigenbeweglichkeit verschiedener und zu verbindender Arbeitsgegenstände und führt zum chemischen Prozeß.

(30) K GK.c.fixzir G Automatenprozeß

Das epistemologische Prinzip des Mechanismus perfektioniert aber nicht nur die Arbeitsersatzgüter GK, sondern kann sich auch die Arbeiter qG direkt durch Roboter q.KG als Arbeiterersatz(güter) nacherfinden, die wiederum eine Entwicklung zum Zwerg- und Mikroroboter durchmachen und damit letzten Endes kleine und autarke Wirtschaftseinheiten begünstigen.

Einen Übergang vom Mechanismus zum Chemismus bilden auch die adaptiven Güter G sowohl als adaptive Konsumgüter G.j wie auch als adaptive Werkstoffe G.c.zir, wobei letztere bereits an sich intrinsische Produktions-Automaten sind.

Fortsetzung: II. Erkenntnistheorie

4. Chemismus
Auf der Stufe des Chemismus im materiellen Arbeitsprozeß ist der Arbeitsgegenstand das bestimmende Moment. Im chemischen Reaktionsprozeß reagieren Rohstoffe unter definierten Bedingungen, deren Herstellung den Inhalt der Arbeit des Chemiewerkers ausmacht, miteinander und sind daher immer ein Automat. Hat der Automat in der mechanischen Fabrik den Arbeitsgegenstand von Werkzeugmaschine zu Werkzeugmaschine zu bringen oder umgekehrt ein mechanisiertes Werkzeug nach dem anderen an den Gegenstand heranzuführen zwecks Vollzug der Teilprozesse, so ist im Reaktionsautomaten der chemischen Fabrik allein der in verschiedene Reagentien sich zerlegende und neu zusammensetzende Arbeitsgegenstand das bestimmende Moment aller Produktionsprozesse und ihrer Entwicklung. Das Moment des Arbeitsmittels hat sich innerhalb der chemischen Reaktion zum Katalysator, dem nicht oder kaum involvierten Stoff, zurückentwickelt und ist als unbewegter Beschleuniger des chemischen Prozesses erhalten und aufgehoben. Die chemischen Arbeiten und die chemischen Gefäße sind Stoffumwelten, die so zusammenzustellen sind, daß gewünschte stoffliche Vorgänge in Gang kommen und optimiert werden. Der Mechanismus hat es mit Körpern und der Chemismus mit Stoffen zu tun. Körper ist die Äußerlichkeit, Stoff die Innerlichkeit der Materie. Im Mechanismus wird der Gegenstand äußerlich, im Chemismus innerlich bearbeitet. Die Wissenschaft (das Kennungsgebiet) der Äußerlichkeit ist die Physik, die den Mechanismus vom idealen Körper der klassischen Mechanik über die Thermodynamik, die Optik, die Akustik und den Elektromagnetismus bis hin zur Kernteilchen- und Lichtquantenmechanik führt. Das Atom innerlich aufgefaßt ist Kernchemismus, das Molekül äußerlich genommen ist Mechanismus des Materials, seine physikalischen Eigenschaften. Alles Material der materiellen Produktion kann äußerlich aufgefaßt und zum Körper, ebenso aber innerlich genommen und zum Stoff eines Prozesses gemacht werden. Prozeßkörper sind sich wechselseitig veräußerlichende Äußerlichkeiten, Prozeßstoffe sich ebenso verinnerlichende Innerlichkeiten der produktiven Materie. Ein chemischer Prozeß kann unter bestimmten Bedingungen zwischen seinen verschiedenen Zuständen pulsieren und dissipative Strukturen ausbilden, die eine Vorform des Lebensprozesses sind, der immer ein Kreislauf seiner Gestaltungen.

(31) K Gc.zirzir G Reaktionsprozeß (chemischer Automat)

Fortsetzung: II. Erkenntnistheorie

5. Biologismus
Der materielle Produktionsprozeß nimmt in der Form des Biologismus Kreisgestalt an: das Leben ist Selbstzweck, der in den Grund seines Anfanges zurücklaufende Pfeil der Gerichtetheit. Im biologistischen Arbeitsprozeß ist der Prozeß als ganzer das Bestimmende, der Produktionsprozeß ist selber Lebensprozeß, und die ihn begleitende Arbeit ist Bestellung des Lebensprozesses und Ernte aus ihm.

(32) Lebensprozeß (Kreislauf)
(33) Bestellung (des Lebensprozesses)
(34) Ernte (aus dem Lebensprozeß)

Biologistische Produktion ist kybernetisch, sie steuert Kreisläufe. Da alles Leben überhaupt Selbstzweck ist und jedes konkete Leben ein in ökologische Kreisläufe eingeordneter Artkreislauf, ist das Ganze ein Kreis aus Kreisen. Wieviele Bestellungen und Ernten des Menschen in die Kreisläufe des Lebens diesem zuträglich und unsrer Selbsterhaltung letztlich dienlich sind, ist Kardinalfrage aller biologistischen Produktion. Welche Produktionen sind noch gut und welche schon böse?

Fortsetzung: II. Erkenntnistheorie

6. Finalismus
Auf der höchsten Stufe des materiellen Arbeitsprozesses wird nach dem Gut und damit nach Ende und Zweck aller Arbeiten gefragt. Die Arbeit ist getan und hat sich in ihrem Produkt vergegenständlicht. Was ist dieses Gut? Wozu nützt es? Was ist das höchste Gut? Wie ist die Rangordung der Güter? Welcher Nutzen welchen Gutes ist der höchste und letztendliche?

Der Finalismus ist die philosophische Schlußetappe der materiellen Produktion und fragt nach der Metaphysik jener Dinge, die wir gefertigt haben und die uns Güter G sind. Finalismus ist der transzendente Prozeß, der sich an den im Gut erstorbenen Arbeitsprozeß anschließt: Wozu und zu welchem Ende haben wir gearbeitet?

(35) G ?

Das Brauchen eines Gutes ist seine Transzendenz. Das materielle Gut wird dem Brauch zugeführt, je nach seiner dinglichen Beschaffenheit entweder dem Gebrauch oder dem Verbrauch. Bei materiellen Gütern endet jeder Gebrauch letztlich im Verbrauch, dieser ist also die Finalität aller materiellen Bräuche.

Ge- und Verbrauch eines Gutes ist seine Nutzung G, also ein neuer Arbeitsprozeß, der jetzt aber transzendenter Beurteilung unterliegt. Besteht er z.B. im Verzehr von Nahrungsgütern, so ist der Nutzen NG dieser Nutzung etwa eine Löschung des Durstes oder eine Stillung des Hungers, gleichsam ein durch Produktion und Verbrauch eines Dinges der zweiten Natur modifizierter Zustand der Natur. Der Nutzen vom Standpunkt des Subjekts ist also die Erfüllung bestimmter Werte menschlichen Lebens, also etwa nicht hungern und dürsten zu müssen. Der Nutzen der Nutzung von Gütern lag also in ihren Gebrauchswerten, die man vollständig erhielt, nachdem man ihre dingliche Gestalt und somit sie als Güter produktiv oder konsumtiv vernichtet hatte. Die vollendete Nutzung und damit der Nutzen oder Gesamtgebrauchswert des Gutes insgesamt muß noch nicht selber ein neues und anderes Gut sein, sondern kann lediglich seinem Besitzer und Nutzer einen Dienst erwiesen haben.

Der Finalismus erzwingt mit der Frage nach dem höchsten oder letztendlichen Nutzen, der die Realisierung aller Gebrauchswerte der Güter zur Grundlage hat, die Betrachtung des Gesamtnutzens aller Güter. Alle Güter zusammen sind das Gesamtgut des Gemeinwesens. Das Gesamtgut Gc+j+v zerfällt in Produktionsgüter, Konsumgüter und Arbeitskräfte. Der Nutzen aller Produktionsgüter Gc sind alle Konsumgüter Gj; der Nutzen aller Konsumgüter sind alle Arbeitskräfte Gv; der Nutzen der Gesamtarbeitskraft ist das Gesamtgut des Gemeinwesens. Es zerfällt, wie gesagt, in Produktions- und Konsumgüter und in Arbeitskräfte, für deren Hervorbringung je eine Teilgesamtarbeitkraft Gv.c und Gv.j und Gv.v aufgebracht werden muß. Also ist die Arbeitskraft das höchste Gut GmaxGv und bringt das Gesamtgut Gc+j+v hervor. Und der für Arbeitskrafterzeugung (pädagogische Produktion) unter Nutzung aller Konsumgüter verausgabte Teil der Arbeitskraft hat, weil er das höchste Gut erzeugt, den höchsten Nutzen N

(36) GGN GutNutzungNutzen
(37) Gc+j+v = Gc + Gj +G Gesamtgut = Produktions- + Konsumgut + Arbeitskraft
(38) Gv G Arbeitskraft = höchstes Gut
(39) N(Gv.v) = N pädagogischer Arbeitskraftnutzen = Maximalnutzen
(40) (N(Gv.c)=Gc) &
(N(Gv.j+Gc)=Gj) &
(N(Gv.v+Gj)=G
Gesamtnutzen

Die Arbeitskraft des Gemeinwesens ist sein höchstes Gut, aber die einzelne Arbeitskraft ist nicht unsterblich und ewig, sondern muß sich ständig fortpflanzen und verjüngen, sie ist daher nur potentiell unsterblich und verewigbar, denn der Mensch ist auch ein materiell-biologisches Wesen. Wäre er ein Gott und nur immateriell-theoretischer Natur, so wäre er selber ein ewiges Gut. Er hat an dieser geistigen Naturalform Gottes aber nur Anteil, ist zur Denkarbeit fähig und kann Geistesprodukte hervorbringen. – An dieser Stelle, bei der Geistesproduktion, beginnt in der Regel erst die herkömmliche Erkenntnistheorie, also viel zu spät. Denn die begrifflichen Bestimmungen des materiellen Arbeitsprozesses sind die einfachen Bestimmungen aller Arbeitsprozesse, auch der geistigen und pädagogischen. Ohne die Kategorien der materiellen Produktion sind rein theoretische Erkenntnisvorgänge schon im Ansatz garnicht faßbar. Der materielle Arbeitsprozeß vom Aktionismus bis zum Finalismus war also die ganz besondere Form des Arbeitsprozesses, die die einfachen Bestimmungen aller Arbeitsprozesse (und damit auch aller Erkenntnisprozesse) hinreichend beschreiben.

Fortsetzung: II. Erkenntnistheorie

7. Infinitismus
Geistige Arbeitsprozesse sind infinit. Das Denken K ist die geistige Arbeit, ihrer Natur nach eine allgemeine, unendliche und ewige Arbeit. Die Hervorbringungen geistiger Arbeit sind ewige Güter, die unverbrauchlich gebrauchbar sind. Das Denken erzeugt den GedankenG. Alle geistigen Arbeitsprodukte sind ewige Güter und daher Gedanken, die sich aber sehr verschieden als subjektiver, als objektiver oder als absoluter Geist manifestieren können. In Kunst, Religion und Philosophie als Erscheinungen des absoluten Geistes nehmen die Gedanken die Gestalten des Schönen, des Guten und des Wahren an und bedienen sich der anschauenden, der vorstellenden und der spekulativen Geisteskräfte des Menschen als Darstellungsmedien. Im Denkprozeß (KG) kann sich der Denker im Gebrauch seiner Denkkraft Gv. auch der BegriffeGc.fix als mittelbarer Gedanken, also Denkwerkzeugen oder Denkmitteln, bedienen, um die ProblemeGc.zir als Denkmaterien oder -gegenstände zu lösen und in Gedanken, also in Denkprodukte, zu verwandeln, die ihrerseits neue Probleme, neue Begriffe oder neue Ideen sein können. Gedanken zum Bedenken sind Denkgegenstände, Gedanken zur Denkhabung sind Begriffe oder Denkgedanken und Gedanken zum unmittelbaren praktischen Tun sind Tatgedanken oder IdeenGj. Darüberhinaus kann das lebendige Denken K der Menschen auch an Gedankensystemen arbeiten, die als DenkersatzgedankenGK in der Funktion von Denkmaschinen oder Theorien GK.c – als DenkersatzmittelGK.c.fix wie als DenkersatzgegenständeGK.c.zir oder DenkautomatenGK.c.fixzir – die Denkfaulheit fördern.

Weil ein ewiges GutG im Denkprozeß nur ge- und nicht verbraucht werden kann, ist seine Auffassung als Problem problematisch. Daher sind an einer Gedankenmaterie nur ihre gedankenlosen Bestandteile auflösbar, nicht ihre gedanklichen. Etwas zum Problem herabsetzen und als Denkmaterie behandeln heißt, im Feuer des reinen Denkens alles Materielle an ihm zu verbrennen, um den reinen Gedanken, der in ihm ist, herauszuschmelzen. Alles Problematische ist nur, weil an ihm ein Materielles, ein Ungedankliches, und dies bleibt dem Denker zu tragen peinlich, es ist nicht reinlich. Diese Schwierigkeit kommt aber nur durch die (unzureichende) Analogie des infiniten mit dem aktiv-materiellen Arbeitsprozeß zu Stande. In Wahrheit führt jeder Brauch eines Gedankens in einem Denkprozeß nur zur Herstellung einer lebendigen Vorstellung des ewigen Gutes, einer Gedankenvorstellung i(G). Aber der Denkprozeß als infiniter Arbeitsprozeß durchdringt nicht nur die aktionistische und mechanistische Stufe der materiellen Erkennntnisprozesse, sondern noch leichter den Chemismus, Biologismus und Finalismus. Verstand als Mitteldenken und Vernunft als Zieldenken bewegen sich in den Sonderformen des materiellen Arbeitsprozesses mit besonderer Leichtigkeit. Sie werden relativiert durch die Urteilskraft, die allein den Verstand bewahren und die Vernunft beurlauben kann, denn das Mittel ist Hegel zufolge immer ehrwürdiger als die endlichen Zwecke, zu denen es gebraucht wird. Die Urteilskraft, die allein die Exzesse der Vernunft zu unterdrücken vermag und deren Mangel Kant mit der Dummheit gleichsetzte, ist erst das Ergebnis der höchsten, der pädagogischen Form des Arbeitsprozesses.

(41) (KG) Denkprozeß (geistiger Arbeitsprozeß)
(42) Gebrauch eines Begriffs im Denkprozeß
(43) KGK.cG Bedienung einer Theorie zur Erzeugung eines
Gedankens

Fortsetzung: II. Erkenntnistheorie

8. Pädagogismus
Die Produktion der Arbeitskraft ist Bildung, Erziehung der darin beteiligte natürliche Vorgang, also das menschliche Leben selber und seine Organisation. Der pädagogische Arbeitsprozeß ist dadurch auffällig, daß in ihm der Arbeitsgegenstand nicht nur konkret bearbeitet wird, sondern sich selber zur Arbeit entschließt oder dazu angehalten wird, damit seine Arbeitskraft gebildet und verstärkt werde. Das Produkt, die Arbeitskraft des Menschen, ist als noch zu bildende Arbeitskraft schon vor dem Bildungsprozeß vorhanden, sie ist von den Eltern erzeugt und erzogen und den pädagogischen Spezialkräften als Roharbeitskraft des Schülers zur Weiterbearbeitung bereitgestellt worden. Bildung durch pädagogische Fachkräfte erfolgt daher mittels geistiger und materieller Prozesse, in welchen die Schülerarbeitskraft Gv.zir zwecks Kraftmehrung verausgabt wird. Bildung ist also Qualifikation, Erwerb von Verausgabungsarten der Arbeitskraft, geistiger wie materieller.

Die pädagogische Arbeit Kv unterscheidet sich in externe und interne, also in Lehrerarbeit Kv.L, die sich weiter in Unterrichten und Lehren unterteilt, und in Schülerarbeit Kv.zir, die aus Lernen und Studieren besteht. Das Unterrichten ist also im wesentlichen ein Verhältnis von Befehl und Gehorsam zwischen Lehrerarbeit Kv.L und Schülerarbeit Kv.zir und also ein Herrschaftsverhältnis, Lehren eine Bedienung von Theorien und eine Denkhabung von Begriffen (oder eine Bedienung von Maschinen und eine Handhabung von Werkzeugen) zwecks Erweckung einer lebendigen Vorstellung oder Tätigkeit, die als geistige in der Wiedergabe und Handhabung der Begriffe und Theorien besteht. Lernen ist Gebrauch eines Begriffes oder Bedienung einer Theorie durch Schülerarbeit Kv.zir dergestalt, daß eine modifizierte Schülerarbeitskraft ‚Gv.zir entsteht. Studieren endlich ist die Einwirkung einer Vorstellung des Studenten von seiner modifizierten Arbeitskraft i(‚Gv.zir) auf dieselbe so, daß sie sich selbst verausgabt, also durch Lernarbeit Kv.zir Theorien bedient (oder Begriffe gedenkhabt), sie in eine lebendige Vorstellung verwandelt und von dieser letzlich ihre Arbeitskraft real modifizieren ‚Gv.zir läßt.

(44) Kv.L K Unterrichten
(45) Kv.LG i(G) Lehren
(46) Kv.zir i(G) ‚G Lernen
(47) i(‚Gv.zir) Gv.zir (Kv.zir G i(G) ‚G Studieren
(48)

Methodik ist Betrachtung von Arten der externen pädagogischen Arbeit Kv.L und unterscheidet Unterrichtsmethoden und Lehrmethoden. Unterrichtsmethoden sind vom Stil des Lehrers wie von der Disziplin des Schülers angeregt, Lehrmethoden sind außer vom subjektiven Lehrstil einerseits didaktisch, also vom Lehrstoff, andrerseits lernpsychologisch, also von der Vorstellbarkeit des Lernstoffs durch den Lernenden, motiviert. Didaktik hingegen ist Untersuchung der Lehrinhalte auf ihre Dar- und Vorstellbarkeit. Didaktische Differenzen bestehen zwischen Lehrinhalten verschiedener Fächer und zwischen den Lehrinhalten desselben Faches in verschiedenen Etappen seiner Geschichte. Eine Wissenschaft als Fach z.B. durchläuft grundsätzlich drei Hauptformationen:

  1. die Forschungsweise, in der es Forschungsmethoden und -ergebnisse, aber noch kein zusammenhängendes System des Wissens dieses Faches gibt,

  2. die Darstellungsweise, in der es die Disziplin zum System ihres Wissens gebracht und letzteres in zusammenhängenden Begriffen, Theorien und Resultaten dargestellt hat, und

  3. die Lehrweise, in der aus dem Fach ein vollkommen formalisiertes Theoriensystem und also eine automatische Denkfabrik geworden ist.

In ihrer Formation der Lehrweise ist eine Wissenschaft der Lehre und des Unterrichts in besonderem Maße fähig, aber auch bedürftig. Als formalisiertes Theoriensystem und damit als Lehrweise oder vollautomatische Denkfabrik kann jede Wissenschaft Allgemeinbildungsgut aller Arbeitskräfte des Gemeinwesens werden.

Die Analyse des Begriffs der Arbeitskraft ergibt, daß sie eine lebendige Substanz S mit der Möglichkeit ö zweckgerichteter Bewegungen B ist. Folglich gilt:

(49) Gv := (S,öB).

Wird die mögliche Bewegung in reale verwandelt, verausgabt sich die Arbeitskraft und leistet Arbeit:

(50) K := (S,B).

Die Kraft und damit den Umfang möglicher Bewegungen bezieht die Arbeitskraft aus den Strukturen #, mit denen die lebendige Substanz S durch Vorgänge der ersten oder der zweiten Natur (N oder K) belegt ist, so daß die Arbeitskraftzusammensetzung jetzt als (S#,öB) notiert werden kann. Die Bewegungsmöglichkeiten öB und damit die Arbeitskraft vermehren sich, wenn die Substanz mit gegebener Struktur wächst oder die Struktur bei gegebener Substanz sich differenziert, d.h.auch zunimmt, oder die Struktur stärker unterscheidet als die Substanz abnimmt:

(51) (S<#=,öB<) Kindererziehung,
(52) (S=#<,öB<) Erwachsenenbildung,
(53) (S>#<<,öB<) Altenbildung.

Medizin als Hilfsdisziplin der Pädagogik repariert Beschädigungen der Substanz und ihrer Struktur entweder durch direkte oder durch indirekte (bewegungstherapeutische) Eingriffe in die strukturierte Substanz. Die Logik ihrer Strukturierung ist mit jener der ersten Menschennatur und der Epistemologie oder Generaltechnik gegeben und findet im Menschen ihre biologische Repräsentanz. Darüberhinaus muß die Substanz die ganze Kultur, also die erworbene Natur menschlicher Bedürfnisse, aufnehmen und sie durch gesellschaftliche und geschichtliche Kompetenzen, die der von der epistemischen Herstellungslogik zu unterscheidenden Reflexionslogik folgen, vervollständigen.

III. Zeichenphilosophie

Zeichen zeigen auf ein Gegebenes, auf ein Gemeintes, auf ein Gewolltes. Dies Zeigen der Zeichen geschieht in den drei Formen des Wahrnehmens, des Anwahrnehmens und des Sinnwahrnehmens. Zeichen sind daher Wahrzeichen oder Anzeichen oder Sinnzeichen. Ein Wahrzeichen (Symbol) ist eine wesentliche Teilgegebenheit, die zum Zeichen der Gesamtgegebenheit geworden oder erklärt ist. Ein Anzeichen (Symptom) tritt mit dem Gewollten, Gemeinten oder Gegebenen auf, ist aber kein wesentlicher Teil, kein Kern oder Begriff des Bezeichneten. Ein Sinnzeichen (Signum) ist keine Teilgegebenheit und überhaupt keine Vorgegebenheit, sondern ein gemachtes Zeichen. Danach fällt es unter die Angegebenheit und wird Datum. Daten sind stets Angegebenheiten und nur Zeichen in dem metaphysischen Sinne, daß alles Vorhandene und alles Nachhandene, also die Welt, ein Gleichnis oder Zeichnis des einen Geistes – der Naturalform Gottes – sei. Sinnzeichen für Gegebenheiten und andere Zeigbarkeiten sind angegeben worden und daher nachrangige Gegebenheiten (Angaben), also Daten.

Angaben (Daten) sind Informationen (Einbildungen), wenn sie sich nicht wiederholen. Zieht man in einer Datenmenge die Informationen von den Angaben ab, bleibt deren Redundanz (Zeichenwiederholung). Informationen sind somit die Einbildungen, die der Zeichengeber im Zeichennehmer erzeugt, und Redundanz die Sicherung oder Verstärkung einer bereits gegebenen Einbildung. Einbildungen werden im Gedächtnis (Speicher) aufbewahrt und durch Ausbildung vermindert. Ausbildung formiert Informationen zu einer Gestalt, die den größten Teil der Informationsmenge überflüssig macht, also Redundanz nicht aus Angaben (Daten), sondern aus Einbildungen (Informationen) erzeugt. Ausbildung nichtet Einbildung zu Bildung. Ein implosionsartiger Informationsverfall („Lernen“ bei Shannon) ist die Eingebung des Zeichennehmers, welche durch Bildungssprünge die plötzliche Abschiebung vieler überflüssig gewordener Zeichen in den Informationsmüll gestattet, wo sie als Deformationen (Sekundärredundanz) abgeschrieben werden und das Gedächtnis entlasten.

Das Zeichen drückt einen Inhalt aus, dem die Beschaffenheit des Zeichens völlig gleichgültig ist. In der Erscheinung als Zeichen wird das auszudrückende Innere sichtbares Unsichtbares, aber ohne an diese Erscheinung geknüpft zu sein. Der gleiche Inhalt kann sich eines anderen Sinnzeichens als seiner Erscheinung bedienen, und ein anderer Inhalt kann gleichzeitig das selbe Zeichen benutzen. Das Zeichen an sich ist das Reflektiertsein, das immer als etwas anderes genommen werden kann, als es ist. Das Zeichen als Reflexion von allem auf jedes ist als solches grundverschieden von allen Tathandlungen, Tatsachen oder den Arbeiten und ihren Werken, welche der Inhalt oder die Sache selber sind. Weil also das Zeichen gleichgültig gegen das Bezeichnete ist, seinen Inhalt, so bezeichnet es in Wahrheit nichts. Ein Nichts war aber das Einzige, wovon wir (in der Metaphysik als der Logik der reinen Negationen) ausgingen. Das Zeichen, mit dem wir anfingen, bezeichnete nichts und war als Nichts bezeichnet. Mit diesem Zeichen hat die Metaphysik die Schöpfung der Welt aus dem Nichts nachgeahmt, ohne auch nur wissen zu können, ob es das Gegebene des Zeichens geben kann. Die Metaphysik hat aber die absolute Gewißheit von der Berechtigung ihrer Zeichen als Erscheinungen eines Gemeinten, denn sie ist dieses Gemeinte selber. Die Gegenmeinung nun, daß jenes, was man nicht beweisen kann, auch nicht zu einem Gemeinten werden solle und ein Zeichensystem darüber (das Nicht-zu-Meinende) nicht aufgestellt werden dürfe, ist die Metaphysik des Metaphysikverbots, die folgerichtig für den verbotenen Inhalt kein Sinnzeichen aufstellt, also einer Semiotik der Leerstelle frönt und damit für das reine Nichts ein noch schlagenderes Zeichen findet als das Minuszeichen.

Weil in der Metaphysik Bezeichnung des Gemeinten und Bemeinung des Gezeichneten in eins fallen, haben wir es immer mit einer Gegebenheit und damit bei allen Metaphysiken mit Bruchstücken des Gedächtnisses der Weltwerdung zu tun. Daß die produktive Intelligenz des Menschen überhaupt mit bloßen Sinnzeichen, die sämtlich den gegebenen oder gemeinten Inhalt souverän tilgen und mit einer beliebigen Anschauung füllen, hantiert und sie im Gedächtnis oder auf gleichgültiger Materie als Speichermedium ablegt, ist ein Rückverweis auf das Jenseits und die Hantierungen des absoluten Geistes, der durch bloße Bezeichnung die Welt und ihre Kreaturen schöpft. Die Zeichen sind die Wunder, durch die wir Religion haben, also Rückbindung an das Jenseits.

Die Zeichen selber nun sind durchaus keine platonischen Ideen, sondern sinnliche Anschauungen im Außereinander von Raum und Zeit. Sie sind z.B. das Nacheinander von Tönen oder das Nebeneinander von Bildern. Die virtuelle Welt ist nicht weniger materiell als die wirkliche. Die Zeichenwelt ist die operative Tilgung von Inhalten durch die produktive Intelligenz. Die herrschende Lehre vom Zeichen, die Semiotik, bürokratisiert sich in vier Abteilungen: die Semantik, worin die Bedeutung der Zeichen, die Syntaktik, worin die Zeichen-Zeichen-Beziehungen, die Pragmatik, in der die Verhältnisse von Zeichen und Zeichenbenutzern und endlich die Sigmatik, in der die Zeichentechniken thematisiert werden.

Indem die produktive Intelligenz für einen gemeinten Inhalt ein hör- oder sichtbares Zeichen setzt, tilgt sie diesen Inhalt und gibt ihm zugleich einen Namen. Was dieser Name impliziert, kann der zeichensetzende Mensch nur durch andere Zeichen explizieren, die selber bloß Namens-Zeichen oder deren explizierende Zeichen-Sätze sind, die alle auf ihre Implikations-Zeichen und also die nicht weiter reduzierbaren Namenszeichen zurückgeführt werden können. Dieses sinnlich-anschaubare Hantieren mit Zeichen ist das Denken. Diese geistige oder denkende Art der menschlichen Arbeit ist vorführbar, beobachtbar und nachahmbar wie jede andere Arbeit, wie jede materiell-gegenständliche Hantierung auch. Das für diese Arbeitsart spezifische Geistige oder Immaterielle vollzieht sich im Akt der Zeichengebung, also der Stigmatisierung des Inhalts, die ihn zum Verschwinden bringt, indem sie ihn benamt. Der Name ist die gedankliche Äußerung des Inhalts. Der Gedanke ist immateriell oder geistig und deshalb das Verschwundensein selber. Der Gedanke hat die Freiheit, beliebige Namen zu ersinnen und sich gleichgültiger Materien zur Darstellung seiner Namensgebung – der Einprägung oder Ausprägung des Zeichens – zu bedienen. Diese Freiheit haben alle Gedanken, und das gegenseitige Anerkennen dieser Freiheit der Gedanken ist der absolute Geist.

Der aufrechte Gang des Menschen ist ein Zeichen, das auf der Erde steht und in den Himmel ragt. Die Erde als Raumpunkt im All ist Zeichen der Endlichkeit und Diesseitigkeit, der Himmel über den Häuptern der Menschen ist Zeichen der Unendlichkeit und des Jenseits. Man könnte auch sagen, die Spannung zwischen Himmel und Erde richte den Menschen aus der horizontalen Negativität in die Senkrechte auf, zu einem Ich, das sich dem bloßen Nichts als Reflexion querstellt. Dann ist das Waagerechte die Negativität und die auf der Erde kriechenden Tiere sind die Sinnbilder dieser Negativität, wobei der Wurm die erbärmliche Variante darstellt und die Schlange die gefährliche.

Alle Arten der Zeichengebung und der Zeichennahme sind selber Zeichen und damit eines der Wunder der menschlichen Nachahmung Gottes. So z.B. ist das Lesen von links nach rechts, der Rücksprung nach links und die erneuerte rechte Richtung der Zeichenaufnahme ein Zeichen für den Gang der Völker in der Zeit, also in ihrer Geschichte. Die Schriftebene ist ein Diesseitszeichen, die Raumdimension hinter der Schriftebene ein Jenseitszeichen. Ein Punkt ist Zeichen der Dimensionslosigkeit auf der Schriftebene, aber Minuszeichen in der unsichtbaren Raumdimension. Also ist das Sinnzeichen nicht nur in Bezug auf das von ihm angezeigte Gemeinte, sondern schon als solches die Einheit von Sichtbarem und Unsichtbarem. Das sichtbare Minuszeichen ist ein unsichtbares Flächenzeichen und das sichtbare Kreuz ein unsichtbares Hakenkreuz. Der Zeichengebrauch schärft den mythischen Blick, der im Sichtbaren das Unsichtbare sieht, im Zeitlichen das Ewige spürt und in der Anschauung den Begriff erfaßt. Der Weg der Zeichen ist das Geschehen von Wundern und führt zur Wiederverzauberung der Welt und zur Rückkehr der Götter.

IV. Geschichtsphilosophie

Die Philosophie der allgemeinen Geschichte ist jener der Kunstgeschichte verwandt. Ästhetik und Historik sind analog, oder genauer: die Kunstgeschichte folgt einer Unterlogik der Allgemeingeschichte. Die Geschichte ist die Bewußtwerdung der Freiheit, und die Kunstgeschichte ist das zunehmende Selbstbewußtsein der künstlerischen Freiheit. Daher diene uns ein Abriß der Hegelschen Ästhetik als Einführung in die Geschichtsphilosophie.

Die Essenz aller Künste ist die ihnen erreichbare Vollkommenheit, also der Geist. Die nützlichen Künste haben ihre Wahrheit im objektiven Geist ihrer Werke: den Gütern oder nützlichen Dingen, den Erzeugnissen und Erkenntnissen, deren philosophische Summe die Erkenntnistheorie zieht (siehe oben). Das Wesen der schönen Künste ist die sinnliche Erscheinung des absoluten Geistes. Das Kunstschöne ist die den ästhetischen Machwerken des Menschen erreichbare Vollkommenheit, das Naturschöne hingegen die Vollendung eines Naturvorganges. Schönheit ist Scheinen der Wahrheit durch das Material des Werkes. Weil die Schönheit als Erscheinung der Wahrheit nur im Reich der Sinne sich offenbart, beginnt die Philosophie des Kunstschönen (Ästhetik) mit einer Kritik der Sinne.

Von den fünf Sinnen (Geschmack, Geruch, Gefühl, Gehör, Gesicht) und ihren Sinnesorganen (Zunge, Nase, Haut, Ohr, Auge) sind die praktischen Sinne, die ihre Gegenstände entweder wie der Geschmack aktiv zersetzen, ihre Selbstzersetzung wie der Geruch passiv wahrnehmen oder aber doch wie das Gefühl nicht unberührt lassen, nicht kunstfähig. Kunstfähig sind allein die theoretischen Sinne Gehör und Gesicht. Nötig ist ferner die Annahme eines sechsten, inneres Sinnes, nämlich des Vorstellungsvermögens als dem Sinnorgan. Das Kunstschöne entsteht somit im Reich des inneren Sinnes und der beiden theoretischen Sinne, deren Wahrnehmungsweisen den Gegenstand unverändert lassen.

Die Kunst setzt das Hören und Sehen in Vorstellungen um und macht aus kunstfähigen Sinneswahrnehmungen inneren Sinn. Die so erzeugte geistige Vorstellung ist der Inhalt, der tätige Quell, der sich unter Verbrauch seines spezifischen Rohmaterials – der Sinneswahrnehmungen und Eindrücke – seine Form schafft. Die Form, die sich der Inhalt schafft, ist das Material seines Ausdrucks. Inhalt und Form zusammen, also die geistige Vorstellung und ihr Ausdrucksmaterial, bilden den Gehalt des Kunstwerkes. Der Inhalt ist das Ideelle, die Form das Materielle am Kunstwerk.

Die Kunstformen oder Stile entsprechen den großen Geschichtsformen der asiatischen, antiken und germanischen Welt. Die asiatische Welt bringt den strengen Stil, die Symbolik, hervor, die antike Welt den idealen Stil, die Klassik, und die germanische Welt den gefälligen Stil, die Romantik. Weil jedes Kunstwerk den Inhalt zur Form und somit die Idee zur sinnlich-materiellen Darstellung bringen muß, kann man die Kunststile, die zugleich historische Stile sind, auch nach dem Grade der Übereinstimmung von Form und Inhalt, also nach dem Erreichen oder Verfehlen des Kunstideals unterscheiden, so daß die Symbolik sich als angestrebtes Ideal, die Klassik als erreichtes Ideal und die Romantik als überschrittenes Ideal erscheint.

Die fünf Künste unterscheiden sich nach den drei bildenden Künsten (Architektur, Skulptur, Malerei), der tönenden Kunst (Musik) und der redenden Kunst (Poesie). Die fünf Künste – Baukunst, Bildhauerkunst, Malkunst, Tonsetzkunst und Dichtkunst – sind auch nach ihrer Stilprägekraft zu unterscheiden: die Architektur ist die symbolische Kunst, weil für den strengen Stil der asiatischen Welt prägend, die Skulptur ist die klassische Kunst der antiken Welt und Malerei, Musik und Poesie sind die stilprägenden romantischen Künste der germanischen Welt.

    Die fünf schönen Künste sind Stufen der fortlaufenden Abstraktion von der sinnlich gegebenen Natur, wodurch ihre besonderen Dimensionen entstehen, worein die geistige Vorstellung oder der Inhalt sich einformt. Der Anfang der Kunst, die Architektur, ist die Negation der Natur, die einen abstrakten Raum der Bauwerke zum Resultat hat (architektonische Dimension). Die Skulptur ist die Negation des abstrakten Raumes durch den Verzicht auf Symbolisch-Kolossales und realisiert den natürlichen Raum (plastische Dimension) mit dem Menschen als Maß der Dinge. Malerei negiert den natürlichen Raum mit dem Verzicht auf die dritte Dimension und bewegt sich erstmals in einem rein imaginären Raum (malerische Dimension). Die Musik schließlich negiert den Raum auch als imaginären gänzlich durch den Punkt, der nur in der Zeit ausdehnbar ist. Ihr Material ist die abstrakte Zeit (musikalische Dimension), die wiederum von der Poesie negiert wird. Anstelle der bloßen Töne erfüllt die Poesie die Zeit mit inhaltsvoller schöner Rede, gestaltet eine natürliche Zeit als Redezeit. Resultat jeder ästhetischen Rede ist eine imaginierte Raumzeit, die poetische Dimension. Die Vollendung der Kunst ist die Dichtung, ihr sinnliches Material wird vom Sinnorgan, d.h. dem Vorstellungsvermögen oder der Phantasie, dem inneren Sinn bereitgestellt. – Aller Kunstgenuß bedarf dreier Rezeptionsorgane in zwei Rezeptionsstufen. Auf der ersten Rezeptionsstufe erfassen die theoretischen Sinne das Kunstwerk, um es auf der zweiten Rezeptionsstufe, dem inneren Sinn, im Vorstellungsvermögen als Phantasieprodukt sich bereitzustellen, es also wahrzunehmen. Auf der ersten Rezeptionsstufe erfaßt das Auge die drei bildenden Künste, das Ohr die tönende Kunst und beide theoretischen Sinnesorgane zusammen die redende Kunst. Ohne das Sinnorgan der zweiten Rezeptionsstufe bleibt aber der Blick blind und der Ton stumm.

Fortsetzung: Geschichtsphilosophie

Geschichte ist die Bewußtwerdung der Freiheit. Subjekte der Freiheit können Individuen und Gemeinschaften von Menschen sein. Das Ganze ist vor den Teilen, die Gemeinschaft vor den Vereinzelten. Die Logik der Geschichte, die von der Geschichtsphilosophie erzählt wird, beginnt also mit der Freiheit des Ganzen, die sich in der Freiheit jedes Einzelmenschen, jener Unteilbaren oder Individuen, aus denen das Ganze besteht, vollendet. Was eine Vollendung und damit ein Ende kennt, hat auch einen Anfang und einen Zustand, der ihm vorhergeht.

Vorgeschichte ist die Naturgeschichte der Menschheit, die mit der Geschichte nicht aufhört, insoweit sie eine Naturalformengeschichte (beschleunigte Naturgeschichte), eine Entwicklung der Technik wie der Naturalformen des Menschen selber, einschließt. Die anhaltende Vorgeschichte ist die ständig erneuerte Begegnung mit Sach- und Daseinszwängen, also Innewerdung der fortdauernden Unfreiheit und des Lebens unter den Nöten der Natur. Die Geschichte beginnt mit dem Übergang der Menschen von der Horde der Jäger und Sammler zu der Gemeinschaft der Ackerbauern, die als Volk, Stamm, Sippe oder Familie auftritt. Dieser Übergang, den man die neolithische Revolution nennt, ist die Umkehrung des Verhältnisses der Menschen zur Erde als ihrem Lebensraum. Den Jägern und Sammlern ist die Erde ein Arbeitsgegenstand, dem sie ihr Arbeitsprodukt entreißen, den Bauern ist die Erde ein Arbeitsmittel und sogar eine vorgefundene Maschine, die sie bedienen, pflegen und warten, so daß mit der Geschichte auch die Kultur beginnt und sich von der Natur abhebt. Der Unterschied von Geschichte zu Vorgeschichte ist der von Anbau zu Abbau.

Adam und Eva waren von Gott gemacht und damit Naturkinder. Kain aber, der Bauer, war der erste erkannte, von Menschen gezeugte und geborene Mensch überhaupt. Er hatte das Wissen vom Baume der Erkenntnis und mit ihm die Arbeit geerbt. Kain konnte von Anfang an Gut und Böse, Recht und Unrecht unterscheiden. Er war wie Gott: moralische Person und Rechtssubjekt, und er konnte selbst gegen einen ihm fremd und nomadisch gewordenen Gott und gegen seinen eigenen Bruder sein Recht schützen. Mit Kain beginnt irdisches Recht und weltliche Gerichtsbarkeit, weil das Land des Bauern nicht nur in Besitz genommen und behalten werden muß, sondern auch als Eigentum und damit als rechtlicher Besitz anzuerkennen ist. Mit Kain beginnt also die Geschichte und mit Abel beginnt die Gegengeschichte als Angriff der Nomaden auf die Bauern.,

Die Geschichtsformen unterscheiden sich nach Gemeinwesenarten, die an ihren Sozialmolekülen, den Gemeinden, erkennbar sind. Jede Gemeinde (und daher auch jedes Gemeinwesen) ist ein Verhältnis zwischen der Gemeinschaft p, ihren Individuen q und deren Gütern r. Hauptbestandteile der Güter r sind Grund und Boden g, Herstellungsmittel c und Konsumgüter j: r

In der asiatischen Gemeinde herrscht die Zuordnung:
GemeinschaftIndividuenGüterGemeinschaft pqrp =
in der antiken Gemeinde gelten beide Zuordnungen:
GemeinschaftIndividuenGüterGemeinschaft pqrp =
und in der germanischen Gemeinde die Zuordnung:
GemeinschaftIndividuenGüterGemeinschaft pqrp =

In der Geschichte verwirklicht sich die weltliche Form (oder das Bewußtsein) der Freiheit. Die geschichtlich verwirklichbare Freiheit ist aber nur dieses, Subjekt der Geschichte zu werden. Subjektiviert werden können alle Naturalformen X, die in der Geschichte eine Rolle spielen und in Verkehr mit anderen Naturalformen treten wollen: Gemeinschaften, Einzelne und ihre Güter. Diese Naturalformen X müssen sich also wechselseitig Verkehrsform Y zusprechen und also eine Freiheit oder ein Geschichtssubjekt (X,Y) werden. Die Freiheiten sind alles, was Subjektform annehmen kann: Freiheit ist das Recht und die Person, die Meinung und das Bewußtsein, aber auch die Pflicht und der Verpflichtete, der Gläubiger und der Schuldner so wie sie handelnd und leidend in Raum und Zeit auftreten.

Die Formel der Geschichte beschreibt das Subjekt der Geschichte (X,Y) in der Abhängigkeit von Raum und Zeit (g,t), modifiziert durch die sozialwissenschaftlichen Systemschalter S, M und R und die geschichtlichen Ordnungsschalter, und:


Formel der Geschichte

Die Naturalform X verwandelt sich in das Wirtschaftsgut G und die Verkehrsform Y in dessen Wertgröße W und somit entsteht die Ware (G,W), wenn der Schalter Reichtum betätigt wird; durch den Schalter Macht wird X zum Besitz B und Y zum Eigentum E und somit entsteht das Recht (B,E); und durch das Einschalten von Seele wird X zum Bedürfnis N und Y zur Bedeutung U und somit entsteht die Meinung (N,U). Der S-Schalter betätigt also eine psychologisch-idealistische, der M-Schalter eine politisch-rechtliche und der R-Schalter eine ökonomisch-materialistische Betrachtung der Geschichtsformel. Die Gesamtaktivität des SMR-Schalters stellt eine undifferenziert-soziologische (ganzheitliche) Geschichtsbetrachtung dar, die gemeinsame Einzelaktivität als (S,M,R)-Schalter eine differenziert-ganzheitliche Geschichtssoziologie, um die herum mittels eines Rahmens noch ein undifferenziert-residualer Soziologismus ein- und ausgeschaltet werden kann. Eine weitere Verwendungsweise ist die rechtsdrehende Verknüpfung zwischen den Subsystemen SMRS als Schaltung des historischen Verhältnisses und die linksdrehende Verknüpfung SMRS als Schaltung des prähistorischen Verhältnisses der Subsysteme.

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  • Zur weiteren Lektüre wird empfohlen: Kap. „Geschichtslogik des Gemeinwesens“, aus: Reinhold Oberlercher, Lehre vom Gemeinwesen, Berlin 1994; ders., „Das Subjekt der Weltgeschichte. Ein Konstruktionsversuch“, in: Hegel-Jahrbuch 1981/82; Kap. „Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehn“, aus: Karl Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, Berlin 1953, S. 375 ff.