Europa und Amerika

  1. Europa ist die alte Welt, und es ist die Mitte der Welt. Amerika ist die neue Welt, und es ist der Rand der Welt. Amerika ist der Außenrand des atlantischen wie des stillen Ozeans, somit ist Amerika die doppelte Randständigkeit.
  2. Die neue Welt ist der Aus­wurf Eu­ro­pas, sie ist von der al­ten Welt ab­ge­fal­len. Ame­ri­ka ist der Ab­­fall Eu­ro­pas. Nach­dem Eu­ro­pa sau­ber­­ge­fegt wor­den war, sam­mel­ten die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka Völ­ker­­­ab­fäl­le rund um den Erd­ball ein. Auf die­se Wei­se wur­de Ame­ri­ka zu dem, das es heu­te ist: ein die gan­ze Welt be­dro­hen­der, glo­ba­ler Ab­fall­hau­fen der Völ­ker, un­ter des­sen zer­stö­re­ri­schen An­­ma­ßun­gen und gif­ti­gen Aus­­­­düns­tun­gen der gan­ze Er­d­ball und der Rest sei­ner noch nicht ame­ri­ka­ni­sier­ten Men­sch­heit zu er­sti­cken droht.
  3. Das Deutsche Reich ist die Mitte Europas und somit die Mitte in der Mitte der Welt. Die Deutschen aller derzeitigen Reichs­zerteilungs­gebiete sind das Kraft­zentrum aller europäischen Talente und Tugenden. Schick­sal aller Deutschen ist es, das Kern­volk Europas zu sein, das aber in seinem heutigen Zustand erst selber wieder kernig werden muß.
  4. Das Russische Reich ist seit der Zerschlagung des napoleonischen Rußlandfeldzuges die Großmacht Europas. Iwan III. hatte im Ausgang des 15. Jahrhunderts (1480) die zweihundertjährige Mongolenherrschaft abgeschüttelt, Peter der Große vollendete die Aneignung Sibiriens bis zum Stillen Ozean und Katharina die Große hat dann im 18. Jahrhundert die ger­manischen Ursprungsgebiete Rußlands – die Ukraine und die Krim – zurück­erobert, die Tataren aus ihnen vertrieben und so das Werk der Europäisierung Rußlands vollendet.
  5. Durch die Kolonisierung Sibiriens hat das russische Volk den Raum der europäischen Kultur bis an die Westküste des Stillen Ozeans ausgedehnt. Die russische Kolonisierung Sibiriens war eine über Land, hin­gegen gingen die Kolo­nisierungs­bewegungen der westlichen Rand­mächte des Abend­landes über See. Erstere blieb bis heute geschicht­lich fest, letztere erwies sich als flüssig und ist in der Ent­kolonialisierungs­bewegung des 20. Jahr­hunderts versickert.
  6. Die Unter­werfung der alten Welt durch die neue Welt war der geschichtliche Ge­halt des 20. Jahrhunderts und die größte Tragödie des Abend­landes überhaupt. In zwei Welt­kriegen hat nur das Deutsche Reich mit seinen Ver­bündeten die Freiheit Europas verteidigt. Konnte im Ersten Weltkrieg die Mittel­macht noch an der Ost­front siegen und den Staaten Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Kongreß­polen und Ukraine die Un­ab­hängig­keit im Frieden von Brest-Litowsk ausbedingen, unter Ver­zicht auf Annektionen und Reparationen, so hat doch an der West­front das Deutsche Reich den Ersten Welt­krieg, der zu Recht die Ur­katastrophe Europas genannt wird, nicht gegen England und Frank­reich, sondern erst ab 1917 gegen die nord­amerikanische Union verloren. In dem euro­pä­ischen Unglücks­jahr 1917 begann nicht nur die amerikanische Invasion Europas, sondern eben­falls die Gegen­geschichte des Juden­staates mit der Balfour-Deklaration und zu allem Überdruß auch das Unglück Rußlands mit der judäo-bolschewistischen Macht­ergreifung, die keine Revolution war, sondern eine anti-kapitalistische Konter-Revolution, die eine asiatische Pro­­duk­tions­weise mit der ihr entsprechenden despotischen Herr­schaft über die Russen und die ihrem Reich an­gehörenden Völker errichtete.
  7. Die völlige Unter­werfung Europas durch Amerika geschah im Zweiten Welt­krieg mit der Zer­schlagung der europäischen Mitte. Die Vor­aus­­setzung dieser schlimmsten Nieder­lage Europas war das Ver­sailler Diktat mit seinen unendlichen Annektionen und Reparationen und dem völker­­rechts­­widrigen Kriegs­schuld-Vorwurf, der das Prinzip der Souveränität selber, das ius ad bellum, verraten hat, indem das Versailler Diktat dieses oberste Recht dem Deutschen Volke absprach.
  8. Der Krieg ist nicht nur, wie schon Clau­sewitz wußte, die Fort­setzung der Politik mit anderen Mitteln, sondern auch die Fort­setzung der Ökonomie und der Ideologie mit außer­öko­nomischen und außer­ideologischen Mitteln. Diese anderen Mittel sind Gewalt­mittel. Dabei ist, wenn es zur Gewalt kommt, diese immer ein Mittel und nie der Zweck. Deswegen beschwören Kriegs­parteien stets den Frieden, denn der bloße Zweck ist stets ein fried­licher Genuß, und der ist um so unge­trübter zu erlangen, je weniger ihm gewalt­samer Wider­stand ent­gegen­gesetzt wird. Wenn jener, dem der Zweck entrissen werden soll, friedlich bleibt, kommt es auch nicht zum Krieg, weil nie der Angreifer die Schuld am Kriege trägt, sondern erst der uneinsichtige, gewalt­same Ver­teidiger. Weil der Krieg eine Form des gesell­­schaftlichen Ver­kehrs, deswegen ist er auch das Kriterium von Gesell­schaft, weil ihre letzte Instanz. Frieden gibt es nur innerhalb einer Gemeinschaft und nur solange, als diese nicht in mindestens zwei gesell­schaftliche Subjekte zerfallen ist. Eine fried­liche Gesell­schaft ist unmöglich und wäre, falls erzwungen, keine Gesell­schaft mehr, sondern eine Gemeinschaft. Der Krieg ist nicht nur Fort­setzer der Politik mit anderen Mitteln, sondern auch der Wirt­schaft und des Bewußt­seins. Daher ist alle Gesell­schafts­wissenschaft in letzter Instanz Kriegs­wissenschaft.
  9. Er­weiterungs­kriege sind Schadens­trachtungen, die die militärischen Ge­walt­­kriege vor­bereiten, begleiten oder nach­bereiten. Sie werden in den politischen, ökonomischen und ideologischen Räumen aus­ge­fochten und wenden den außer­militärischen Zwang der so­genannten In­telligenz­dienste an, deren Vorliebe für Presse, Er­pressung, Bestechung, Folter und Mord wahrlich kein Geheimnis ist. In den 1890er Jahren setzte der vorbe­rei­tende propagandistische Er­weiterungs­krieg gegen Reich und Volk der Deutschen bereits ein, und der nach­bereitende Er­weiterungs­krieg gegen alles Deutsche wurde auch nach dem 3. Oktober 1990 nicht etwa ab­geschwächt, sondern in zuvor un­vorstell­barer Weise verstärkt.
  10. Das Jahrhundert der Massen war das 20. Jahrhundert. Die Führer dieser Massen konkurrierten um den Titel des „welt­historischen Indivi­duums“. Historische Helden, die in diesem Wett­kampf zur Auswahl standen, waren die Volksführer Lenin, Stalin, Mao, Ho, Mussolini und Hitler. Lenin und seine Nach­ahmer waren die industriellen Re­volutionäre der asiatischen Geschichts­form, und Mussolini versuchte eine Restauration der antiken Geschichtsform; gemeinsam war ihnen die anti­kapitalistische Konter­revolution. Allein Hitler gelang die antikapitalistische Revolution der germanischen Geschichts­form in der von Marx und Engels vorher­gesagten Anfangs­form einer Diktatur des Pro­letariats, an der auch der Mittel­stand und die Schwer­industrie sich beteiligten. Dies gelang, weil die Deutschen das kulturell, sozial, ökonomisch und technisch höchst­entwickelte Volk der Welt waren und seine Er­rungen­schaf­ten selbst durch die militärische Nieder­lage und die darauf­folgenden Plün­derungen und Massen­morde nicht un­geschehen gemacht werden konnten.
  11. Die große Er­zählung von den glänzenden sozialen Er­rungen­schaften wie von dem helden­haften Kampf und Unter­gang des Dritten Deutschen Reiches ist heute schon zum un­verwüstlichen globalen Mythos geworden, wofür die in alle Welt verstreuten Tod­feinde dieses Reiches selber gesorgt haben. Die Juden, deren global-nomadischer Volks­geist nach dem Sieg über das Deutsche Reich sich definitiv 1948 (mit der Gründung Israels) zum regierenden Welt­geist auf­geschwungen hat, üben als Anti-Nation und Negativ-Exponenten der Gegen­geschichte die globale Hirt­schaft aus, mit den demolierten Völkern und den angetriebenen Migranten­strömen als ihren Herden. Die breite Masse der Mensch­heit erscheint heute nicht mehr als unter einer Herr­schaft in der Knecht­schaft befindlich, sondern als in der globalen Vieh­schaft von einer jüdischen Hirt­schaft getrieben, mit den nur allzu bekannten weltweiten Übeln.
  12. Die neue deutsche Mythologie, von den Denkern der deutschen Romantik seit dem klassischen Jahrzehnt der 1790er Jahre vorgedacht, entwickelte sich im hellen Lichte der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts. Mit dem Ende der Neuzeit in den 1830er Jahren bildete sich der erkenntnistheoretische Historismus heraus und schuf – in Kunst und Industrie, in Wissenschaft und Technik – die Gründungsmythen des besitz­bürgerlich-kapita­listi­schen Zeitalters. Und dann im 20. Jahrhundert, dem Zeitalter der Massen und ihrer Extreme, kann man sagen, daß in ihm weder der Konservativismus, der Liberalismus, der Kommunismus noch der Faschismus einen bleibenden und immer noch anschwellenden Mythos begründet hat, sondern allein der deutsche Nationalsozialismus. Er schuf die von den deutschen Romantikern (also den Germantikern) herbei­ge­sehnte neue deutsche Mythologie, die das Wunderbarste, das Helden­hafteste und auch das Schrecklichste zu erzählen weiß und sowohl Glauben als auch Unglauben fand und weiterhin findet. Diese große deutsche Erzählung ist ein seit unserer klassischen Zeit anschwellender Bocksgesang, eine überwältigende Tragödiendichtung, die die Völker der Welt in ergriffene Zu­schauer verwandelt hat.
  13. Neben den militärischen Heldentaten hat das Dritte Reich auch historische Großtaten vollbracht, denn es hat das geschicht­lich Gebotene angefaßt:
    (a) die von Polen geraubten deutschen Ostgebiete im September 1939 wieder in Besitz genommen,
    (b) in die von der asiatischen Geschichtsform (orientalischen Despotie) bestimmte und mit dem Auftrag der Welteroberung („Weltrevolution“) versehene Sowjetunion, deren riesige Militärmacht in An­griffsformation aufgestellt war, im Juli 1941 präventiv hineingestoßen, und es hat
    (c) der nordamerikanischen Union als der hinter der Sowjetunion stehen­den Macht den Krieg erklärt, der wirklich unvermeidbar war, der bis heute anhält und der erst mit der Auflösung der USA in reelle Nationalstaaten beendet sein wird. Denn Amerika ist heute noch die anti-völkische Un-Nation, die folgerichtig von der jüdischen Anti-Nation getrieben wird.
  14. Europas Nullität in geistiger und politischer Hinsicht besteht seit 1945, als das Deutsche Reich in die Handlungsunfähigkeit geschlagen worden war. Sie beschleunigte sich mit dem Aussterben der Kriegsgeneration von Jahrzehnt zu Jahrzehnt und liegt heute offen zutage. Der Anschluß des reaktiven sowjetischen Besatz­ungskonstrukts DDR an das initiative Reichszerteilungsgebiet BRD hat die inneren Spannungen zwischen Mittel- und Westdeutschen verständlicherweise verstärkt. Die Westdeutschen, insoweit sie dem Besatzungskonstrukt BRD verhaftet bleiben, sind den Mitteldeutschen zwar ebenbürtig, aber nicht ebenwürdig, weil sie ihre Besatzungsmacht nicht hinauskomplimentiert und die BRD noch nicht abgewickelt haben. Solange dies nicht geschehen ist, können die der BRD verhafteten Westdeutschen eine Meinungsfreiheit und eine Selbstbe­stimmung noch nicht bean­spruchen. Die Österreicher hin­gegen sind den mitteldeutschen Altreichern sowohl ebenbürtig als auch ebenwürdig, weil sie es geschafft haben (in Ausnutzung des mitteldeutschen Aufstandes vom 17. Juni 1953) ihr Territorium 1955 von den Besatzungstruppen der Siegermächte zu säubern.
  15. Dem militärischen Untergang des Dritten Reiches folgte die provisorische Lüge des lügenhaften Provisoriums BRD, das von sich behauptete, nur ein vorläufiges Konstrukt für die bald zu beendende Zeit der Handlungsunfähigkeit des Deutschen Reiches zu sein und solange in Geschäftsführung ohne Auftrag die Belange von Volk und Reich der Deutschen unter den Bedingungen der Besatzung auf einem Teilterri­torium zu vertreten. Hoch und heilig wurde erklärt, daß Deutschland nie und nimmer ein Einwanderungsland sein werde, als die ersten Gastarbeiter den nur allzu berechtigten Verdacht der Westdeutschen erregten. Daß der Volkstod der Deutschen genau nach den Vorgaben des Hooton-Planes nicht nur ernst gemeint war, sondern mit ihm jetzt auch ernst gemacht wird, liegt gegenwärtig (im Frühjahr 2016), mit dem Übergang von der jahrzehntelangen ruhigen Zivil-Okkupation in eine stürmische Zivil-Invasion, offen zutage. Und daß dieser hybride Krieg gegen das Deutsche Volk nicht mit irgendwelchen germanischen Völker­schaften ausgeführt wird, sondern mit nachdrücklich abgesüdeten Völker­schaften fremder Rasse, nötigt auch Gegnern des Dritten Reiches das Zugeständnis ab, daß Hitler in seinem Testament Recht behalten hat, als er erklärte, daß auch nach der Niederlage des Deutschen Reiches die Rassenfrage der strategische Hauptgesichtspunkt bleiben würde. Erst langsam und dann immer schneller wurde offenkundig, daß Anti­ger­manismus und Deutschenhetze mittels Absüdung Europas durch tieferstehende Fremdrassen die Hauptwaffen des hybriden Krieges sind, der sofort nach der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 einsetzte.
  16. Daß der deutsche Volkstod jetzt noch auf legale Weise, ohne einen Bruderkrieg, aufgehalten werden kann, das ist wohl auszuschließen. Eine Herrschaft des Unrechts kennzeichnete nicht nur die BRD von Anfang an, sondern alle anderen Reichszerteilungsgebiete. Nach und nach wurde dies auch zum Schicksal der anderen Völker Europas, soweit sie dem West­block unterworfen waren. Die europäische Union (EU) als Wurmfortsatz der nordamerikanischen Union institutionalisierte dieses von den deutschen Reichszerteilungsgebieten ausgehende Unrechtsregime in Alteuropa. Der ehemalige Ostblock einschließlich Rußlands hingegen konnte sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und nach einem Jahrzehnt libera­li­stischer Zerstörung völkisch stabilisieren. Insonderheit hat das Russische Reich sich wieder als die Großmacht Europas gezeigt und stellt die Vorherrschaft der USA über Europa in Frage. Die USA sind seitdem in erbitterten geostrategischen Rückzugsgefechten gefangen, nicht nur in Europa und am mittelländischen Meer, sondern auch in Fernost und im südchinesischen Meer.
  17. Diese Ansichten, die die heu­ti­ge Welt­la­ge bie­tet, füh­ren rund um den Erd­ball zu neu­en Ein­sich­ten. Al­lent­hal­ben wird der Glo­ba­lis­mus als das er­kannt, was er im­mer schon war: Der Hoch­ver­rat an den Sou­ve­rä­nen, an den Völ­kern der Welt. Die lan­ge Wel­le, die durch die Welt­ge­schich­te an­bran­det, wird zur Ver­wirk­li­chung des Grun­d­­sat­zes Ein-Volk-ein-Staat füh­ren. Und dies auch in Nord­ame­ri­ka.
  18. Die europäische Völkerordnung wird sich nach der Befreiung Mitteleuropas von der amerikanischen Besatzung um das wiederhergestellte Deutsche Reich herum bilden. Die geostrategische Achse, die es ermöglicht, daß die europäischen Völker erneut auf der eurasischen Weltinsel die führende Rolle spielen, ist damit wiederherzustellen, daß Bismarcks Rückversicherungsvertrag mit dem Russischen Reich wieder in Kraft gesetzt wird. Ein kleiner feierlicher diplomatischer Akt in Tauroggen oder in Rapallo würde dazu völlig ausreichen. Die Substanz der erneuerten europäischen Völkerordnung wird die Rückkehr zum Völkerrecht sein und dessen Neubeginn mit dem status quo ante vom August 1914.
  19. Allein die Achse Moskau–Wien/Berlin verleiht Rußland, dem größten Land der Welt, und den Russen, dem größten Volk Europas, den verdichteten Rückhalt, um im eurasischen Bund mit der asiatischen Vormacht China ein gleichgewichtiger Partner zu sein, der eine Bevölkerungsexpansion aus Asien nicht zu fürchten hat.

* * *




Das Königreich Sachsen

Wappen des Königreichs Sachsen
Die monarchische Verfassung ist die Verfas­sung der entwickelten Vernunft; alle anderen Verfassungen gehören niedri­geren Stufen der Vernunft an.G.W.F. Hegel

  1. Wir Sachsen verurteilen die geschichtlichen Gewaltakte der Feind­mächte des Deutschen Reiches, die am 9. November 1918 den sächsischen König gestürzt und Sachsen zum Freistaat degradiert haben.
  2. Wir bitten den sächsischen Thronfolger aus dem Hause Wettin, die Macht in Dresden wieder zu ergreifen, seinen Stamm aus der BRD zu befreien und das Königreich Sachsen solange wieder als unabhängigen Staat zu führen, bis in Berlin der König von Preußen das Wort und die Macht ergriffen und als Deutscher Kaiser das Deutsche Reich wieder handlungsfähig gemacht hat. Dann erst soll Dresden die Gefolgschaft zu Berlin wiederherstellen.
  3. Bis dahin möge das Königreich Sachsen sich mit Wien, Budapest, Preßburg, Prag und Moskau verbünden, um die amerikanische Fremdherrschaft aus Mitteleuropa hinauszudrängen.




Markt­wirtschafts­lehre Teil A

A.1 Die Kapitalherstellung

A.1.1 Ware – Geld – Kapital

Elementarform des marktwirtschaftlichen Reichtums ist die Ware. Die Ware ist der einfachste Begriff des Gegenstandes der Marktwirtschaftslehre (MWL). Die Zerlegung dieser Elementarform in ihre Formelemente ist folglich der Anfang der Darstellung des Systems der Marktwirtschaft.

Jede Ware ist ein (wirtschaftliches) Gut G, das den Wert W hat. Die Güter Gr sind qualitativ so mannigfaltig wie die menschlichen Bedürfnisse, die sie befriedigen können, und sind auf ebenso mannigfache Art quantifizierbar. Hingegen können die Werte Wr (r=1,2,...,n) nur größer oder kleiner sein, weil sie alle ein und die selbe Qualität darstellen: das Gesellschaftliche an den Gütern, die Verkehrsform der Naturalformen.

Jede Ware (G,W) ist also ein Gut G von einer bestimmten Wertgröße W. Der Ursprung der Ware (G,W) ist eine Warenproduzierende Arbeit (K,A): sie ist eine ganz bestimmte Konkrete Arbeit K (die schneidert, schustert, tischlert, usw.) mit einer näher zu bestimmenden Größe der Abstrakten Arbeit A, die bei jeder Konkreten Arbeit von gleicher Qualität ist und daher nur Größenunterschiede kennt. Was eine Ware (G,W)1 als Produkt, als erreichtes Ziel, das ist ihre Warenproduzierende Arbeit (K,A)1 als Prozeß, als angestrebtes Ziel.

Die Warenproduktion (K,A) ⇒ (G,W) ist die Einheit von Arbeitsprozeß K → G und Wertbildungs­prozeß A → W, also ((K → G),(A → W)) oder:

Formel Warenproduktion

Die Abstrakte Arbeit A1 ist die selbe Größe in dynamischer Form wie der von ihr produzierte Wert W1 in substantieller Form. A1 haftet untrennbar an der Konkreten Arbeit K1 wie W1 am Gut G1. Die Abstrakte Arbeit A1 ist gesellschaftlich notwendige Zeit der Konkreten Arbeit K1, d.h. ihre Markt­notwendigkeit, und diese kann größer, kleiner oder gleich sein der tatsächlich aufgewandten Zeit Konkreter Arbeit t(K1). Auch Eigenwirtschaften kennen den Unterschied von tatsächlicher und not­wendiger Arbeitszeit, aber in der Eigenwirtschaft ist diese Notwendigkeit keine der Gesellschaft (d.h. des Marktes), sondern eine der Gemeinschaft (d.h. der jeweiligen eigenwirtschaftlichen Einheit). Die Abstrakte Arbeit ist also eine gesellschaftlich notwendige, die im Nachhinein am Markt feststellt, welche Arbeitszeit in einer Branche Durchschnittsarbeit ist und wie groß die benötigte Gesamt­arbeitszeit ist, also das Gesamtangebot einer Warenart, dem eine zahlungsfähige Gesamtnachfrage gegenübersteht:

  • A1 := tnot(K1)
  • gesellschaftlich notwendige Zeit konkreter Arbeit.

Durchschnittsarbeit ist (in Wirtschaftsgemeinschaft wie in Wirtschaftsgesellschaft) Arbeit mit jeweils vorherrschender Intensität (dem Arbeitseifer) I(K) und Produktivität (der Arbeitswirkung) P(K). Beide Größen sind ausdrückbar in der Anzahl der je Arbeitszeit produzierten Güter, wenn die je andere Variable konstant gesetzt wird; bei gleicher Bedingung kann die Abweichung einer einzelnen Intensität oder Produktivität von ihrem Durchschnitt als Verhältnis der tatsächlichen Einzelarbeitszeit zur gesellschaftlich notwendigen ausgedrückt werden, z.B.:

  • I(K1) := tnot(K1) / t(K1)
  • Arbeitswirkung konstant P(K1)=,
  • P(K1) := x(G1) / t(K1)
  • Arbeitseifer konstant I(K1)=.

Die Änderung der Produktivkraft (Produktivität oder Arbeitswirkung) ändert die Wertgröße der ein­zel­nen Ware, also ihre gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, in umgekehrter Richtung, der pro Ar­beits­tag geschaffene Gesamtwert bleibt unverändert, weil die veränderte Arbeitswirkung die auf­ge­botene Arbeitsmenge unverändert läßt. Die Änderung des Arbeitseifers (Intensität) berührt nicht den Wert der einzelnen Ware, der pro Arbeitstag geschaffene Gesamtwert variiert gleichgerichtet, weil die aufgewandte Arbeitsmenge sich ändert.

Die gesellschaftliche Sphäre der Waren ist der Markt. Dort begegnet jede einzelne Ware den übrigen Waren und somit der Warenwelt. Die einfachste Form der gesellschaftlichen Beziehung zwischen Waren ist die Schätzung der Wertgröße einer Ware, ausgedrückt in den Gütern, die als Waren im Markt vorhanden sind und als Tauschgüter in Frage kommen. Diese Wertgrößenschätzung einer Ware ist die ein- oder mehrseitige Definition der Wertgröße einer Ware in dem Gut oder der Güter­menge einer anderen Ware und heißt Wertform. Wertformen sind 1. einfach, als Definition einer Wertgröße in einem fremden Gut, 2. total, als Definition derselben Wertgrößen in vielen anderen Gütern und 3. allgemein, als Definition der Wertgrößen aller Waren außer einer im Markt in dem Gut dieser einen Ware:

  • (W1 := G2)
  • einfache Wertform,
  • (W1 := G2...n) oder (W1 := G2) & (W1 := G3) &...& (W1 := Gn)
  • totale Wertform,
  • (W1...n := G0) oder (W1 := G0) & (W2 := G0) &...& (Wn := G0)
  • allgemeine Wertform,
  • (W1 := G0)
  • Preisform (einfach-allgemeine Wertform).

Die Wert­form ist die grund­legende Ent­faltung der Elementar­form, also der Waren­form, die sich in der Wer­tform auf höherer Stufe her­gestellt hat, nämlich als Ein­heit des Gutes einer fremden und der Wert­größe der eigenen Ware. Dieses fremde Gut ist das Äquivalent bzw. bei einfach-allgemeiner Wert­form der Preis. Die Ware, die durch die all­gemeine Wert­form zum all­gemeinen Äquivalent G0und danach in der Preis­form zum Preis gemacht wird, ist all­gemeine Ware oder Geld (G,W)0. Daraus folgt, daß es Geld und Geld­preise ohne Waren­austausch geben kann und daß ein Preis niemals ein Wert, sondern immer ein Gut ist. Der Preis ist wertlos, aber er verkörpert einen Wert. Das nun gebil­dete Geld aber ist eine öffentliche, eine privilegierte Ware, der das Monopol an der einfachen und der totalen Wert­form bleibt.

In der Preis­form figuriert das Geld als Wert­maß, als Wert­maßvor­stellung, als Wert­vor­stellungs­­maß, als Wert­vorstellungs­maßvor­stellung und als Preismaßstab, der entweder als Münze (Wert­norm-Gut) oder als bloßes Wert­zeichen (Wertnorm-Fiktiv­gut) auftritt. Wert­zeichen sind wiederum zu unterscheiden in Papier­geld (Norm­träger­zeichen mit Zeichen­norm) und in Buchgeld (Zeichen­­norm auf be­lie­bigem Zeichen­träger). Die Funktionen des Geldes in der Preis­form sind also insgesamt diese:

  • (W1 := G0)
  • Wertmaß,
  • (W1 := iG0)
  • Wert­maß­vor­stellung,
  • (iW1 := G0)
  • Wert­vorstellungs­maß,
  • (iW1 := iG0)
  • Wert­vor­stellungs­maßvor­stellung,
  • (W1 := x(G0)=)
  • Prei­smaßstab (Münze),
  • (W1 := xi(G0)=)
  • Preis­maßstab (Wertzeichen),
  • (W1 := x (iG0)=)
  • Wert­zeichen (Papiergeld),
  • (W1 := (x)=i(G0)=)
  • Wert­zeichen (Buch­geld).

Der Warenaustausch vollzieht sich, wenn seine Bedingungen erfüllt sind:

  • zwei zusammengehörige Wertformen und
  • die Nichtidentität der beiden Güter G1 und G2 und
  • die Gleichheit der beiden Wertgrößen W1 und W2 sowie
  • der wirkliche Händewechsel der Güter G1 und G2 als ihr Realtausch:

[(G,W)1 = (G,W)2] → [(W1 := G2) & (W2 := G1) & (G1 ≢ G2) & (W1 = W2) & (G1 = G2)].

Geld muß seinen Aufgaben nach dreifach betrachtet werden:

  • Geld als Ware,
  • Geld als Geld und
  • Geld als Kapital.

Als Ware unterliegt das Geld allen Zwängen der Waren­pro­duktion, der Wert­bildung und der Waren­­welt, also des Marktes. Für alle Austausch­prozesse zwischen Geld- und Warenbesitzern gelten die Bedingungen des Waren­aus­tausches überhaupt. Als Geld ist das Geld eine privilegierte Ware, die öffent­liche Funktionen in der Wirtschafts­gesellschaft erfüllt. Als Kapital endlich hat sich das Geld von einem Mittel zum Zweck schlechthin emanzipiert.

Weil das Geld als Geld Maß aller Werte ist, dient es in seiner stofflichen Gestalt als Mittel der Wert­­auf­bewahrung, somit als Reserve- oder Schatz­bildungs­mittel . Neben der Schatz­bildungs­­funk­tion erfüllt das Geld als Geld die Auf­gaben des Zirkulations­mittels, indem es den Aus­tausch zweier Waren vermittelt, und des Zahlungs­mittels, als das es sich von sich selbst unterscheidet und sich in Zahlungs­ver­sprechen (0,0)0 und wirk­liches Zahlungs­mittel (G,W)0 verdoppelt:

  • (G,W)1 = (G,W)0 = (G,W)2
  • Zirkulationsmittel,
  • (G,W)1 = (0,0)0 = (G,W)0
  • Zahlungsmittel.

Kapital C entsteht durch Umkehrung der Zir­kulations­mittel­funktion des Geldes,

C := ((G,W)0 = (G,W)1 = '(G,W)0) ,

ist also der doppelte Aus­tausch von Geld gegen Ware und von Ware gegen mehr Geld, wobei so­wohl die allgemeine Aus­tausch­bedingung

W0 = W1 = 'W0

gilt, als auch die speziellen Aus­tausch­bedingungen des Geldes als Kapital,

W0 < 'W0 und G0 < 'G0

so daß die Ungleichheit von W1 mit sich selber folgt. Ein mit sich selbst ungleicher Wert ist aber keine statische Größe, sondern ein Wert­bildungs­prozeß, oder, bei einem schon gebildeten Wert, dessen Verwertungs­prozeß.

Erwerb und produktive Konsumtion der Ware Arbeits­kraft (G,W)v ermöglicht die Erfüllung aller Aus­tausch­bedingungen des Geldes als Kapital C:

Kapital C als Prozeß - Bild 1

Die Differenz aus Arbeitskraftwert Wv und Produktwert W1 ist der Mehrwert Wm. Der Preis dieses Mehrwerts ist das Mehrgeld G0.m = 'G0 — G0.


A.1.2 Mehrwert und Mehrwertwachstum

Kapital C teilt sich normalerweise in Humankapital Cv (variables Kapital) und in Sachkapital Cc (kon­stantes Kapital), weil die Arbeit der Mittel, Gegen­stände und Hilfs­stoffe bedarf. Der Wert des Sach­kapitals wird durch die Konkrete Arbeit K1 auf das Produkt (G,W)1 übertragen, und den Neuwert (= Arbeits­kraft­wert Wv + Mehrwert Wm) bildet die Abstrakte Arbeit A1. Der Teil des Geldes, der als Sach­kapital eingesetzt wird, verwandelt sich in Produktions­mittel (Herstel­lungs­mittel) (G,W)c, deren Wert sich insoweit und insofern als übertragener Wert Wc im Produkt­wert W1 wie­der­findet, als von den Herstellungs­mitteln ein gesellschaftlich not­wendiger Ge­brauch in der Kon­kre­ten Arbeit K1 gemacht wurde:

C := (G,W)0 = (G,W)v+c &
A1 Wv+m & W1 = Wv+m+c
G v := Wc
K1 Gc G1
& (G,W)1 = ‘(G,W)0 & W0  ‘W0.

Das Verhältnis des Mehrwerts zum Arbeitskraftwert ist die Mehrwertrate Wm /Wv oder Wm/v oder m/v. Die Mehrwertrate ist der Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft. Multipliziert mit dem Human­ka­pi­tal ergibt die Mehrwertrate die Mehrwertmasse CvWm/Wv. Sie ist die Ausbeute des Kapitalisten als Er­werber und Anwender der Arbeitskraft.

Der Kapitalist muß auf Mehrwertwachstum bedacht sein. Dies kann als absolutes und als rela­ti­ves Mehrwertwachstum sich vollziehen. Absolut ist es, wenn der Mehrwert durch Verlängerung des Ar­­­beitstages T und damit Erhöhung des täglichen Produktwertes W bei gleichbleibendem Arbeits­kraft­wert Wv (und des entsprechenden Teilarbeitstages Tv) wächst; relativ ist das Mehrwert­wachs­tum, wenn der Arbeitstag T und damit der tägliche Gesamtproduktwert W gleichbleibt und der Mehr­­wert auf Kosten des Arbeitskraftwertes Wv>und damit des entsprechenden Teilarbeitstages Tv steigt.

(Wm)< = (Wv)= + W< absolutes Mehrwertwachstum

(Wm)< = (Wv)> + W= relatives Mehrwertwachstum

Der Kapitalist sucht den Arbeitstag zwecks absolutem Mehrwertwachstum soweit wie möglich aus­zu­dehnen, der Arbeiter hingegen will ihn auf den notwendigen Arbeitstag, der den bloßen Wert seiner Arbeitskraft hervorbringt, verkürzen. Daraus folgt der Kampf um den Normalarbeitstag als Form des Klassenkampfes innerhalb des Kapital-Prozesses zwischen Geldverkäufern und Kraft­ver­käu­fern. Ist der Normalarbeitstag traifvertraglich oder gesetzlich fixiert, bleibt dem Kapitalisten nur die Methode des relativen Mehrwertwachstums. Dessen erste Erscheinung ist die Lohnsenkung, die aber bald an historisch-moralische und sogar an biologische Schranken stößt. Die zweite Erscheiung der relativen Steigerung des Mehrwerts ist die Erhöhung der Arbeitswirkung (Produktiv­kraft­stei­gerung), durch die der Arbeitskraftwert ebenfalls sinkt, aber die Gütermenge dieses sinkenden Wert­teils (also das Güterbündel, aus dem der Arbeiter seinen und seiner Familie Lebensunterhalt bestrei­tet) gleichbleiben oder sogar steigen kann. Ein wachsender Güter-Wohlstand der Arbeiter ist also am leich­testen durch eine rasche Wert-Verelendung zu erreichen.

Zwischen den Einzelkapitalen C1...n (Unternehmen), die innerhalb einer Branche die Warenart (G,W)1 herstellen, entsteht ein Wettlauf (Konkurrenz) um ein relatives Mehrwertwachstum. Wenn der Marktführer C1 die Produktivität seines Unternehmens über diejenige seiner Konkurrenten C2...n steigert, dann steigt sein Warenausstoß und derjenige der Restbranche bleibt gleich, das Gesamtan­ge­bot der Warenart steigt dank des Marktführers ebenfalls. Bei stabilem Geldwert sinkt dann der Wert der Einzelware und ihre Preise sinken, die Preissumme steigt beim Marktführer und sinkt bei der Rest­branche. Der Marktführer hat einen Teil seines Produktivitätsfortschritts an die Kunden als Preis­­senkung weitergegeben, einen anderen Teil aber als Extra-Mehrwert preislich realisiert, so daß sein Mehrwert größer ist als im Durchschnitt der Branche. Dies veranlaßt die Restbranche, den Pro­duk­tivitätsfortschritt des Marktführers einzuholen, wodurch dessen Extra-Mehrwert verschwindet und ein neuer Branchenführer als Schrittmacher in der Erhöhung der Arbeitswirkung auftreten kann.

Prduktivitätsfortschritt

Weitere Methoden, relativen Extra-Mehrwert durch höhere Arbeitswirkung zu erzielen, sind Koop­eration (Gemeinschaftsarbeit), Arbeitsteilung, Manufaktur und Fabrik (große Industrie). Betriebs­ge­meinschaftsarbeit Kcoop wird möglich, wenn mehrere Arbeitskräfte von einem Kapitalisten angeheuert und gemeinschaftlich verwendet werden. Die Gemeinschaftsarbeit der betrieblichenArbeiter­gemein­schaft qK (Arbeiter q = 1,2,...,n ) hat vier Wirkungen. Es entsteht Massenproduktivkraft, Massen­in­ten­sität, Sacheinsparung und Leitungsarbeit:

Wenn qK dann
P(Kcoop) & Massenproduktivkraft
I(Kcoop) & Massenintensität
(Wc/1)> & Sacheinsparung
K1.F Leitungsarbeit der Gesamtarbeit K1

Eine Wirkung der Gemeinschaftsarbeit (Kooperation) ist die betriebliche Arbeitsteilung in der Manu­faktur, deren Teilvorgänge nebeneinander als Bündel und nacheinander als Zug angeordnet sein können:

Arbeitsteilung

Die Sach- oder Herstellungsmittel Gc unterscheiden sich in Arbeitsmittel Gc.fix und Arbeits­gegen­stände G c.zir:

Sachmittel

Das Arbeitsersatzmittel c.K (Maschine) besteht aus Antriebsmaschine c.K1, Übertragungsmaschine c.K2 und Werkzeugmaschine c.K3. Die Konkrete Arbeit K endet an der Maschine, die der Mensch nur bedient. Der Maschinenprozeß ist folgender:

Maschinenprozeß

Die Manufaktur ist eine Werkstatt, deren Elementarvorgänge aus zerlegten und neu zusam­men­ge­setzten Arbeitsprozessen bestehen. Die Fabrik ist eine Werkstatt, deren Elementarvorgänge von ana­ly­sierten und neu synthetisierten Naturprozessen, also von Maschinen oder Arbeitsersatzmittel voll­bracht werden. Die einfachste Fabrik beruht auf der mechanischen Maschine, in der ein Hand­hab­ungsgerät das Arbeitsmittel (Werkzeug) an einen Arbeitsgegenstand heranführt und ihn verändert. Die mechanische Fabrik vervollkommnet sich in den elektromechanischen, den elektronischen, den wellen- und den quantenmechanischen Maschinen. Mit der Stoffbildungsmaschine

K'→G(c.zir↔c.zir)→G'

entsteht die chemische Fabrik, in der der Arbeitsgegenstand als Rohstoff zum führenden Moment wird. In der biologischen Fabrik wirken Lebensprozesse auf andere Lebensprozesse, um neue Le­bens­prozesse hervorzubringen; der sich selbst erhaltende Prozeß (Leben) ist das souveräne Moment dieses Maschinentyps. In philosophischen Fabriken endlich wird die Vernunft, die Frage nach dem Ziel aller Natur-, Arbeits- und angeeigneten Naturprozesse (Teleologie), zur Aufgabenstellung ihrer spe­ziellen Maschinenbauer, weshalb sie einerseits Denkfabriken und andererseits Bildungsfabriken sind. In Denkfabriken sind die Denkersatzmittel die Theorien, an denen mittel- oder unmittelbare Gedanken als Begriffe (Denkmittel) oder als Ideen (begriffene Begriffe oder Tatgedanken) oder als Ge­dankensysteme (Theorien) produziert werden können. In Bildungsfabriken wird den Arbeits­kräf­ten die Bedienung von Maschinen oder Theorien durch den Betrieb derselben beigebracht; das Ar­beits- oder Denkersatzmittel wird hier wieder zum einfachen Werkzeug, nämlich zum Bildungsmittel, und die Bildungsfabrik wird wieder zur Bildungsstätte, also zur pädagogischen Werkstatt, in der die Arbeitskraft geschaffen wird, die als ersetzbare die Lebensgrundlage der Ersatzmittel ist.

Die Wertübertragung der Maschine auf eine von ihr erzeugte Ware ist das Multiplikationsprodukt aus Maschinenwert, Herstellungszeit dieser Ware und Veraltungsfaktor, geteilt durch die Lebens­dauer der Maschine. Marktwirtschaftlich anwendbar sind Maschinen in Herstellungsprozessen dann, wenn sie gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit einsparen, also der Neuwert größer ist als der Ma­schinenwert. Weil unter kapitalistischen Verhältnissen nicht der Neuwert, sondern nur der Anteil, den der Arbeitskraftwert an ihm hat, gezahlt werden muß, verschärft sich das Kriterium der Wirt­schaftlichkeit: Maschinerie ist erst dann kapitalrationell einzusetzen, wenn der Maschinenwert kleiner als der ersetzte Arbeitskraftwert ist.

Die Maschinenabschreibung folgt der Formel:

W(c.K)t(G1)d/t(c.K),
wobei (d≤1, Veraltensfaktor, „moralischer Verschleiß“).

Das Wachstum des Mehrwerts hängt mit dem Arbeitskraftwert zusammen und vom Arbeitstag, der Arbeitswirkung und dem Arbeitseifer ab. Mehrere Fälle sind zu unterscheiden:

1) Steigt die Arbeitswirkung (Arbeitstag und -eifer gleichbleibend), dann produziert ein konstanter Arbeitstag eine konstante Wertgröße, die aus sinkendem Arbeitskraftwert und steigendem Mehrwert besteht; die Warenmenge steigt, und der Wert des Einzelgutes sinkt.

2) Sinkt die Arbeitswirkung (Arbeitstag und -eifer gleichbleibend), dann produziert ein konstanter Arbeitstag eine konstante Wertgröße, die aus steigendem Arbeitskraftwert und sinkendem Mehrwert besteht; die Warenmenge sinkt, und der Wert des Einzelgutes steigt.

3) Steigt der Arbeitseifer (Arbeitstag und -wirkung gleichbleibend), dann steigt die produzierte Warenmenge; der Wert pro Arbeitstag steigt, und der Wert des Einzelgutes bleibt gleich.

4) Sinkt der Arbeitseifer (Arbeitstag und -wirkung gleichbleibend), dann sinkt die produzierte Warenmenge; der Wert pro Arbeitstag sinkt, und der Wert des Einzelgutes bleibt gleich.

5) Bei sich verkürzendem Arbeitstag (Arbeitseifer und -wirkung gleichbleibend) sinkt die Wertgröße, die aus gleichbleibendem Arbeitskraftwert und sinkendem Mehrwert besteht.

6) Bei sich verlängerndem Arbeitstag (Arbeitseifer und -wirkung gleichbleibend) steigt die Wertgröße, die aus gleichbleibendem Arbeitskraftwert und steigendem Mehrwert besteht.

Mehrwertwachstum nach Arbeitstag T, Arbeitswirkung (Produktivität) P(K) und Arbeitseifer (Intensität) I(K):

T= & I(K1)= & P(K1)< → ((W/T)= = ((Wv/T)> + (Wm/T)<)) & W>(G1)

T= & I(K1)= & P(K1)> → ((W/T)= = ((Wv/T)< + (Wm/T)>)) & W<(G1)

T= & I(K1)< & P(K1)= → (x<(G,W)1/T) & (W/T)< & W =(G1)

T= & I(K1)> & P(K1)= → (x>
(G,W)1/T) & (W/T)> & W =(G1)

T> & I(K1)= & P(K1)= → ((W/T)> = ((Wv/T)= + (Wm /T)>))

T< & I(K1)= & P(K1)= → ((W/T)< = ((Wv/T)= + (Wm /T)<)).


A.1.3 Arbeitslohn, Kapitalwachstum und Kolonisation

Die Wa­re Ar­beits­kraft wird stun­den-, ta­ge-, wo­chen- und mo­nats­wei­se ver­mie­tet. Die Na­tu­ral­form der Ar­beits­kraft wird quan­ti­fi­ziert nach ih­ren Nut­zungs­pe­ri­oden, und so er­scheint der Preis der Ar­beits­kraft als Preis der Ar­beit und da­mit als Ar­beits­lohn. Auf die­se Wei­se ent­steht der un­ei­gen­t­­li­che Ar­beits­lohn L der Ar­beit­neh­mer, und der Ver­tei­lungs­kampf zwi­schen Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­­neh­mer er­scheint als Ge­gen­satz von Ka­pi­tal und Ar­beit. Die­ser Schein ver­kehrt das We­sen, weil die un­­­be­zahl­te Mehr­ar­beit, die im Mehr­wert steckt, aus dem Blick ver­schwin­det und al­le Ar­beit als be­­zahlt er­scheint.

Grundform des Arbeitslohnes ist der Zeitlohn und seine Derivate sind Stücklohn, Prämienlohn und Laufbahnlohn. Grundform dieser Mystifikationen sind die Arbeitswerte (K,W):

x(Gv) →Gv/t
= K/t & W(x(Gv)) = W(K/t) → (K,W)/t Zeitlohn
= K/G1 → (K,W)/G1 Stücklohn
= K/G1.r → (K,W)/G1.r Prämienlohn
= K/T → (K,W)/T Laufbahnlohn
wobei T = Lebensarbeitszeit.

Kapital muß wachsen, um zu überleben. Kapitalwachstum C< (Akkumulation, Konzentration) findet statt, wenn der Mehrwert m teilweise in Zusatzkapital m.C verwandelt wird und zum Verzehr des Kapitalisten nur eine Revenue m.R bleibt, so daß jeder Mehrwert in m = m.C + m.R aufgeteilt wird. Das Verhältnis von Zusatzkapital zum Mehrwert ist dann die Akkumulationsrate m.C/m. Bei ge­ge­be­­ner Ak­ku­mu­la­ti­ons­ra­te wach­sen grö­ße­re Ka­pi­ta­le schnel­ler als klei­ne­re. Al­so Kon­zen­tra­ti­on hei­ßt Ka­pi­tal­wachs­tum, Zen­tra­li­sa­ti­on hin­ge­gen be­deu­tet Fu­si­on, die Zu­sam­men­fas­sung meh­re­rer Ka­pi­ta­le zu ei­nem Ka­pi­tal.

Jedes Kapital besteht aus Sach- und Humankapital. Das Teilkapitalverhältnis c/v heißt Kapital­zu­sam­mensetzung, die als technische und als Wertzusammensetzung betrachtet werden kann. Spiegelt die Wertzusammensetzung die Änderungen der technischen wider, heißt sie organische Kapitalzu­sam­men­setzung:

C(Gc/v)< →C(Wc/v)< = C((G,W)c/v)<.

Kapitalwachstum (Akkumulation) C<, Löhne L bzw. (Wv := x(G0)=) und Beschäftigungsrate p(K/G v) hängen in einer Volkswirtschaft wie folgt zusammen: Steigt das Gesamtkapital durch Akkumulation, dann steigt auch sein variabler Teil, der eine erhöhte Zahl von Arbeitskräften nachfragt, und die Löhne, d.h. die Preise der Arbeitskräfte, steigen. Damit steigt auch die Wertsumme eines Teils der durch Maschinerie ersetzbaren Arbeitskräfte über die Wertsumme der sie ersetzenden Maschinerie. Das führt mit erhöhter Maschine-Mensch-Relation zu steigender organischer Zusammensetzung des Kapitals, zur Steigerung der Produktivkraft P(K) und zur Senkung der Beschäftigungsrate p(K/Gv) und also auch zur Erhöhung der Arbeitslosigkeit (Arbeitskraftreserve) p(Gv-K), was insgesamt einen Lohnrückgang L> und eine Erhöhung der Mehrwertrate (Ausbeutungsgrad) bewirkt und den Weg zu erneutem Kapitalwachstum freimacht:

C< → (Cv)< → (Wv := x<(G0)=) → ((Wv)< > Wc.K) → C((G,W)c/v)< → P(K)<p(K/Gv)>p(G v-K)< → (Wv := x>(G0)=) → (Wm/v)< → C<
usw.

Ar­beits­lo­sig­keit ist Fol­ge und Vor­aus­set­zung der Ak­ku­mu­la­ti­on. Die kon­so­li­dier­te Ar­beits­lo­sig­keit (in­dus­tri­el­le Re­ser­ve­ar­mee) ist um so grö­ßer, je um­fang­rei­cher das ge­sell­schaft­li­che Ge­samt­ka­pi­tal und sein mög­li­ches Wachs­tum sind.

Kolonisation ist die Ver­wand­lung von Pro­le­ta­ri­ern in Mit­tel­ständ­ler. Der Pro­le­ta­ri­er ist ei­ne freie Per­son oh­ne die zur Selbst­er­hal­tung sei­ner Fa­mi­lie nö­ti­gen Her­stel­lungs­mit­tel. Pro­le­ta­ri­er sind Pro­­­duk­­ti­ons­mit­tel­lo­se, sei­en sie nun Ar­bei­ter (sog. Ar­beits­platz­be­sit­zer) oder Ar­beits­lo­se; im Ex­trem­fall sind sie Ei­gen­tü­mer oh­ne Ei­gen­tum als äu­ße­rer Sphä­re der Frei­heit ih­rer Per­son. Die Grund­la­ge ei­ner dau­er­haf­ten Ko­lo­ni­sa­ti­on (sei sie aus­wär­ti­ge Land­nah­me oder in­ne­re Ko­lo­ni­sa­ti­on durch Pfle­ge ei­ner Kul­tur der Selb­stän­dig­keit) ist die Aus­stat­tung mit Grund­rech­ten, al­so un­ver­äu­ßer­li­chen Min­des­t­grun­d­­stü­cken, als Le­bens- und Her­stel­lungs­räu­men.




Die liberalistische Volksrevolution

  1. Das Deutsche Kolleg fordert seit den neunziger Jahren des 20. Jahr­hunderts das Recht auf Arbeit und das Grundrecht an einem unveräußerlichen Mindest­grundstück, und beides für jeden Deutschen. Damit gehören die sozialistische Volks­revolution und die konservativistische Volks­revolution zum programmatischen Kern­bestand des Deutschen Kollegs.
  2. Wir sehen jetzt, im Jahre 2008, mit dem Beginn der Global­krise in der Anfangs­form der globalen Wirtschafts­krise, die weit folgen­reicher zu werden verspricht als die Weltwirtschaftskrise von 1929-1933, den geschichtlichen Zeit­punkt gekommen, unser Programm um die liberalistische Volks­revolution zu erweitern.
  3. Der Zeit­raum vom Anfang der 80er Jahre bis 2008 war eine Epoche der liberalistischen Klassen­revolution. In ihr wurde die Klasse der Liberalen, der Besitzer des Produktionsfaktors Kapital, in jeder von ihr nur gewünschten Art und Weise bevorzugt. Die Klasse der Kapital­besitzer zerriß in der jetzt beendeten Ära alle öffentlichen Gängel­bänder und durchbrach die Schranken, die ihr die außer­ökonomische Zwangs­gewalt des Staates bislang noch auferlegt hatte.
  4. Mit dem Wegfall dieser Beschränkungen wurde die liberale Kapitalisten-Klasse nicht mehr vor sich selbst geschützt. Ihre eigene Zerstörungskraft und Asozialität konnte sich voll entfalten, insbesondere gegen die national organisierten Arbeiterklassen und gegen den nationalen Sozialstaat, der zunehmend in einen antinationalen Liberal- oder Kapitalstaat verwandelt wurde. Dieser globale Sieg der liberalen Klasse mit ihrem revolutionär entfesselten Kapitalismus sprengte den Bereich der volkswirtschaftlichen Nützlichkeit.
  5. Das Zeitalter der neo­liberalen Klassen­revolution ist jetzt zwar definitiv beendet, aber nur negativ. Die da oben können nicht mehr so weiter­machen wie bisher und die da unten wollen es nicht mehr. Das kenn­zeichnet die vor­revolutionäre Lage. Positiv zu überwinden ist die Globalkrise, die weder ökonomisch noch politisch noch ideologisch einen Stein der alten Ordnung auf dem anderen belassen wird, nur durch eine Umkehrung der liberalistischen Revolution aus einer bloßen Klassen­revolution in eine Volks­revolution. Und das allein würde bedeuten, daß nicht bloß die Globalisierung, sondern der Kapitalismus beendet wird. Dieses historische Ereignis wird sich für den einzelnen Volksgenossen darin zeigen, daß er neben dem Recht auf Arbeit und dem Grundrecht (an einer Mindest-Immobilie) auch ein unveräußerliches Mindest-Kapitaleigentum erhält, das so bemessen ist, daß die dem Einzelnen zufließende Dividende die Existenzsicherung in der Höhe des pfändungsfreien Einkommens gewährleistet.
  6. Eine Volksrevolution hebt das Monopol einer Klasse der bürgerlichen Gesellschaft an einem der drei Produktionsfaktoren auf, indem sie diesen Faktor zu gleichen Wertgrößenanteilen auf jeden einzelnen Volksgenossen verteilt und jeden mit einem gleichen Stimmrecht in der Teilhaber-Versammlung des Produktionsfaktors ausstattet. Das Stimmrecht kann unmittelbar oder mittelbar ausgeübt werden. Das vom Stimmrechtseigentümer bei mittelbarer Ausübung erteilte Mandat muß immer imperativ sein. Betrifft die Volksrevolution den Produktionsfaktor Kapital, dann ist sie eine liberalistische Revolution, die das Produktionsmittel-Monopol der Kapitalisten-Klasse beendet und alle Produktionsmittel, sofern sie die Form von Geld- oder Sachkapital angenommen hatten, vergesellschaftet. Vergesellschaftet ist der Produktionsfaktor nur insoweit, als er an die einzelnen Individuen eines Volkes, das als besonderen Stand die bürgerliche Gesellschaft ausgebildet hat, verteilt wurde. Da die Gesellschaft aber nur deswegen eine bürgerliche ist, weil sie einer staatlichen Gemeinschaft unterworfen wurde, ist der (an die einzelnen Volksgenossen) vergesellschaftete Produktionsfaktor Kapital zugleich vergemeinschaftet, weil dieser souveräne geschichtliche Akt von einer reellen Nation, deren Angehörige ausschließlich demselben Volke zugehören, vollbracht wurde. Auf diese Weise wird das Kapital also bürgerlich vergesellschaftet und zugleich national vergemeinschaftet, aber nicht verstaatlicht. Denn die Verstaatlichung der kapitalistischen Produktionsmittel wäre ihre Absonderung von der bürgerlichen Gesellschaft insgesamt, somit also weder die klassenlose Vergesellschaftung in ihr noch ihre wirkliche Vergemeinschaftung durch den alle Bürger und ihren Staat umfassenden staatsbürgerlichen Verband.
  7. Die liberalistische Volksrevolution als positive Überwindung der Globalkrise, zu der das Monopol einer Klasse am Produktionsfaktor Kapital geführt hat, wird auch die Volksrevolutionen in den beiden anderen Produktionsfaktoren herbeiführen, die durch das Recht auf Arbeit als sozialistisch und durch das Grundrecht (an Grund und Boden) als konservativistisch charakterisiert sind. Volksrevolutionen sichern die Freiheit jedes einzelnen Volksgenossen durch unveräußerliche Rechte (an Boden, Kapital und Arbeit), Klassenrevolutionen dagegen fördern ihre Klassengenossen durch veräußerliche Rechte, also die Erleichterung der Veräußerbarkeit ihrer Faktorgüter.
  8. Ein Gemeinwesen von freien Grundeigentümern, die auf eigner Scholle mit eigner Kraft und eignen Mitteln arbeiten, also Mittelstand (weil im Stande ihrer selbstbenutzten Produktionsmittel) sind, mag zwar konservativ, liberal und sozial genannt werden, den bürgerlich-gesellschaftlichen und parlamentarischen Klassengegensatz von Konservativismus, Liberalismus und Sozialismus aber gibt es in solch einem mittelständischen Gemeinwesen nicht. Es besteht nicht aus Kapitalisten und Proletariern, sondern aus produktionsmittelbesitzenden Arbeitern.
  9. Die Entschädigung für die enteigneten Kapitalisten besteht a) in der Ausstattung mit dem gleichgroßen unveräußerlichen Mindestkapital wie alle anderen freien und gleichen Volksgenossen, b) im eigentumslosen Besitz des übrigen Geld- und Sachkapitals ihrer Unternehmen, das sie als Lehen zur Fortführung ihrer Unternehmen bekommen, falls diese vom Souverän als volkswirtschaftlich erwünscht angesehen werden, und c) in der Resozialisierung in die Volksgemeinschaft, indem sie vom Fluche der Aneignung fremder Arbeit und damit der Ausbeutung befreit werden.




Obligatorisches Allparteien-Wahlprogramm

Das Deutsche Kolleg schreibt allen Abgeordneten, die 20XX[1. Im Original hieß es in freudiger Naherwartung 2005] in den Berliner Reichstag einziehen, vor, das nachfolgende Programm auszuführen. Jene, die ihren Fuß in den Reichstag setzen und diese Vorschriften nicht befolgen, wird Gott mit der ewigen Verdammnis in der Hölle der Selbsterkenntnis ihrer unsterblichen Seelen bestrafen, und die Nachwelt wird sie mit andauernder Schmach und Schande bedenken.

Die BRD des Jahres 20XX ist auf blamablere Weise am Ende als die DDR 1989. Die Europa-Ideologie der EU und mit ihr der Kapitalismus ist als ideologisches System jetzt ebenso abgewirtschaftet wie Kommunismus und Faschismus , die anderen politischen Religionen des 20. Jahrhunderts. An deren Stelle muß die soziale Gemeinschaft des Deutschen Volkes treten. Die Barbarei der Globalisierung ist zu beseitigen und durch die Deutsche Volkswirtschaft abzulösen, in der die Marktwirtschaft der Eigenwirtschaft dient, die nicht Bedürfnisse des Globalmarktes, sondern deutsche Volksbedürfnisse zur Richtschnur des Handelns macht.

Jedermann weiß, daß die akute deutsche Arbeits­losigkeit beseitigt ist, sobald die ausländische Wohn­bevölkerung ausgewiesen sein wird. Damit verkehrt sich das Über­angebot von Arbeits­kräften am deutschen Arbeits­markt in eine Arbeits­kräfte­knappheit, und der Lohn- und Sozialabbau wird in steigende Löhne umschlagen. Andauernde Lohn­steigerung beschleunigt den prozeß­technischen Fort­schritt und führt letztlich zu arbeits­loser Produktion . Das Recht auf Arbeit, das jede deutsche Regierung jedem Deutschen auch in der Zukunft garantieren muß, wird dann nicht mehr in der notwendigen materiellen Produktion eingelöst werden, sondern im Reich der Freiheit als dem gemeinschaft­lichen Kultur­werk des Deutschen Volkes.

Dem Deutschen Volke sind schuldige Dienste wie folgt zu erweisen:

Innenpolitik

  1. Die deutsche Kulturkatastrophe beenden! (Maßnahme: Die Barbaren aus dem Lande werfen und den Gebrauch ihrer primitiven Sprachen in der Öffentlichkeit gesetzlich verbieten, insonderheit des Englischen.)
  2. Die deutsche Arbeitslosigkeit innerhalb von 100 Tagen beseitigen! (Maßnahme: Sofortige Beendigung der Ausländerbeschäftigung.)
  3. Das organisierte Verbrechen, das fremdethnisch homogen ist und von deutscher Polizei nicht unterwandert werden konnte, wird gänzlich zerschlagen! (Maßnahme: Entfernung der fremden Ethnien aus Deutschland.)
  4. Gründung eines Staatsarbeitsdienstes als eigenwirtschaftlichem Konkurrenzsystem zur Marktwirtschaft, das alle Bereiche der materiellen, geistigen und pädagogischen Produk­tion abdeckt.
  5. Einheitliche Existenzgrundsicherung für alle Deutschen in allen Fällen der Bedürftigkeit! (Maßnahmen: Verbot von Sozialleistungen ins Ausland und an Ausländer, Wegfall des bisherigen Rentensystems und der staatlichen Pensionskassen.)
  6. Drastische Senkung der Arbeits­losen­versicherungs­beiträge! (Maß­nahmen: Beschränkung der Leistungen aus der gesetzlichen Arbeits­losen­ver­sicherung auf sechs Monate, Verhinderung zweckfremder Nutzung der Finanzen, Reduzierung der Ver­waltung.)
  7. Vollständige Privatisierung und radikal markt­wirtschaft­liche Um­gestaltung des bisherigen, korporativ verfaßten Gesundheits­systems! (Maßnahme: Aufhebung der gesetzlichen Versicherungs­pflicht.)
  8. Gründung eines konkurrierenden zweiten Gesundheits­systems im Rahmen des Staats­arbeits­dienstes, das jeden Deutschen kostenlos medizinisch grund­versorgt.
  9. Recht auf Berufs­ausbildung, das im Falle des Markt­versagens durch Anstellungs- und Ausbildungs­recht im Staats­arbeits­dienst garantiert wird.
  10. Recht auf Arbeit im erlernten Beruf, das im Falle des Markt­versagens durch Anstellungs­recht im Staats­arbeits­dienst garantiert wird.
  11. Recht auf Wohnung, das keinen einzigen Deutschen obdachlos läßt! (Maßnahme: Wieder­einführung des straf­gesetzlichen Verbots der Land- und Stadt­streicherei.)
  12. Deutsch­land wird schmutz- und schundfrei! (Maßnahme: Unter­bindung porno­graphischer, gewalt­tätiger, und sitt­lich tief­stehender Publikationen.)
  13. Einstellung des kommerziellen Rund­funks. Beschränkung des Fernsehens auf zwei nationale Programme (für deutsche Volks­kultur und deutsche Hoch­kultur samt Wissenschafts­pflege) und auf je ein Regional­programm für alle deutschen Stammes­kulturen; das gleiche gilt für den Hör­funk.
  14. Die Universität ist auf wissenschaft­liche Forschung und gleichzeitige Heran­bildung des wissenschaftlichen Nach­wuchses zu beschränken. Wieder­herstellung des Humboldtschen Ideals der Einheit von Forschung und Lehre.
  15. Ausbildung der hergebrachten Akademiker wie Juristen, Ärzte oder Lehrer in Fach­hoch­schulen im dualen System.
  16. Aus­dehnung und Vertiefung der deutschen Forschung durch den Staatsarbeitsdienst; Rückwerbung und notfalls Dienst­verpflichtung aller vom Ausland abgeworbenen deutschen Forscher.
  17. Durchsetzung der deutschen Sprache als anerkanntes Gemein­germanisch und führende Kultursprache der Welt; Förderung des deutschen Sprach­gebrauchs bei den Deutschamerikanern.
  18. Gesetz­liche Ver­pflichtung beamteter deutscher Wissen­schaftler, als Wissenschaftssprache ausschließlich das Deutsche zu verwenden.
  19. Neu­besetzung oder Abwicklung ideologisierter Disziplinen in der Universität.
  20. Außenpolitik

  21. Wieder­vereinigung aller deutschen Staaten und rechtmäßigen deutschen Gebiete zum Vierten Deutschen Reich! (Maßnahmen: Beendigung des Dritten Reiches und seines Wachkomas; Abwicklung der Reichszerteilungsregimes.)
  22. Heimholung der deutschen Soldaten vom Hindukusch, vom Balkan und aus allen anderen Welt­gegenden, in denen sie nichts zu suchen haben. Hinaus­werfung der amerikanischen Besatzungs­truppen!
  23. Auflösung von UNO, NATO, EU! Ein Europa der Völker! Unterstützung aller nationalen Befreiungsbewegungen in der Welt, die den Grund­satz Ein-Volk-ein-Staat verwirklichen!
  24. Revision des Geschichts­bildes zu Gunsten des Deutschen Volkes und dessen weltweite Durch­setzung mittels auswärtiger Kultur­politik!

Das Deutsche Kolleg ermuntert das Deutsche Volk zum allgemeinen Aufstand mit allen Mitteln, auch dem Mittel des Stimm­zettels. Nötig ist nationale Solidarität aller Deutschen untereinander und internationale Solidarität des Deutschen Volkes mit anderen Völkern, die gegen die kapitalistische Fremd­herrschaft und für ihre polit-ökonomische Souveränität kämpfen.

„Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch.“
(Hölderlin)




Das Reich der Freiheit

Der Kapitalismus geht seinem Ende entgegen. Sein endgültiger Tod wird das Reich der Freiheit sein. In den vielen Verwertungskrisen des Kapitals, die alle noch nicht die Endkrise des Kapitalismus waren, sind zahllose Kapitalien untergegangen und ist gesellschaftliche Kapitalmasse vernichtet worden. Das Kapital ist verkleinert und verjüngt wiederauferstanden, um auf der Grundlage entwerteter Kapitalien und gekräftigter Profitrate einen neuen Zyklus von Kapitalwachstum (Akkumulation) zu eröffnen. Kapital ist der Prozeß des sich selbst verwertenden Wertes. Der Wert aller Waren – ob ihrer Naturalform nach nun Arbeitskräfte, Produktionsmittel oder Konsumtionsmittel – ist die in ihnen vergegenständlichte Zeit gesellschaftlich notwendiger Arbeit. Verschwindet die Arbeit aus der Produktion, dann geht der Wert der Waren gegen Null und das Kapital verdampft, weil der Verwertungsprozeß mangels Wertmasse bedeutungslos wird.

Ein Fabrikant für Rechnerprogramme beschreibt diesen Vorgang gesprächsweise wie folgt: “Der Wert des eigentlichen Herstellungsprozesses eines Produktes geht immer weiter gegen Null. Wertvoll sind einzig Ideen und Know-how. Diese Entwicklung beginnt jetzt erst, ihre Auswirkungen werden dramatisch sein.” (Spiegel 1/98,139) – Natürlich wird die Arbeit und damit der Wert nicht nur aus der materiellen Herstellung sondern ebenso aus der Ideenproduktion verschwinden. Die Aufsteiger und Gewinner des industriegeschichlichen Augenblicks werden die Verlierer von morgen sein, wenn die Ideenproduktion automatisiert ist und damit weitgehend arbeitsfrei und wertlos geworden sein wird.

Als Resultat der industriellen Entwicklung unter kapitalistischer Form ergibt sich ein zunehmender Widerspruch zwischen Reichtum und Wert. Ersterer wächst und letzterer schwindet. Karl Marx schrieb schon 1858 dazu in den Grundrissen: “Das Kapital ist selbst der prozessierende Widerspruch dadurch, daß es die Arbeitszeit auf ein Minimum zu reduzieren stört, während es andrerseits die Arbeitszeit als einziges Maß und Quelle des Reichtums setzt. Es vermindert die Arbeitszeit daher in der Form der notwendigen” (lohnproduzierenden), “um sie zu vermehren in der Form der überflüssigen” (profitproduzierenden); “setzt daher die überflüssige in wachsendem Maß als Bedingung … für die notwendige. Nach der einen Seite ruft es also alle Mächte der Wissenschaft und der Natur, wie der gesellschaftlichen Kombination und des gesellschaftlichen Verkehrs ins Leben, um die Schöpfung des Reichtums unabhängig (relativ) zu machen von der auf sie angewandten Arbeitszeit. Nach der andren Seite will es diese so geschaffnen riesigen Gesellschaftskräfte messen an der Arbeitszeit, und sie einbannen in die Grenzen, die erheischt sind, um den schon geschaffnen Wert als Wert zu erhalten.” (593)

Nachdem die technische Anwendung der Naturwissenschaften die arbeitsreiche Produktion in eine arbeitslose verwandelt und ihren Wert gegen Null hat schrumpfen lassen, ist der Mensch vom Arbeiter in der Produktion zu ihrem Danebensteher geworden. “In dieser Umwandlung ist es weder die unmittelbare Arbeit, die der Mensch selbst verrichtet, noch die Zeit, die er arbeitet, sondern die Aneignung seiner eignen allgemeinen Produktivkraft, sein Verständnis der Natur und die Beherrschung derselben durch sein Dasein als Gesellschaftskörper – in einem Wort die Entwicklung des gesellschaftlichen Individuums, die als der große Grundpfeiler der Produktion und des Reichtums erscheint.” (aaO)

Der Einzelne und sein Sonderinteresse, das sich als Subjekt der bürgerlichen Gesellschaft begreift, wie die Gemeinschaft in ihrem Allgemein- und Gesamtbelang, die sich als Körper in der Gesellschaft aller anderen Gemeinschaften (Völker) weiß und folglich als Gemeinwesen handelt, – diese sozialwissenschaftliche Einsicht in das Einzelne, das Besondere und das Allgemeine und deren Gesamtheit wird zur produktiven Hauptbedingung, daß die Gemeinwesen als aktionsfähige Gemeinschaften wie als Gesellschaften der Transaktionsfähigkeit den naturwissenschaftlichen Produktionsapparat sich aneignen und entwickeln können. Bedingung dieser produktiven Aneignung der Naturwissenschaften ist das sozialwissenschaftliche Selbstbewußtsein des Gemeinwesens in den Sparten Gemeinschaftskunde, Gesellschafts- wissenschaft und Gemeinwesenlehre. Das System der Sozialwissenschaften wird somit Hauptbedingung der produktiven Handhabung des angeeigneten Naturprozesses, also der in Systemen vollautomatischer Fabriken verdinglichten Naturwissenschaft.

“Sobald die Arbeit”, fährt Marx fort, “in unmittelbarer Form aufgehört hat, die große Quelle des Reichtums zu sein, hört und muß aufhören die Arbeitszeit sein Maß zu sein…. Die Surplusarbeit der Masse hat aufgehört Bedingung für die Entwicklung des allgemeinen Reichtums zu sein, ebenso wie die Nichtarbeit der Wenigen für die Entwicklung der allgemeinen Mächte des menschlichen Kopfes. Damit bricht die auf dem Tauschwert ruhnde Produktion zusammen….” (aaO) Selbst der unmittelbare materielle Produktionsprozeß verliere jetzt seinen notwendig-notdürftigen Charakter. Ihn zu minimieren werde zur Bedingung der freien und allseitigen Entwicklung der Individuen, um für ihre künstlerische und wissenschaftliche Ausbildung Zeit und Mittel zu gewinnen.

Dieser nachkapitalistischen Perspektive ist das Reich der Freiheit keine Drohung, sondern eine Verheißung. In ihr ist nicht mehr Arbeit und Wert und nicht mehr die Akkumulation von Mehrarbeit und Mehrwert im kapitalistischen Verwertungsprozeß das eindimensionale Ziel, sondern die multidimensionale Entwicklung von Fähigkeiten der menschlichen Arbeitskraft – als individueller wie als kollektiver – als Zweck gesetzt. Damit haben sich die Kräfte des Gemeinwesens als echter Selbstzweck und somit als das Leben bestimmt. Gemeinschaftliches, gesellschaftliches und gemeinwesentliches (die beiden ersteren reflektierendes) Leben machen danach die menschliche Daseinsweise im Reiche der Freiheit aus.

“Das Reich der Freiheit”, so führt der späte Marx im dritten Band des Kapitals aus, “beginnt in der Tat erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört; es liegt also der Natur der Sache nach jenseits der Sphäre der eigentlichen materiellen Produktion.” (MEW 25,828) Die materielle Produktion ist nicht auf Naturnotwendigkeit beschränkt, sondern ein Reich geschichtlich gebildeter und erweiterter technischer Notwendigkeiten. “Die Freiheit in diesem Gebiet kann nur darin bestehn, daß…die assoziierten Produzenten diesen ihren Stoffwechsel mit der Natur rationell regeln, unter ihre gemeinschaftliche Kontrolle” (die Marx auch als Vergesellschaftung tituliert) “bringen, statt von ihm als von einer blinden Macht beherrscht zu werden; ihn mit dem geringsten Kraftaufwand und unter den ihrer menschlichen Natur würdigsten und adäquatesten Bedingungen vollziehn. Aber es bleibt dies immer ein Reich der Notwendigkeit. Jenseits desselben beginnt die menschliche Kraftentwicklung, die sich als Selbstzweck gilt, das wahre Reich der Freiheit, das aber nur auf jenem Reich der Notwendigkeit als seiner Basis aufblühn kann. Die Verkürzung des Arbeitstags ist die Grundbedingung.” (aaO)

Die Freizeit des Arbeiters, die aus der Verkürzung des Arbeitstages folgt, steht am Anfang und am Ende der kapitalistischen Epoche. Der Normalarbeitstag des zünftigen Handwerkers im Hochmittelalter war acht Stunden, ansonsten gab es den blauen Montag und zahlreiche arbeitsfreie Kirchenfeiertage. Weil es viel Freizeit gab, konnte die mittelalterliche Hochkultur entstehen. Nur weil der Gesamtarbeitstag des Handwerkers (und als Voraussetzung auch der des Bauern) über seinem notwendigen Arbeitstag lag, worin er seinen Lohn erarbeitete, konnte eine Mehrarbeit geleistet werden, sich in einem Mehrprodukt vergegenständlichen und einen Mehrwert am Markt preislich realisieren, was die Grundlage der hochkulturellen Bedürfnisse und somit Nachfrage nach halb- und vollkünstlerischer Handwerksarbeit schuf. Aber die mögliche Mehrarbeit konnte ebenso als Freizeit, als eigentliches Luxusgut, konsumiert werden. Und das wurde sie auch.

Geraten die Handwerker in die Abhängigkeit vom Kapital, dann wird ihre Freizeit wieder zur Arbeitszeit und zur Grundlage des Profits. Und wenn das Kapital in seinem Drange, die Mehrarbeit als unbezahlte Arbeit, die eigentlich zur Arbeitszeit umdefinierte Freizeit ist, immer mehr auf Kosten der notwendigen Arbeit, worin der Lohn erarbeitet wird, auszudehnen, die ganze industrielle arbeitsersetzende Entwicklung bis zu dem logischen Ende der arbeitslosen Produktion in der vollautomatischen Fabrik vorantreibt, bricht der Kapitalismus als Selbstverwertung des Wertes zusammen, weil der Wert von Arbeitskräften, Produktionsmitteln und Produkten gegen Null geht und ihre Warenform sich auflöst. Damit hat der Kapitalismus sich selbst getötet und die an den Verwertungsprozeß gefesselte Produktion ist befreit.

Die zunehmende Abwürgung der Produktion durch die schrumpfende Wertschöpfung (oder mit Marx gesprochen: die Fesselung der Produktivkräfte durch obsolete Produktionsverhältnisse) ist statistisch aufweisbar, wenn das Produktivitätswachstum der Arbeit nicht mehr im vollen Umfang als Steigerung des Produktausstoßes erscheint. An dem raschen Anstieg der Produktion (wie nach 1933 in Deutschland) erkennt man eine Revolution gegen das Kapital, im Verfall der Produktion (wie nach 1917 in Rußland) verrät sich eine (asiatische) Konterrevolution gegen das Kapital. Die Revolution konnte nur besiegt werden durch eine auf Vernichtung gerichtete Kriegsallianz des Kapitals mit der asiatischen Konterrevolution. Siegestrophäe dieser bemerkenswerten Allianz aus kapitalistischer Plutokratie und kommunistischer Despotie war – aus systematischen und nicht bloß aus historischen Gründen – die Demontage der Produktion bis hin zu der Vertreibung der Produzenten vom Grund und Boden ihrer Produktion und sogar der millionenfachen Massakrierung der Produzenten selber (wie in Deutschland 1945). Der Zerfall des konterrevolutionären Bündnisses in seine beiden Hälften, die kapitalistische und die antikapitalistische, ermöglicht dann aus Gründen der weltgeschichtlichen Rivalität eine begrenzte Entwicklung der Produktion (in Deutschland ab 1948). Der Wegfall der Rivalität führte in der vereinigten Besatzungszone BRDDR allein 1993-97 zu einer Schrumpfung der Produktion von 4,2 Prozent. Die Fesseln, die der Wert dem Reichtum anlegt, sind wieder schmerzhaft spürbar geworden.

Richard Wagner, der 1848er Kampfgenosse des Karl Marx, trägt in seinem musikdramatischen Werk eine andere Fassung der Sage von dem Reiche der Freiheit vor: Die Gralserzählung. Der Gral ist ein Kelch oder heiliges Gefäß, das eine unversiegbare himmliche Kraft enthält, aus der die Gralsritter ihre irdische Interventionsmacht periodisch speisen. Der Inhalt des Grals ist also ein ganz besonderes Gut, das unverbrauchlich gebrauchbar ist. Was die Gralsritter zu sich nehmen ist ein Schluck aus der Pulle der Vollkommenheit, sie trinken von dem Geiste Gottes selber. Dieser Rohstoff ergibt aber, menschlicher Denkarbeit unterworfen, die Gedanken, welche ihrerseits als Denkmittel oder Begriffe, als Denkgegenstände oder Probleme, als Ideen oder Tatgedanken dienen oder zu denkersetzenden Gedankensystemen, Theorien also, zusammengesetzt werden können. Die Theorien vollbringen die Wunder, und der Kelch, worin sie ausgegoren werden, ist die Hirnschale des Menschen. Dieser Kelch geht nur an wenigen nicht vorüber. Vor 30 Jahren trug Krahl den Gral.

“Alle Mythologie”, schreibt Marx in den Grundrissen, “überwindet und beherrscht und gestaltet die Naturkräfte in der Einbildung und durch die Einbildung; verschwindet also mit der wirklichen Herrschaft über dieselben.” (30) Die Volksphantasie bearbeitet aber nicht nur die Natural-, sondern auch die Verkehrsformen, und tat sie dies bei den Griechen vorwiegend als unbewußte Kunstvorstellung, so arbeitet die Volksphantasie bei den germanischen Völkern als bewußte Wissenschaftsfiktion. Mit deren Verwirklichung als Natur- und Sozialwissenschaft verschwindet nur ein alter Mythos, aber nicht der Mythos überhaupt. Der Mythos ist vorgestellte Technik und imaginierte Gemeinschaft, und die reale Technik und verwirklichte Gemeinschaft ist nachgestellter Mythos. Ohne den Neuen Mythos wird es weder die Neue Technik noch die Neue Genossenschaft, also eine erneuerte Volksgemeinschaft, geben.

Das Reich der Notwendigkeit ist in jeder Nation der von dem selbstbewußten Volk zielsicher geführte und mit minimiertem Arbeitsaufwand in Gang gehaltene Produktionsprozeß der materiellen Güter. Jede Nation, die als Volksgemeinschaft zusammenhält, als Gesellschaftssubjekt sicher transagiert und als Gemeinwesen, in sich reflektiert, in Erscheinung tritt, wird auf der Grundlage solch eines Reiches der Notwendigkeit ein Reich der Freiheit erobern. Dies kann aber auch der Raum des Lasters und damit neuer Sklaverei der Triebe werden, in Freizeit und Spiel verplempert. Dann fällt der Mensch in seiner freien Zeit aus seinem Wesen, der Arbeit, heraus, und wenn er die Arbeit verliert, fällt er auch aus der Erkenntnis. Nur wenn die Arbeit das erste Lebensbedürfnis aller Menschen wird (was sie bei den Deutschen schon immer war), gereicht die Fülle der freien Zeit ihnen zum Segen. Die Arbeit kann nur Spaß machen, wenn sie kein Spaß ist, und nur als Werkverwirklichung bringt sie den Menschen individuelle und kollektive Selbstverwirklichung. “Wirklich freie Arbeiten, z.B. Komponieren ist grade zugleich verdammtester Ernst, intensivste Anstrengung.” (Grundrisse, 505)

Längst nicht alle Arbeit im Reiche der Freiheit muß freie Arbeit des Einzelnen sein. Als solche gilt dem Herkommen nach das Kunstschaffen (wohlweislich aber nicht das Kunstdarstellen), das religiöse Tun und das Philosophieren, also die drei Hauptäußerungen des absoluten Geistes. Zu den einzelfreien Arbeiten sollte man noch die Taten der weltgeschichtlichen Individuen im Bereich des objektiven Geistes hinzuzählen, also neben den Staatsdenkern und sonstigen geistigen Führern auch die schöpferischen Staatslenker und die gesellschaftspolitischen Führer. Die freie Arbeit dieser Wenigen, die schon immer ihr Eigenreich der Schaffensfreiheit sich erobert haben, wird auch im kommenden Reiche der Freiheit keine Schwierigkeit bereiten, sondern die Organisation des Reiches der Freiheit für die Vielen ist die Herausforderung an das Gemeinwesen der Zukunft.

Ist die notwendige Arbeit für die Vielen minimiert, muß ausreichend freie Arbeit für sie organisiert werden, damit alle am Reiche der Freiheit teilhaben können. Solche gewaltig-freien Volksgemeinschaftsaufgaben waren in der Vergangenheit z.B. die kirchlich-ritterliche Hochkultur im Alten Reich auf Basis der feudalen Mehrarbeit der deutschen Bauern; die bürgerlich-städtische Hochkultur auf Grundlage kommunaler Mehrarbeit der Handwerker, freien Arbeiter und Kaufleute; die wilhelminische Hochkultur dank Mehrarbeit und Erfindungsreichtum von Industriearbeitern, technisch-wissenschaftlicher Intelligenz und Mittelstand, die praktisch bis 1945 Deutschland beherrschte und im westzonalen Wirtschaftswunder eine Nachblüte erlebte.

Nach dem Zusammenbruch der kapitalistischen Wirtschaft und ihrer Staaten in Deutschland wird durch Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit des Deutschen Reiches die Einrichtung einer Volkswirtschaft unter gemeinschaftlicher Kontrolle aller Deutschen möglich. Sie wird – nach Minimierung des Arbeitsaufwandes in der materiellen Produktion und folglich der Gesundschrumpfung des Reiches der Notwendigkeit – das Reich der Freiheit um Großvorhaben herum organisieren, die kulturelle Anliegen aller Deutschen sind. So liegt es z.B nahe, Wiederaufforstung von Industrie- und Verkehrsbrachen zu betreiben; die Standkraft der Landesverteidigung auf die Höhe der Unüberwindbarkeit zu bringen; die zahlreichen deutschen Altstädte als Zeugen der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Hochkultur, die durch den angelsächsischen Bombenterror und den modernistischen Aufbau zerstört worden sind, zu rekonstruieren; die deutsche Wissenschaft wieder zu idealisieren und ihr die Spitzenstellung in der Welt, die sie im Wilhelminismus innehatte, zurückzuerobern; die deutsche Volksschule zu poetisieren. Vieles andere erscheint denkbar und kann organisiert werden, sobald Arbeitskräfte und Herstellungsmittel wieder freigesetzt sind.

Unter der Vorherrschaft des Reiches der Freiheit wird auch seine Grundlage, die notwendige materielle Produktion, eine freiere und unauffälligere Gestalt annehmen als jene der großen Industrien. Alle Familien, Sippen und Gemeinden werden bestrebt sein, einen Anteil am Reich der Notwendigkeit in ihren miniaturisierten und mikroisierten Hausindustrien und Eigenwirtschaften zu nehmen und Volk, Staat und bürgerliche Gesellschaft mit dem Nötigen zu versorgen. Nur das mit Waffen versorgte und mit automatischen Produktionsmitteln in allen seinen Gemeinschaften bewaffnete Volk hat seine produktiven und destruktiven Instrumente sowohl vergemeinschaftet als auch vergesellschaftet.

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Der allgemeine deutsche Volksaufstand

Die Deut­schen sind als Volk und als Reich von ih­ren Wi­der­sa­chern ge­mar­tert, ans Kreuz ge­schla­gen und be­gra­ben wor­den. Sie har­ren der Auf­er­ste­hung. Die Auf­er­ste­hung wird kom­men, wenn die Deut­schen auf­ste­hen. Wenn die Deut­schen zum all­ge­mei­nen Volks­auf­­stand sich er­ho­ben ha­ben, dann wer­den sie wie­der­auf­er­stan­den sein.

Grund­sätz­lich sind zwei Auf­stands­ar­ten mög­lich: ers­tens der Auf­stand der Le­gi­ti­mi­tät, die Wie­der­er­rich­tung der recht­li­chen Macht durch die deut­schen Fürs­ten, und zwei­tens der Auf­stand der Re­vo­lu­­ti­ons­fürs­ten oder Re­vo­lu­ti­ons­füh­rer mit ih­ren schlag­fer­ti­gen Ge­fol­g­­schaf­ten, die sich auf die Volks­sou­ve­rä­ni­tät be­ru­fen und die le­gi­ti­men fürst­li­chen Sou­ve­rä­ne des Deut­schen Vol­kes we­gen Un­tä­tig­keit für ob­so­let er­klä­ren wer­den. Putsch­fä­hi­ge Tei­le des Ge­waltap­pa­­ra­tes der Reich­zer­tei­lungs­re­gime sind nicht in Sicht, aber kei­ne Auf­stands­va­ri­an­te ist aus­zu­­­schlie­ßen. Es muß viel­mehr nicht nur mit Zei­chen, son­dern auch mit Wun­dern ge­rech­net und auf Got­tes Hil­fe ver­traut wer­den. Tritt kei­ne der bei­den Auf­stands­va­ri­an­ten ein, dann wird sich zei­gen, daß om­ni­po­ten­te Reichs­deut­sche als Stamm­zel­len des Rei­ches die Reichs­or­ga­ne wie­der­her­stel­len.

Der sieg­rei­che Auf­stand, sei es je­ner der deut­schen Fürs­ten oder je­ner des Deut­schen Vol­kes, wird durch den Kai­ser oder den Auf­stands­füh­rer re­vo­lu­tio­nä­re Ge­set­ze zur schnel­len in­ne­ren und äu­ße­ren Kon­so­li­die­rung der wie­der­her­ge­stell­ten Reichs­macht er­las­sen. Sol­che Ge­set­ze wer­den ab­schlie­ßend in Vor­schlag ge­bracht.




Öffentlichkeitsgesetz (ÖffG)

§ 1

Es ist Zweck dieses Gesetzes, Volk und Reich vor der Manipulation seines Willens, vor der Verbiegung der öffentlichen Meinung, vor dem Mißbrauch von Informationen und Meinun­gen, insofern dies alles durch besondere Veröffentlichungsmittel (Medien) verstärkt wird, zu schützen.

§ 2

Jeder Deutsche hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und sich dafür besonderer Mittel der Veröffentlichung zu bedienen. Jeder Deutsche hat ferner das Recht, sich aus Nachrichtenquellen, die nicht ausdrücklich als Reichsgeheimnisse qualifiziert sind, frei zu unterrichten und darüber öffentlich zu berichten.

§ 3

Jeder Deutsche hat das Recht, seine Meinung in einer Gemeinschaft zu äußern und zu diesem Zwecke öffentliche Versammlungen in geschlossenen Räumen oder unter freiem Himmel zu ver­anstalten oder sich ihnen anzuschließen. Die öffentliche Versammlung darf auch als Auf­marsch vonstatten gehen. Auflagen betreffs der öffentlich zu äußernden Meinungen sind un­statt­haft. Die Reichsbehörden sind verpflichtet, offene Plätze oder geschlossene Räume für öf­f­ent­liche Versammlungen be­reit­zustellen.

§ 4

(1) Medien sind Veröffentlichungsmittel eigenwirtschaftlicher oder Veröffentlichungsunter­neh­men marktwirtschaftlicher Art.

(2) Eigenwirtschaftliche Betriebe machen keinen Unterschied zwischen inhaltlicher Ver­ant­wortung und Medieneigentümer. Der eigenwirtschaftliche Medieneigentümer darf den In­halt und die Form der Veröffentlichung bestimmen. Er allein haftet für den Medieninhalt.

(3) Marktwirtschaftliche Veröffentlichungsunternehmen müssen Mediengehalt und Medieneigen­tum trennen. Dem Medieneigentümer obliegt die kaufmännische Unternehmensführung, der Redaktion die Gestaltung des Medieninhalts.

(4) Die Redaktionen marktwirtschaftlicher Veröffentlichungsunternehmen müssen als Genos­senschaft aller Redaktionsmitarbeiter organisiert sein. Sie handeln mit der kaufmännischen Un­ter­­nehmensführung den Gehaltsfond aus, den sie dann selber verwalten und auf­teilen.

(5) Die Redaktionsgenossenschaft darf von der kaufmännischen Führung des Medien­un­ter­nehmens keine Weisungen entgegennehmen. Redaktionsgenossenschaften haften mit ihren Genossenschaftsanteilen für alle schadens- und strafrechtlichen Folgen der Medienin­halte.

§ 5

Journalismus und Kapital sind getrennt. Das Kapital hat keine Meinungsfreiheit. Wirtschafts­po­li­tische Einflußnahme ist ihm untersagt. Der Versuch solcher Einflußnahme gilt als Er­schlei­chung von Souveränitätsrechten und wird als Usurpation gemäß § 4 (1) des Straf­er­gänz­ungs­gesetzes bestraft.

§ 6

Marktwirtschaftliche Unternehmen haben das Recht auf Meinungsäußerung zu Fragen ihres technischen Fachgebietes. Kaufmännische Meinungsäußerungen gehören in die unterneh­me­ri­sche Privatsphäre und stellen in der Öffentlichkeit eine Datenverschmut­zung dar. Sie wird als Ordnungswidrigkeit geahndet.

§ 7

Niemand darf in der Öffentlichkeit eigene oder fremde Privatangelegenheiten ausbreiten. Zu­wi­der­handlungen werden als Ordnungswidrigkeit geahndet.

§ 8

Werbung als Teil des Veröffentlichungswesens unterliegt dem Gebot des zurückhaltenden An­­standes und der ruhigen Sachlichkeit. Nur prozeß- und produktbezogene Marktwirt­schafts­werbung ist erlaubt.

§ 9

(1) Marktschreierei ist verboten. Ferner sind verboten Werbeveröffentlichungen, die

  1. moralische oder religiöse oder weltanschauliche Aussagen enthalten oder auf sie an­spie­len, die
  2. politische oder geschichtliche Aussagen enthalten oder auf sie anspielen, die
  3. Darstellungen von Gewalt oder Aussagen über Gewalt oder Anspielungen auf den menschlichen Gewalt- und Kampftrieb enthalten und die
  4. Darstellungen von Sexualität oder Aussagen über Sexualität oder Anspielungen auf den menschlichen Geschlechtstrieb enthalten.

(2) Verboten sind Werbeveröffentlichungen, die Bezüge oder Assoziationen zu persönlichen oder sachlichen Gebieten herstellen, die mit dem angebotenen Gut oder Dienst nicht unmit­telbar zusammengehören.

(3) Verboten sind Werbeveröffentlichungen, die einen sachfremden Bekanntheitstransfer ver­wenden und Einrichtungen oder Persönlichkeiten des öffent­­li­chen Lebens als Werbeinhalts­träger oder als Darsteller der Werbebotschaft benützen.

§ 10

Im Deutschen Reich ist in der Öffentlichkeit stets die deutsche Sprache zu verwenden. Aus­nahmen ordnet das Reich an. Deutsch darf in Veröffentlichungen nur in einwandfreiem Schrift­deutsch gesprochen und in altbewährter Rechtschreibung geschrieben werden. Dies gilt auch für Produkt- und Fir­mennamen. Zuwiderhandlungen werden gegen­über redaktionellen Veröffentlichungen mit gebüh­r­en­pflichtigen Abmahnungen, gegenüber Firmen und ihren Werbern mit Geschäfts­stilleg­ungen von sechs Tagen bis zu sechs Monaten geahndet.

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Schulgesetz (SchulG)

§ 1

Die deutsche Schule gliedert sich in

  1. Grundschule (Volksschule),
  2. Hauptschule und
  3. Höhere Schulen.

Letztere unterteilen sich in Realschulen, Oberrealschulen und Gelehrtenschulen.

§ 2

Alle deutschen Kinder besuchen vom sechsten Lebensjahr an für vier Jahre die deutsche Volks­schule, worin sie das Lesen und Schreiben der deutschen Muttersprache erlernen und mit anderen, ausschließlich deutschen Kindern die deutsche Volksgemeinschaft in Gedicht, Lied, Bild und Tanz erfahren. Die deutsche Volksschule hat einen rein poetischen Charakter. Das Auswendiglernen deutscher Gedichte und Volkslieder als den Grundmitteln zur Erzeug­ung des Gefühls der deutschen Volksgemeinschaft ist die Hauptbeschäf­tig­ung in der Volks­schule. In der Volksschule gibt es noch keinen Schüleraustausch mit fremden Nationen.

§ 3

Die absolute Mehrheit der deutschen Schulkinder besucht vom zehnten Lebensjahr an für vier Jahre die deutsche Hauptschule, worin sie den Grundstock des in der Volksschule Erlernten ausbauen und das natur- und sozialwissenschaftliche Grundlagenwissen erwerben, insofern es für ein praktisches und tatkräftiges Leben allgemein dienlich ist. Der Hauptschulabschluß er­folgt am Ende des achten Schuljahres. Danach hat jeder deutsche Jugendliche das Recht auf eine Lehrstelle. Hauptschulabsolventen können auch unmittelbar nach zweijähriger Fach­schule die mittlere Fachreife erwerben. Kinder, die geistig oder seelisch irreparabel einge­schränkt oder kör­perlich ernsthaft behindert sind, besuchen die Sonderschule und vom vier­zehnten Lebens­jahr an die Sonderberufsausbildung im Staatsarbeitsdienst.

§ 4

Die mittlere technische und sprachliche Intelligenz der deutschen Schulkinder besucht vom zehnten Lebensjahr an für sechs Jahre die Realschule entweder in deren technischem oder neu­sprachlichem Zweig. Realschulabsolventen haben das Recht auf eine Lehrstelle, können aber auch unmittelbar nach zweijähriger Fachoberschule das Fachabitur erwerben.

§ 5

Eine Minderheit, die gehobene naturwissenschaftliche und sprachlich-musische Intelligenz der deutschen Schulkinder, höchstens aber zehn Prozent eines Jahrganges, besucht vom zehnten Lebensjahr an für acht Jahre die Oberrealschule in ihrem naturwissen­schaftlichen oder neusprachlich-musischen Zweig. Sie werden von Studienräten unterrichtet. Das Abitur als Oberrealschulabschluß ist Zugangs­vor­aus­setzung zu den universitären Berufsstudien­gängen.

§ 6

Eine kleine Minderheit, die hohe Intelligenz der deutschen Schulkinder, höchstens aber fünf Prozent eines Jahrganges, besucht vom zehnten oder ausnahmsweise einem früheren Lebens­jahr an für acht Jahre die Gelehrten­schule, in der die alten Sprachen, die deduktive Lehrme­thode und die theoretische Aus­richtung des Unterrichts obligatorisch sind. Die Gelehrten­schule ist die Schule von Wissen­schaftlern (Wissenschaftsräten) für künftige Wissenschaftler und wird mit der Kol­leg-Reife abgeschlossen. Sie vermittelt den gesicherten Kernbestand der wich­tigsten Wissen­schaften. Von den Gelehrten, die an Gelehr­ten­­schulen lehren, wird in ihrem Fachgebiet gym­na­siale Forschung erwartet. Sind sie darin erfolgreich oder haben sie sich an einer Universität habilitiert, werden sie vom Wissenschaftsrat zum Gymnasial­pro­fessor beför­dert. Die Kolleg-Reife ist Zugangsvoraus­setzung zum Studium an den Wissen­schafts­kollegien der Universi­täten.

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Universitätsgesetz (UniG)

§ 1

Die deutsche Universität vereinigt die hergebrachten wie die neu sich entwickelnden Studien­gänge der akademischen Berufe mit den Wissenschaftskollegien, an denen nach dem dualen Prinzip durch Teilnahme an der Forschung nur Wissenschaftler ausgebildet werden.

§ 2

Die deutsche Universität ist wie die deutsche Schule dreigliedrig. Sie unterteilt sich in

  1. Grundstudium,
  2. Hauptstudium und
  3. Kolleg-Studium.

Akademische wie wissenschaftliche Studenten teilen das Grundstudium in den Fachbereichen der Universität; sie müssen in einer Zwischenprüfung den Erwerb der Grundlagen der von ihnen studierten Wissenschaften nach­weisen. Das Hauptstudium führt die akademischen Studenten zum akademischen Beruf mit der Magister-, Diplom- oder Lehramtsprüfung als Abschluß. Die Kolleg-Studenten oder Wis­sen­schafts­lehr­linge müssen sich spätestens mit der Zwischenprüfung einen Meister unter den Forsch­ungsprofessoren der Wissenschaftskollegien suchen, an dessen For­sch­ungsvorhaben sie zu beteiligen sind oder der die Fachaufsicht über studentische Forschungsprojekte, die dem je­weiligen Wissenschaftskolleg einzugliedern sind, ausübt. Das Kolleg-Studium wird mit der Doktor­prüfung abgeschlossen, die auf einer eigenständigen wissenschaftlichen Arbeit als Ge­sel­lenstück beruht.

§ 3

Akademische Studenten können nach einem sehr guten Abschluß ihres Studiums und per­sönlicher Umorientierung auf die reine Wissenschaft ein zweijähriges Graduiertenstudium an einem Kolleg anschließen und mit der Doktorprüfung abschließen.

§ 4

Universitätsprofessuren unterteilen sich in Lehrprofessuren vorwiegend für das Grundstu­di­um, in Hauptprofessuren mit den herkömmlichen Aufgaben in Forschung und Lehre, vor­wie­gend für das Hauptstudium der akademischen Studenten, sowie in die Forschungs­professuren der Wissenschaftskollegien, denen die Beteiligung an der Lehre freigestellt ist.

§ 5

Habilitierte Gymnasialprofessoren können ihre Lehrpflicht als Privatdozenten an den Gelehr­ten­schulen durch Veranstaltung von Grund­studien­kursen erfüllen, die für das spätere Studium an­zu­rechnen sind. Ebenso können sie ihre Planstelle in eine halbe Gymnasialpro­fessur und eine halbe Lehrprofessur aufteilen. Eine Berufung durch die Universität ist nicht nötig.

§ 6

Andere Universitätsabschlüsse als der Magister, das Diplom, das Höhere Lehramt und der Doktor sind im Deut­schen Reich nicht anerkannt. Die Habilitation ist die wissenschaft­liche Meisterprobe; sie kann als wissenschaftliches Großwerk oder kumulativ abgelegt werden; sie ist Regelvoraussetzung zur Berufung auf eine Universitäts­professur.

§ 7

In jeder deutschen Universität sind ihre Wissenschaftskollegien als Philosophische Fakultät ver­bunden. In jeder Philosophischen Fakultät haben deren Kollegien die Aufgabe, die wissen­schaftlichen Theorien zur Philo­sophie zu führen, – die Naturwissenschaften zur Natur­philo­so­phie und die Geisteswissen­schaften zur Geist­es­philo­sophie. Den Philosophischen Fakultäten ist aufgetragen, die Wis­sen­schaften aus ihrem ungebildeten Zustand herauszu­führen und in den Kreis des gebil­de­ten Wissens, das sich selber mitteilen und in die Ordnung der Dinge einfügen kann, zu erheben; sie haben beständig an der Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften zu arbeiten.

§ 8

Das Deutsche Kolleg ist der geistige Zusammenschluß von Volk und Philosophie und fungiert als Generalstab der Philosophischen Fakultäten im Deutschen Reich. Das Deutsche Kolleg hat ein eigenes Berufungsrecht. Es vereint in sich Vertreter der deutschen philosophischen Wissen­schaft mit unab­hängigen Köpfen aus dem Volk. Es veranstaltet eigene Generalstabs­lehr­gänge des deutschen Geistes.

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